Internationale Beziehungen
Die aktuelle Finanzkrise in Griechenland
Entwicklung – Maßnahmen – Auswirkungen – Ausblick
Oder: Haben die Götter den Olymp und Griechenland verlassen?
Einleitung
Die vorliegende Arbeit möchte die
aktuelle Finanzkrise in Griechenland darstellen. Hierzu beleuchtet sie die
vergangene Entwicklung und stellt die gegenwärtigen internationalen Hilfsmaßnahmen
dar. Weiterhin werden alternative Lösungsansätze untersucht und ein
persönliches Fazit gezogen.
Als Quellen wurden diverse
Datenbanken verschiedener Zeitungen (z.B. Welt, Spiegel, FAZ) herangezogen und
die Quellen an der jeweiligen Stelle mittels Fußnote kenntlich gemacht. Des Weiteren
werden nach Darstellung der aktuellen Lage anhand von Kommentaren in
Tageszeitungen verschiedene Lösungsansätze dargelegt und diskutiert. Der Umgang
mit einem demokratischen Staat aus der Euro-Zone ist für Deutschland immens
wichtig, da Deutschland als stärkste Kraft in Europa direkt abhängig ist von
Fehlentscheidungen und Missgriffen, so dass dieses Thema unmittelbaren Bezug
hat und hochaktuell ist. Das alle Maßnahmen unmittelbaren Bezug auf Größen wie
die Kraft des Euro hat, sind diese insgesamt in einem internationalen Kontext
zu sehen.
Die Einführung des Euro in Griechenland
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Vorläufer der aktuellen
Gemeinschaftswährung, dem EURO, sind gegen Ende des 2. Weltkrieges zu finden.
So beschlossen 1944 zahlreiche Staaten feste Wechselkurse einzuführen. Damit
sollte zum einen der internationale Handel durch geordnete Währungsbeziehungen
unterstützt werden und zum anderen destruktive Entwicklungen wie die deutsche
Inflation von 1914-1923, welche zum Aufstieg des Nationalsozialismus führten,
vermieden werden.
Deutschland trat diesem Bund 1949 bei.
Bis zu dem Zusammenbruch Anfang der 70er
Jahre waren bis auf den Ostblock und China fast sämtliche Staaten der Erde
Teilnehmer.
Nach dem Zusammenbruch des
Abkommens, welches durch die aufkommende Überbewertung des Dollars und die
nicht mehr darstellbare Verpflichtung der USA, Dollar in Gold einzutauschen,
verursacht wurde, bestand in Europa dennoch ein Bedarf, seine Wechselkurse
einigermaßen stabil zu halten. Nach dem Europäischen Wechselkursverbund von
1972 folgte 1979 das Europäische Wechselkurssystem, welches den ECU als
europäische Zahlungseinheit einführte, welche bis 1998 Bestand hatte.
Diese Gemeinschaftswährung war
jedoch nur als Verrechnungseinheit vorhanden, es gab demnach also keine
Geldscheine als Zahlungsmittel. Anfang der 90er Jahre gab es Bestrebungen, dies
zu ändern und eine Gemeinschaftswährung einzuführen, welche als Zahlungsmittel
gebräuchlich sein sollte.
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Schon damals wurde ein großes
Augenmerk darauf gelegt, dass nur Staaten beitreten durften, welche strenge
Kriterien erfüllten. Dies war deshalb so wichtig, weil man um jeden Preis den
Beitritt von Staaten verhindern wollte, welche eine gemeinsame Währung durch
unzureichende Mittel bzw. Steuerungsmechanismen beschädigen konnten. So wurden
die so genannten Konvergenzkriterien entwickelt. Insbesondere Deutschland drang
aufgrund der damals starken und stabilen Mark auf strenge Kriterien. Die
Einhaltung der Konvergenzkriterien ist zwingende Voraussetzung für eine
Teilnahme an der Gemeinschaftswährung. Die vier Aufnahmekriterien stellen sich
wie folgt dar:
1. Kriterium: die
Preisstabilität. Die Inflationsrate soll sich nach den drei preisstabilsten
Ländern richten. Sie darf nicht mehr als 1,5 % über dem Durchschnitt der drei
preisstabilsten Länder liegen.
2. Kriterium: der Finanzhaushalt.
Die öffentliche Haushaltslage darf kein übermäßiges Defizit ausweisen. Das
Defizit des öffentlichen Haushaltes eines jeden Staates darf nicht mehr als 3 %
und die öffentliche Verschuldung nicht mehr als 60 % des nominalen
Bruttoinlandsproduktes betragen.
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4. Kriterium: Der Langfristige
Zinssatz. Der Zinssatz von langfristigen Staatsanleihen darf maximal 2 % über
dem Durchschnitt der drei Mitgliedsstaaten, welche die niedrigste
Inflationsrate haben.
Eine Neuverschuldungsgrenze von
3% des BIP sowie ein maximaler Schuldenstand von 60% des BIP bestehen auch nach
Beitritt weiter fort.
1998 wurde die Teilnahme
folgender 11 Staaten durch den Europäischen Rat beschlossen: Belgien,
Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande,
Portugal, Österreich und Spanien. Auffällig hierbei ist, dass Griechenland die
Konvergenzkriterien nicht erfüllen konnte und deshalb erst 2001 aufgenommen
wurde. Wie sich Jahre später erst herausstellte, hat Griechenland mit der Abgabe
falscher Zahlen sich in die Bandbreite der Konvergenzkriterien gebracht und
damit den Zugang zu der Gemeinschaftswährung erschlichen.
Die damalige Lage
Griechenlands
Folgend soll dargestellt werden,
inwieweit Griechenland schon zu Zeiten der Euro-Einführung eine gewisse
finanzielle Schieflage hatte. Dies soll darauf hinführen, dass die derzeitigen
Probleme keine plötzliche Wendung des Schicksals waren, sondern Systemimmanent
waren und sind.
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Wie das Schaubild zeigt, befand
sich das Haushaltsdefizit nicht im Rahmen der geforderten Ziele, sondern stets
darüber. Das Staatsdefizit für 2009 liegt nun bei 12,7 %.
Die Gesamtverschuldung Griechenlands war ebenfalls damals schon prekär. So
bescheinigte der europäische Rat am 26.09.94 ein übermäßiges Defizit in
Griechenland. Da Griechenland mit einer Gesamtverschuldung von über 100 % des
BIP nie die Kriterien hätte erfüllen können, behalf sich der Rat mit einer
Ausnahme. So wurde am 17.12.99 festgestellt, dass die Haushaltskonsolidierung
vermutlich weiterführen ließe. Dies folgte hauptsächlich aus den Zahlen
bezüglich der Neuverschuldung. Nachdem diese 1995 noch 10,2 % des BIP betragen
hatte konnte diese bis auf 1,8 % des BIP im Jahr 1999 und damit unter den
Referenzwert von 3 % gesenkt werden. Wie zuvor beschrieben hatte dies nicht
wirklich etwas mit der Realität zu tun. Nach dem Konvergenzprogamm
Griechenlands von 1999 war geplant, die Haushaltskonsolidierung auf voraussichtliche
0,2% des BIP 2001 zurückführen zu können. Im Jahr 2002 war sogar ein Überschuss
von 0,2 % des BIP geplant. Der Rat ging daher davon aus, dass Griechenland
jedes Jahr weiter am Schuldenabbau festhalten werde.
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