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Die Schlacht von Max Beckmann .doc

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Faculty
Arts & Design
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Art / Visual Arts
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University, School
Universität Leipzig
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2009
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Die Schlacht“ (1907) von Max Beckmann

Schlachten assoziiert man mit Krieg, Männern in Rüstungen, Waffen und nicht zuletzt mit Leid, Zerstörung und Tod.

Zahlreiche Künstler haben sich dieses Themas angenommen und entsprechend umgesetzt. Auch Max Beckmann „hatte sich schon vor dem ersten Weltkrieg mit einer Reihe von anspruchsvollen Historienbildern […] einen Namen gemacht.“1 Diese entsprechen jedoch nicht immer der oben genannten Beschreibung.

Seine Arbeit „Die Schlacht“ ist ein solches Werk und soll im Folgenden intensiver betrachtet werden. Es entstand 1907 in Berlin und reiht sich damit in die Epoche der Moderne ein. Beckmann betonte allerdings stets seine „Abkehr vom Bildbegriff der Moderne.“2 Das Gemälde wurde in Öl auf Leinwand gezeichnet und misst 293 cm x 332 cm.

Heute befindet es sich im Museum der bildenden Künste in Leipzig und ist eine Dauerleihgabe Peter Ludwigs und dessen Frau.

Dargestellt ist ein Tal, das am Horizont von drei flach ansteigenden Bergen eingeschlossen wird. Der gesamte Bildrahmen und auch die dargestellte Landschaft, sind regelrecht überfüllt von nackten Menschenmassen.

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Im Vordergrund noch deutlich, werden die Konturen, Szenen und Gesichtsausdrücke im Hintergrund zunehmend verschwommen. Es sind einzelne ineinander verschlungene Personengruppen zu erkennen, die sich in starker Bewegung befinden. Das gesamte Gemälde besitzt einen sehr dynamischen und auch chaotischen Charakter.

Anders als die üblichen Darstellungen von Schlachten und ähnlichen Szenarien, macht das Werk von Beckmann keinen kriegerischen ersten Eindruck. Es wirkt eher erotisch und vermittelt eine pathetische Grundstimmung. Dies könnte darin begründet sein, dass es sich hier vermutlich um eine Historienmalerei handelt, die ein mythologisches Ereignis verbildlicht.

Erst bei intensiverer Betrachtung kann man erkennen, dass sich die abgebildeten Personen im Kampf befinden. Nun treten auch immer weitere Charakteristika in Erscheinung, die den Bezug zum Bildtitel klarer machen. Zum einen fällt auf, dass die Menschen im Begriff sind mit Steinen aufeinander einzuschlagen und einige bereits leblos am Boden liegen.

Zum anderen ist nun das Loch oder eher die Schlucht in der Mitte des Bildes zu bemerken, um welche sich die Masse versammelt. Die Kämpfenden am Rande der Schlucht versuchen sich in diese hineinzustoßen. Man kann am linken und am hinteren Abhang Menschen erkennen, die gerade in die Tiefe hinabstürzen.

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Zu sehen ist eine üppige Frau, die beide Arme nach oben ausgestreckt hat und ihr Gesicht gen Himmel richtet. Sie wird von einem Mann eng umschlungen. Er hat beide Arme um ihre Taille gelegt und drückt seinen Kopf an ihre rechte Brust. Er wird von einem zweiten Mann, der vor den Beiden auf einem Bein kniet, mit einer handgroßen, keilartigen Holzwaffe unter die rechte Brust in die Rippen gestoßen.

In diesem exzessiven Bildausschnitt sind besonders zwei Auffälligkeiten zu benennen. Zum einen, dass die Frau die einzige Person im Bild ist, die als eindeutig weiblich identifiziert werden kann. Zum anderen ist zu beachten, dass dies die einzige Szene ist, in der tatsächlich blutige Gewalt ausgeführt wird.

Ein zweiter Ausschnitt im Vordergrund ist in der linken Bildhälfte augenfällig. Zu sehen ist ein Mann, der sich ausnahmsweise nicht im Kampf befindet und etwas isoliert vom spektakulären Geschehen erscheint. Er ist direkt von Vorn zu sehen und steht breitbeinig auf dem Boden. Er legt seinen linken Arm um die Hüfte und seine Hand ruht dabei auf dem Becken.

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Die Landschaft und den Himmel dominieren zwei Haupttöne: ein helles, teilweise weiß leuchtendes Blau-Grau am Horizont über den Bergen und ein düsteres Blau-Grau im oberen Himmelsbereich und an den steinigen Berghängen.

Zu großen Teilen wurden „kalte“ und mit Grau getrübte Farben verwendet, die auf die Leinwand getupft und zusätzlich verwischt wurden. So entsteht eine verschwimmende Verblauung, mit der das Bild an Tiefe und Raum gewinnt. Im Kontrast zu dieser trüben Gewitterstimmung steht das ʻFleischlicheʼ der Menschen.

Hierfür verwendet Beckmann hauptsächlich Weiß-Beige und etwas Gelb. Die Menschen, die sich auf den Berghängen befinden, sind nur angedeutet und wurden ebenfalls durch Tupfen, Wischen und auch mit einzelnen Pinselstrichen aufgetragen. Die Personengruppen im Vordergrund sind in den gleichen Farben gestaltet.

Das Körpervolumen wird durch intensive Weißhöhungen erkennbar. Hinzu kommen noch orangefarbene, braune bis schwarz-braune Töne, mit denen unter anderem einzelne Muskelgruppen, Falten, Kopf- und Schambehaarung deutlich und naturgetreu herausgearbeitet wurden. Die Farbe wurde offensichtlich mit kurzen, heftigen Pinselhieben reliefhaft nebeneinander aber auch übereinander geschichtet, sodass die Figuren fast plastisch hervortreten.

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Es scheint, als würden die Kämpfenden regelrecht von der Sonne, die gerade über die Berge in das Tal strahlt, überrascht werden. Die Frau reckt sich der Sonne entgegen, der einzelne Mann badet sich im Licht, andere sind geblendet und halten sich die Arme vor ihre Gesichter.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Beckmanns Gemälde „Die Schlacht“ (1907) eine unglaublich vielsichtige, entdeckungsreiche und interpretativ nicht ganz eindeutige Arbeit ist.

Welche Intention er verfolgt, ob er auf eine bestimmte „Schlacht“ der antiken Mythologie hinweist oder ob es sich schlicht um eine Katastrophenvision Beckmanns handelt, könnte eine nachfolgende Interpretation und historische Analyse klären.


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