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und die Identität des Autors mit Bestimmtheit anzugeben.
Man
geht jedoch aufgrund der Strophenform seiner Lieder, die der des Nibelungenliedes
entspricht, davon aus, dass der Dichter aus dem österreichischen Raum stammt. Man
zählt ihn aufgrund dieser Tatasche auch zum donauländischen Minnesang.
Die
Literaturgeschichtsschreibung weist das Werk des Kürenbergers trotz der unsicheren
Beleglage einheitlich der Frühphase des Minnesangs zu (1150-1160). Als
Argumente dafür werden das Fehlen der Hohe-Minne-Thematik und der prinzipielle
Einzelstrophencharakter genannt.
2. Überlieferung
Handschrift:
Das Lied ist in der großen
Heidelberger Liederhandschrift ('Codex Manesse') überliefert, die in der Universitätsbibliothek
Heidelberg aufbewahrt wird (ehem. Bibliotheca Palatina). Der Text findet sich
in der Handschrift auf der Rückseite von Blatt 63 in der linken Spalte. Die Signatur
und die genaue Stellenangabe lauten in der Fachliteratur
folgendermaßen: Cod. Pal. germ. 848,
fol. 63va oder noch kürzer: cpg 848, fol. 63va, sprich: Codex Palatinus
germanicus 848, folio 63 verso a. Anders gesagt hat es die Nummer XXIII
(eigentlich 26), bl. 63r (Miniatur) 63v (Text) und befindet sich am Beginn der
7. Lage vor Dietmar von Ast (Aist) und umfasst 15 Strophen.
Namensformen:
Während
die Bildüberschrift mit ‚Der von Kùrenberg’ bezeichnet wird, lautet die
Textvorschrift ‚von Kùrenberg’.
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das
‚redende Wappen’: blaue Handmühle mit rotem Stiel auf goldenem Grund
In
Urkunden des 11. und 12. Jahrhunderts hat man zahlreiche Geschlechter dieses
Namens finden können; drei von ihnen bringt man in der Regel mit der Person des
Dichters in Zusammenhang, eine genaue Zuweisung konnte bisher nicht erfolgen.
- Es
gab im 12. Jahrhundert die Dienstmannen der oberbayrischen Grafen von
Burghausen und Schalah, vgl. die Schenkungsurkunde von 1166 eines Cunradus
de Schalah für das Benediktinerstift Michaelbeuren bei Salzburg. Die
mögliche Identität des Kürnbergers wäre in dieser Familie dann entweder Otto
oder Purchard de Churnperch oder Heinricus de Churnberch et filii eius Rudgerus
et Hainricus.
- Eine
weitere Möglichkeit wären die Dienstmannen der Herren von Wilheringen bei
Linz, z.B. ein gewisser Gualtherus de Curnberg, der in einer Urkunde des
Klosters Wilhering vom Jahre 1161 vorkommt.
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3. Das Gedicht
3.1. Der Originaltext
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3.2. Edition
Ich
zôch mir einen valken mêre danne ein jâr.
Dô
ich in gezamete, als ich in wollte hân,
und
ich im sîn gevidere mit golde wol bewant,
er
huop sich ûf vil hôhe und vluoc in anderiu lant.
Sît
sach ich den valken schône vliegen,
er
vuorte an sînem vuoze sîdîne riemen,
und
was im sîn gevidere alrôt guldîn.
got
sende sî zesamene, die gelieb wllen gerne sîn!
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3.1. Die Übersetzung
Ich
erzog mir einen Falken, länger als ein Jahr.
Nachdem
ich in gezähmt hatte, so wie ich ihn haben wollte,
und
ihm dann sein Gefieder mit Gold schön geschmückt hatte,
da
schwang er sich auf und flog weg.
Anschließend
sah ich den Falken prachtvoll fliegen.
Er
trug an seinem Fuß seidene Bänder,
und
sein Gefieder war ihm ganz rotgolden.
Gott
bringe diejenigen zusammen, die sich gerne lieben wollen.
3.2.
Thematik
Bei
den bisherigen Interpretationen des Falkenliedes wurden folgende Möglichkeiten
aus den Strophen herausgelesen:
- Die
Version, dass mit dem Gedicht tatsächlich nur der Verlust des Falken beklagt
wird, wurde aus dem einfachen Grund eher ausgeschlossen, da man der
Meinung war, dass ein zweistrophiges Gedicht zu schreiben, ein zu großer
Aufwand dafür ist, dass man den Verlust eines Falken beklagt.
- Wenn
man den Falken metaphorisch auffasst ergibt sich die Frage, ob er für a)
einen Liebesboten (bei Wallner, Wesle, Hatto (der Falke zugleich ein Symbol
für die Sehnsucht der Liebenden)
b) für den Ritter, der im Falken sein eigenes Selbst und seine Ausbildung
in der ars amandi apostrophiere: Nordmayer
c) für einen ungetreuen Geliebten: C. von Kraus (MFU, S. 27)
d) für ein junges Mädchen: Jansen, der im Falkenlied ein brûtliet sieht
und für die Gleichsetzung von valke und Frau auf Str. XV, 1 (MF 10, 17),
auf Dietmar, Str. VI (MF 37,4), weiter auf Gottfried von Straßburg u.a.
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Man
kann jedoch anders als ich von der Möglichkeit ausgehen, dass man es hier mit
einer Umkehrung der Rollen zu tun hat, wodurch es dann ein Mann wäre, der die
Rolle des Verschmähten zu erleiden hat.
Eine weitere Möglichkeit wäre noch,
dass ein Vater den Verlust seiner Tochter beklagt, die durch Heirat ihr Heim
verlässt und einem neuen Besitzer und Heger zufliegt. In diesem Fall kann das
Falkenlied auch als so genanntes Brautlied gedeutet werden.
Die Interpretation, die man
vordergründlich anstellen könnte, nämlich, dass tatsächlich ein entflogener Falke
beklagt wird, schließe ich hingegen aus, da sie durch den Überlieferungshintergrund
fast ausgeschlossen werden kann: In den Handschriften findet sich das
Falkenlied nämlich immer zusammen mit Minneliedern, also Liedern, welche die
Liebe thematisieren.
3.2.1.
Interpretation 1. Strophe:
In
der ersten Strophe des Falkenliedes erzählt das lyrische Ich, das in meiner
Analyse eine Frau ist, von der Aufzucht eines Falken. Dies dauerte ein Jahr und
als sie ihn mit Gold geschmückt hatte schwang er sich auf und flog davon.
Ich
gehe davon aus, dass die Frau eine Liebesbeziehung zu einem Mann hatte, und
diese über ein Jahr pflegte. Ich gehe auch davon aus, dass das lyrische Ich die
sozial höher gestellte Person in dieser Beziehung war, da sie den Geliebten mit
Gold schmückte und herrichtete. Weiters geht daraus hervor, dass sich der
Geliebte nach all der Sorge um ihn schließlich von ihr abwendet und
verschwindet.
3.2.2.
Interpretation 2. Strophe:
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