Zur Unterstützung haben wir dennoch den
Seminarteilnehmern sowohl ein Handout mit den zusammengefassten Akten als auch
eine kurze mündliche Einführung nach den Kürzungen gegeben. Diese
Vorgehensweise hat sich im Nachhinein als sinnvoll herausgestellt.
Um ein
gewisse Grundbasis für die Arbeit mit den Seminarteilnehmer zu gewährleisten,
lag ein Schwerpunkt auf dem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Dazu gehörte
sowohl die Produktionsgeschichte als auch eine Einordnung des Films in die Neue
Sachlichkeit. Da „Die freudlose Gasse“ quasi von den Prüfstellen „zerrissen“
wurde, konnte auf diese Aspekt nicht verzichtet werden. Aufgrund der vorgebenen
Zeit war aber leider nur ein begrenztes Eingehen auf diesen Punkt möglich.
Wichtig war
uns bei der Referatsthemenauswahl, dass wir den Fokus auf die Frauenschicksale
legen und weniger auf die Nebencharaktere wie z. B. Leutnant Davy eingehen. Als
schwierig hat sich dabei allerdings, die Literaturrecherche erwiesen, denn von
vielen Autoren wurde eher Augenmerk auf die Neue Sachlichkeit und die
Zensurgeschichte gelegt.
Um die
Inhalte des Referats bei den Seminarteilnehmern zu festigen, haben wir uns für
das didaktische Konzept des Memory-Spiels entschieden. So konnten die
Teilnehmer nach der langen passiven Phase der Filmeinsicht und des Vortrages
noch einmal mobilisiert und für die Abschlussdiskussion aktiviert werden.
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Sicherlich
wäre es von Vorteil gewesen den behandelten Referatsinhalten mehr Zeit einzuräumen.
Für ein Hintergrundwissen des Straßenfilms halten wir die genannten Punkte für
relevant, wir würden dennoch den Seminarteilnehmern empfehlen, den gesamten
Film zu sichten.
8. Fazit
Der Film
„Die freudlose Gasse“ als Film der Neuen Sachlichkeit besticht durch seine
genaue Wiedergabe der Folgen des ersten Weltkriegs. Pabst legte mit der Regie
in diesem Film eine beeindruckende Leistung hin. Eisner sieht den Fall Pabst
als eigenartig an, da er zugleich erstaunlicher und enttäuschender
Filmregisseur in ihren Augen ist: „Pabst ist voller Widersprüche; das haben
zeitgenössische Kritiker bereits vor 1930 wiederholt feststellen können. Die
einen rühmen seine Intuition, seinen Scharfsinn, sein vollendetes Verständnis
für psychologische Faktoren und für das Unterbewußte, wodurch er sich der
Kamera bedient, als handle es sich um Röntgenstrahlen. Manche Kritiker
betrachten ihn als leidenschaftlichen Forscher aller Seelenregungen, der von
seinen Entdeckungen hingerissen wird, andere dagegen [...] sehen in ihm lediglich
einen kalt berechnenden Beobachter“ (Eisner 1975, S. 311).
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Welche
wichtige Rolle dieser Film nicht nur auf internationaler Ebene hatte, zeigt
auch, dass der Film zwei Jahre ohne Unterbrechung im Pariser Kino „Les
Ursulines“ gezeigt wurde (vgl. Kreimeier 1996). Während dieser Zeit soll ein
französischer Abgeordneter während einer Parlamentsdebatte ausgerufen haben,
wer wissen wollte, was Inflation sei solle „Die freudlose Gasse“ ansehen. Es
unterstreicht, in welcher Weise der Film das Publikum berührt hat und es
nachhaltig beschäftigt hat.
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