Der
Lernbegriff
- die
hier vorgestellte Lernauffassung kann als dualistische Lerntheorie bezeichnet
werden: Lernprozesse, die von außen gesteuert werden und Lernprozesse, die von
innen gesteuert werden
- Grundlagenwissenschaft
und Anwendungsbezug
- psychologischer
Sachverstand sollte nicht mehr nur zur Beschreibung und Erklärung, sondern auch
zur Optimierung individuellen Verhaltens und Erlebens eingesetzt werden
- Lernen und Gedächtnis
- Gemeinsam
ist allen Lernprozessen die Erfahrungsbildung (im Alltag wie auch Schule etc.);
davon abzuheben sind durch Vererbung festgelegte und im Verlauf der Reifung
auftretende Verhaltensmöglichkeiten
- die
Begriffe Lernen und Gedächtnis beschreiben nicht zwei unterschiedliche
Erscheinungen: Lernen meint die Prozesse der Aneignung und Gedächtnis die
Vorgänge der Speicherung und des Abrufs à menschliche
Informationsverarbeitung ist eine andere Bezeichnung für Lernen und Gedächtnis
Außensteuerung und
Innensteuerung
- Feldtheorie
von Lewin: Menschliche Aktivität kann als Anpassung an die Umwelt (d.h.
Verhalten ist stark durch Umweltreize kontrolliert à
Außensteuerung) oder als aktive Gestaltung der Umwelt (d.h. Aktivität geht von
der Person aus à Innensteuerung) bezeichnet werden
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- Im
Zuge der außen- oder innengesteuerten Auseinandersetzung mit der Umwelt kommt
es zur Bildung von Erfahrungen, die künftige Aktivitäten beeinflussen =
wesentlichstes Merkmal des Lernens
Lernen ist dispositionell
- Lernen
ist durch relativ überdauernde Veränderungen im Organismus gekennzeichnet à
eigentliches Lernen besteht im Erwerb von Dispositionen, d.h. Verhaltens- und
Handlungsmöglichkeiten: der Lerner kann sich nach Abschluss eines Lernprozesses
anders verhalten, anders denken, anders wollen, anders handeln
- Lernen
meint sowohl den Erwerb einzelner, isolierter Dispositionen als auch den Aufbau
einer komplexen Persönlichkeit durch die Aneignung der menschlichen Kultur in
einem individuellen Lebensweg
Zusammenfassung
- gemeinsames
Merkmal von Lernprozessen ist Erfahrungsbildung, Erfahrungen können unmittelbar
gewonnen oder sozial vermittelt sein
- die
Auseinandersetzung mit der Umwelt kann mehr außen- oder innengesteuert sein
- beim
Lernen kommt es zur Ausbildung von Dispositionen, d.h. zur Fähigkeit, bestimmte
Leistungen zu erbringen
- Grundformen des Lernens
Vier grundlegende Lernformen
- Reiz-Reaktions-Lernen:
Aufbau von Verbindungen zwischen Reizen und Reaktionen
- Instrumentelles
Lernen: Aufbau von Verbindungen zwischen Verhalten und nachfolgenden
Konsequenzen
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- Lernen
von Handeln und Problemlösen: Aufbau von Verbindungen zwischen Wissen und
Aktivität
- à je
komplexer ein Lernphänomen ist, desto wahrscheinlicher ist es, mehrere
Lerntheorien zur Erklärung heranzuziehen, allerdings steht bei der Analyse von
Lernprozessen meist eine Sichtweise im Vordergrund
Dualistische Lerntheorie
- es
werden hier die zwei Hauptkategorien Außensteuerung und Innensteuerung
unterschieden, die wiederum in Unterkategorien gegliedert werden und zwar
Reiz-Reaktions-Lernen und instrumentelles Lernen, bzw. kognitives Lernen im
engeren Sinn und Handeln und Problemlösen
- Weitere Gesichtspunkte
Übung und Transfer
Übung
- erst
nach einer Reihe von Wiederholungen wird ein abschließendes Ergebnis erzielt,
besonders deutlich ist die Bedeutung von Wiederholungen bei motorischen und
kognitiven Fertigkeiten
- Übungen
kommen in zwei Formen vor:
1. mechanisches
Lernen: Übung als relativ unveränderte Wiederholung des Lernvorgangs,
wichtigste Funktion: dem Vergessen entgegenwirken
2. elaborierendes
Lernen: variantenreiche Übungsform, wichtigste Funktion: Elaboration, d.h. die
weitere Ausarbeitung des Lerngegenstands (identisch mit Assimilation) à
erst durch elaborierende Übung wird das differenzierte Endergebnis erreicht
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- Mechanisches
Üben kann die Flexibilität des Denkens einschränken (Schema F), elaborierende
Übung erhöht die Flexibilität (Vertiefung, Transfer,..)
Transfer
- Vorstellung:
Lernvorgänge so zu organisieren, dass nachfolgende günstig beeinflusst werden
(Lernübertragung als positiver Transfer)
- Hierzu
gibt es mehrere Auffassungen:
- Theorie
der formalen Bildung: das allgemeine geistige Vermögen soll gestärkt werden
(logisches Denken durch klassische Sprachen oder Mathematikunterricht) à
heute geht man von bereichsspezifischen Transfer aus
- Theorie
der identischen Elemente: Transfer ist umso mehr zu erwarten, je mehr Elemente
einer Aufgabensituation mit einer anderen identisch sind
- Strukturalistische
Transfertheorie: Einsichten in strukturelle Zusammenhänge in neuen Lern- und
Problemsituationen gelangen zur Anwendung à Schwierigkeit: der Lerner
muss die Ähnlichkeit der aktuellen Situation mit einer relevanten Struktur
erkennen
Übung und Transfer
- wichtige
Art des Transfers ist es, Sachwissen (deklaratives Wissen) in Handlungswissen
(prozedurales Wissen ) zu überführen = Prozeduralisierung
- à
erst die Übung der Anwendung schafft die Voraussetzung für den späteren
selbständigen Transfer; so sind auch Trainings aufgebaut
Parabewusste Beeinflussung
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- inzidentelles
Lernen ist eine Erfahrungsbildung, die nicht beabsichtigt (intentional) ist,
sondern beiläufig, zufällig
- beim
intentionalen Lernen richtet sich die bewusste Aufmerksamkeit nur auf weniges
Merkmale, die sorgfältig analysiert werden à beim unbewussten Lernen
werden viele Merkmale registriert, aber nicht genau analysiert: dieses
intuitive Wissen kann z.T. auch nicht sprachlich ausgedrückt werden à die
kognitive Repräsentation dieses Lernens besteht vorrangig aus Bildern
- auch
bei intentionalem Lernen ist die Lernsituation immer dadurch gekennzeichnet,
dass beiläufig auch periphere Reize mit einem geringen Grad an Bewusstheit
verarbeitet werden
Präsentation und
Repräsentation
- Lehre
ist immer nur ein Angebot und kann daher misslingen à
erfolgreich gelernt wird nur, wenn es dem Lerner gelingt, die äußerlich
präsentierte Struktur der Information innerlich in eine adäquate Repräsentation
zu überführen
Zusammenfassung
- die
Bedeutung der Übung für kognitives Lernen wird unterschätzt à
besonders der Transfer auf Anwendungssituationen muss ausdrücklich geübt werden
- Nicht
alle Lernvorgänge sind klar bewusst und beabsichtigt à
parabewusste Informationsverarbeitung findet insbesondere bei nonverbaler
Kommunikation und in der Werbung statt
- Neue Lernkonzepte
Direkte Instruktion
Lehre
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