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Der Einfluss auf das Gelingen von Identität der jungen Alten durch deren freiwillige Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen (Page 9).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Social Pedagogy
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Diploma thesis
University, School
Katholische Stiftungsfachhochschule in München
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2007
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Hinsichtlich des ‚Kontakt-, Kooperations- und Aktivitätsspielraums’ zeigen sich die gesellschaftlichen Entwicklungen deutlich in einer Verschiebung bezüglich der Funktionen, sowie des Ressourcenaustausches innerhalb der sozialen Netze und erst sekundär in einer quantitativen Veränderung der Beziehungen (BMFSFJ 2001: 212).

Die Individualisierungs- und Singularisierungsprozesse gehen nicht zwangsläufig mit einer allgemeinen Abnahme an sozialen Beziehungen und Vereinzelung von älteren Menschen einher. Vielmehr verweisen sie auf ein durchschnittlich größeres Netz eigeninitiierter sozialer Beziehungen und deren sozial ungleichen Verteilung.

Es wird zudem deutlich, dass weniger die Größe eines sozialen Netzes als vielmehr die Qualität der dortigen Beziehungen ausschlaggebend für ein zufriedenstellendes soziales Netzwerk ist (Backes 1997: 208). Unter der älteren Bevölkerungsgruppe sind von der Singularisierung in der Mehrheit Frauen betroffen.

Im Jahr 1998 lebten 44% der über 60jährigen Frauen in Einzelpersonenhaushalten, die Männer bildeten dagegen mit nur 15% einen wesentlich kleineren Anteil, was in erster Linie mit der Verwitwung im hohen Alter zusammenhängt und somit insbesondere die Frauen betrifft (BMFSFJ 2001: 214). Nach Modellrechnungen wird allerdings aufgrund der Zunahme alleinlebender Männer der Anteil alleinlebender Witwen erheblich zurückgehen, so dass von einer in Zukunft stärkeren Singularisierung von Frauen durch Verwitwung nicht ausgegangen werden kann (ebd. 220 f.).

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Von der Altersgruppe der 65 bis 79jährigen zeigt sich bei den Alleinlebenden zwischen den Jahren 2000 bis 2040 ein Anstieg um 23,8% und bei den Älteren von über 80 Jahren ein Plus von 5,2% (ebd. 219). Die Familie und auch die Partnerin oder der Partner bilden in dem Leben der älteren Menschen nach wie vor einen zentralen Stellenwert und werden als primäre Ressourcen- und Unterstützungsquelle gesehen (ebd. 211).

Auf Grund der Zunahme alleinlebender älterer Menschen ist jedoch zu erwarten, dass in Zukunft die nichtfamilialen Netzwerkbeziehungen weiter an Bedeutung gewinnen werden, aber von diesen die Ressourcen nicht in dem gleichen Maß wie von den familialen Netzwerken bereitgehalten werden können (ebd. 232.). Gleichzeitig muss in Folge der abnehmenden partnerschaftlichen und familialen Beziehungen von einer „fragiler werdenden sozialen Integration alter Menschen“ (ebd. 221) ausgegangen werden.

Mit Blick auf den vollstationären Bereich gewinnt das Heim ab dem 75. Lebensjahr vor allem für Frauen an Bedeutung, welches in den alten Bundesländern im Jahre 1998 für 10,3% der 75jährigen Frauen den zentralen Wohn- und Lebensort darstellte (ebd. 212). Von den Heimbewohnerinnen erhält gemäß der Pflegeversicherungsstatistik etwa jede Zweite in der Regel ein- bis mehrmals wöchentlich Besuch von Verwandten oder Bekannten und circa 70% haben häufigen Kontakt zu Menschen auf der Station (ebd. 229).

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass anhand der dargelegten Daten in dem „Einkommensspielraum“ eine kollektive Ungleichheit von Frauen speziell im hohen und hochaltrigen Alter zu erkennen ist, die sich durch ein geringeres Einkommen und eine größere finanzielle Abhängigkeit sozialstaatlicher Leistungen zeigt.

Die Einkommensarmut im Alter(n) ist, gemessen an der Gesamtbevölkerung, gering, doch ist dies in erster Linie als eine Folge sozialstaatlicher Interventionen zu werten. Die sozialstaatlichen Einschnitte der letzten Jahre erhöhten dadurch das Risiko einer zukünftigen Verschärfung der sozialen Ungleichheit und der Armut im Alter(n).

Es kann in diesem Zusammenhang von einer zunehmenden „’Polarisierung des Alters’ in ein ‚positives’ und ein ‚negatives’ Alter“ (Gerling/ Naegele 2001: 37) gesprochen werden. Auf die Ambivalenz der Individualisierung bezogen weist Schmidt (1994) darauf hin, dass sich dadurch nur für eine Teilpopulation der älteren Menschen Chancen ergeben, während für die Älteren, welche unter das ‚negative Alter’ fallen, die Individualisierung zunehmend zu einer Belastung wird.

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Auf der anderen Seite stellen die „jungen Alten“ keine homogene Gruppe dar, vielmehr zeigt sich auch bei ihnen eine ungleiche Verteilung von sozialen Risiken.

In dem „Kontakt-, Kooperations- und Aktivitätsspielraum“ geben sich eine Reihe an Veränderungen zu erkennen. Der abnehmende Teil alleinlebender Frauen im höheren Alter(n) aufgrund von Verwitwung steht einer steigenden Zahl von Einzelpersonenhaushalten, insbesondere der „jungen Alten“, entgegen.

Sowohl eine höhere Scheidungsrate, als auch eine abnehmende Zahl verheirateter Paare werden eine stark zunehmende Singularisierung älterer Menschen und eine Ausdünnung des familialen Netzes zur Folge haben. Dem entsprechend wird auch die soziale Sicherheit durch den vorgegebenen Familienverbund geringer (vgl.

Backes 1997: 217), wodurch sich für den Einzelnen die Notwendigkeit ergibt, vermehrt aktiv nichtfamiliale Netzwerbeziehungen herstellen zu müssen, um darüber die mangelnden oder fehlenden Ressourcen zu erhalten. Es zeigt sich zudem, dass die Qualität der Beziehungen ein grundlegendes Moment für die Bedürfnisbefriedung über das soziale Netzwerk bildet.

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3.4            Herausforderungen für Gesellschaft und Subjekt

Das Alter(n) in der Postmoderne fordert sowohl die Gesellschaft, als auch das Subjekt zu einer kontinuierlichen Veränderungs- und Anpassungsleistung an einen sich ständig bewegenden und von Wandlungsprozessen gekennzeichneten Bedingungskontext auf. Dem älteren Menschen sind die ihm „vorangehenden Grundlagen der Gesellschaftlichkeit“ (Baumann 1995: 231) nicht mehr gegeben, seine Integration in gesellschaftliche Bezüge und Zusammenhänge muss aktiv hergestellt und ausgehandelt werden.

Die Frage nach der Vergesellschaftung des Alter(n)s ist zu einem Problem geworden, da deren aktuelle Mittel und Ziele den gesellschaftlichen Veränderungen nicht gerecht werden und daher eine Lösung dieses Problems „nur im Kontext einer veränderten Vergesellschaftung über den Lebenslauf zu finden“ ist (Backes/ Clemens 2000: 95).

Alter(n) ist somit nicht mehr nur eine rein individuelle Angelegenheit, sondern es ist zu einer gesellschaftlichen Problematik herangewachsen (vgl. Backes 1997: 278 ff.). Diese zunehmende Verschmelzung der subjektiven und der gesellschaftlichen Ebene zu einer „Politik der Subjekte“ (vgl. Kapitel 2.2.2) zeigt sich besonders deutlich in der Diskussion um die „Remoralisierung“ (Backes 1998: 14) der „jungen Alten“, in der sich die komplexen Zusammenhänge von Alter(n) und Gesellschaft widerspiegeln: Der „Alter(n)sproblematik“ (Backes 1997) in Form einer zunehmenden Belastung der Gesellschaft durch das ‚negative’ Alter(n) werden die Potentiale der „jungen Alten“ entgegengesetzt, in der Hoffnung, „dass eine Hinwendung zu den Ressourcen des Alters die Probleme, die die Gesellschaft derzeit mit Alter hat, bereits löse“ (Backes 1998: 21).


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