Die grammatische Kategorie
des Modus des Verbs.
Die allgemeine Charakteristik der Kategorie der Modi
des Verbs. Modus und Modalität.
Der
Modus (lat. Modus = Art und Weise) ist als morphologische Kategorie des
Verbs das wichtigste sprachliche Mittel zum Ausdruck der Modalität. “Modalität
ist eine funktional-semantische Kategorie, die durch das hierarchisch geordnete
Zusammenwirken morphologischer, syntaktisch-konstruktiver, intonatorischer und
lexikalischer Mittel zum Ausdruck bringt, ob der in der Äußerung sprachlich
fixierte Bewusstseinsinhalt des Sprechenden als mit der Wirklichkeit
übereinstimmend bezeichnet wird oder nicht” (Kühnl, цит. по Einf., 74).
Daraus ergeben sich die 2 Grundmodalitäten
des Satzes: Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit.
Mit
seiner subjektiven Stellungnahme drückt der Sprecher/Schreiber innerhalb diesen
Grundmodalitäten Gewissheit, Ungewissheit, Vermutung, Bedingtheit,
Notwendigkeit, Forderung, Möglichkeit und Nichtmöglichkeit eines Geschehens
aus. Diese unterschiedlichen Modalitätstypen werden nicht nur mit Hilfe der
Modi des Verbs, sondern auch durch die Semantik anderer sprachlicher Mittel
objektiviert: Modalverben, Modalwörter (hoffentlich, sicherlich..),
Modalwendungen (z.B. in der Tat, aller Wahrscheinlichkeit nach, meines Erachtens),
Partikeln, Adjektive, Satzkonstruktionen und Intonationselemente, die zusammen
das sog. Modalsystem (Modalfeld) bilden. Wir beschränken uns hier zunächst auf die
drei Modi Indikativ, Konjunktiv und Imperativ.
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Futur 1, Konstruktionen mit Modalverben) die Einschätzung des Vorgangs als
eines realen, der in der realen Wirklichkeit stattfindet, stattgefunden hat
oder stattfinden wird. Der Konjunktiv bezeichnet dagegen die
Einschätzung des Vorgangs als eines nur potentialen oder sogar irrealen, dessen
Existenz also mehr oder weniger unbestimmt ist.
Verschiedene Formen des
Konjunktivs bezeichnen verschiedene Grade dieser Irrealität: Vermutung,
Zweifel, völlige Irrealität..
Der
Imperativ dient vor allem zum Ausdruck der kommunikativen Aufgabe, d.h.
der Aufgabe, die der Satz im Kommunikationsprozess erfüllt.]
Der
Indikativ ist die allgemeine Form sprachlicher Äußerungen (mit Ausnahme von
Aufforderungen). Er dient sowohl zur Führung eines Gesprächs als auch zur
Erzählung und zur sachlichen Darstellung. In ihm werden Fragen und Antworten
formuliert, in bejahender un verneinender Art, in direkter und in indirekter
Form. Mit dem Indikativ können auch – bei Verwendung entsprechender
lexikalischer Mittel – unterschiedliche Stellungnahmen zur Geltung einer
Äußerung (Wirklichkeit, Annahme, Zweifel usw.) ausgedrückt werden.
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Der
Indikativ und der Konjunktiv verfügen über ein entwickeltes Formensystem, das
nach Person, Numerus, Tempus und Genus verbi unterscheidet. Im Gegensatz dazu
hat der Imperativ nur wenige Formen, die jedoch durch verschiedene
Konkurrenzformen ergänzt werden.
Indikativ als Grundmodus des
Verbs.
Der Indikativ (lat. Indicare = anzeigen) ist die
Grundform der Modi, der “Modus der Setzung”, der einen Sachverhalt als gegeben
darstellt. Er charakterisiert die Aussage als real in positiver oder negativer
Form, in Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft, im Aktiv oder im Passiv.
Natürlich können im Indikativ auch unwahre Feststellungen (Sagen, Märchen,
Lügen) gemacht werden, die sprachliche Prägung verleiht ihnen jedoch den
Anschein einer realen Tatsache.
An der Realisierung von Bedeutungen der Modalität sind
die Tempora Präsens, Futur 1 und 2 und Perfekt im Indikativ beteiligt.
Konjunktiv. Die Oppositionsverhältnisse im Mikroparadigma
des Konjunktivs. Gebrauch und Bedeutung des Konjunktivs.
Der Konjunktiv stellt die Aussage als irreal
hin. Die Irrealität ist in der Grammatik ein weiter Begriff: er umfasst Unerfüllbarkeit
eines Geschehens, Möglichkeit der Realisierung, Zweifel an der Realisierung..
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Das Präsens und das Präteritum Konjunktiv werden mit
Hilfe des Suffixes –e gebildet. Im Präsens verändert sich der
Wurzelvokal nicht. Die Personalendungen fallen mit den Endungen des Präteritums
Indikativ zusammen: du nehmest, er nehme.. Die Hilfsverben bilden das Präsens
regelmäßig ohne jene Abweichungen, die im Indikativ verzeichnet sind: ich sei,
du seiest, er sei, wir seien, ihr seiet, sie seien, habe, habest, habe, haben,
habet, haben, werde, werdest, werde, werden, werdet, werden..
Die Präterito-Präsentia verändern den Wurzelvokal
nicht: solle, wolle, könne, dürfe, möge, müsse, wisse..
Im Präteritum fallen bei den schwachen Verben die
Formen des Konjunktivs und des Indikativs zusammen. Die starken Verben erhalten
das Suffix –e und den Umlaut des Wurzelvokales: las – läse, fuhr –
führe, zog – zöge. [Manche starke Verben haben im Präteritum Doppelformen:
schwämme – schwömme, höbe – hübe..]
Perfekt, Plusquamperfekt, Futur 1 und 2 unterscheiden
sich von den gleichnamigen Zeitformen des Indikativs durch die konjunktivische
Form des Hilfsverbs.
Konditionales 1 und 2 bestehen aus dem Präteritum
Konjunktiv des Hilfsverbs werden + Infinitiv 1 bzw. 2 des Vollverbs: ich
würde gehen, ich würde gegangen sein (gelesen haben).
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Die Zeitformen des K. unterscheiden sich ihrer
zeitlichen Bedeutung nach von den entsprechenden Zeitformen des Indikativs. So
dient das Präteritum K. stets zur Bezeichnung eines gegenwärtigen bzw.
zukünftigen Vorgangs; ein vergangenes Geschehen wird durch das Perfekt und das
Plusq. K. bezeichnet. Seiner zeitlichen Bedeutung nach entspricht der
Konditionalis 1 dem Präteritum K. und der Konditionalis 2 dem Plusq. K. In
selbständigen Sätzen sowie in Hauptsätzen wird Konjunktiv nur absolut gebraucht,
Im Nebensatz absolut und relativ.
Seiner modalen Bedeutung nach unterscheidet sich der
präsentische K. recht wesentlich von dem präteritalen.
Die präsentischen Zeitformen. Von den Zeitformen des präsentischen K. wird nur das
Präsens im selbständigen Satz gebraucht. Das Perfekt und das Futur K. kommen
nur im Nebensatz vor. Das Präsens K. bezeichnet (wird gebraucht zum
Ausdruck):
1) einen realen, erfüllbaren Wunsch (z.B. in Losungen:
Es lebe der Frieden! Lang lebe der König!);
2) einen Befehl, eine Aufforderung, die an eine dritte
Person/Personen gerichtet wird: Man bind’ ihn an die Linde dort! Rette sich, wer kann;
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