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Die frühe Zeit .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Theology
Document category
Paper
University, School
BG/BRG Knittelfeld
Additional information
2004
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DIE FRÜHE ZEIT

Die ersten Christen waren Juden. In Jesus sahen sie die Verheißungen Gottes für sein Volk erfüllt.

Zunächst gingen sie, wie sie es immer gemeinsam mit Jesus getan hatten, zur Synagoge, feierten den Sabbat und alle jüdischen Feste und lebten nach der Tora. Aber sie setzten sich auch zusammen und erinnerten sich beim „Brotbrechen“ an ihren Herrn. Trotzdem sahen sie sich als Juden.

Jesus hatte sich ja auch nur an sein eigenes Volk gewandt. Kontakt mit Römern, Griechen und anderen hat er nie gesucht, wahrscheinlich sogar vermieden.

DIE ERSTEN „CHRISTEN“

Den Jüngerkreis Jesu bezeichnet man allgemein als Urkirche.

Untereinander nannten sie sich „Jünger“. So hießen sie bereits in der Jesuszeit. Als später die Jesusgemeinde wuchs, blieb es bei diesem Namen. Demnach wurde man in der frühesten Zeit „Jünger“, nicht „Christ“.

In der Jüngerschaft Jesu nannte man sich untereinander „Bruder“ oder „Schwester“, denn Jesus wünschte sich dieses Verhältnis seiner Jünger zueinander.

Es gab auch Namen, die den Jesusjüngern von außen gegeben wurden. Der häufigste war „Nazoräer“. Dieses Wort geht auf Jesus, den „Nazarener“, zurück.

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Die Nazoräer lebten wie die Juden, doch Jesus nahm in ihrer Mitte einen Platz ein, der ihre Lebensform bestimmte. Daher entstand Streit und Feindschaft mit anderen jüdischen Gruppen.

Doch die Urgemeinde blieb in Jerusalem mindestens bis zum Untergang der Stadt (70 n. Chr.) der Glaubensgemeinschaft Israels treu.

AM SCHEIDEWEG

Al einige Jünger Jesu in fremde Länder kamen, erzählten sie alles, was sie durch Jesus erfahren hatten- allerdings nur den Juden.

Einige, die in Ländern mit griechischer Kultur lebten, verkündeten auch den Griechen das Evangelium. Daher schickte die Gemeinde in Jerusalem Barnabas dorthin. Dieser suchte Saulus in Tarsus auf und gemeinsam wirkten sie ein ganzes Jahr in Antiochia. Dort nannte man die Jünger zum ersten Mal „Christen“.

„Christen“ war also die Bezeichnung für die erste heidenchristliche Gemeinde. Barnabas und Paulus übersetzten ihren Glauben in griechisches Denken und Sprechen, weit weg vom jüdischen Rahmen.

Für das Wort „Messias“ mussten sie einen griechischen Ausdruck finden. Sie übersetzten: „Christo“, der Gesalbte. Daher nannte man die Jünger Christen.

Nun gab es ein neues Problem: Bisher waren alle Jünger und auch Jesus Juden. Mussten die Griechen nun auch Juden werden?

Das war eine große Streitfrage und so gingen Paulus und Barnabas nach Jerusalem, um diese Frage mit den Aposteln und den Ältesten zu klären.

Den Brüdern aus dem Heidentum schrieb man, dass sie Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht meiden sollen. Dann handeln sie richtig.

Diese Bedingungen nennt man Jakobusklauseln, da der jüdisch denkende Jakobus diese Forderungen der Tora vorgetragen hatte.

 

Nun unterschied man Judenchristen und Heidenchristen. Die Zahl der Heidenchristen wuchs ständig.

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AUSBREITUNG UND VERFOLGUNG

Durch die Zerstörung Jerusalems und des Tempels verloren die Juden Heimat und Mitte und lebten als Minderheiten in der römischen Welt.

Die Christen betrieben intensive Missionsarbeit, die besonders bei den Armen und Schwachen auf fruchtbaren Boden fiel.

In allen damaligen Religionen gab es Götterbilder und Altäre, auf denen geopfert wurde. Juden und Christen verdächtigte man deshalb als „gottlos“, weil sie dergleichen nicht kannten.

Also zur Zeit Neros Rom abbrannte, lenkte dieser den Verdacht auf die Christen und verurteilte sie zu schrecklichen Todesarten.

Um die erste Jahrhundertwende fragte der Statthalter Plinius Kaiser Trajan, wie er sich gegen Christen verhalten soll. Der Kaiser sagte: „Aufzuspüren sind sie nicht; sollten sie angezeigt und überführt werden, so sind sie zu bestrafen..“ Damals gab es noch keine allgemeinen Verfolgungen.

Diese gab es erst um 250, als der Kaiser Decius als Zeichen der Staatstreue Opferbescheinigungen verlangte. Die römischen Bürger sollten vor einer Kommission unter Beweis stellen, dass sie Opfer darbringen. Dafür wurden ihnen Bescheinigungen ausgestellt, die für Beruf und Zukunft wichtig waren. Wer sich weigerte, musste mit Geldstrafen, Verbannung, Gefängnis, Folter und Tod rechnen.

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Diokletians Nachfolger setzten dies fort, erkannten aber bald ihre Erfolglosigkeit.

313 vereinbarte Kaiser Konstantin die Religionsgleichheit der Christen. Jeder durfte die Religion haben, die er wollte.

DIE WENDE = „Die Konstantinische Wende“

Nun war es nicht mehr gefährlich, sondern vorteilhaft, ein Christ zu sein.

  • Konstantin schenkte dem Bischof von Rom den Lateran- Palast, in dem in den folgenden tausend Jahren die Päpste residiert haben.
  • Alle Bischöfe bekamen Rechte und Ehren.
  • Die höheren Staatsämter wurden nun mit Christen besetzt.
  • 321 wurde der Sonntag gesetzlicher Ruhetag.
  • Immer mehr Kirchengebäude wurden errichtet; die Tempel verfielen.
  • Die Kreuzigung wurde abgeschafft, Gladiatorenspiele (Mensch gegen Raubtier) wurden verboten.

Die Kirche begann sich dem Römischen reich anzupassen.

Kaiser Konstantin war kein Christ und hat sich erst auf dem Sterbebett taufen lassen. Er gab der Kirche Freiheit und öffentliche Geltung, band die Kirche aber an die Interessen der Staaten. Bischöfe wurden politische Diener und das Christentum musste seine ablehnende Meinung über Krieg, Soldatenstand und Todesstrafe ändern.

 

 

 

ZEITTAFEL

 

6 v. Chr. Geburt Jesu von Nazaret

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um 34 Bekehrung des Paulus

um 40 Der Name „Christen“ kommt auf.

45-48                            Erste Missionsreise des Paulus

48                                       Apostelkonzil in Jerusalem

48-58                            Weitere Missionsreisen des Paulus

64 Brand Roms, Christenverfolgung durch Kaiser Nero

70 Titus lässt Jerusalem zerstören und plündern. Juden verlieren den Tempel.

70-100                        Entstehung der Evangelien und der Apostelgeschichte

111 Christen werden erstmals wegen Verweigerung des Kaiseropfers bestraft.

130 Wiederaufbau Jerusalems als römische Kolonie. Jupiter- statt Jahwe- Tempel

155 Aufstand in Judäa

250 Allgemeine Christenverfolgung unter Kaiser Decius

303 Kaiser Diokletian verlangt Kaiseropfer; Verfolgung

313 Kaiser Konstantin vereinbart in Mailand die Religionsgleichheit der Christen

325 Konstantin eröffnet das Kirchenkonzil von Nicäa

337 Tod Konstantins. Auf dem Sterbebett empfängt er die Taufe.


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