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Der Einfluss auf das Gelingen von Identität der jungen Alten durch deren freiwillige Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen (Page 4).doc

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Faculty
Social Science
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Social Pedagogy
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Diploma thesis
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Katholische Stiftungsfachhochschule in München
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2007
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Die Gemeinschaften, welche dem Einzelnen Unterstützung, aber auch Orientierung bieten, sind somit durch das Individuum selbst herzustellen, was wiederum eine „Suche nach kommunalen Zufluchtsorten in Gang gesetzt hat“ (Bauman 1995: 19 ff.).

Die kollektiven Überlieferungen, d.h. die „narrativ verfaßten, kontextübergreifenden Darstellungen der gesellschaftlichen Entwicklung“ (Honneth, 1990: 669), lösen sich aufgrund von Pluralität, Ambivalenz und Entbettung zunehmend auf und damit auch ihre „identitätssichernden und kommunikationsstiftenden Funktionen“ (ebd.).

Die ausdifferenzierten Formen von Wissen, Lebensentwürfen und Handlungsmustern widerstreben einer allumfassenden normativen Bindekraft von Werten und Normen. Die Pluralität von Sinnwelten lässt auf eine Frage mehrere (widersprüchliche) Antworten entstehen, welche schließlich nicht länger in die dem „Subjekt vorangehenden Grundlagen der Gesellschaftlichkeit“ (Bauman 1995: 231) eingebunden sind.

Die Entbettung aus den sozialen Milieus und Rollenmustern mit ihren normativen Vorgaben bedeutet zugleich, keine Orientierung mehr über diese erhalten zu können. Der einzelne Mensch ist dadurch gefordert, eine Orientierung über eigens geschaffene Sinnstrukturen herzustellen und diese den zunehmend beschleunigten Veränderungsprozessen der Gegenwart anzupassen.

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Giddens 1995: 52). Die Vergangenheit verliert ihren Einfluss auf die Gegenwart (vgl. Kapitel 4.3.1) und damit einhergehend werden die narrativen Überlieferungen in ihrer Bedeutung und Funktion obsolet.

2.2.2       Riskante Freiheiten

Die Verfasstheit der reflexiv-modernen Gesellschaft bringt es mit sich, dass der einzelne Mensch gefordert ist, sein Leben in eigener Regie zu gestalten. In der Folge der Entbettung des Menschen aus den vorgegebenen Rollenmustern und durch die gleichzeitige Ausdifferenzierung der Optionen zur Lebensgestaltung „werden alle Definitionsleistungen den Individuen selbst zugemutet oder auferlegt“ (Beck 1993: 39).

Diese von Beck als „Individualisierungsprozess“ (ebd., kursiv im Original) bezeichnete Entwicklung birgt in sich die Ambivalenz, dass zum Einen sich dem einzelnen Menschen neue Freiheitschancen eröffnen und ihm dadurch die Möglichkeit gegeben ist, sein Leben nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen zu gestalten.

Auf der anderen Seite jedoch ist diese Freiheit auch immer mit der Gefahr verbunden, diese Aufgabe nicht bewältigen zu können und schließlich dem „biographischem Schiffbruch“ (Herriger 2002: 42) entgegen zu gehen.

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Der Individualisierungsprozess muss somit „als Anfang eines neuen Modus der Vergesellschaftung gedacht werden“ (ebd., kursiv im Original), in welchem die Freiheit zur Lebensgestaltung durch eine gleichzeitige Abhängigkeit von Institutionen und den damit einhergehenden Folgen eingerahmt ist: „Mit dieser Institutionsabhängigkeit wächst die Krisenanfälligkeit der entstehenden Individuallagen ... quer zu den traditionellen Klassengrenzen“ (ebd. 214 f., kursiv im Original).

Es sind dadurch alle Menschen potentiell von den institutionell geprägten Gefahren und Risiken (wie z.B. Arbeitslosigkeit) betroffen. Gleichzeitig werden diese Probleme aber immer weniger als Kollektivschicksale, sondern als individuelle Problemlagen wahrgenommen und damit in das Private gewendet (ebd. 211 ff.).

Diese neuen Risiko- und Problemlagen gehen einher mit dem doppelten Gesicht des Individualisierungsprozesses, durch welches sich die Unsicherheiten im Leben des Einzelnen (noch einmal) erhöhen: Die Individualisierung bietet keine Befreiung aus der Abhängigkeit sozialer Vorgaben, sondern ersetzt die alte soziale Kontrolle durch neue „Kontroll- bzw. Reintegrationsmechanismen“ (ebd. 206).

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Die auf den Lebensraum des Menschen einwirkenden und dort ablaufenden Prozesse sind durch ihre zunehmende Komplexität und ambivalente Struktur zudem vermehrt von Kontingenz gekennzeichnet. Die in dem Lebensraum entstehenden Risiken und Gefahren werden dadurch für das Individuum zu einem immer weniger kalkulier- und kontrollierbaren Ereignis (vgl.

Bauman: 224 ff.). Diese riskanten Freiheiten hinterlassen nach Beck (1993: 69) in der gesamten Gesellschaft das Gefühl einer tiefen Verunsicherung. Trotz aller Versuche, dieser Verunsicherung Regel- und Sinnsysteme entgegenzusetzen, nimmt die „Orientierungsunsicherheit“ zu (Welsch 1988: 27).

In gegenseitiger Übereinstimmung gehen die Soziologen Beck, Giddens und Bauman davon aus, dass die Politik immer weniger von dem Subjekt zu trennen ist. Die eigene Lebensgestaltung verflechtet sich immer mehr mit den gesellschaftlichen Institutionen, so dass die Entstehung und Bearbeitung von Konflikten und Problemen deutlich zu einer „Politik der Subjekte“ (Bauman 1995: 231) wird.

Die zunehmende Pluralität und Ambivalenz im Zusammenleben der Menschen macht nach Beck (1993) ein Modell des „Runden Tisches“ (ebd. 189, kursiv im Original) mit den Vertretern aus der „Industrie, Politik, Wissenschaft und Bevölkerung“ (ebd. 190) notwendig. Es gilt nicht länger das Monopol der ‚Experten’, die hinter verschlossenen Türen weitreichende Entscheidungen treffen.

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Die zunehmende Verflechtung der Institutionen mit dem Subjekt hat seiner Ansicht nach zur Folge, dass die Selbstreflexivität der Institutionen auf das Subjekt übergeht und es dadurch die eigene Person zu hinterfragen beginnt. Indem das Subjekt durch seine „life politics“ (ebd. 214) Identitätsarbeit betreibt, kann es sich durch „self-actualisation“ (ebd.) den aktuellen Veränderungen anzupassen versuchen.

Diese „positive Aneignung der Umstände, unter denen globalisierte Einflüsse auf das alltägliche Leben einwirken“ (1995: 155; kursiv im Original), reflektieren wider auf die globalen Einflüsse zurück:

„life politics concerns political issues which flow from process of self-actualisation in post-traditional contexts, where gobalising influences inrude deeply into the reflexive project of the self, and conversely where processes of self-realisation influence global strategies.” (Giddens 1991: 214)


Eine sowohl für die subjektive, als auch für die gesellschaftlich-politische Ebene anwendbare Forderung formuliert Wolfgang Welsch. Er wendet sich gegen den Vorwurf einer der Pluralität und Ambivalenz folgenden Beliebigkeit und Unverbindlichkeit von Werten, Normen und Haltungen (vgl.


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