Der Knabe im
Moor
5.
Hausaufgabe
„Der Knabe im
Moor“ ist eines der bekanntesten Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff aus
dem Jahre 1841.
Das Gedicht
gehört zu der Reihe der „Heidebilder“, die den Kern der Naturlyrik Droste-
Hülshoffs bilden. Diese entstanden auf der Meersburg am Bodensee, wo die
Autorin einige Zeit bei ihrer Schwester lebte. Die Heidebilder sind ein
Gedichtzyklus von insgesamt zwölf Gedichten und thematisieren die westfälische
Heidelandschaft in ihren unterschiedlichsten Zuständen, von der Idylle bis zur
Bedrohlichkeit, wie bei „der Knabe im Moor“.
Rein äußerlich
besteht das Gedicht aus sechs Strophen zu je acht Versen. Das Reimschema jeder
Strophe lautet: ababccab. Die ersten vier Verse weisen einen Kreuzreim auf, die
Verse fünf und sechs einen Paarreim, Vers sieben und acht bilden wieder einen
Kreuzreim als Nachklang der Verse eins bis vier. Die männlichen Kadenzen
überwiegen in dem Gedicht.
Das Metrum des
Werkes ist als Jambus anzusehen. „Die Verse mit a- und c- Reimen sind vierhebig,
während die Verse mit b-Reimen dreihebig sind.“ Die Senkungen des Jambus
sind unterschiedlich, da sie „mit einer oder zwei Silben gefüllt“
werden.
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bezieht sich aber wieder auf den ersten Vers des Gedichts: „O schaurig war's in
der Heide“.
Das Gedicht
handelt von einem Jungen, dessen Heimweg von der Schule durch das Moor führt.
Das Moor
erscheint ihm unheimlich und er fürchtet Geister könnten darin verborgen sein,
die schaurige Geräusche verursachen.
Der Nebeldunst
und die Atmosphäre im Moor bereiten ihm zusätzlich Angst, sodass er zitternd,
seine Fibel fest in der Hand geklammert hindurch rennt, als würde er gejagt
werden. Er läuft und lauscht ängstlich aber aufmerksam dem umliegenden
Geschehen. Endlich entdeckt er ein Licht und kann dem Moor entkommen. Bevor er
es jedoch endgültig verlässt, wirft er einen letzten scheuen Blick zurück in
die Dunkelheit.
Die Geschichte
des Jungen wird von einer, von der Autorin geschaffenen auktorialen Erzählfigur
berichtet, die
alles weiß und das Geschehen kommentiert.
In der ersten
Strophe des Werkes beschreibt der Erzähler die unheimliche und angsteinflößende
Atmosphäre des Moors, „wenn es wimmelt vom Heiderauche.“
Kennzeichnend dafür verwendet er das Wort „schaurig“, das Schrecken und Angst
vermittelt.
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dem Leser mithilfe der Verben „zischt“, „singt“ und „knistert“ akustische
Eindrücke vermittelt.
Die beschriebene
schaurige Vorstellung beim Gang über das Moor verbirgt dennoch eine gewisse
Spannung, Neugier und Abenteuerlust. Diese lässt sich ebenfalls an dem Wort
„schaurig“ bemerken und zeigt sich durch den letzten Vers der ersten Strophe
„wenn das Röhricht knistert im Hauche“.
Erst in der
zweiten Strophe erfährt der Leser, dass es sich um die Eindrücke und
Wahrnehmungen eines Jungen handelt, der das Moor durchquert. „Fest hält die
Fibel das zitternde Kind“, der erste Vers der zweiten Strophe, verdeutlicht die
Angst des Knaben. Er klammert sich an sein Schulbuch, um einen Halt zu finden,
in dieser für ihn noch ausweglosen Situation.
Das Kind sucht
nach Geborgenheit und Schutz „und rennt als ob man es jage“. Die
Bedrohlichkeit, die der Junge aus seiner Umgebung entnimmt, macht sich auch an
den Geräuschen, die er wahrnimmt bemerkbar, „was raschelt drüben am Hage?“ Er
vermutet Geistergestalten hinter den Geräuschen im Gestrüpp wie den
Gräberknecht, eine Spukgestalt des betrügerischen Knechtes, der als Strafe für
sein betrügerisches Leben zum Geist wurde.
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In der darauf
folgenden dritten Strophe wird das Naturbild beschrieben, das den Jungen
umgibt, ihm allerdings feindlich und bedrohlich erscheint. So werden
beispielweise aus den ihn umgebenden Grashalmen „Riesenhalme wie Speere“.
Dieser Vergleich verstärkt widerum das Motiv der inneren Furcht und Bedrohung,
die das Kind empfindet. Seine Angst verzerrt die Wirklichkeit, sodass ihm Dinge
viel größer erscheinen als sie tatsächlich sind. Die Sinneswahrnehmungen des
Jungen werden von der Autorin durch Verben, wie „rieselt“ und „knistert“
vermittelt. Im sechsten Vers der dritten Strophe erscheint ihm eine weitere
gespenstige Gestalt, „die unselige Spinnerin“.
Während der
Junge weiter läuft, verstärkt sich seine Angst verfolgt und gefangen zu werden,
„voran als woll` es ihn holen.“ Die Anapher „voran, voran“ zeigt den
Drang des Jungen, dem Moor durch seinen Lauf endlich entkommen zu können. Aus
den Geräuschen, die seine Tritte in den nassen Boden bewirken, entnimmt er den
Klang einer „gespenstige[n] Melodei“. Er vermutet, dass diese von dem
Geigemann stammt, ein Spielmann, der der Sage nach, auf einer Hochzeit den
„Hochzeitheller“ gestohlen hatte und daraufhin verflucht worden war.
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vermittelt die Autorin dem Leser erneut einen akustischen Eindruck.
Der Knabe rennt
„wie ein wundes Reh“ davon und versinkt beinahe im Sumpf, „wär nicht ein
Schutzengel in seiner Näh“. Der Schutzengel, der den Jungen vor
dem Tod bewahrt ist die Wende zum Guten für das Kind und damit seine Rettung.
Endlich festigt
sich der Boden und der Junge gelangt an das Ende des Moors, wo er ein Feld und
eine leuchtende Lampe erblickt. Diese scheint der lang ersehnte
Lichtblick zu sein, der Wärme und Geborgenheit symbolisiert, da er ihn als „so
heimatlich“ wahrnimmt. Als Zeichen seiner großen Erleichterung atmet er tief
auf. Bevor er das Moor verlässt wirft er jedoch noch einen scheuen Blick zurück
um sich bewusst zu machen:“Ja, im Geröhre war´s fürchterlich / O schaurig war´s
in der Heide.“ An dieser Stelle wird, durch den
Doppelpunkt angedeutet, der Gedanke des Jungen wörtlich geschildert. Die Angst,
die ihn durch das Moor getrieben hat, scheint ihn jedoch noch nicht losgelassen
zu haben, da er „noch immer“ zurückblickt. Vermutlich versucht er mit diesem
Blick die Kontrolle darüber zu wahren, was hinter ihm geschieht. Die
Verfolgungsangst lässt ihn trotz des heimatlichen Lichtblicks nicht los.
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