Die Architektur in der 1. Hälfte
des 20. Jahrhunderts
Seit der Mitte des 19. Jhdt.
hat die industrielle Revolution das Zusammenleben der Menschen von Grund auf
verändert. Verkehr und Versorgung, Arbeit , Erholung, Bildung und Wohnen wurden
einer ständig steigenden Mechanisierung unterzogen.
Die Großbauten der Wirtschaft
im Stadtkern begannen den Stadtkern zu sprengen.
Die Fabriksanlagen am Rand
der Städte unterbanden das natürliche Wachstum der Städte. Freudlose
Massenquartiere wurden größtenteils den Ingenieuren überlassen, und sahen auch
dementsprechend aus. Sie hatten keine architektonische Wirkung sondern
erfüllten nur den Wohnzweck.
Erst nachdem sich die
Architekten dazu bereit erklärten die Vergangenheit aufzugeben konnte sich eine
neue Baukunst entwickeln. Die Architekten und Ingenieure begannen
zusammenzuarbeiten und so begann sich die Kluft zwischen Kunst und Technik
langsam zu schließen. Die modernen Architekten begannen sich von den Ornamenten
zu lösen, daher hatte auch der Jugendstil keine Überlebenchanze. Er brachte
lediglich neue Elemente und keine neue Architektur hervor.
DAS HOCHHAUS
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Die ersten Hochhäuser wurden
in der üblichen Steinbauweise erbaut. Nachteile dieser Bauten war daß man nur
wenig Lichteinfall hatte, da die Wände wegen der statischen Belastung sehr
wuchtig ausgeführt werden mußten und somit nur kleine Fenster eingebaut werden
konnten.
Als dann der Eisenbeton zum Einsatz kam konnten die Häuserfronten
aufgelockert werden. Große Fensterfronten konnten nun eingebaut werden.
Hinzukam daß die neue Bauweise billiger schneller und auch feuersicher war.
Das erste Bauwerk mit Stahl
als Konstruktionsmittel erbaute William le Jenny 1889 in Chicago und zwar das
Leiterbuilding. Ein Stahlgerüst dient als Grundkonstruktion, daher war es
möglich die Fronten in voller Höhe zu verglasen. Jenny verbarg jedoch die
Eisenträger hinter rustifizierten Pfeilern, so daß das Skelett von Außen nicht
sichtbar war.
Ludwig Mies van der Rohe
erbaute in der gleichen Stadt 60 Jahre später die Lake Share Drive Apartments
als reinen Skelettbau. Die Front besteht aus horizontalen und vertikalen
Stahlträgern die mit Glasflächen ausgefüllt sind. Die Gebäude werden streng und
gleichförmig als Quader ausgebildet.
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In Deutschland half das
Hochhaus die Raumnot nach dem 2. Weltkrieg zu überwinden. Als Beispiel dafür
gilt die Simenssiedlung in München von Emil Freymut 1953.
Soviel zur Entwicklung des
Hochhauses.
INDUSTRIELLE ARCHITEKTUR
Ein Vertreter der
industriellen Architektur war Peter Behrens. Er war Maler, Designer,
Architekt. Er war auch der Begründer des industriellen Designs und entwarf
zahlreiche Flaschen und Elektrogeräte. 1910 baute er für AEG die
Turbinenfabrik, die Hochspannungsfabrik und die Kleinmotorenfabrik. Außerdem
errichtete er für die AEG Arbeiter eine regelrechte Wohnsiedlung. Seine
Turbinenfabrik ist als schwerer Hallenbau, der auf schweren Eckpfeilern steht
errichtet. Der Bau wurde allseitig mit Glas verkleidet und jedes Ornament wurde
aus der Fassade gebannt.
Walter Gropius ein Schüler von Behrens baute die Fagus Werke in
Alfeld. Die Glashaut ist nicht mehr zw. massiven Eckpfeilern eingespannt
sondern die Pfeiler sind in den Innenraum verlegt, und die gläserne Außenwand
an ihnen aufgehängt.
Den Anfang der modernen
Großraumbauten aus Stahlbeton machte Max Berg mit der Jahrhunderthalle
1913 in Breslau. Das Problem der großen Spannweite löste er mit
Staglbetonträgern. Berg überspannte den Zentralraum mit einer Kuppel deren
Rippen ein freiligendes Netz bilden. Das war die kühnste Konstruktion seiner
Zeit.
INTERPENETRATION
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Offener Grundriß bedeutet, daß sich die senkrechten und waagrechten
Raumabgrenzungen, die Innen- und Außenmauern verselbständigen. Die Grenzen zwischen
Innen- und Außenraum werden aufgehoben. Ein extremes Beispiel dafür ist der
deutsche Pavillon bei der Weltausstellung in Barcelona 1929 von Mies van der
Rohe. Die einzelnen Raumabschnitte wirken mehrwertig und gehen ineinander über.
Die Räume werden nur durch verschoben angeordnete Wände abgetrennt. Dadurch
entsteht ein fließendes Raumerlebnis. An die Stelle des geschlossen Kastens ist
ein offenes Gliedergefüge getreten.
Plastischer Aufriß bedeutet, der Raumwürfel in hinter und übereinander
gelagerte Wand- bzw Raum- Schichten zerlegt, und auf die horizontale
Stockwerksgliederung wird keine Rücksicht genommen
Der Raumplan von Loos ist die Öffnung der Raumgrenzen und ergibt
eine zusätzliche Dimension. Das stufenweise ineinandergreifen von verschieden
hohen Räumen bewirkt, daß aus zwei Räumen ein Dritter, ein größeres Ganzes
entsteht.
NUN DIE WICHTIGSTEN ARCHITEKTUR UND KÜNSTLER
VEREINIGUNGEN
DER DEUTSCHE WERKBUND
In den wenigen Jahren vor dem
1. Weltkrieg entstand 1907 die Künstlergruppe „der deutsche Werkbund“. Diese
Gruppe bestand aus kulturbewußten Architekten, Künstlern und Industriellen, die
konsequent jeden ornamentalen Zierrat ablehnten. Sie versuchten die Gestaltung
nur aus den Faktoren: Funktion, Werkstoff, Konstruktion und Proportion zusammenzusetzen.
Die Architekten gingen davon aus, daß der industrielle Fortschritt nicht mehr
aufzuhalten ist.
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DE STIJL
Theo van Doesburg der Begründer der avantgardistischen holländischen
Künstlergruppe De Stijl 1917 betrachtet als moderne Elemente der Baukunst die
Linie, Fläche, Volumen, Raum, Zeit, Leere, Material.
Diese Gruppe setzte sich zum
Ziel das Individuelle durch das Universelle zu ersetzen.
Auf diese Weise kam es in der
modernen Architektur zu einer zunehmenden Reduktion auf einfache Proportionen.
Ein extrem Beispiel für die Interpenetration im Aufriß, ist das Haus Schröder
von Rietveld. Rietfeld war Mitglied dieser Gruppe. Im Haus Schröder werden alle
linearen Elemente rot, blau und gelb , die Flächen weiß bemalt. Der Raumwürfel
wird hier in hinter und übereinander gelagerte Wand bzw. Raumschichten zerlegt,
die auf die horizontale Stockwerksgliederung keine Rücksicht nehmen.
DAS BAUHAUS
Nach dem 1. Weltkrieg war es
vor allem das 1919 als Schule für Gestaltung gegründete Bauhaus, welches die
Richtung in der Architektur angab. Es wurde aus einer staatlichen Hochschule
und einer Kunstakademie gegründet und war keine Vereinigung, sondern eine
Schule. Ziel dieser Schule war die Gestaltung des Lebensraumes. Der Bau soll
das Endziel aller künstlerischen Tätigkeiten sein. Es entstand in Weimar unter
der Leitung von Walter Gropius.
Bei der Gestaltung von
Gegenständen und Gebäuden wurde folgend vorgegangen:
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