Die verlorene Ehre der
Katharina Blum – Heinrich Böll
Informationen zum Autor:
Heinrich Böll wurde zur
Zeit des ersten Weltkrieges, am 21. Dezember 1917, in Köln geboren. Er erhält
1972 den Nobelpreis für Literatur und stirbt 13 Jahre später, am 16. Juli 1985
nach langer Krankheit in seinem Haus in Langenbroich/Eifel.
Heinrich Böll selbst
war in den 70er Jahren Opfer einer Hetzcampagne der Bild-Zeitung. Sowie er am
eigenem Leib in den Schlagzeilen die Verfälschung und Demütigung erlebt hat,
recht er sich mit diesem Buch an der ZEITUNG, stellt diese dar, und das in
einem Bild, das diesmal höchstwahrscheinlich zur Abwechslung mal der Zeitung
nicht gefallen würde. Heinrich Bölls Grundgedanke war möglicherweise eine
Darstellung von Menschenverachtendem Journalismus. Er protestiert gegen
Sensationsjournalismus, zeigt wie weit Zeitungen, ohne Rücksicht auf
Betroffene, für viel Geld, gehen (dürfen). Heinrich Böll hat die Person der
Katharina Blum gewählt, um darzustellen, dass man selbst eine grundanständige,
normale Bürgerin, ohne jeder schlechten Vergangenheit als beispielsweise
Kriminelle darstellen kann/“darf“.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Böll stellt, noch bevor die
Geschichte beginnt, auf der ersten Seite des Buches, folgendes klar:
„Personen und Handlung
dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser
journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung
ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder
beabsichtigt noch
zufällig, sondern unvermeidlich.“
Inhaltsangabe:
Katharina Blum ist eine
hübsche, anständige und unauffällige junge Frau, die zwei besondere
Eigenschaften hat, Treue und Stolz. Sie arbeitet als Haushälterin bei dem
Anwalt Blorna, und besitzt eine kleine Eigentumswohnung und einen Volkswagen.
Katharina Blum ist katholisch aufgezogen worden, jedoch mit 19 aus der Kirche
ausgetreten. Sie war unglücklich verheiratet und ließ sich scheiden. Einer
ihrer Scheidungsgründe war, dass ihr Mann nicht zärtlich, sondern zudringlich
war. Da sie Zudringlichkeit von Männern verabscheut wird sie im Umfeld „die
Nonne“ genannt. Auf einer Karnevalsfeier jedoch, verliebt sie sich spontan in
Ludwig Götten und verbringt mit ihm auch gleich die Nacht. Was sie allerdings
noch nicht weiß ist, dass Ludwig Götten polizeilich gesucht wird. Am nächsten
Morgen stürmt dann die Polizei auch schon Katharina Blums Wohnung, jedoch
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Schlagzeilen der Boulevardzeitung. Sie wird in der Öffentlichkeit als
„Mörderbraut“ und „Räuberliebchen“ bezeichnet, und auch bleibt ihr die totale
Durchstöberung ihres Privatlebens, durch Polizei und Presse, nicht erspart. Ihr
ganzes Umfeld wird befragt, und nicht einmal vor einer Befragung ,der
schwerkranken Mutter, schreckt die Presse zurück. Falsche Tatsachen werden in
der Öffentlichkeit preisgegeben und Befragte Leute werden falsch zitiert. Sie
verliert durch ihr Schicksal Ehre und Stolz. Nach der Verhaftung Ludwig
Göttens, wird ein Termin für ein Interview, zwischen Katharina Blum, und
Tötges, dem verantwortlichen Reporter der Boulevardzeitung, vereinbart.
Katharina erschießt den Reporter, Tötges und erlangt damit ein Stück ihrer Ehre
zurück. Sie stellt sich der Polizei selbst, doch gibt Preis, dass sie keinerlei
Reue für die begangene Tat empfindet. Ihr einziger Wunsch nach ihrer Verhaftung
ist dort sein zu dürfen wo auch ihr Ludwig Götten ist.
Kommentar:
In einer Art Vorwort schreibt Heinrich Böll:
Personen und Handlung
dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser
journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der
"Bild"-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder
beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.
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Staatsanwälten, die das Privatleben einer wehrlosen Verdächtigen respekt- und
rücksichtslos durchleuchten. Auf die entwürdigende Behandlung und das
übermächtige System reagiert das Opfer anfangs mit Fassungslosigkeit, am Ende
mit verzweifelter Gegengewalt.
Vor dem Hintergrund der Hysterie über den Terrorismus der RAF protestiert
Heinrich Böll mit der Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina
Blum" gegen den Menschen verachtenden Sensationsjournalismus und nicht
zuletzt gegen den Missbrauch der Staatsgewalt sowie die korrumpierenden
Verflechtungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Medien, Polizei und
Rechtsprechung.
Die Namen der Figuren hat Heinrich Böll mit Bedacht gewählt: Tötges assoziiert
man mit töten, und Katharina mit Reinheit.
"Die verlorene Ehre der Katharina Blum" ist eine fiktive Erzählung,
die wie ein nüchterner Tatsachenbericht angelegt ist. Gleich zu Beginn nennt
der sachlich wirkende Erzähler die Quellen, und im späteren Verlauf zitiert er
seitenweise aus Vernehmungsprotokollen. Im dritten von insgesamt 58 Abschnitten
fasst er die Tatsachen über den Mord an dem Journalisten Werner Tötges kurz
zusammen. Mehrmals erklärt er den Leserinnen und Lesern seine Vorgehensweise
bei der Abfassung des Berichts. Das wirkt sehr authentisch und verstärkt die
ergreifende Wirkung der Erzählung.
AUTOR
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Übersetzer aus dem Englischen tätig. Für sein Werk erhielt er 1967 den
Büchner-Preis und 1972 den Nobel-Preis für Literatur, war Präsident des
bundesdeutschen und des internationalen PEN-Clubs. Er starb am 16. Juli 1985 in
Langenbroich.Mario Adorf, geboren 1930 in Zürich, Kindheit und Jugend in Mayen
in der Eifel, studierte Philologie und Theaterwissenschaften. 1953 - 55
Otto-Falckenberg-Schule in München, bis 1962 an den Münchner Kammerspielen.
Theater- und Filmschauspieler. Seitdem ca. 100 Filme im In- und Ausland und
Arbeit am Theater.
2006 wurde der Schauspieler und Schriftsteller mit dem "Bambi"
geehrt. Deutschlands wichtigster Medienpreis ehrte den renommierten
Schauspieler als Multitalent, dem die Verbindung zwischen Hochkultur, Handwerk
und Popularität gelingt. Neben seinen Rollen engagiert er sich für die Kultur
und den schauspielerischen Nachwuchs.
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