[Teil
D: Die Ausbreitung und Stabilisierung der Reformation (1530-1555)]
§19 Die Konsolidierung des
Protestantismus
- Der Schmalkaldische Bund
-
Die Unterzeichner
der CA schlossen dich zu einem militärischen Kriegsbund zusammen → nur zur Verteidigung im Falle eines
Angriffs
-
Gemeinsames
Vorgehen gegen die Klageflut
-
Dezidiertes
Verteidigungsbündnis auf reformatorischer Grundlage
-
Das Bündnis
bereitete den führenden Theologen Probleme: Der Bund richtete sich gegen den
Kaiser
- Die Wittenberger Konkordie (25.
Mai 1536)
-
oberdeutsche
Reichsstädte werden auf die Wittenberger Seite gezogen
-
geht auf Martin
Bucer zurück
o
„Genie der
Vermittlung“
o
Kompromissformel
§
Wahrhaftige Gegenwart
Christi im Abendmahl
§
Unio
sacramentalis Blut/ Wein und Leib/ Brot
§
Imanducatio
indignorum
-
CA und Apologie
werden nun auch von den oberdeutschen Städten anerkannt
-
Wittenberger
Konkordie als Kompromiss
- Die Ausbreitung des
Protestantismus
-
Nürnberg 1532
-
Frankfurt 1534 schufen
einen rechtlichen Schutz
-
Regensburg 1541
-
Kaiser benötigt
die protestantischen Stände im Kampf gegen den Türkenaufstand
-
Herzogtum
Wittenberg 1534
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-
Dann durch ihn
in Dänemark 1537, Holstein 1542, BS-Wolfenbüttel 1543
→ Bugenhagen = Reformator des Nordens
-
Der Großteil
Deutschlands war Anfang der 40er Jahre evangelisch
§20 Verhärtungen zwischen den Religionsparteien
- Konzilspläne
-
Die
Kirchenpolitische Lage beginnt sich in den 30er Jahren zu ändern
-
Papst Paul III.
(1534-39)
o
Hat die
europäischen Fürsten wissen lassen, dass er ein Konzil nach Mantua einberufen
lassen würde (1535)
-
Alle Blicke
richteten sich auf die Protestanten, wie diese wohl reagieren
-
Luther war wegen
schwerer Erkrankung nicht anwesend
-
Auf Wunsch des
sächsischen Kurfürsten wurde eine Zusammenfassung der Lutherischen Lehre
verfasst: Die Schrift hat drei Teile (Schmalkaldische Artikel)
-
Allgemein
anerkannte Lehrinhalte gemäß des altkirchlichen Glaubensbekenntnis
[..]
- Religionsgespräche
-
auf Initiative
des Kaisers kommt es zu Religionsgesprächen zwischen beiden Seiten 1540 in
Hagenau
-
1540/41 Worms
-
1542 in
Regensburg
-
Kompromisse
werden im Wormser Buch festgehalten
-
1541 in
Regensburg zeigt sich jedoch, dass Differenzen noch immer unüberwindbar sind
→ Auch die Religionsgespräche
scheitern
§21 Der Schmalkaldische Krieg und
das Augsburger Interim
-
Herzog Moritz
von Sachsen (1521-1533 albertinische Linie, Herzog seit 1541)
-
albertinische
vs. eristinische Linie
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-
1546 eröffnet
der Kaiser den Schmalkaldischen Krieg
-
Die ev. Seite
wird durch die Doppellehre des Kaisers geschwächt
§22 Der Augsburger Religionsfrieden
§23 „Konfessionelles Zeitalter“,
„Konfessionsbildung“ und „Konfessionalisierung“
§24 Katholische Konfessionsbildung
- „Katholische Reform und
Gegenreformation“
- Das Tridentinum
- Ignatius von Loyola und die
Jesuiten
§25 Lutherische Konfessionsbildung
- Innerlutherische
Lehrstreitigkeiten
- Das Konkordienwerk
- Die lutherische Orthodoxie 15.07.2009
-
alle drei
Konfessionen (Luthertum, Reformatorentum, ..) durchleben eine Orthodoxie
-
Merkmale der
lutherischen Orthodoxie:
o
Konzentration
auf die reine, wahre Lehr
o
Verteidigung
gegenüber dem Katholizismus
o
Kein
Zurückschrecken vor Polemik
-
der gefundene
Lehrkonsens wird fortgesetzt
o
Luther ringen um
die wahre Lehre wird in der Orthodoxie fortgesetzt
-
Konfessionelle
Konkurrenzsituation führt dazu, dass Luthers Stellung heilsgeschichtlich
gedeutet wird →
der göttliche Wille wird hinter ihm vermutet
-
Das theologische
Erbe Luthers wird durch die Orthodoxie rezipiert
o
Rechtfertigungslehre
o
Weiterentwicklung
der Christologie Luthers
o
Sola scriptua → Lehre von der Heiligen Schrift
§
Auctoritas
§
Perfectio
(absolute Wahrheit)
§
Sufficienta
(volle Genügsamkeit)
§
Perspicuitas
(Klarheit)
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Drei Phasen der Orthodoxie:
1. Frühorthodoxie (ca.1555-1600)
-
Martin Chemnitz
(1522-1586)
o
Logi theologici
2. Hochorthodoxie
-
Johann Andreas Quentstedt bedienen sich der
analytischen Methode
-
Abraham Calov → Veränderung des Erkenntnisstandes
als Ziel
-
Johanna Gerhard
o
Loci communes
theologici
3. Spätorthodoxie
-
David Hollaz
-
mit der
historischen Bibelkritik wird der Orthodoxie die Grundlage entzogen
4. Der synkretistische
Streit
-
bedeutsame
Nebenströmung: Das humanistische Weltbild Melanchthons wird weitergeführt
-
Hauptvertreter:
Georg Calixt (1586-1656)
o
Versuchte eine
Alternative zum Konfessionenstreit zu entwickeln
o
Fragte nach
einem gemeinsamen theologischen Pfad, um den Streit zu überwinden
o
Consensus
quinque saecularis
-
der
synkretistische Streit wird jahrzehntelang ausgefochten
-
die
Unterscheidung von Ethik – Dogmatik kann auf Calixt zurückgeführt werden
5. Die Reformbestrebungen
der Orthodoxie
-
Um 1600 erlebt
das Luthertum eine Frömmigkeitskrise
-
Bedürfnis einer
neuen Frömmigkeitslehre wächst
-
Johann Arndt
(1555-1621): Vier Bücher vom wahren Christentum (1605-1610)
o
Verinnerlichung,
Konkretisierung
o
Frühe Form von
Pietismus
-
Paul Gerhard
(1607-1676)
-
Heinrich Schütz
(1585-1672) → Bemühungen um die Kirchenmusik
-
Johann Sebastian
Bach (1685-1750)
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1.
Johannes (Jean) Calvin
* Noyon 1509 †
Genf 1564
-
1536 erscheint
seine „Christianae religionis institutio“ (Unterricht der christlichen
Religion)
-
Theologie
Calvins
o
Biblizistischer
Ansatz
o
Prädestinationslehre
§
Der souveräne
Gott ist das Zentrum
§
Lehre von der
doppelten Prädestination
§
Max Weber:
Kapitalismusthese
o
Theozentrisches
Gottesverständnis
2. Die Ausbreitung des
Calvinismus in Europa
§27 Konfessionsbildung im Überblick
§28 Frühmoderner Territorialstaat
und konfessioneller Konflikt
- Sozialdisziplinierung
- Konfessionskonflikte mit
reichspolitischer Brisanz
- Der protestantische Landesfürst
- Der katholische Kaiser
§29 Der Dreißigjährige Krieg und der
Beginn der Neuzeit
- Das Reformationsjubiläum von
1617
- Kritik an konfessionellen
Streitigkeiten
- Der Dreißigjährige Krieg
- Der Beginn der Neuzeit
§30 Bleibende Reformation
- Individuum
- Gewissen
- „Staat und Kirche“
- Reformation als Prinzip
|