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Der von Kürenber - Ich zoch mir einen Falken .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
German
Document category
Final thesis
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2009
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KS Wissenschaftliches Arbeiten

Dr. Margarethe Payer

SS09

Der von Kürenberg:

Das Falkenlied

Inhaltsverzeichnis

Vorwort.. 3

1. Der von Kürenberg.. 3

2. Überlieferung.. 4

3. Das Gedicht.. 6

3.1. Der Originaltext. 6

3.2. Edition.. 6

3.1. Die Übersetzung.. 7

3.2. Thematik.. 7

3.2.1. Interpretation 1. Strophe: 8

3.2.2. Interpretation 2. Strophe: 9

3.3. Das Frauenbild im Minnesang.. 9

3.4. Formaler Aufbau, Metrik, Satzbau, Klang.. 10

3.5. Perspektive, Gattungsform.. 11

3.5.1. Das Frauenlied: 11

3.5. Bildlichkeit, Topik.. 12

Der Falke. 12

Topik. 12

Termini technici 12

Resümee.. 13

Literaturverzeichnis.. 14

Vorwort

In der folgenden Seminararbeit werde ich mich mit dem Falkenlied des Kürenbergers auseinandersetzen. Ich werde im Zuge dessen sowohl die Thematik als auch die Entstehung genauer betrachten und versuchen den Inhalt zu interpretieren. Wichtig für meine Analyse werden auch der Aufbau des Gedichtes und seine besonderen Merkmale sein.

Ich habe mir für meine Interpretationen Ideen aus diversen Fachliteraturen bezogen, da ich so etwas vorher noch nie gemacht habe. Da ich in meiner Analyse davon ausgegangen bin, dass es sich bei dem Falkenlied um ein Frauenlied handelt, habe ich mich mit dem Frauenbild im Mittelalter genauer beschäftigt.

Um diese Materie genauer durchleuchten zu können, habe ich mir auch hier wieder Fachliteratur besorgt um darüber Bescheid zu wissen.

 

 

1. Der von Kürenberg

 

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Es ist daher nicht möglich den Herkunftsraum und die Identität des Autors mit Bestimmtheit anzugeben.

Man geht jedoch aufgrund der Strophenform seiner Lieder, die der des Nibelungenliedes entspricht, davon aus, dass der Dichter aus dem österreichischen Raum stammt. Man zählt ihn aufgrund dieser Tatasche auch zum donauländischen Minnesang.

Die Literaturgeschichtsschreibung weist das Werk des Kürenbergers trotz der unsicheren Beleglage einheitlich der Frühphase des Minnesangs zu (1150-1160). Als Argumente dafür werden das Fehlen der Hohe-Minne-Thematik und der prinzipielle Einzelstrophencharakter genannt.[1]

2. Überlieferung

Handschrift:

Das Lied ist in der großen Heidelberger Liederhandschrift ('Codex Manesse') überliefert, die in der Universitätsbibliothek Heidelberg aufbewahrt wird (ehem. Bibliotheca Palatina). Der Text findet sich in der Handschrift auf der Rückseite von Blatt 63 in der linken Spalte.

Die Signatur und die genaue Stellenangabe lauten in der Fachliteratur

folgendermaßen: Cod. Pal. germ. 848, fol. 63va oder noch kürzer: cpg 848, fol. 63va, sprich: Codex Palatinus germanicus 848, folio 63 verso a. Anders gesagt hat es die Nummer XXIII (eigentlich 26), bl. 63r (Miniatur) 63v (Text) und befindet sich am Beginn der 7. Lage vor Dietmar von Ast (Aist) und umfasst 15 Strophen.

 

Namensformen:

 

Während die Bildüberschrift mit ‚Der von Kùrenberg’ bezeichnet wird, lautet die Textvorschrift ‚von Kùrenberg’.

 

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das ‚redende Wappen’: blaue Handmühle mit rotem Stiel auf goldenem Grund

In Urkunden des 11. und 12. Jahrhunderts hat man zahlreiche Geschlechter dieses Namens finden können; drei von ihnen bringt man in der Regel mit der Person des Dichters in Zusammenhang, eine genaue Zuweisung konnte bisher nicht erfolgen.

  1. Es gab im 12. Jahrhundert die Dienstmannen der oberbayrischen Grafen von Burghausen und Schalah, vgl. die Schenkungsurkunde von 1166 eines Cunradus de Schalah für das Benediktinerstift Michaelbeuren bei Salzburg. Die mögliche Identität des Kürnbergers wäre in dieser Familie dann entweder Otto oder Purchard de Churnperch oder Heinricus de Churnberch et filii eius Rudgerus et Hainricus.

 

  1. Eine weitere Möglichkeit wären die Dienstmannen der Herren von Wilheringen bei Linz, z.B. ein gewisser Gualtherus de Curnberg, der in einer Urkunde des Klosters Wilhering vom Jahre 1161 vorkommt.[2]

 


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3. Das Gedicht

3.1. Der Originaltext


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3.2. Edition

Ich zôch mir einen valken mêre danne ein jâr.

Dô ich in gezamete, als ich in wollte hân,

und ich im sîn gevidere mit golde wol bewant,

er huop sich ûf vil hôhe und vluoc in anderiu lant.

 

Sît sach ich den valken schône vliegen,

er vuorte an sînem vuoze sîdîne riemen,

und was im sîn gevidere alrôt guldîn.

got sende sî zesamene, die gelieb wllen gerne sîn![3]

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3.1. Die Übersetzung

Ich erzog mir einen Falken, länger als ein Jahr.

Nachdem ich in gezähmt hatte, so wie ich ihn haben wollte,

und ihm dann sein Gefieder mit Gold schön geschmückt hatte,

da schwang er sich auf und flog weg.

Anschließend sah ich den Falken prachtvoll fliegen.

Er trug an seinem Fuß seidene Bänder,

und sein Gefieder war ihm ganz rotgolden.

Gott bringe diejenigen zusammen, die sich gerne lieben wollen.[4]

 

 

3.2. Thematik

Bei den bisherigen Interpretationen des Falkenliedes wurden folgende Möglichkeiten aus den Strophen herausgelesen:

  1. Die Version, dass mit dem Gedicht tatsächlich nur der Verlust des Falken beklagt wird, wurde aus dem einfachen Grund eher ausgeschlossen, da man der Meinung war, dass ein zweistrophiges Gedicht zu schreiben, ein zu großer Aufwand dafür ist, dass man den Verlust eines Falken beklagt.

 

  1. Wenn man den Falken metaphorisch auffasst ergibt sich die Frage, ob er für a) einen Liebesboten (bei Wallner, Wesle, Hatto (der Falke zugleich ein Symbol für die Sehnsucht der Liebenden)
    b) für den Ritter, der im Falken sein eigenes Selbst und seine Ausbildung in der ars amandi apostrophiere: Nordmayer
    c) für einen ungetreuen Geliebten: C. von Kraus (MFU, S. 27)
    d) für ein junges Mädchen: Jansen, der im Falkenlied ein brûtliet sieht und für die Gleichsetzung von valke und Frau auf Str. XV, 1 (MF 10, 17), auf Dietmar, Str. VI (MF 37,4), weiter auf Gottfried von Straßburg u.a. [5]

 

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Man kann jedoch anders als ich von der Möglichkeit ausgehen, dass man es hier mit einer Umkehrung der Rollen zu tun hat, wodurch es dann ein Mann wäre, der die Rolle des Verschmähten zu erleiden hat.

Eine weitere Möglichkeit wäre noch, dass ein Vater den Verlust seiner Tochter beklagt, die durch Heirat ihr Heim verlässt und einem neuen Besitzer und Heger zufliegt. In diesem Fall kann das Falkenlied auch als so genanntes Brautlied gedeutet werden.

Die Interpretation, die man vordergründlich anstellen könnte, nämlich, dass tatsächlich ein entflogener Falke beklagt wird, schließe ich hingegen aus, da sie durch den Überlieferungshintergrund fast ausgeschlossen werden kann: In den Handschriften findet sich das Falkenlied nämlich immer zusammen mit Minneliedern, also Liedern, welche die Liebe thematisieren.

3.2.1. Interpretation 1. Strophe:

In der ersten Strophe des Falkenliedes erzählt das lyrische Ich, das in meiner Analyse eine Frau ist, von der Aufzucht eines Falken. Dies dauerte ein Jahr und als sie ihn mit Gold geschmückt hatte schwang er sich auf und flog davon.

Ich gehe davon aus, dass die Frau eine Liebesbeziehung zu einem Mann hatte, und diese über ein Jahr pflegte. Ich gehe auch davon aus, dass das lyrische Ich die sozial höher gestellte Person in dieser Beziehung war, da sie den Geliebten mit Gold schmückte und herrichtete.

Weiters geht daraus hervor, dass sich der Geliebte nach all der Sorge um ihn schließlich von ihr abwendet und verschwindet.

 

 

3.2.2. Interpretation 2. Strophe:

 


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