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Didaktische Konzepte des offenen Unterrichts .doc

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Faculty
Social Science
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Pedagogy
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University, School
Universität Oldenburg
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2004
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Pedagogy

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Didaktische Konzepte des offenen Unterrichts

Ich möchte in meiner Arbeit drei didaktische Schulkonzepte vorstellen, die – in mehr oder weniger einheitlicher Form – in einem so genannten offenen Unterricht angewendet werden können.

Eine einheitliche Definition gibt es für diesen bis heute zwar noch nicht (und eine solche zu finden soll auch nicht Thema meiner Ausarbeitung sein). Dennoch gibt es Eigenschaften, die im Allgemeinen dem Oberbegriff des offenen Unterrichtes zugeordnet werden und ich halte es zum besseren Verständnis dieses Scriptes für unverzichtbar, einige kurz darzustellen.

Generell kann der offene Unterricht als eine schülerzentrierte Unterrichts- und Arbeitsform beschrieben werden, in der nicht mehr ausschließlich die Lehrkraft entscheidet, sondern auch die SchülerInnen[1] ein Mitspracherecht erhalten.

Auf diese Weise ist es möglich für die Lehrperson, individuelle Wünsche und Fähigkeiten der SchülerInnen zu berücksichtigen bzw. entsprechend auf diese einzugehen. In der dadurch entstehenden Wechselbeziehung zwischen Schule und Umwelt kann ein Schüler sich selbst (weiter)entwickeln, während er gleichzeitig vom Lehrer hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen gefördert wird.

TOMAN (2005) führt nach JÜRGENS (1998) folgende für den offenen Unterricht als konstitutiv geltenden Variablen an:

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·        Raum- und Materialvariablen: Flexibilität in der Raumnutzung und Verwendung stimulierenden Materialangebotes.

·        Didaktikvariablen: Verwendung von Evaluationen und Erfolgsbeurteilungen des Unterrichtes.

·        Lehrervariablen: Die Lehrkraft hat zusätzlich zu ihrer lernfördernden Funktion die Fähigkeit zum Team-Teaching.

(vgl. JÜRGENS 1998: 42ff aus: TOMAN 2005: 68)

Nachstehend stelle ich die Vorgehensweise meiner Ausarbeitung kurz dar. Kapitel 1 befasst sich mit der Unterrichtsform der so genannten Freien Arbeit.

Diese bildet eine Grundlage für den offenen Unterricht, da die SchülerInnen ohne Einfluss der Lehrkraft durch Frontalunterricht eigenständig an einem selbst gewählten Arbeitsplatz und mit einer selbst gewählten Menge an Unterstützung und Mitwirkenden an einer Aufgabe arbeiten. Im zweiten Kapitel erfolgt eine Beschreibung des Werkstattunterrichtes, in dem die SchülerInnen zu einem bestimmten, übergreifenden Thema wie z.B. Sommer unterschiedliche Aufgaben selbstständig zu erledigen haben, die sie sich aus einer zur Verfügung gestellten Auswahl der Lehrkraft (oder auch durch Eigeninitiative) aussuchen.

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In Abschnitt 3.1 geht es zunächst um den Wochenplanunterricht an sich, wie er an den heutigen Schulen (zumal er erfolgt) im Allgemeinen aufgefasst und durchgeführt wird.

Im folgenden Kapitel 3.2 gehe ich noch einmal speziell auf die Funktion und Aufgabe der Lehrkraft ein und diskutiere dann im Abschnitt 3.3 die elementare Frage, ab welchem Alter bzw. Schuljahr mit dem Wochenplan begonnen werden kann und sollte. In meinem letzten Kapitel (3.4) zeige ich mit Hilfe von Erkenntnissen des Didaktikers Falko PESCHEL (2003 u. a.), der sich intensiv mit dem offenen Unterricht beschäftigt hat, auch mögliche Probleme des Wochenplanunterrichtes auf, die verdeutlichen, dass die positiven, eigentlich vom Lehrer intendierten Effekte häufig nicht in erwünschtem Maße erzielt werden.[3]

PESCHEL selbst hat in einem vierjährigen Unterrichtsexperiment eine weitere Öffnung des offenen Unterrichtes unternommen, wobei er auch einen neuen Wochenplan vorschlägt, den ich in diesem Kapitel zeige.

Eine ausführlichere Darstellung der Kritik und Verbesserungsvorschläge von PESCHEL für die drei von mir thematisierten Unterrichtsprinzipien Freie Arbeit, Wochenplanunterricht und Werkstattunterricht würde den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen.[4] Im Anhang sind A ein Vorschlag für einen Wochenplan, B eine geeignete Klassenraumgestaltung für den offenen Unterricht und C ein Schüler-Beobachtungsbogen für die Lehrkraft, jeweils von MORGENTHAU (2003) zu finden.

 

0.    Freie Arbeit

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In der Regel steht den SchülerInnen ein größeres Angebot an frei wählbaren Übungsaufgaben zur Verfügung, das entsprechend des Curriculums auf die aktuellen Lerninhalte der Klassenstufe abgestimmt sind.

Um individuelle Leistungsstände zu berücksichtigen kann die Lehrkraft auch Lernstoffe der nächsthöheren bzw. –niedrigeren Klassenstufe mit berücksichtigen oder Vorgaben auf bestimmte Leistungsniveaus differenzieren. (Vgl. PESCHEL 2003: 22) Ein Schüler hat also die eigene Wahl, welche Aufgaben er bearbeiteten möchte und in welcher Reihenfolge dies geschehen soll.

Die Lehrkraft kann ihm individuell aber auch bestimmte Lerninhalte nahe legen, die ihrer Meinung die besten Lernergebnisse beim Schüler erzielen würden wie z.B. das Wiederholen von Rechtschreibkarteien, o. Ä.

Im Allgemeinen wird die Freie Arbeit sehr gerne von den Kindern angenommen, da das Material ansprechend hergerichtet ist und auf diese Weise ein abwechslungsreiches Einüben des Lernstoffes ermöglicht. (Vgl. ebd.: 16) Sie gilt jedoch noch nicht als durchgängiges Unterrichtsprinzip, sondern ist lediglich auf Übungsphasen beschränkt, die durch Informationsunterricht bzw. die Einführung bestimmter Inhalte ergänzt werden.

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1.    Werkstattunterricht

Eine Lernwerkstatt findet zu einem bestimmten übergreifenden Thema statt (z. B. Ostern, Winter oder Karneval) und bietet den Kindern eine Lernumwelt, in der sie sich mit einem Thema ausführlich befassen können.

Wie in einer "richtigen" Werkstatt werden Aufträge erarbeitet und es existiert das Ziel, etwas Fertiges herzustellen. Die Lehrkraft hat hierzu eine Anzahl von Angeboten in unterschiedlichen Aufstellungen von Lernsituationen vorbereitet, sodass über eine Werkstattdauer von einer bis mehreren Wochen - oder sogar länger - eine echte Auswahlmöglichkeit für die SchülerInnen bestehen bleibt.

Es stehen ihnen für die Werkstattarbeit angefertigte Materialien zur Verfügung, die an verschiedenen Arbeitsplätzen mit wenigen verpflichtenden und vielen fakultativen Lernangeboten verwendet werden können.

Die Wahl der Aufträge und die Reihenfolge ihrer Bearbeitung wird den SchülerInnen wiederum selbst überlassen und können in der Regel in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit ohne weitere Hilfe erarbeitet werden.

Treten dennoch Fragen auf, steht die Lehrkraft mit Beratung und Unterstützung zur Seite. Gleichzeitig fungiert sie als Moderatorin des gesamten Werkstattgeschehens, führt in die Werkstattarbeit ein, geht mit den Kindern die Stationen einmal durch und regt in der Arbeitsphase (wenn möglich indirekt) zur Arbeit an, indem sie Aufgaben, Anschauungsmaterial, Hilfsmittel für Experimente etc. bereitstellt. (Vgl. REICHEN 1991: 61f aus: PESCHEL 2005: 29).


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