Die Margarine
Warum Margarine eines der
wichtigsten festen Nahrungsfette ist
Die Margarine ist eine
Fettmischung und zählt heute zu den am meisten verwendeten Fetten für Bachwaren
und Süßspeisen. Margarine besitzt eine hohe Anpassungsfähigkeit an die
verschiedenen Verwendungszwecke.
Es gibt nämlich neben den verschiedenen
Haushalts- und Delikatessmargarinen eine ganz Reihe von Spezialmargarinen, die
durch die gezielte Auswahl der Rohstoffe in Schmelzverhalten, Konsistenz und
Verarbeitungsqualität auf die unterschiedlichen Anforderungen der Bäckers und
des Konditors "maßgeschneidert" werden können.
Margarine ist vor allem
zum Backen, zum Abschmelzen, zum Dünsten und natürlich als Brotaufstrich
geeignet. Durch die Beigabe von etwas festem Fett wird der Geschmack fertig
gegarter Nahrungsmittel abgerundet.
In Österreich liegt der
jährliche Margarineverbrauch bei 5,7 kg pro Person. Das bedeutet, dass
Margarine etwa ein Viertel des gesamten Bedarfs an sichtbarem Fett abdeckt.
I. Die
Geschichte der Margarine
Im Jahre 1869 beteiligt
sich der Franzose Mège Mouriès an einem Preisausschreiben Napoleons III. zur
Entwicklung eines vielseitig verwendbaren – vor allem aber auch haltbaren –
Nahrungsfettes.
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ein neues, gut streichbares Fett. Er nennt seine Erfindung
"Oleomargarin" und lässt sich das Verfahren patentieren.
Diese Urmargarine würde
unseren heutigen Qualitätsansprüchen und Geschmacksvorstellungen jedoch wenig
genügen.
Der Margarine-Verbrauch stieg
rasch an und bald fehlte es an den notwendigen Rohstoffen, selbst große
Rinderimporte aus den USA reichten nicht mehr aus. Da gelingt es um die
Jahrtausendwende dem Deutschen Wilhelm Normann flüssige Öle in Fett
umzuwandeln. Das bedeutet eine Revolution auf dem Lebensmittelsektor: Jetzt
steht der Margarine-Herstellung das ungeheure Reservoir an flüssigen
Pflanzenfetten zur Verfügung. Nun gibt es genügend Margarine und die Qualität
kann wesentlich verbessert werden.
II.
Die Herstellung der Margarine
Margarine ist – ähnlich
wie auch Butter – eine Emulsion von Wasser in Fett. Sie muss mindestens 80% Öle
und Fette enthalten, etwa 18% bestehen aus entrahmter, gesäuerter Frischmilch
und Wasser. Margarine wird vorwiegend aus Sojaöl, Sonnenblumenöl, Erdnussöl, Palmöl,
Kokosfett und Palmkernfett erzeugt.
Die Herstellung erfolgt
heute fast ausschließlich im sogenannten Rohrkühler-Verfahren mit den
technischen Anlagen der Margarine-Werke. Die großen Vorteile dieses Verfahrens
liegen darin, dass sich der gesamte Vorgang kontinuierlich und innerhalb eines
geschlossenen Systems abspielt, was in hygienischer Hinsicht ganz besonders
wichtig ist.
Das Prinzip der Herstellung
Jeder könnte Margarine selber machen, denn der
Produktionsvorgang besteht nur aus drei Schritten: Mischen – Rühren – Kühlen.
So könnte man Margarine selbst herstellen:
1. Die Zutaten werden
vorbereitet, das sind: flüssiges Fett und
Pflanzenöl, saure Milch,
Eidotter, etwas Salz und ein paar Tropfen
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2. Im Schneekessel werden die
Zutaten miteinander vermischt.
3. Die Masse wird im Eisbad
so lange gekühlt und gleichzeitig gerührt, bis sie glatt und geschmeidig ist
und zu Margarine geworden ist.
Die maschinelle
Herstellung der Margarine in den Margarine-Werken sieht so aus:
1. Fettanteile und Milchanteile
werden getrennt , das sind die Fettphase, die aus reinem Pflanzenöl, Hartfett
und fettlöslichen Zutaten wie Lecithin, Carotin und fettlöslichen Vitaminen
besteht, und der Milchphase, die aus Sauermilch, Wasser, Stärke und
Zitronensäure besteht.
2. In der Dosiermaschine
werden alle Zutaten im richtigen Verhältnis miteinander vermischt: Die
Fettphase wird mit der Milchphase zu einer Emulsion verbunden:
3. Die Masse wird in einem
geschlossenen Schnellkühlsystem bei –15 0C verrührt und geknetet,
bis sie glatt und geschmeidig ist. Dabei werden durch den schnellen
Knet-Rühr-Prozess winzige Wassertröpfchen in die Fettphase eingebettet: Es
entsteht Margarine.
I. Wichtiges bei
der Herstellung der Margarine
- Nur durch langjährige praktische Erfahrungen
und umfangreiche Forschungsarbeiten war es möglich, die optimale
Fettkomposition zu finden. Haltbarkeit und Konsistenz der Margarine
hängen wesentlich von den Eigenschaften der verwendeten Fette ab.
- Nur bei der Herstellung der Margarine
besteht die Möglichkeit, die Fettkomposition nach Bedarf festzulegen und
dadurch Streichfähigkeit, Konsistenz und Schmelzverhalten den gewünschten
Erfordernissen anzupassen.
- Die Fettkomposition wird für die einzelnen
Margarinesorten bereits in der Raffinerie zusammengestellt.
- Lecithin sorgt für die Stabilität der
Margarine, Carotin gibt ihr die appetitlich goldgelbe Farbe. Die
fettlöslichen Zutaten Lecithin, Carotin, Vitamine und Aromastoffe werden
in einem kleinen Teil der Fettkomposition auf dem Weg zum Schnellkühler
zudosiert.
- Die Magermilch wird pasteurisiert, in einem
Milchreifer abgekühlt und mit Hilfe einer Milchsäurekultur angesäuert.
Dieser Vorgang dauert etwa 13 Stunden. Die Qualität der angesäuerten
Milch ist für die Qualität der Margarine von entscheidender Bedeutung.
- Die wasserlöslichen Zusätze wie Stärke,
Salz, Zitronensäure können mengenmäßig bei den einzelnen Margarinesorten
differieren. Sie werden dem Milch-Wasserstrom zudosiert.
I. Die
Verpackung
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Laufend werden chemische
Untersuchungen zur Kontrolle der Qualität und Verkostungen zur Verbesserung der
Margarine durchgeführt.
II.
Die Margarinearten – Margarine ist nicht gleich Margarine
Margarinesorten
unterscheiden sich folgendermaßen:
- Tafelmargarine,
Kochmargarine:
Sie können eine Mischung
tierischer und pflanzlicher Fette sein und werden unter Verwendung von Wasser
hergestellt. Diese Margarinesorten eignen sich – im Gegenteil zu den anderen –
für alle Kochbereiche. Sie weisen aber nur geringe Mengen an essentiellen
Fettsäuren auf.
Auch diese können aus
pflanzlichen und tierischen Fetten bestehen, an Stelle von Wasser wird jedoch
Milch zugegeben. Sie eignen sich auch für alle Kochbereiche und weisen nur
geringe essentielle Fettsäuren auf.
Sind
Milchmargarinen, deren Fettansatz rein pflanzlichen Ursprungs ist. Da der
Gehalt an essentiellen Fettsäuren gering ist, muss angenommen werden, dass bei
diesen Produkten vorwiegend Soja- und Rapsöl sowie Kokos- und Palmfett zum
Einsatz kommen. Delikatessmargarinen eignen sich jedoch nicht zum Frittieren.
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verwendet werden.
Diese
Margarinen werden für bestimmte Verbrauchergruppen hergestellt, um besondere
Ernährungsbedürfnisse zu befriedigen. Die Produkte werden grundsätzlich aus
hochwertigen pflanzlichen Fettrohstoffen hergestellt, so dass sie mindestens 40
Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Diese Spezialmargarinen
sind vor allem als Brotaufstrich gedacht, eignen sich aber auch zum Braten und
Backen.
sie enthalten nur 40
Prozent Fett, also rund die Hälfte der bisher angeführten Sorten. Der
Fettanteil besteht ausschließlich aus pflanzlichen Ölen und Fetten. Aufgrund
des hohen Wassergehalts (50%) sind diese Streichfette zum Braten, Backen oder
Kochen ungeeignet. Der Gehalt an essentiellen Fettsäuren kann aufgrund der
Fettreduzierung nicht allzu groß sein – er liegt etwa zwischen 15 und 20 %.
I. Der
Nährstoffgehalt der Margarine
100g Tafelmargarine
enthalten ca.
80 g	Fett
0,2 g	Eiweiß
0,4 g
	Kohlenhydrate
19,1 g	Wasser und
100 – 160 mg
Mineralstoffe.
VIII. Hinweise zur Lagerung
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