DIE RENAISSANCE
Der Begriff Renaissance
bedeutet Wiedergeburt. Es ist damit die Wiedergeburt der Antike gemeint. Die
Renaissance breitete sich von 1350-bis zum Anfang des 16. Jhdt. aus. Die
wissenschaftlich geistige Bewegung dieser Zeit wird Humanismus genannt.
Der Eigentliche Geburtsort
der R. war die Stadt Florenz. Dort hatten die reichen Bankenfamilien das Sagen,
und unterstützten das Werken der ansässigen Künstler. Die Menschen beginnen in
dieser Zeit freier und unabhängiger zu denken. Das höchste Ziel der Künstler
war es ein Universalgenie zu werden.
Seit der Mitte des 16. Jhdt.
leben der Handel und das Gewerbe auf und dadurch werden die Städte reicher.
Durch Erfindungen und Entdeckungen werden die Menschen unabhängiger und
beginnen freier zu denken . Diese Selbstsicherheit wird in einem stark
diesseitsbetonten Lebensstil sichtbar.
DIE BAUKUNST
Die neue Baukunst geht von
Italien aus . In der Frührenaissance spürten die Bildhauer den alten Formen
nach, und wendeten diese in der kirchlichen Architektur auch an. Der erste
Meister der dies anwendete war Filipo Bruneleschi. Sein Werk ist die berühmte
Kuppel des Domes in Florenz (1296-1420).
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Im Kirchenbau wurde zunächst
die frühchristliche Basilika verwendet . Über der Vierung wird eine Kuppel
angebracht. Die Decke besteht aus einer Kassettendecke. Die teilweise gewölbte
Basilika ist der Übergang zur vollständig Gewölbten z. B.: S. Andrea in Mantua
(1470) von Leone Batista Alberti.
Er überwölbte das Mittelschiff mit einer riesigen
Gewölbetonne. Die Last der Tonne übernahmen wuchtige Wandpfeiler. Daher kommt
auch der Name Wandpfeilerkirche . An die Stelle der Seitenschiffe treten je 3
rundbogig, überwölbte Nieschen . Der Grundriß zeigt die Form des lateinischen
Kreuzes. Somit wurde diese Kirche der Grundtypus für die nächsten 100 Jahre.
Die Frührenaissance fiel in
die Zeit des 15. Jhdt. und wird deshalb als Quattrocento bezeichnet und wird zu
Beginn des 16. Jhdt. zur Hochrenaissance (Cinquecento).
In der Hochrenaissance wird im
Kirchenbau der Zentralbau bevorzugt . Ein großer Meister dieser Zeit war Donato
Bramante. Sein Meisterwerk ist der Bau der Peterskirche in Rom 1506. Bei dieser
Kirche wurde über der Vierung eine Kuppel aufgesetzt. Von der Vierung breiten
sich vier gleich lange Arme in alle Richtungen aus.
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Ein weiteres Beispiel von Bramante
ist der Tempieto. Der kleine Tempel geht über 2 Geschoße und hat einen
kreisrunden Grundriß . Säulen umgeben das untere Geschoß . Das obere Geschoß
ist mit einer Halbkugel überzogen und eine Balustrade krönt es noch zusätzlich.
In der Spätrenaissance nahm
man nach 1550 den Langhausbau wieder auf. Das Langhaus mündet wieder in den
Kuppelraum. Andrea Palladio schrieb das Buch über die Bauregeln der
Hochrenaissance. Als Vorlage dienten ihm die römischen Bauwerke. Im Buch
L´Architettura empfiehlt er die Bauweise von Arkaden deren Pfeilern kräftige
Pliaster vorgelagert sein sollen. Er verzichtete schon damals auf dekoratives
Beiwerk.
Als neuer Bautypus entsteht
der Palast der auf die mittelalterliche Stadtburg zurückgeht. Ein Beispiel
dafür ist der in der Frührenaissance entstandene Palazzo Pitti in Florenz .
Seine langgezogene Fassade gliedert sich in drei Geschosse die durch kräftige
Gurte horizontal voneinander getrennt sind. Die Fassade wird durch die
rundbogigen Fenster und den
Wechsel von grobbehauenen Quadern (Rustika) und Fugen belebt.
Später wird die strenge
horizontale Gliederung durch senkrecht angeordnete Pilaster aufgelockert.
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Später belebten die
Nachfolger Albertis diese Gliederung noch durch Verdoppelung der Pilaster z.B.:
die Front der Concellerai in Rom. Der 1589 vollendete Palazzo Tornese in Rom
zeigt die Ausgeglichenheit der Hochrenaissance. Im Erdgeschoß wechseln offene
Arkaden mit toskanischen Säulen ,darüber Blendarkaden mit ionischen Halbsäulen
. Das oberste Geschoß mit Blendarkaden geht auf Michelangelo zurück.
Michelangelo durchbrach
später die Regeln seiner Vorgänger im Konservatorenpalast in Rom. Er verzichtet
auf die ruhige Flächengliederung durch Pilastervorlagen und auf die
Geschoßtrennung durch horizontale Gurtgesimse . Er durchbrach die Fassade mit
Pilastern die über 2 Stockwerke reichen , und in einem kräftigen Dachgesims
enden . Dadurch wurde die Fassade zu einer geschlossenen Einheit. Im Erdgeschoß
war die Wand
durch zurückspringende
Nischen und im Obergeschoß durch vorspringende Fenstergesimse gegliedert.
Dieses Bauwerk stellt einen
Schritt von der Hochrenaissance zum Barock dar.
DIE BAUKUNST IN
DEUTSCHLAND
Deutschland war länger als
Italien vom Mittelalter beeinflußt ,daher kam die Renaissance erst später in
den Norden. Reine Reinaissancebauten wurden in Deutschland nur von wandernden
italienischen Architekten gebaut. Die einheimischen Architekten hielte noch an
den alten mittelalterlichen Formen fest.Z.B.: das hohe Satteldach des
Knochenhauerhauses in Hildesheim.
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Hildesheim wurde das steile gotische Satteldach beibehalten, die Fassade wurde
mit südlichen Schmuckformen verziert. Durch diese Mischung aus heimischer
Bauweise und fremden Schmuckelementen entstand in der Baukunst des 16. eine
deutsche Sonderform. Im Kirchenbau wird dies in der Jesuittenkirche St. Michael
in München sichtbar.
Die Kirche ist nach deutscher
Bürgerhausart als Giebelbau ausgeführt, zeigt aber die neue Bauform in
übereinander gelagerten Geschossen die durch starke Gesimse horizontal
gegliedert sind. Neue Elemente in der Fassade sind Portalumrandungen,
Pilasterstellungen im Erdgeschoß, Volutenschmuck, Giebelrahmungen, figürliche
Plastik. Der Grundriß ist als Wundpfeilerkirche ausgebildet und mit einer 20 m
Riesentonne überspannt. Der Druck des Gewölbes wird von schweren Wandpfeilern
mit vorgesetzten Pilastern aufgenommen.
MÖBELBAU DER RENAISSANCE
In keinem anderen Stil war
die Baukunst ein so direktes Vorbild für den Möbelbau. Oft wurden Möbelfronten
oder Vertäfelungen wie eine Gebäudefront ausgeführt, mit Säulen , Gebälk,
Türüberdachungen....
Ornamentik
Antike Bauelemente wurden in
den Möbelfronten verwendet z.b.:Säulen Gebelke des antiken Möbelbaus.
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