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Lieblingsfarbe: rot (rot ist die Farbe der Revolution“
(Großegger & Heinzlmaier, 2004, S.147).
Innerhalb
dieser wenigen Worte kann man schon sehr viel über die Lebenseinstellung, das
Aussehen und die Motivation der Punks herauslesen. Auf die im weiteren Verlauf
näher eingegangen werden soll. Eine zentrale Frage wäre hier. Inwiefern liegt
in der jugendlichen Vergemeinschaftlichung des Punks eine Jugendszene vor. Aus
diesem Grund habe ich meine Arbeit auf die Charakteristiken von Jugendkulturen
gelegt und versucht herauszuarbeiten inwiefern sie auf den Punk zugeschnitten
sind.
Damit eine Basis
für diese Fokussierung geschaffen werden kann, habe ich den Begriff
„Jugendkultur“ am Anfang näher betrachtet, um dann gezielt auf die vorgegebenen
Punkte einzugehen.
Ein paar wenige
Eingangsworte zum Punkbegriff. Punk bedeutet übersetzt soviel wie „Müll“, oder
„Dreck“. Dieser Definitionsweisen lassen sich gut auf das Aussehen, die
Lebensumstände und die Sicht auf die Punks von Seiten der Gesellschaft
projizieren. In den näheren Ausführungen werde ich gezielter auf diese
Gegebenheiten zu sprechen kommen.
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Das Phänomen der
Jugendkulturen lässt sich in alle Industrienationen finden und diese werden als
integrativen Bestandteil einer Gesellschaft angesehen. Zum ersten Mal wurde der
Begriff „Jugendkultur „ in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts von Gustav
Wyneken (1875-1963), einem der „geistigen Führer“ der Jugendbewegung,
verwendet. Während dieser Zeit zeichnete sich eine erste Bewegung in Form der
„Wandervögel“ ab. Wyneken bezeichnete dieses Phänomen „als Gegengewicht zur
autoritären Ordnung in Familie, Schule, und Betrieb“ (Schäfers & Scherr,
2005, S.137)
Um den
Begrifflichkeiten näher zu kommen, sollte man sich zunächst mit dem Wort
„Kultur“ auseinandersetzen. Es gibt weit über 300 Versuche „Kultur“ zu
definieren und es kann problematisch sein eine geeignete herauszufiltern. Eine
Möglichkeit lässt sich bei Müller-Bachmann finden: „Kultur oder Zivilisation
im weitesten ethnologischen Sinne ist jener Inbegriff des Wissens, Glauben,
Kunst, Moral, Gesetz, Sitte und allen übrigen Fähigkeiten und Gewohnheiten,
welche der Mensch als Glied in der Gesellschaft sich angeeignet hat.“ (Tylor
1871; zitiert nach Hirschberg 1988: 269)“ (Müller-Bachmann, 2002, S. 21).
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einer Gesellschaft sieht die kulturellen Bedingungen als Teil seiner Identität
an.
Bezüglich des
allgemeinen Kulturbegriffs kann man auf jugendliche Individuen sagen, dass sie
sich ebenfalls in Auseinandersetzung mit der Gesellschaft befinden und die
vorherrschenden Werte und Normen genau für sich prüfen. Heute sind jugendliche
Lebensformen, in ihrer ganzen Bandbreite, im Gegensatz zu früheren Zeiten, ein
Teil der Gesellschaft und es muss nicht bedeuten, dass sie im Widerspruch zur
gegebenen Gesellschaftsstruktur wirken.
Im heutigen
Kontext lassen sich unzählige Jugendszenen, mit unterschiedlichen Ausprägungen
und Abspaltungen finden. Jugendliche finden sich zu Gruppen zusammen, um sich
in der Identitätsfindung zu helfen und ein Gemeinschaftsgefühl zu erleben. Bedeutsam
wären hierfür die gemeinsamen Wertorientierungen und eine
Interessemsgemeinschaft. Darauf werden die Tätigkeiten der Szene abgestimmt und
auch nach außen hin repräsentiert. „Wer einer Szene angehört, möchte es seiner
Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes zeigen: „Seht her, ich bin ein
HipHopper!“, „Seht her, ich bin ein Skater!“ Szenenkultur funktioniert nicht in
der Abgeschiedenheit einer eigenen, kleinen, exklusiven Welt. Sie ist nach
außen hin offen, sie ist öffentlich.“ (Großegger & Heinzlmaier, 2004,
S.13).
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muss diese Zeichen verstehen, nur dann wird man akzeptiert.
Generell stehen
Jugendszenen jedem offen, solang man die Regeln des Codes akzeptiert. Auch müssen
die Mitglieder nicht zwingend gleich alt sein. Obwohl viele Szenen sehr groß
sind und sich nicht alle Jugendlichen persönlich kennen, gehören sie, verbunden
über die Szenecodes, zusammen. Sie verfolgen gemeinsame Interessen, Ideen und
Einstellungen, vermitteln ein Wir-Gefühl und teilen die für die jeweilige Szene
typischen Ausdrucksmittel miteinander. „Soziale Barrieren, die in der
Gesellschaft bislang unüberbrückbar waren, scheinen nahezu aufgelöst. Das
Herkunftsmilieu verliert mehr und mehr an Bedeutung und gemeinsame Lebenslagen
schaffen für die Jugendlichen (auch in der Freizeit) immer weniger eine
Grundlage für gemeinsame Erfahrungsräume“ (Großegger & Heinzlmaier, 2004,
S. 17).
Im Bezug auf die
Jugendbewegung des Punk soll nun im Folgenden erörtert werden, inwieweit der
Begriff der „Jugendkultur“ stimmig ist und wo Berührungspunkte vorhanden sind.
Die Ursprünge
der Punkbewegung gehen bis in die späten 60er Jahre des vergangenen
Jahrhunderts zurück. Er wurde als eine Gegenreaktion zur damaligen
Hippie-Bewegung gesehen. Seine Intention war gegen den friedvollen Optimismus
der Hippies und man setzte Zeichen gegen die Gesellschaft im Allgemeinen.
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