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Die Klassik

Der Begriff

klassisch: lat. classicus = Angehöriger der ersten Steuerklasse. Bevorzugt, mustergültig.
Begriff in der Neuzeit = antik, harmonisch, ausgewogen, vorbildlich. Klassische Autoren = antike Schriftsteller; mustergültig, beispielgebend.

ästhetischer Normenbegriff: aus einer Reihe von Dichtern und Werken à einige herausragend.

Bilden einen Kanon (= Maßstab, Norm) à zeitlose Gültigkeit, Ursprünge in der Vergangenheit, Wertmaßstab für die Zukunft. Goethe + Schiller = Klassiker, obwohl ihre Werke kaum mehr

gelesen werden.

literarischer Epochenbegriff: bestimmte Epochen in einzelnen Ländern à „klassisch“, stehen im

Zusammenhang mit historischen Vorgängen oder historisch-politischen Persönlichkeiten

(griech.: Perikles, röm.: Augustus, engl.: Elisabeth I., fr.: Ludwig XIV.).

Klassische Periode: Reaktion auf die franz. Revolution, Goethe + Schiller empfanden sie als

chaotisch.

Klassik in deutschen Literaturgeschichten = Weimarer Klassik (Zeit von Goethes Italienreise bis zu Schillers Tod à 1786-1805). G. + S. bezeichnen sich jedoch nie als Klassiker.

 

Französische Literatur

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à Nachdenkprozess über Möglichkeiten der Gesellschaftsveränderung. Klassiker meinen, Deutschland sei noch nicht reif genug für eine Revolution. Es muss Veränderungen geben, aber nicht in Form von einer Revolution.

Literatur: große Bedeutung à Verbesserung der Moral, Anstreben einer höheren Stufe der Sittlichkeit = Bedingung für eine Veränderung.

Theoretische Grundlage à „Über die ästhetische Erziehung der Menschen“ von Schiller. Ziel: Ausgleich zwischen sinnlicher und rationaler Natur im Menschen.

Diese Art von Pädagogik wird in den Werken der klassischen Dichter idealtypisch dargestellt. „Klassischer“ Held = Vorbildfunktion, keine Darstellung der Wirklichkeit à reine Utopie. Klassiker bieten Konzepte an à Mittel gegen Revolution.

ästhetische Autonomie (Schönheitsideal): alles Nützliche und Praktische wird in der Literatur abgelehnt. Orientierung für neue Lebensweise. Schiller verlangt „strengste Separation von der wirklichen Welt“ à Wirklichkeit würde Dichter nur beschmutzen.

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Schönheitsideal: aus der griech. Kunst abgeleitet; Kunst- u. Bildungsideal, Vorbild fürs Leben. Ziel: Harmonie zwischen Individualität und Typus durch Bändigung der Triebe, Normung von Verhaltensweisen, Formung von Denkweisen.

Rückgriff in die Antike à Drama: Sprache wird zum Vers, allgemeine Formulierung, wenige Figuren und Szenen. Elemente werden übernommen à Chor, Monolog, …
Themen: - Konflikt zwischen Individuum bzw.

Genie und Gesellschaft (zB „Tasso“)
- Humanität als Siegerin über alle Probleme (zB „Iphigenie“)
- Schuld und Läuterung
- innere Freiheit (zB „Maria Stuart“)

Humanitätsideal: wird v. a. von Herder und Humboldt vertreten. Laut Herder: Humanität = Zweck der Menschennatur, „Charakter unseres Geschlechts“. Schiller stellt in Horen (Zeitschrift) ein Kulturprogramm der „wahren Humanität“. à Forderung der Ordnung, Krieg und Revolution im Zeichen des Chaos.

Ordnung = zentrales Anliegen der Kultur. Soll für alle Zeit gelten.

ästhetische Erziehung und Bildung: Hauptmerkmal der Weimarer Klassik; Erbe der Aufklärung. Durch Kunst (=Literatur) ließen sich individuelle Vollkommenheit und politische Reformen erreichen.

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Betonung der Natur: Natur steht immer in Verbindung mit Kunst. Laut Goethe à Voraussetzung für jede Kunstproduktion.

Goethe in Weimar

Weimar: Ort ohne Industrie, hervorragender Ruf bei Intellektuellen und Kunstfreunden.

Goethes Entschluss, von Frankfurt nach Weimar zu ziehen à Abschied von Sturm und Drang. Nach geplatzter Verlobung à Keine Freunde mehr in Frankfurt. Übersiedlung = Rettung aus einer drohenden Isolation, Erweiterung des Wirkungskreises.

Sein Wille: vom Bürgerkreis in den Adelskreis aufzusteigen. Er wird 1779 Geheimrat à für ihn „höchste Ehrenstufe“. 1782 wurde er geadelt. Wurde enger Vertrauter des Herzogs à Beteiligter an Regierungsgeschäften.

Schiller, Herder, Fichte, Humboldt kamen nach Weimar à bildeten „Weimarer Kreis“.

Goethe: Autor, Regisseur, Schauspieler; leitet das Hoftheater. Drama „Torquato Tasso“ zeigt, wie er sich als bürgerliches Genie gefühlt hat. Mehrere Reisen: Harz, Schweiz, Italien (merkt man auch in seinen Werken).

Iphigenie auf Tauris

Drama ohne Dramatik à Publikum enttäuscht. Goethe feilt lange daran, mit der dritten Fassung ist er zufrieden. Erzählt den Mythos neu: am Ende nicht nur Athene, sondern Iphigenie à Verkörperung reinster Menschlichkeit, harmonisches Ende: versöhnt die Männer, heilt ihren Bruder vom Wahnsinn, schafft die Barberei ab = reine Seele, kein lebendiger Charakter = Verkörperung eines klassischen Ideals.

Iphigenie stammt aus dem Geschlecht des Tantalus, auf das ein Fluch ruht.

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Goethe und Schiller

Kennenlernen seit 1788, Freundschaft ab 1794. Langsamer Annäherungsprozess, intensive Zusammenarbeit à ermuntern sich gegenseitig, kritisieren sich ehrlich. Gemeinsam: Zeitschrift Horen à Sprachrohr. „Balladenjahr“ 1797: Schiller gibt „Musenalmanach“ heraus à Balladen entstehen, werden zu Bildungsgut.

Zusammenarbeit endet mit Schillers Tod (na wirklich?!).

Friedrich Schiller

Sein Dramenschaffen baut auf historischen Vorarbeiten auf. Nach Distanzierung von Sturm und Drang à nicht mehr bürgerliches Trauerspiel, deutsche Gegenwart oder Wirklichkeit.
Neue Themen aus der Geschichte:
- „Wallenstein“ (17. Jhdt)

- „Maria Stuart“ (16. Jdht)

- „Die Jungfrau von Orleans“ (15. Jhdt)

Künstlerische, individuelle, politische Freiheit wird zur „inneren Freiheit“. Bürgerliche Inhalte à nicht mehr aristokratisch.

Don Carlos (Handlung bitte durchlesen, S. 92)

Schiller hat lange an dem Drama gearbeitet. Ursprüngliche Haupthandlung weicht der politischen Tragödie des Marquis Posa.

 

Der Dichter, die Liebe und die Natur

Goethes Lyrik der Weimarer Zeit unterscheidet sich in von der der Sturm-und-Drang-Zeit.

Eigenschaften: stiller, sanfter, gedämpfter, ruhiger.

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