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Der Knabe im Moor - Annette von Droste-Hülshoff .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
German
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Abstract
University, School
Universität zu Köln
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2009
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Der Knabe im Moor

5. Hausaufgabe

„Der Knabe im Moor“ ist eines der bekanntesten Gedichte von Annette von Droste-Hülshoff aus dem Jahre 1841.

Das Gedicht gehört zu der Reihe der „Heidebilder“, die den Kern der Naturlyrik Droste- Hülshoffs bilden. Diese entstanden auf der Meersburg am Bodensee, wo die Autorin einige Zeit bei ihrer Schwester lebte. Die Heidebilder sind ein Gedichtzyklus von insgesamt zwölf Gedichten und thematisieren die westfälische Heidelandschaft in ihren unterschiedlichsten Zuständen, von der Idylle bis zur Bedrohlichkeit, wie bei „der Knabe im Moor“.

Rein äußerlich besteht das Gedicht aus sechs Strophen zu je acht Versen. Das Reimschema jeder Strophe lautet: ababccab. Die ersten vier Verse weisen einen Kreuzreim auf, die Verse fünf und sechs einen Paarreim, Vers sieben und acht bilden wieder einen Kreuzreim als Nachklang der Verse eins bis vier. Die männlichen Kadenzen überwiegen in dem Gedicht.

Das Metrum des Werkes ist als Jambus anzusehen. „Die Verse mit a- und c- Reimen sind vierhebig, während die Verse mit b-Reimen dreihebig sind.“1 Die Senkungen des Jambus sind unterschiedlich, da sie „mit einer oder zwei Silben gefüllt“2 werden.

 

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Die Schlusszeile der sechsten Strophe hingegen endet im Präteritum, bezieht sich aber wieder auf den ersten Vers des Gedichts: „O schaurig war's in der Heide“.

Das Gedicht handelt von einem Jungen, dessen Heimweg von der Schule durch das Moor führt.

Das Moor erscheint ihm unheimlich und er fürchtet Geister könnten darin verborgen sein, die schaurige Geräusche verursachen.

Der Nebeldunst und die Atmosphäre im Moor bereiten ihm zusätzlich Angst, sodass er zitternd, seine Fibel fest in der Hand geklammert hindurch rennt, als würde er gejagt werden. Er läuft und lauscht ängstlich aber aufmerksam dem umliegenden Geschehen.

Endlich entdeckt er ein Licht und kann dem Moor entkommen. Bevor er es jedoch endgültig verlässt, wirft er einen letzten scheuen Blick zurück in die Dunkelheit.

Die Geschichte des Jungen wird von einer, von der Autorin geschaffenen auktorialen Erzählfigur

berichtet, die alles weiß und das Geschehen kommentiert.

In der ersten Strophe des Werkes beschreibt der Erzähler die unheimliche und angsteinflößende Atmosphäre des Moors, „wenn es wimmelt vom Heiderauche.“3 Kennzeichnend dafür verwendet er das Wort „schaurig“, das Schrecken und Angst vermittelt.

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Diese Veranschaulichung gelingt der Autorin, indem sie dem Leser mithilfe der Verben „zischt“, „singt“ und „knistert“ akustische Eindrücke vermittelt.

Die beschriebene schaurige Vorstellung beim Gang über das Moor verbirgt dennoch eine gewisse Spannung, Neugier und Abenteuerlust. Diese lässt sich ebenfalls an dem Wort „schaurig“ bemerken und zeigt sich durch den letzten Vers der ersten Strophe „wenn das Röhricht knistert im Hauche“.

Erst in der zweiten Strophe erfährt der Leser, dass es sich um die Eindrücke und Wahrnehmungen eines Jungen handelt, der das Moor durchquert. „Fest hält die Fibel das zitternde Kind“, der erste Vers der zweiten Strophe, verdeutlicht die Angst des Knaben.

Er klammert sich an sein Schulbuch, um einen Halt zu finden, in dieser für ihn noch ausweglosen Situation.6

Das Kind sucht nach Geborgenheit und Schutz „und rennt als ob man es jage“.7 Die Bedrohlichkeit, die der Junge aus seiner Umgebung entnimmt, macht sich auch an den Geräuschen, die er wahrnimmt bemerkbar, „was raschelt drüben am Hage?“ Er vermutet Geistergestalten hinter den Geräuschen im Gestrüpp wie den Gräberknecht, eine Spukgestalt des betrügerischen Knechtes, der als Strafe für sein betrügerisches Leben zum Geist wurde.

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In der darauf folgenden dritten Strophe wird das Naturbild beschrieben, das den Jungen umgibt, ihm allerdings feindlich und bedrohlich erscheint. So werden beispielweise aus den ihn umgebenden Grashalmen „Riesenhalme wie Speere“.10 Dieser Vergleich verstärkt widerum das Motiv der inneren Furcht und Bedrohung, die das Kind empfindet.

Seine Angst verzerrt die Wirklichkeit, sodass ihm Dinge viel größer erscheinen als sie tatsächlich sind. Die Sinneswahrnehmungen des Jungen werden von der Autorin durch Verben, wie „rieselt“ und „knistert“ vermittelt. Im sechsten Vers der dritten Strophe erscheint ihm eine weitere gespenstige Gestalt, „die unselige Spinnerin“.

Während der Junge weiter läuft, verstärkt sich seine Angst verfolgt und gefangen zu werden, „voran als woll` es ihn holen.“11 Die Anapher „voran, voran“ zeigt den Drang des Jungen, dem Moor durch seinen Lauf endlich entkommen zu können.

Aus den Geräuschen, die seine Tritte in den nassen Boden bewirken, entnimmt er den Klang einer „gespenstige[n] Melodei“.12 Er vermutet, dass diese von dem Geigemann stammt, ein Spielmann, der der Sage nach, auf einer Hochzeit den „Hochzeitheller“ gestohlen hatte und daraufhin verflucht worden war.13

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Durch den erwähnten „Seufzer“ vermittelt die Autorin dem Leser erneut einen akustischen Eindruck.

Der Knabe rennt „wie ein wundes Reh“ davon und versinkt beinahe im Sumpf, „wär nicht ein Schutzengel in seiner Näh“.15 Der Schutzengel, der den Jungen vor dem Tod bewahrt ist die Wende zum Guten für das Kind und damit seine Rettung.

Endlich festigt sich der Boden und der Junge gelangt an das Ende des Moors, wo er ein Feld und eine leuchtende Lampe erblickt.16 Diese scheint der lang ersehnte Lichtblick zu sein, der Wärme und Geborgenheit symbolisiert, da er ihn als „so heimatlich“ wahrnimmt.

Als Zeichen seiner großen Erleichterung atmet er tief auf. Bevor er das Moor verlässt wirft er jedoch noch einen scheuen Blick zurück um sich bewusst zu machen:“Ja, im Geröhre war´s fürchterlich / O schaurig war´s in der Heide.“ 17An dieser Stelle wird, durch den Doppelpunkt angedeutet, der Gedanke des Jungen wörtlich geschildert.

Die Angst, die ihn durch das Moor getrieben hat, scheint ihn jedoch noch nicht losgelassen zu haben, da er „noch immer“ zurückblickt. Vermutlich versucht er mit diesem Blick die Kontrolle darüber zu wahren, was hinter ihm geschieht. Die Verfolgungsangst lässt ihn trotz des heimatlichen Lichtblicks nicht los.


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