Das
Lernen steht insbesondere in der Altenbildung zunehmend in unmittelbarem
Zusammenhang mit dem Alltag und hat dieser Entwicklung durch entsprechende
Angebote Rechnung zu tragen. Die Wissensvermittlung steht nicht länger im Vordergrund,
sondern die in Eigenleistung geschaffene Selbst-Bildung, die auch stets ein
Lernen am konkreten Gegenüber mit seinen subjektiven Wirklichkeitskonstruktionen
beinhaltet. Die Sozialpädagogik erweist sich durch ihre Kategorien der
Lebenswelt-, Subjekt-, und Biographieorientierung als besonders geeignet, die
älteren Menschen durch entsprechende Bildungsangebote in ihrer Lebenswelt- und
Alltagsgestaltung zu begleiten und darin zu fördern. Sie knüpft dabei an deren
Potentiale und Ressourcen an, um den Adressatinnen in gemeinsamer Arbeit zu
einem selbstbestimmte(re)n Alltag zu verhelfen. Dieses Ziel schließt
unweigerlich sowohl das Konzept des ‚Empowerments’, als auch das der
Biographiearbeit mit ein. Beide Konzepte haben jeweils unterschiedliche
Schwerpunkte und können gleichzeitig durch eine Reihe von gemeinsamen
Schnittstellen übergangslos miteinander verknüpft werden. Der durch diese
Kopplung erweiterte Blick und Zugang zu dem älteren Menschen macht es möglich,
dessen Biographie zum Gegenstand von Bildungsprozessen zu machen, über welche gelernt
werden kann, das eigene Leben als sinnhaft(er) zu verstehen, sowie eigene Kompetenzen
und Fertigkeiten in der Lebensgeschichte zu entdecken und zu nutzen, um schließlich
selbstbestimmter und gelingender den Alltag bewältigen zu können.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Durch das biographische Lernen am „signifikanten
Anderen“ wird es möglich, Lernen und Alltag zu verbinden und schließlich in dem
alten und hochbetagten Menschen „Schätze“ für das eigene Leben zu entdecken und
für das eigene Leben zu verwerten. Die Sozialpädagogin hat dieses Bildungsangebot
zu organisieren und zu begleiten und mit ihren Kenntnissen und in
unterschiedlichen Rollen entsprechende Lern- und Entwicklungsprozesse der
„jungen Alten“ zu ermöglichen und zu fördern.
Neben einer Vielzahl an
Möglichkeiten, die Gruppenmitglieder zu unterstützen, zeigen sich auch Grenzen
in dem sozialpädagogischen Handeln, die auch zugleich die Grenze der
sozialpädagogischen Begleitung bildet.
Entgegen des
möglichen Vorwurfs, es handle sich angesichts der Vergesellschaftungsprobleme
des Alter(n)s und den sich daraus ergebenden Folgen für die Gesellschaft bei
dem vorgelegten (Alten-) Bildungsangebot um eine sozialpädagogische
Luxusanimation, trägt dieses als flankierende Maßnahme der sozialen Arbeit im
Freiwilligenbereich seinen Teil zu dem von der Zivil- und Bürgergesellschaft
favorisierten Leitbild von der Wiederverpflichtung des Alters bei.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Als Organisatorin
und Koordinatorin der Freiwilligenarbeit wird die Soziale Arbeit gefordert
sein, die freiwillig Tätigen über den Aufbau einer geeigneten
Anerkennungskultur zu ‚pflegen’. Die in der Arbeit mit Freiwilligen in
Deutschland bisher marginal vertretende „Anerkennungskultur“ wird angesichts
der zunehmenden Relevanz von älteren Freiwilligen, insbesondere im Engagement
für Ältere, von immer größerer Wichtigkeit. Durch den demographischen Wandel
wird das Engagement von Älteren für Ältere zu dem prosperierenden
Engagementsektor der Zukunft werden, der gleichzeitig den älteren Freiwilligen
verstärkt zur Selbsthilfe dient. An dieser Stelle lässt sich das in der
vorliegenden Arbeit vorgelegte Bildungsangebot praktisch verankern. Denn die
Soziale Arbeit ist sowohl im Rahmen der Freiwilligen-Managements™, als auch
durch ihren Auftrag zur Lebensbegleitung dazu aufgefordert, Angebote zu machen,
die eine Anerkennung für das freiwillige Engagement und gleichzeitig eine
Unterstützung in der Bewältigung des Alltags im Alter(n) sind.
Der alleinige
Fokus auf den ‚Gewinn’ der „jungen Alten“, den diese durch die Arbeit mit den
alten und hochbetagten Menschen erhalten, würde allerdings eine reine Verdinglichung
der Alten und Hochbetagten bedeuten. Das sozialpädagogische Bildungsangebot ist
jedoch auch für den „signifikanten Anderen“ von Vorteil.
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Trotz dieser Vorteile
für alle Beteiligten und der fachlich guten Begründung des sozialpädagogischen
Bildungsangebotes hat dies nicht gleich eine Akzeptanz in Form einer bezahlten
Umsetzung dieses Angebots in der Praxis zur Folge. Ein durch die zunehmende
Ökonomisierung des Sozialen sich verschärfender Konkurrenz-, Leistungs- und
Kostendruck zwingt die Träger sozialer Dienstleistungen zu
betriebswirtschaftlichem Denken. Neue Konzepte und Methoden müssen daher neben
ihrer Fachlichkeit auch dem ökonomischen Imperativ folgen und sich darüber begründen
lassen. Dies macht schließlich ein Marketing in eigener Sache immer notwendiger.
Mit einem überzeugenden und beharrlichen „Selbstmarketing“ ist es schließlich
möglich, das in der vorliegenden Arbeit dargebotene sozialpädagogische Bildungsangebot
zur Geltung zu bringen, sowie zur richtigen Zeit, in adäquater Weise, an die
dafür geeignete Stelle gewinnbringend zu vermitteln. Das Fundament dafür bildet
jedoch eine fachlich gut begründete Arbeit.
7
Kritische Würdigung
Neben einer
Reihe grundlegender inhaltlicher und formaler Kriterien, wie etwa der Untersuchung
eines erkennbaren Gegenstandes (Eco 1989: 44) oder der Verwendung eines Quellenverzeichnisses
hat eine wissenschaftliche Arbeit m.E. darüber hinaus ein gewisses Maß an
Selbstkritik zu üben, möchte sie als seriös gelten.
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Es war Ziel der
vorliegenden Arbeit, der Frage nachzugehen, ob und wie der Kontakt der „jungen
Alten“ zu den alten und hochbetagten Menschen im abhängigen Alter(n) – und
damit im Kontakt zu deren (Lebens-) Geschichten – zu der Lebensbewältigung
respektive zu dem Gelingen von Identität der „jungen Alten“ beitragen kann. Die
in der Beantwortung dieser Frage gewonnen Erkenntnisse und Ergebnisse galt es,
in einem zweiten Schritt für die soziale Arbeit mit den „jungen Alten“ nutzbar
zu machen. In Orientierung an die in Kapitel 1.3 dargelegten Teilfragen war es
möglich, sich sowohl auf theoretischer, als auch empirischer Ebene der/den
Antwort/en schrittweise zu nähern.
In der
empirischen Untersuchung konnte festgestellt werden, dass der Kontakt der
„jungen Alten“ zu den alten und hochbetagten Bewohnerinnen eines Alten- und
Pflegeheimes zu dem Gelingen der Identität der „jungen Alten“ in Form einer
über diesen Kontakt gestiegenen „Gerechtigkeitskompetenz“, sowie „historischen
Kompetenz“ deutlich beigetragen hat. In Verbindung mit der theoretischen Ebene
kann somit festgehalten werden, dass die (Lebens-) Geschichten älterer Menschen
zwar keine einheitliche und übergreifende Koordinate mehr zur Orientierung für
das Leben der nachkommenden Generationen bilden, sich jedoch in dem
‚Geworden-Sein’ des einzelnen älteren Menschen etwas für das eigene
gelingendere Leben Bedeutsames, ein „Schatz“ finden lassen kann.
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