DER ISLAM
DIE ALTARABISCHE WELT
Die Sandsteppen Arabiens waren ein abgelegenes Gebiet, durch
das Beduinen nomadenhaft in Sippen durchzogen. Der Einzelne war recht- und
schutzlos, nur im Stamm bot sich ihm Sicherheit. Es war erlaubt und sogar
ehrenhaft, andere Stämme zu überfallen und zu berauben. Allerdings galten 4
Monate im Jahr als heilig, in denen Fehden und Gewaltanwendung an Kultorten
verboten waren. Daher herrschten in der Oasenstadt Mekka ständig Frieden und
die Geschäfte liefen gut.
In Mekka herrschte der Stamm der Kuraisch, welche die Stadt
angeblich erbaut haben.
Über das Heiligtum Mekkas, die Kaaba, gibt es eine
alte Legende:
Einst wanderte Adam durch Arabien, kam nach Mekka und
erblickte einen weißen, leuchtenden Stein. Dieser erinnerte ihn an seinen
Ursprung, als er noch im Glanze Gottes lebte. Daraufhin wollte er, dass all
seine Nachkommen an diesen Ort pilgern, damit sie ihren göttlichen Ursprung
nicht vergessen. So schritt Adam siebenmal um den Stein und rief den Namen
Gottes aus. Dann baute er ein würfelförmiges Haus um den Stein.
Kaaba = Würfel = Haus Gottes
Noahs Arche schwamm siebenmal um die heilige Stätte herum.
Durch die Flut blieben nur die Fundamente erhalten. Der Engel Gottes rettete
den heiligen Stein.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Er baute es wieder auf und empfang vom Engel den
Stein zurück, der aus Trauer über den Götzendienst schwarz geworden war.
Die Kaaba in Mekka gab es aber schon vor der Legende. Aus
der Oase im Tal einer Sandsteppe wurde eine reiche Handelsstadt. Die Kuraisch
blieben Herren der Stadt und verlangten Wucherpreise für Lebensmittel während
die übrige Bevölkerung verarmte.
MOHAMMED
Mohammed wurde 570 n. Chr. In Mekka in einer Familie der
verarmten Kuraisch geboren. Der Vater starb vor seiner Geburt; die Mutter als
er 6 Jahre alt war. So lebte er bei seinem Großvater und nach dessen Tod beim
Onkel Abu Talib, welcher zu den einflussreichsten Handelsleuten der Stadt
gehörte. Mohammed leitete bald dessen Karawanen und wurde geschätzt. Er bekam
den Beinamen Amin, der Treue.
Chadidscha, die reichste und vornehmste Frau der Kuraisch,
machte Mohammed den Vorschlag in ihre Dienste zu treten. Das Geschäft der Witwe
blühte weiter auf, woraufhin sie Mohammed die Ehe anbot. Sie war damals 40 Jahre
alt und Mohammed 25.
Die beiden hatten eine glückliche Ehe, obwohl Mohammed sich
eigenartig verhielt, da er die Wahrheit suchte. Er verlor die Freude an den
Handelsgeschäften und am reichen Leben, doch Chadidsch ließ ihn gewähren.
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Ibn Ishaq, der die älteste Lebensbeschreibung Mohammeds
(etwa 120 Jahre nach dessen Tod) überliefert, berichtet über die heiligste
Nacht in Mohammeds Leben, die Nacht Al-Kadr, folgendes:
Als Mohammed schlief, kam der Engel Gabriel zu ihm mit einem
Tuch, worauf etwas geschrieben stand. Er wollte, dass Mohammed es liest. Dieser
antwortete, er kann es nicht lesen. Der Engel presste das Tuch auf ihn und
würgte ihn. Dann ließ er ihn los, fragte noch einmal und würgte Mohammed nach
dessen Verneinung wieder. Das Gleiche geschah noch einmal.
Angstvoll fragte Mohammed den Engel dann, was er denn lesen
solle. Da sprach der Engel, dass er im Namen des Herrn lesen solle. Mohammed
wiederholte die Worte des Engels, woraufhin dieser sich entfernte. Mohammed
erwachte und es war ihm, „als wären ihm die Worte ins Herz geschrieben...“
Chadidscha sandte währenddessen Boten aus, um nach ihm zu
suchen, die jedoch erfolglos zurückkehrten. Als Mohammed wieder zurück war,
erzählte er alles seiner Frau. Diese sagte daraufhin, er soll sich freuen und
standhaft sein. Sie hoffte, dass er Prophet des Volkes werde.
Eine andere Überlieferung:
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Wenn die Verse, die er nachsprechen sollte, in ihn
eindrangen, stürzte er zu Boden, als läge ein erdrückendes Gewicht auf ihm.
Dann erhob er sich und trug die Botschaft vor.
DIE VERKÜNDIGUNG DES ISLAM
Die Zahl der Anhänger Mohammeds wuchs. Zuerst trafen sie
sich außerhalb Mekkas zum Gebet, doch später sprach Mohammed öffentlich im Hof
der Kaaba, wo ihm auch die Kuraisch zuhörten.
Er sagte den Menschen, dass sie ihr Herz eng gemacht haben
und daher vor Gott Rechenschaft ablegen müssen.
Die Meinungen über Mohammed gingen auseinander. Als er aber
gegen den Vielgötterkult in Mekka predigte, brach offene Feindschaft aus. Die
führenden Männer der Kuraisch holten Mohammed zu sich und fragten ihn, was er
will (Geld, ein Königreich, Arznei gegen seine Besessenheit), damit er endlich
aufhört zu predigen. Er sagte aber, dass er nichts will; er will nur Gottes
Botschaft verkünden.
Die Kuraisch entgegneten ihm, dass sie ihn nicht in Ruhe
lassen werden. Aber sie unternahmen nichts gegen ihn, da er zu ihrem Stamm
gehörte und Abu Talib (sein Onkel) ihn schützte.
DIE HIDSCHRA
Einmal traf Mohammed auf der Karawanenstraße 6 Männer aus Yathrib
(300 km nördlich von Mekka). Sie hörten ihm zu und erzählten, dass in ihrer
Stadt viele Juden mit den Arabern zusammenleben. Die Juden seien die „Besitzer
der Schrift“. Wieder zuhause erzählten sie allen von Mohammed.
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Durch Mohammed entstand eine Gemeinschaft der Muslime, die Umma.
Die religiöse Gemeinschaft gewährte den Schutz, den bis dahin der eigene Stamm
gewährt hatte. Mohammed schrieb eine Urkunde, die das Leben in der Stadt neu
ordnen sollte. Darin sagt er, dass Gottes Schutz und Friede der einzige sei.
Den Kuraisch wird kein Schutz gewährt. Niemand, der in diesen Bund eingetreten
ist, darf ihn brechen.
Yathrib bekam den neuen Namen Medina, Stadt des Propheten.
DIE NEUE GEMEINSCHAFT
Stämme und Sippen boten den Menschen damals Zusammenhalt und
Sicherheit. Als Mohammed und seine Anhänger aber von Mekka nach Medina zog, waren
sie aus dem Schutz ihres Stammes ausgezogen und daher rechtlos. Nun aber sollte
der Islam das Gemeinschaftsband aller werden, die Umma, welche jeden Einzelnen
umschließt. Die neue Gemeinschaft sollte für jeden Hilfsbedürftigen eintreten,
daher sollte jeder, je nach seinem Einkommen, Almosen geben.
JUDEN, CHRISTEN UND MUSLIME
Durch den Einfluss der Juden hatte der altarabische
Götterkult in Medina schon seine Kraft verloren, sodass für Mohammeds Botschaft
der Weg gebahnt war. Er hatte erstmals mit Juden näher Kontakt und schätzte sie
hoch als „Besitzer der Schrift“. Viele von seinen Bräuchen knüpfte er an
jüdische Ordnungen an: Hinter dem islamischen Freitagsgottesdienst steht die
jüdische Sabbatfeier; auch die Einrichtung des regelmäßigen Gebets ist jüdisch
beeinflusst.
Über den Gebetsruf vom Minarett berichtet Ibn Ishaq:
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