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Die Pest .doc

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Die Pest

Der Verlauf der Pest:

 

Die größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit waren nicht etwa die Weltkriege des 20. Jahrhunderts, sondern eine Seuche die Europa erstmals im 14. Jahrhundert heimsuchte und die als der schwarze Tod in die Geschichte einging. Ein Viertel der damaligen Bevölkerung Europas, nämlich 25 Millionen Menschen, wurde in 5 Jahren (1347 bis 1352) von der Pest hinweggerafft.

Heute weiß man, dass diese schwere Infektionskrankheit durch Flöhe übertragen wird, die auf Nagetieren schmarotzen. Hauptüberträger des Pestbakteriums ist der Rattenfloh. Menschen werden durch Flohbisse oder durch Einatmen der Pestbakterien infiziert. Im 14. Jahrhundert wusste man dies jedoch nicht. Damals galt die Seuche als Strafe Gottes für die Sünden der Menschheit.

Da sich die Menschen des Mittelalters das Auftreten der Pest nicht erklären konnten, musste ein Sündenbock dafür gerade stehen. Der Zorn der Bevölkerung richtete sich gegen Ausländer, Krüppel, Bettler, Zigeuner, Hexenmeister und einmal mehr gegen die Juden.

Die Juden wurden angeklagt Brunnen vergiftet zu haben. Dass die Juden selbst an der Pest erkrankten und auch starben, galt kaum als Beweis für deren Unschuld.

Andere wiederum wurden beschuldigt mit dem Teufel im Bunde zu stehen.

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Die Pest änderte die sozialen Strukturen einer ganzen Epoche:

Es spielten sich regelrechte Horrorszenen ab. Todgeweihte, die noch lebten, wurden ihrer Kleider und ihres Schmuckes beraubt. Häuser wurden geplündert. Oft wurden die halbverwesten und stinkenden Kadaver erst nach einigen Tagen gefunden und dann begraben.

Schnell brach die Infrastruktur der Städte zusammen, weil Bäcker Metzger oder Feldarbeiter erkrankt oder schon verstorben waren. Die Arbeiten des alltäglichen Lebens wurden nicht mehr verrichtet. Die Felder konnten größtenteils nicht mehr bestellt werden. Die Viehhaltung war kaum mehr möglich. Das Leben in der Stadt kam zum Stillstand, als sich die Seuche immer mehr ausbreitete und die Menschen flohen aus ihren Häusern.

Die Strassen waren übersät mit Leichen und boten einen grausigen Anblick. Ein unerträglicher Gestank lag über den Städten. Schlimm war auch noch, dass den Pestepidemien bald Hungersnöte folgten, weil Nahrungsmittel knapp wurden und Transportwege zusammenbrachen

Nur wenige Städte und Landstriche blieben verschont. In Mailand beispielsweise ordnete der Erzbischof an, die ersten 3 Häuser, die von der Pest heimgesucht würden, samt ihren Bewohnern zuzumauern. Seine Anordnung wurde befolgt und Mailand blieb von der Pest verschont.

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Aber auch dort erwies sich die Isolierung als wirksam, wo sich gesunde Menschen rechtzeitig von der Außenwelt zurückgezogen hatten. Der italienische Dichter Bocchacio beschreibt in seinem Hauptwerk Decamerone ein Landhaus, wo sich sieben Damen und drei Herren zusammengefunden hatten, um der Pest in Florenz zu entgehen.

Während sie auf das Ende der Gefahr warteten, unterhielten sie sich mit dem Erzählen von Geschichten.

Auch in größerem Stil erwies sich die Absonderung als ein erfolgreiches Mittel. Weite Gebiete Polens blieben vielleicht deswegen von der Pest verschont, weil die Behörden dort eine Quarantäne anordneten.

Auch Papst Clemens VI., der seine Residenz im südfranzösischen Avignon hatte, rettete sein Leben durch Isolierung. Auf Anraten seiner Ärzte zog er sich in ein privates Gemach zurück, wo er mehrere Wochen allein verbrachte. Trotz der Sommerhitze wurden hier ständig zwei große Feuer unterhalten. Dieser ärztliche Rat war sehr sinnvoll, denn die große Hitze verscheucht die Flöhe.

Ein englischer Adeliger rettete sich ebenfalls mit Hilfe von Feuer. Unbarmherzig lies er ein nahe gelegenes Dorf niederbrennen, als die Pest ausbrach. Weder die Flammen noch die Flöhe erreichten sein Haus.

 

Die geschilderten Fälle waren aber nur Ausnahmen. Die Pest forderte einen gewaltigen Tribut, als sie in Wellen über Europa hinweggzog.

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Im Herbst erlosch die Pest in den meisten Gebieten von selbst, da der Rattenfloh ab einer Temperatur von 10° C in Kältestarre versinkt

Die Pest trat auch in den folgenden Jahrhunderten immer wieder in Europa und im Orient auf. Ausgedehnte internationale Handelsbedingungen sorgten gegen Ende des 19. Jahrhunderts für die Ausbreitung der Pest in der ganzen Welt.

1896 tauchte die Krankheit in Indien auf, 1897 dann in Ägypten, 1899 in Südafrika, 1900 in Nordamerika. 1920 gab es wiederum Tote in Paris und Marseille, obwohl es in Frankreich zu keiner Epidemie kam.

Auch heute ist die Pest nicht ausgerottet. In Zentralasien sind noch immer viele mausartige Nagetiere vom Pestbazillus befallen und können die Krankheit jederzeit auf den Menschen übertragen. In Teilen der dritten Welt sterben auch heute noch Menschen am schwarzen Tod.

Die Pest in Wien:

Die Pest hat Wien zum ersten mal 1349 befallen. Auch im 15. Und 16. Jahrhundert gab es immer wieder Pestjahre , die die Friedhöfe bei St. Stefan und bei den Schotten füllten.

Als die große Pest in Wien ist jedoch die aus dem Jahre 1678 und 1679 in die Geschichte eingegangen. Manche Autoren sprechen von über 100.000 Pesttoten, wahrscheinlicher sind jedoch 50.000. Die Pestwelle im September 1679 ist unvorstellbar schrecklich. Wer es sich leisten kann verlässt Wien.

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Die bürgerliche Ordnung der Stadt zerbricht fast völlig. Umso mehr blüht die Kirche auf, die aus der Angst der Bürger vor dem Tod großes Kapital schlägt. Gebet, Messen und Wallfahrten sollen die Pest bekämpfen und so mancher gelobt die Errichtung einer Pestsäule oder einer Kapelle um dem Grauen zu entrinnen.

In diese Zeit fällt auch die schauderhafte Anekdote des stadtbekannten Dudelsackpfeifers Augustin. Diesen hatten die Pestknechte betrunken aufgefunden und da er ganz starr war für tot gehalten. Sie warfen ihn also auf ihr Fuhrwerk zu den anderen Toten und mit diesen in eine Pestgrube.

Da die Grube noch nicht voll war wurde sie noch nicht mit Erde zugeschüttet. Augustin soll die ganze Nacht ruhig unter den Leichen weitergeschlafen haben. Als er am Morgen erwachte, wunderte er sich wie er in die Grube gekommen war, begann auf seinem Dudelsack zu spielen und wurde von den Pestknechten wieder herausgezogen.

Für Augustin blieb dieses Abenteuer ohne Folgen. Er überstand die Pestzeit und ging in die Geschichte Österreichs als „Der liebe Augustin“ ein.

1712 und 1713 überfällt eine weitere Pestwelle Wien. Wiederum sterben 8000 Menschen. In dieser Not legt der damalige Kaiser Karl VI. ein Gelübde ab eine Kirche zu erbauen, wenn Gott die Stadt von der Krankheit befreie. In der Tat erlischt die Pest bald darauf. Der Kaiser hält sein Wort und lässt in den folgenden Jahren die prächtige Karlskirche bauen.

Der Bau der Kirche dauert 21 Jahre. Dieses herrliche Bauwerk ist heute noch eine Zierde Wiens.

 

 

Medizinisches:


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