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Juli 2009
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Vom Mauerbau 1961 bis zum Grundlagenvertrag 1972

Die Vorgeschichte der Mauer beginnt 1944/1945 mit der Jaltakonferenz. In dieser Konferenz wurde beschlossen Deutschland und Berlin in 4 Sektoren aufzuteilen. Diese 4 Mächte waren zwar Verbündete im Zweiten Weltkrieg, doch durch die kommunistische Grundeinstellung und die militärische Machtposition der Sowjetunion, die sie mit Hilfe von Gewalt und diktatorischen Mitteln immer weiter ausbaute, kam es immer wieder zu Konflikten zwischen den Westmächten (Frankreich, England und Amerika) und der Sowjetunion.

Auf den zweiten Weltkrieg folgte somit der „Kalte Krieg“. Durch die Blockade West-Berlins (Juni 1948- Mai 1949), von Seiten der Sowjetunion, erreichten diese Spannungen ihren ersten Höhepunkt.


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Mit der Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949 und der DDR am 7. Oktober 1949 entstanden 2 deutsche Teilstaaten. Im Westen entstand ein demokratischer Verfassungsstaat, im Osten dagegen die kommunistische Diktatur der SED.

Diese „Abstimmung mit den Füßen“, betraf vor allem die im arbeitsfähigen Alter stehenden DDR-Bürger. Der harte Kurs der SED führte 1960/1961 erneut zu einem starken Anschwellen der Fluchtbewegung.(siehe Grafik) Bis zum 13. August verließen rund 160.000 Flüchtlinge durch das „Schlupfloch“ Ost- Berlin.


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Quelle: Buch „Eine getrennte Geschichte“

Die Beschlüsse der SED wie z.B. Preiserhöhungen, Rentenkürzungen und schließlich die Arbeitsnormen zu erhöhen führten zum Volksaufstand am 17. Juni 1953. Aufgrund der wachsenden Unzufriedenheit mit den ökonomischen und politischen Verhältnissen, wie die Unterzeichnung des Warschauer Pakts (1955), nach der Verschärfung des Kampfes gegen die Kirchen (1957) oder den Versorgungsschwierigkeiten, verstärkten sich die Fluchtbewegungen aus der DDR immer dramatischer.

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Auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin hatte der Staatsrats-vorsitzende der DDR Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 auf die Frage einer Journalistin noch geantwortet:

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten”

Keinen anderen Ausweg sehend, setzte die SED-Führung bei der Beratung der Partei- und Staatschefs des Warschauer Vertrages Anfang August 1961 die Abriegelung der DDR vom Westen durch.

Am 13. August 1961 geschah eine Stunde nach Mitternacht das Unfassbare: Pioniereinheiten, von Volkspolizisten und NVA-Trupps bewacht, rissen an zahlreichen Stellen Berlins Pflaster auf und blockierten die Durchfahrt zu den Westsektoren provisorisch mit Stacheldraht und Straßensperren aus Eisen.

Zugleich unterbrachen die Machthaber den durchgehenden Verkehr von S-Bahn und U- Bahn. Hauseingänge, Fenster und Friedhofspforten, die unmittelbar an der Grenze lagen wurden zugemauert.

Wenige Tage später und in den folgenden Wochen begannen Bautrupps die äußere Stadtgrenze West-Berlins mit Beton und Ziegelsteinen, sowie die innerdeutsche Grenze (die schon ab 1946 bewacht wurde), mit Stacheldrahtzäunen, die im Boden fest verankertet waren, undurchlässig zu machen. Gleichzeitig führte die DDR an allen Grenzen nach West-Berlin und zur Bundesrepublik schärfere Kontrollen ein.

Die Mauer stand für die politische Spaltung Deutschlands und Europas. Weltweit wurde sie zum Symbol des Kalten Krieges und als Symbol für den Bankrott einer Diktatur, die ihrer Existenz nur durch die Einmauerung der Bevölkerung zu sichern wusste. Sie trennte Kommunismus bzw.

Sozialismus vom Kapitalismus, die UdSSR von den Westmächten und den Warschauer Pakt von der NATO.

Die Mauer blieb und wurde wie auch die gesamte innerdeutsche Grenze auf insgesamt 1.393 Kilometern durch Kontrollstreifen, Minenfelder, Wachtürme, Gräben und Selbstschussanlagen,... immer weiter perfektioniert.

Durch die Mauer verhinderte man die weitere Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte in die Bundesrepublik.

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Im sozialistischen Sprachgebrauch hieß die Mauer "antifaschistischer Schutzwall"

Gründe für den Mauerbau:

Von der Seite der SED, wurde eine NATO-Kriegsplanung als Grund für den Mauerbau angeben à

„zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der militärischen Kräfte Westdeutschlands und West Berlins“

(siehe auch:

Anhang „Aus dem Beschluss des Ministerrates der DDR)

Eigentliche Gründe:

Þ    Mangel an Arbeitskräften (z.B. Teile der Ernte blieb liegen) durch gut bezahlte Arbeitsplätze im Westen

Þ    Massives Auswandern von Ärzten (medizinische Versorgung war gefährdet)

Dieser detaillierte Plan für die Abriegelungsmaßnahmen entstand unter der Leitung von Erich Honecker. Ulbricht und Honecker waren sich des Risikos bewusst, da sich die Reaktion des Westens auf die Verletzung des Vier-Mächte-Status Gesamtberlins nicht kalkulieren ließ.

Die westliche Reaktion fiel jedoch überraschend zurückhaltend aus. Der Protest der Alliierten gegen den Mauerbau blieb wirkungslos. Ein Versuch, die anfangs noch provisorischen Sperren zu räumen, hätte, so rechneten die Alliierten, den Weltfrieden gefährdet.

Anfangs dürfen die Grenzer noch nicht von der Schusswaffe gebrauch machen. Weil aber die Fluchtversuche andauern und auch DDR- Grenzpolizisten sich absetzen, verfügt Honecker am 22. August 1961: „Gegen Verräter und Grenzverletzer ist die Schusswaffe anzuwenden“ (Quelle: Buch „Die DDR) à Schießbefehl

Am 24. August wird der 24-jährige Günter Litfin in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße von Transportpolizisten bei einem Fluchtversuch erschossen. Damit ist er der erste von 270 Menschen, die nach offizieller Zählung an der Innerdeutschen Grenze und der Berliner Mauer starben.


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Was geschah 1961 noch: à Ost- Berlin wird die Hauptstadt des 15. Bezirkes der DDR à Im Oktober findet die Wirtschaftskonferenz der SED statt Beschluss: Kollektivierung des Einzelhandels deutlich verlangsamen

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Walter Ulbricht verteidigt im September bei einer Rede der 16. „Deutschen Arbeiterkonferenz“ die Mauer als „antifaschistischen Schutzwall“, „Es soll niemand denken, dass wir etwa in die Mauer verliebt sind,...“ Im Oktober kommt es zur Kuba-Krise, im gleichen Monat noch beginnt mit der Durchsuchung des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zur „Spiegelaffäre“. (Grund: Der „Spiegel“ hatte etwas über das NATO- Manöver “Fallex 62“berichtet)

Was geschah 1962 noch: à Frauenförderungspläne werden auf der Frauenkonferenz der SED beschlossen z.B. Kinderkrippen à Gründung der staatlichen Einzelhandelskette „Intershop“ im Dezember

Die zielstrebigen Bemühungen des Bundeskanzler Adenauers um eine Aussöhnung mit Frankreich hatten schon am Beginn der 50er Jahre zur Zusammenarbeit geführt, am 23. Januar 1963 besiegelten die beiden Staatsmänner de Gaulle und Adenauer die deutsch- französische Freundschaft im „Élysée-Vertrag“.


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Mit der Einführung des „Neuen Ökonomischen System der Planung und Leistung“ auf dem 6. Parteitag der SED im Juni 1963 versuchte man das Wirtschaftssystem den Erfordernissen der Industriegesellschaft anzupassen (z.B. das Betriebe eigenverantwortlicher handeln dürfen und Gewinne selbst nutzen können).

Die Reformen führten zu einer deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im Laufe der 60er Jahre.

Mit dem Mauerbau und der damit vollzogenen Abriegelung war auch den West-Berlinern die Möglichkeit genommen ihre Verwandten und Bekannten Ost-Berlins zu besuchen. Bemühungen der BRD führten schließlich in Verhandlungen mit der DDR zum ersten Passagierabkommen am 17. Dezember 1963. 1,2 Millionen Menschen können in diesem Jahr ihrer Familien über Weihnachten besuchen.

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Ein „Kontroll- und Schutzstreifen“ soll die Flucht aus der DDR erschweren.

Nach dem Jahreswechsel, also 1964 wurden in der DDR neue Personalausweise mit dem Vermerk „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“ ausgegeben. Ab September dürfen Rentner 1 Mal pro Jahr bis zu 4 Wochen in die BRD zu einem Verwandtenbesuch.

Ab dem 25. November setzt die DDR-Regierung en Zwangsumtausch von DM-Beträgen in Ostmark für Reisende aus Westdeutschland fest.

Was geschah 1964 noch: à 1.Bus mit freigekauften Häftlingen verlässt die DDR

1966 berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“, das die BRD seit Ende 1963 rund 2.600 politische Häftlinge in wirtschaftlicher Form (Kaffee, Zitrusfrüchte,...) freigekauft habe. Da das 4. Passagierabkommen scheitert gibt es bis 1972 keine weiteren Besuchsmöglichkeiten für Wessis in Ost-Berlin.

Was geschah 1966 noch: à Die 45-Stunden Woche gilt nun für alle Werktätigen. Ab dem 9. April ist jeder zweite Samstag arbeitsfrei


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„Mark der Deutschen Demokratischen Republik“

Die DDR-Volkskammer beschließt am 20. Februar 1967 das Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR, das die bisherige deutsche Staatsbürgerschaft ablöst- Anfang Dezember benennt die DDR ihre Währung „Mark der Deutschen Demokratischen Republik“ um.

Was geschah 1967 noch: à Wahlen zur Volkskammer: Willi Stoph wird als Ministerpräsident bestätigt

Die neue Verfassung der DDR wird am 6. April 1968 durch den Volksentscheid angenommen und tritt am 8. April in Kraft. Sie bestimmt die DDR als „sozialistischen Staat deutscher Nation“ und schreibt die führende Rolle de SED fest.


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