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Die pädagogische Anthropologie der Maria Montessori (Page 2).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Educational Science / Pedagogy
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Miscellaneous
University, School
Universität Siegen
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Educational Science / Pedagogy

Sozialisation, Schule und Geschlecht
Sozialisation, Schule und Geschlecht Universität Duisburg-Essen, Campus Essen FB Bildungswissenscha­ften Institut für Berufs- und Weiterbildung Seminar: Kritische Lektüre empirischer Studien BA E

Seine Arbeitsweise lässt sich mit der eines Fotoapparates vergleichen. Es besteht die Möglichkeit, im Bruchteil einer Sekunde einen oder mehrere Gegenstände mühelos abzulichten. Dabei spielt die Kompliziertheit und die Anzahl der Gegenstände keine Rolle. Das aufgenommene Bild prägt sich im Dunkeln auf den Film ein und wird auch dort entwickelt.

Kommt das Bild schließlich ans Licht, verändert es sich nicht mehr. Ein vergleichbarer Vorgang läuft im Kind ab. Im Beispiel Sprache nimmt sein absorbierender Geist die Worte schnell, genau und mühelos auf.

In der Dunkelheit des Unbewussten werden sie verarbeitet und treten schließlich mit dem Beginn der Sprache ans Licht. Das Kind absorbiert die Sprache demnach schon zu einem Zeitpunkt, zu dem es selbst noch nicht sprechen kann.

Durch diese Arbeitsweise des absorbierenden Geistes erwirbt das Kind die Sprache unabhängig von deren Schwierigkeitsgrad. Auf die gleiche Weise absorbiert das Kind auch andere eindrücke aus seiner Umwelt. Und so werden auch kulturelle Verhaltensweisen aufgebaut und geprägt.

Während dieser Zeit kommt der Umgebung eine wichtige Bedeutung zu. Das Kind kann nämlich nur aufnehmen, was ihm die Umwelt an Reizen bietet. Es muss daher unter Menschen leben, um deren Verhaltensweisen und Moral zu erlernen.

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Das Kind muss demnach eine individuelle Förderung gemäß seiner jeweiligen Entwicklungsstufe erhalten, darf aber durch die Förderung nicht den eigenen Entdeckungs- und Tätigkeitsdrang verlieren. Dem Kind sollte also nicht alles fertig präsentiert werden, sondern es muss eine gewisse Freiheit und Eigenständigkeit behalten.

Dem Erwachsenen kommt in diesem Prozess lediglich eine unterstützende und begleitende Funktion zu. Zudem ist es seine Aufgabe die Umgebung des Kindes dementsprechend zu präparieren. Dafür hat Maria Montessori die vorbereitete Umgebung vorgesehen. Diese gliedert sie auf in die zeitlich-, räumlich- und sachlich vorbereitete Umgebung.

Zur zeitlich vorbereiteten Umgebung beispielsweise gehört, dass dem Kind genügend Zeit gegeben werden soll, um sich mit den Dingen in Ruhe und mit hoher Konzentration beschäftigen zu können. Die räumlich vorbereitete Umgebung soll einen Eindruck von Ordnung und Gepflegtheit vermitteln.

So ist z.B. bei Farben und der Anordnung der Möbel darauf zu achten, dass die Umgebung freundlich und kindgerecht gestaltet ist. Dazu gehört auch, dass die Möbel der Körpergröße des Kindes angepasst sind. In Montessoris Pädagogik heißt es, dass die äußere Ordnung hilft, eine innere Ordnung zu finden.

 

In der Anthropologie der Mario Montessori ist ein wichtiger Aspekt nicht außer Acht zu lassen: die religiöse Dimension.

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Denn jedes Leben steht in einer Beziehung zum Leben des anderen. Sie fordert den Menschen dazu auf, sein Verhältnis zur Natur neu zu gestalten. Man darf die menschlichen Kräfte ihrer Ansicht nach nicht primär auf das „Vorantreiben des materiellen Fortschritts“ richten, sondern alle Anstrengungen müssen auf die Bildung des inneren Menschen ausgerichtet sein.

In einem späteren Werk entwirft sie die „kosmische Erziehung“, welche sich nicht auf kognitive Zielsetzungen beschränken, sondern als wesentliches Ziel die Kultivierung von Gefühlen und die Förderung einer neuen Moral beinhaltet. Sie soll das schätzen, was Frucht menschlicher Zusammenarbeit ist, und die Bereitschaft erbringen, Vorurteile im Interesse der gemeinschaftlichen Arbeit abzuwerfen.

Schlusswort

Maria Montessoris Anthropologie ist gut durchdacht und zeigt viele Zusammenhänge auf. Ein Baustein passt auf den jeweils anderen und steht zu diesem in ständiger Wechselwirkung. Nachdem ich mich mit ihrer Anthropologie näher beschäftigt habe, verstehe ich auch viele Denkvorgänge und Ansätze ihrer Pädagogik besser.

Ich merke, dass sie sich ihr Leben lang mit Kindern, deren Erziehung und deren Handeln auseinandergesetzt und ein Leben für die Kinder und deren Erforschung gelebt hat. Die biologischen Ansätze ihrer Anthropologie sind nicht mehr die Aktuellsten.

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Allerdings muss man diese Ansicht nicht teilen.

Auch die kosmische Erziehung ist sehr spirituell angehaucht, dennoch hat sie viele Probleme der heutigen Gesellschaft darin schon angesprochen wie z.B. die Thematik Vorurteile und technischer Fortschritt, sowie einen generellen, sich zum schnelleren hinwendenden, Lebenswandel, welcher eine besondere Erziehung und Schaffung natürlicher Umwelten erfordert.

Für das Italien des 20. Jahrhunderts hatte sie dennoch revolutionierende Ideen, die bis heute Anwendungen finden und die viele spätere Pädagogen aufgegriffen haben.

Ich selbst finde, dass Kinder heute viel zu früh viel zu vielen Anforderungen gerecht werden müssen und gar nicht mehr die Möglichkeit haben, um ihrem eigenen, natürlichen Taten- und Entdeckungsdrang nachzugehen.

Zudem wachsen zu viele Kinder in anregungsarmen Umwelten auf. Ich finde, dass sich Erwachsene in dieser Hinsicht Maria Montessoris Anthropologie zu Herzen nehmen könnten und Kinder einfach mal wieder Dinge ausprobieren lassen sollten und ihnen lediglich als Helfer bei Seite stehen.

Quellenverzeichnis

Montessori, M. (1968). Grundlagen und Grundfragen der Erziehung. 4. Auflage, Heidelberg: Quelle & Meyer Verlag.

 

Montessori, M. (1950). Kinder sind anders. 9. Auflage, Stuttgart: Ernst Klett Verlag

 

Montessori, M. (1966). Von der Kindheit zur Jugend. Hrsg. Oswald, P. Freiburg, Basel, Berlin: Herder

 

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