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Die Grazer Randbezirke - Einführungsexkursion .doc

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Faculty
Environmental Science
Discipline
Geo Sciences
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Excursion report
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2006
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Exkursionsbericht Grazer Randbezirke

 

 

Die 17 Grazer Bezirke im Überblick

 

Bezirk

Name

Fläche in km²

Einwohner

I

Innere Stadt

1,16

3.302

II

St. Leonhard

1,83

12.377

III

Geidorf

5,50

19.119

IV

Lend

3,70

22.369

V

Gries

5,05

22.658

VI

Jakomini

4,06

25.808

VII

Liebenau

7,99

11.556

VII

St. Peter

8,86

12.809

IX

Waltendorf

4,48

10.782

X

Ries

10,16

5.505

XI

Mariatrost

13,99

7.403

XII

Andritz

18,47

16.316

XIII

Gösting

10,83

9.277

XIV

Eggenberg

7,79

16.467

XV

Wetzelsdorf

5,77

12.086

XVI

Straßgang

11,75

12.212

XVII

Puntigam

6,18

6.248

Stand: Volkszählung 2001

Quelle: : http://www.graz.at/cms/ziel/606791/DE/

Grazer Kernstadt mit den Bezirken

 


Grafiken wurden automatisiert entfernt

ROT: Stadtkern, Altstadt

GRÜN: Innere Bezirke, frühere Vorstädte

GELB: Randbezirke

Funktionelle Kartierung entlang der Exkursiosroute

 

Kartierung von Eggenberg auf dem Stadtplan (ÖK 50.000) in die funktionellen Untergliederungen „Industrie“, „Gewerbe“, „Dienstleistung“ und „Wohnen“ entlang der Exkursionsroute


Grafiken wurden automatisiert entfernt

Die Kartierung zeigt den Übergang vom randstädtischen Industriegebiet über das neu entstandene Dienstleistungsgebiet hin zur früher selbständigen Vorstadt Eggenberg am Georgiplatz.

Wandel des Einzelhandels – Einkaufsstraße und Shoppingcenter

 

Anhand zweier symptomatischer Beispiele ist der Wandel weg von den Einkaufsstraßen hin zu den Shopping-Center‛s in Graz sehr gut belegt. Die Annenstraße, eine alt eingesessene Einkaufs und Verbindungsstraße zwischen Stadtkern und Bahnhof ist ein Vertreter der heute mit vielen Problemen zu kämpfenden Einkaufsstraßen. Im Gegensatz dazu steht das Shopping Center West.

Mit ihrer Schaufensterfront und den zahlreichen Einzelhändlern, die zwar ein tiefes aber wenig breites Angebot an Waren bereitstellen, ist die Entwicklung der Annenstraße schon seit Jahren stark rückläufig. Die Straße wird, als zentrale Achse mit Straßenbahnverbindung zwischen Bahnhof und Stadtkern, vom Verkehrsaufkommen erdrückt, die Gehsteige sind an beiden Straßen zu schmal um eine größere Anzahl von Passanten vor die Schaufenster zu locken, bei Regenwetter sieht es mit dem Käuferaufkommen besonders schlecht aus.

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Insgesamt sticht die Fassade der Annenstraße auch nicht gerade als touristisches Highlight heraus, somit fällt diese Käuferschicht hier total aus.

Maßnahmen zur Belebung der Annenstraße werden immer wieder gesetzt, schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es einige Projekte zur Ansiedelung von mehr Händlern und Dienstleistungen, letzte Forderung der Sozialpartnerinitiative "Großraum Graz braucht Bewegung" ist eine Trennung des Individual- und öffentlichen Verkehrs im Bereich des Bahnhofs um die Annenstraße weiter vom Verkehr zu entlasten.

Das Shopping Center West steht mit all seinen Vorzügen für die Kunden als genauer Gegensatz zur alten Einkaufsstraße. Optimale Verkehrsanbindung, viele Parkplätze, überdachte Flaniermeilen und tiefes wie auch breites Warenangebot. Als Gegenpol zur außerhalb der Kernstadt befindlichen Shoppingcity Seiersberg hatte dieses zwar anfangs mit starker Konkurrenz und wenig Kundenströmen zu kämpfen, doch konnte sich das SCW in den letzten Jahren durch den Zugewinn von Magnetgeschäften im Lebensmittelbereich festigen.

Die einzelnen Geschäfte in der Shoppingcity unterscheiden sich zwar stark und werden alle getrennt geführt, doch treten sie nach außen hin zusammen auf, es wird eine gemeinsame Werbelinie verfolgt, gegenseitig profitiert man von den Kundenströmen die so lange wie nur möglich im Gebäude verweilen sollen.

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Möglich machte diese Entwicklung hin von der Einkaufsstraße zum weiter entfernt liegenden Shopping-Centers vor allem die höhere Mobilität der Gesellschaft, das private Auto ist hier nicht wegzudenken. Zwar wird der Vorteil der Einkaufszentren immer auch mit der hohen Anbindung an den öffentlichen Verkehr in Verbindung gebracht, doch in der Realität ist eine Nutzung dieser Verkehrsmittel kaum mit all den erworbenen oft unhandlichen Gütern möglich.

Faktoren die zur Bildung von Einkaufszentren beitragen:

Handelsexterne Faktoren

·                    Höherer Mobilisierungsgrad der Bevölkerung

·                    Veränderungen in der Familienstruktur – (single Haushalte, DINK)

·                    Einkaufen wird als Erlebnis wahrgenommen

·                    Kunde möchte alles an einem Ort vorfinden

Handelsinterne Faktoren

·                    Rationalisierung durch Konzentration, Flächenvergrößerung, weniger Händler

·                    Selbstbedienung überwiegt, Beratung fehlt fast vollkommen

·                    Filialisierung & Francising

·                    Centermanagement übernimmt viele Arbeiten

Entwicklung des Grazer Westens: Stadtrecycling, Stadtkernerweiterung

 

Die Stadtplanung von Graz investiert schon seit Jahren in eine Aufwertung der westlichen Stadtteile, der traditionell unteren Schichten. Ziel ist es vorhandene Disparitäten auszugleichen und einer zukünftigen weiteren Abwertung früherer Industriegebiete gezielt entgegenzuwirken.

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Auch die Umgestaltung und der Neubau des Bahnhofes sind in der Nähe dieser Projekte anzusiedeln.

Die Neubelebung der Großteils brachliegenden Industriegebiete im Westen von Graz ist einer der Schlüsselpunkte zur Aufwertung des gesamten Bezirkes Eggenberg. Es sollen vor allem hochwertige zukunftssichere Dienstleistungsbetriebe angesiedelt werden um die Einkommensstrukturen umzubauen.

Das ehemalige Reininghaus Areal wurde zu einem Start-up-center für technologieorientierte Firmen mit Know-how intensiven Produkten konzipiert. Die Unternehmen werden unterstützt durch geförderte Mieten, einem gemeinsamen Center Management für organisatorische Hilfestellungen, sowie hochwertige Infrastruktur.

Insgesamt stellt das Start-up-center 25 Büros auf einer Gesamtfläche von 1000m² zur Verfügung.

Doch nicht nur hochwertige Jobs sollen angesiedelt werden, auch die Ausbildung wird stark gefördert mit der Ansiedlung der FH-Joanneum und dem neuen FH Campus.

Die FH ist nun das dritte Standbein an Hochschulen in Graz neben der TU-Graz und der Karl-Franzens-Universität. Der FH Campus soll aber nicht nur die Ausbildung fördern sondern auch den Bezirk Eggenberg insgesamt mit jungen Leuten beleben. Auch sieht sich der FH-Campus als zentrale Fortbildungsstelle für die ansässige Wohnbevölkerung.

 

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Neben den URBAN Projekten wird auch von der Stadt die Ausweitung des Stadtzentrums Richtung Bahnhof weiter vorangetrieben. Der neu gestaltete Bahnhofszenturm wurde in den letzten Jahren zu eine neuen Schwerpunkt im Bereich öffentliche Verwaltung umstrukturiert mit Ämtern wie dem AMS, Zollamt, Bauamt u.v.m.

Gleichzeitig ist hier im Bahnhofsbereich schon der neueste Trend der Shoppingcitys ausgeprägt die zurück in die Innenbezirke drängen um auch als Nahversorger sowohl für Anrainer als auch Reisende auftreten zu können.

Die inhomogene Siedlungsstruktur der Randbezirke

 

Die Grazer Randbezirke sind, wie bei jeder so stark gewachsenen historischen Stadt, früher eigenständige Siedlungen mit dörflicher Struktur gewesen, welche im Prozeß der Urbanisierung gänzlich von der Stadt eingenommen und funktional eingegliedert wurden. Trotzdem blieben einige Strukturen dieser Siedlungen erhalten, dies führt in den betreffenden Gebieten zu einer sehr inhomogenen Gesamtstruktur.

Paradebeispiele sind hier der Bezirke Eggenberg und Straßgang.

Neben dem alten zentralen Siedlungskern mit Wohnhäusern die teilweise aus der Gründerzeit stammen gibt es ein typisches Dorfgasthaus, Polizei und Kirche sowie vereinzelten Bauernhöfen und agrarischen Nutzflächen aber auch Schlösser, Klöster und staatliche Infrastrukturen (Schulen, Bäder, Eisenbahn) sowie in den Gebieten zwischen altem Siedlungskern und früherer Stadtgrenze modernere Wohnbauten in jeder Form, Großgewerbe, Lagerhallen, Industrie, Verkehrsinfrastrukturen wie Tankstellen, Autohändler und Erholungsflächen bzw.

Sportanlagen.

 


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