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Die pädagogische Anthropologie der Maria Montessori
● Ausarbeitung
+ Lerntagebuch
Einleitung
Die Anthropologie erforscht den
Menschen als Ganzes mitsamt seiner Lebensweise. Die pädagogische Anthropologie
versucht eine Begründung für die Notwendigkeit von Erziehung zu liefern und das
Typische des Menschseins herauszuarbeiten. Sie versucht also Gesetzmäßigkeiten
zu finden und diese wissenschaftlich zu begründen. Auch Maria Montessori hat
Kinder beim Spielen beobachtet und dabei Gesetzesmäßigkeiten feststellen
können. Ihre Anthropologie weist pädagogische, biologische als auch religiöse
Aspekte auf.
Im Folgenden möchte ich versuchen ihre
Ansicht über das Leben, Kinder im Allgemeinen und deren Prozess des
Heranwachsens, die menschliche Entwicklung, das gesellschaftliche sowie
kulturelle Leben anhand ihrer pädagogischen Anthropologie näher zu erläutern.
Auf ihren Ansatz der impliziten Anthropologie werde ich aufgrund der
Vollständigkeit nur im Punkt Religion kurz eingehen.
Die pädagogische Anthropologie der Maria
Montessori
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Dieser muss
jedoch äußerst empfindlich gegenüber Einflüssen aus de Umwelt betrachtet
werden. Deshalb kann der Mensch nicht das komplette Programm der Entwicklung in
sich tragen wie das beispielsweise bei einer Pflanze der Fall ist.
So kann ein
unsachgemäßes Einwirken des Erwachsenen auf das Kind den inneren Bauplan
zerstören oder ihn in Unordnung bringen. Damit sich die kindliche Psyche gesund
entwickeln kann, bedarf es einer Umgebung (=Umwelt), die den seelischen
Bedürfnissen dessen gerecht wird. Eine solche Umwelt zu schaffen ist die
Aufgabe des Erwachsenen.
Denn der
Mensch ist von Natur aus ein Kulturwesen. Er ist ein kulturabhängiges und
kulturschaffendes Wesen. Er ist zudem ein Wesen, das nicht fertig zur Welt
kommt, sondern sich in aktiver Auseinandersetzung mit seiner natürlichen,
sozialen und kulturellen Umwelt selber aufbauen muss. Insofern ist das Kinder
Der Baumeister des Menschen. Damit diese Auseinandersetzung überhaupt
stattfinden kann, gehört zu seiner natürlichen Ausstattung der Tätigkeitsdrang,
der ihn dazu antreibt, diese Auseinandersetzung mit seiner Umwelt und den
Aufbau seiner geistigen Strukturen voranzubringen. Der junge Mensch braucht
dazu in einer komplex gewordenen Welt mehr denn je zuvor erzieherische Hilfe.
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auf die gleiche Weise und folgen den gleichen Gesetzen.
Erziehung des
Menschen soll nach Montessori auf einer wissenschaftlichen Grundlage basieren.
Dazu soll der Mensch wissenschaftlich erforscht werden und die Resultate daraus
sollen Anwendung im praktischen Erziehungsprozess finden.
Die
Erforschung des Menschen kann nur durch Beobachtung gelingen, da sich, laut
Montessori, das Kind selbst offenbart. Die natürlichen Wege, auf denen sich das
psychische Wachstum des menschlichen Individuums vollzieht, werden sichtbar.
Maria Montessori stellt in all ihren
Schriften das Kind immer als etwas Höheres, Gottgegebenes dar. Sie behauptet,
dass das Kind wunderbare Kräfte in sich trägt. Der Erwachsene muss ihm
dementsprechend begegnen, so dass es eben die Möglichkeit zur Selbstoffenbarung
erhält. Anhand dieses Leitprinzips hat sie ihre Pädagogik aufgestellt. Zudem
sieht sie die Kinder immer als etwas Eigenes, von den Erwachsenen getrenntes
Wesen, an. Das Kind denkt, fühlt und handelt anders als ein Erwachsener; es hat
andere Bedürfnisse, was z.B. in Bezug auf Nahrung, Ruhe und Bewegung deutlich
wird.
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sondern auch als ein unverwechselbares Individuum und ein soziales Wesen an.
Der soziologische Aspekt spielt in
ihrer Weltansicht aber erst ab dem 12. Lebensalter eine wichtige Rolle. Die
Förderung der Individualität findet bei Maria Montessori also ein besonderes
Gewicht. Das liegt daran, dass sie einen engen Zusammenhang zwischen der
Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft sieht. Eine Gesellschaft kann
sich nur weiter entwickeln, wenn auch der Mensch sich weiterentwickelt. Jedoch
steht dieser Prozess in ständiger Wechselwirkung, da ein Mensch sich
schließlich auch nur voll entfalten kann, wenn ihm dies durch die Gesellschaft
ermöglicht wird.
Der voll entwickelte Mensch soll sich
mit seiner Moral in den Dienst der Gesellschaft stellen und zu deren
Fortbestand beitragen. Maria Montessori spricht dem Kind aber noch eine weitere
wichtige Aufgabe zu. Sie sagt, dass der wichtigste Unterschied zwischen dem
Erwachsenen und dem Kind der sei, dass das Kind einen anderen Daseins-Auftrag
zu erfüllen habe. Seine Aufgabe ist es nämlich den Menschen zu bilden. Durch
diesen Auftrag erzeugt es quasi die gesamte Menschheit. Der Erwachsene hingegen
ist als Mensch bereits fertig und kann deshalb seine ganze Kraft nach außen
wenden, indem er die Welt und die Kultur aufbaut und gestaltet. Dieser Gedanke
der spontanen Selbstverwirklichung des Kindes ist einer der zentralen Aspekte
ihrer Anthropologie.
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jedoch unendlich viele Formen, wie und auf welche Art und Weise sich diese
entwickeln und den einzelnen Menschen prägen können. Diese Potentiale
bezeichnet Montessori als Nebule.
Nach Montessori verläuft die kindliche
Entwicklung in Stufen ab. Sie formuliert diese als Sensible Phasen. Diese
Phasen sind durch Altersangaben grob eingegrenzt und definieren sich dadurch,
dass sich innerhalb einer bestimmten Zeit bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten
bei den Kindern entwickeln.
Es liegen also besondere
Empfänglichkeiten innerhalb der unterschiedlichen Phasen vor. Sie sind Zeiten
besonderer Lernfähigkeit und Lernbereitschaft für grundlegende menschliche und
kulturelle Gegebenheiten. Sobald dies geschehen ist, schließt sich eine Art
Zeitfenster und die Empfänglichkeit nimmt wieder ab. Auf diese Art und Weise
entwickelt sich jeder Charakterzug innerhalb einer begrenzten Zeitspanne. Die
sensiblen Phasen bringt sie wiederum mit dem inneren Bauplan in Verbindung. So
treten die Phasen nicht chaotisch und willkürlich auf, sondern sind aufgrund
des Bauplans fest in jedem Menschen vorgeschrieben und treten in einer
geordneten, sinnvollen Reihenfolge auf.
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