Da Erstere die Kinder sehr
viel mehr beansprucht, werden hierbei auch Kompetenzen wie Selbstständigkeit
und (Eigen)verantwortlichkeit stärker ausgeprägt. Dennoch ist der Plan immer
noch vorgegeben und in gewisser Weise vereinheitlicht. Ebenso wird oben
angesprochenes Problem wie das ledigliche "Abarbeiten" des lästigen
Wochenplanes um endlich "frei von der Schule" zu haben, dadurch nicht
zwingend behoben.
Welche
Möglichkeiten gibt es noch, um Spaß und Motivation der SchülerInnen während der
Wochenplanarbeit aufrechtzuerhalten? Die individuelle Erstellung eines Planes
für jeden einzelnen Schüler haben wir in Abschnitt 3.1 angesichts des unzumutbaren
Arbeits- und Zeitaufwandes für die Lehrkraft bereits ausgeschlossen. PESCHEL schlägt
stattdessen vor, den Wochenplan insofern noch weiter zu öffnen, dass nicht der
Lehrer für jeden einzelnen Schüler einen Plan erstellt, sondern dass dies in
die Hände jedes einzelnen Kindes übergeben wird. (Vgl. FELTEN
2004: Kap. 3.2)
Dabei
fungiert der Wochenplan, dadurch, dass vorgeschrieben ist, welche Schulfächer
in dieser Woche zu bearbeiten sind, lediglich als strukturierende Hilfe: Das
Kind hat die Aufgabe, seines Interesses und individuellen Lernweges
entsprechend nach Aufgaben zu suchen, die es in einem Fach erledigen möchte und
sich zutraut.
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Abb.3:
Beispiel für einen offenen Wochenplan (FELTEN 2004: 43 nach
BRÜGELMANN/BRINKMANN 1998: 61)
3.
Schlusswort
Das Ziel dieser Arbeit bestand darin, drei
Anwendungsmöglichkeiten des offenen Unterrichtes darzustellen, um neue
Möglichkeiten für Lehrkräfte zu zeigen. Laut PESCHEL gilt die Devise, dass
Kinder lernen wollen. (Vgl. FELTEN 2004: 22) Das bedeutet, dass ein
Lehrer die Kinder auch lernen lassen muss. Dies kann laut PESCHEL (vgl. ebd.)
mittels der kompletten Öffnung aller Dimensionen des Unterrichts geschehen: Von
der Planung über die Inhalte, die Methodik, die Sozialformen, bis hin zur Zeiteinteilung.
Der offene Unterricht ist jedoch kein
Patentrezept dafür, dass SchülerInnen darin auf jeden Fall besser lernen oder
mehr Spaß daran haben. Er soll lediglich ein Vorschlag, ein Versuch sein, das
herkömmliche Frontalprinzip zu Gunsten der Schülerleistungen und Fähigkeiten
wie Sozialkompetenz etc., zu erweitern. PESCHEL hat mit seiner Anwendung
positive Erfahrungen machen können. (Vgl. PESCHEL 2003) Dennoch bleibt er auf
diesem Gebiet einer von Wenigen,
der eine "wirkliche Öffnung" von Unterricht versucht hat und zu
positiven Ergebnissen kommen konnte.
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auf diesem Gebiet aber noch lange nicht am Ende angelangt.
Die Tatsache, dass
ich diese Art von Unterricht in ausführlicherer Form behandle bedeutet
keinesfalls, dass diese Arbeitsform den beiden vorangestellten vorzuziehen wäre
– für eine detaillierte Darstellung aller drei Formen fehlt in dieser Arbeit
lediglich der Platz. Vieles aus dieser Unterrichtsform ist ebenso für andere
offene Formen relevant bzw. auf diese übertragbar.
Für
genauere Informationen zu diesem Thema verweise ich auf die beiden Bücher von
PESCHEL (2003, s. Anhang), in denen neben einer ausführlichen Untersuchung des
heutigen Unterrichtes auch dessen Veränderung und weitere Öffnung behandelt
werden.
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