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Der Einfluss auf das Gelingen von Identität der jungen Alten durch deren freiwillige Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen (Page 39).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Social Pedagogy
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Diploma thesis
University, School
Katholische Stiftungsfachhochschule in München
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2007
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Das Lernen steht insbesondere in der Altenbildung zunehmend in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Alltag und hat dieser Entwicklung durch entsprechende Angebote Rechnung zu tragen. Die Wissensvermittlung steht nicht länger im Vordergrund, sondern die in Eigenleistung geschaffene Selbst-Bildung, die auch stets ein Lernen am konkreten Gegenüber mit seinen subjektiven Wirklichkeitskonstruktionen beinhaltet.

Die Sozialpädagogik erweist sich durch ihre Kategorien der Lebenswelt-, Subjekt-, und Biographieorientierung als besonders geeignet, die älteren Menschen durch entsprechende Bildungsangebote in ihrer Lebenswelt- und Alltagsgestaltung zu begleiten und darin zu fördern. Sie knüpft dabei an deren Potentiale und Ressourcen an, um den Adressatinnen in gemeinsamer Arbeit zu einem selbstbestimmte(re)n Alltag zu verhelfen.

Dieses Ziel schließt unweigerlich sowohl das Konzept des ‚Empowerments’, als auch das der Biographiearbeit mit ein. Beide Konzepte haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte und können gleichzeitig durch eine Reihe von gemeinsamen Schnittstellen übergangslos miteinander verknüpft werden. Der durch diese Kopplung erweiterte Blick und Zugang zu dem älteren Menschen macht es möglich, dessen Biographie zum Gegenstand von Bildungsprozessen zu machen, über welche gelernt werden kann, das eigene Leben als sinnhaft(er) zu verstehen, sowie eigene Kompetenzen und Fertigkeiten in der Lebensgeschichte zu entdecken und zu nutzen, um schließlich selbstbestimmter und gelingender den Alltag bewältigen zu können.

 

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Durch das biographische Lernen am „signifikanten Anderen“ wird es möglich, Lernen und Alltag zu verbinden und schließlich in dem alten und hochbetagten Menschen „Schätze“ für das eigene Leben zu entdecken und für das eigene Leben zu verwerten. Die Sozialpädagogin hat dieses Bildungsangebot zu organisieren und zu begleiten und mit ihren Kenntnissen und in unterschiedlichen Rollen entsprechende Lern- und Entwicklungsprozesse der „jungen Alten“ zu ermöglichen und zu fördern.

Neben einer Vielzahl an Möglichkeiten, die Gruppenmitglieder zu unterstützen, zeigen sich auch Grenzen in dem sozialpädagogischen Handeln, die auch zugleich die Grenze der sozialpädagogischen Begleitung bildet.

Entgegen des möglichen Vorwurfs, es handle sich angesichts der Vergesellschaftungsprobleme des Alter(n)s und den sich daraus ergebenden Folgen für die Gesellschaft bei dem vorgelegten (Alten-) Bildungsangebot um eine sozialpädagogische Luxusanimation, trägt dieses als flankierende Maßnahme der sozialen Arbeit im Freiwilligenbereich seinen Teil zu dem von der Zivil- und Bürgergesellschaft favorisierten Leitbild von der Wiederverpflichtung des Alters bei.

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Als Organisatorin und Koordinatorin der Freiwilligenarbeit wird die Soziale Arbeit gefordert sein, die freiwillig Tätigen über den Aufbau einer geeigneten Anerkennungskultur zu ‚pflegen’. Die in der Arbeit mit Freiwilligen in Deutschland bisher marginal vertretende „Anerkennungskultur“ wird angesichts der zunehmenden Relevanz von älteren Freiwilligen, insbesondere im Engagement für Ältere, von immer größerer Wichtigkeit.

Durch den demographischen Wandel wird das Engagement von Älteren für Ältere zu dem prosperierenden Engagementsektor der Zukunft werden, der gleichzeitig den älteren Freiwilligen verstärkt zur Selbsthilfe dient. An dieser Stelle lässt sich das in der vorliegenden Arbeit vorgelegte Bildungsangebot praktisch verankern.

Denn die Soziale Arbeit ist sowohl im Rahmen der Freiwilligen-Managements™, als auch durch ihren Auftrag zur Lebensbegleitung dazu aufgefordert, Angebote zu machen, die eine Anerkennung für das freiwillige Engagement und gleichzeitig eine Unterstützung in der Bewältigung des Alltags im Alter(n) sind.

Der alleinige Fokus auf den ‚Gewinn’ der „jungen Alten“, den diese durch die Arbeit mit den alten und hochbetagten Menschen erhalten, würde allerdings eine reine Verdinglichung der Alten und Hochbetagten bedeuten. Das sozialpädagogische Bildungsangebot ist jedoch auch für den „signifikanten Anderen“ von Vorteil.

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Trotz dieser Vorteile für alle Beteiligten und der fachlich guten Begründung des sozialpädagogischen Bildungsangebotes hat dies nicht gleich eine Akzeptanz in Form einer bezahlten Umsetzung dieses Angebots in der Praxis zur Folge. Ein durch die zunehmende Ökonomisierung des Sozialen sich verschärfender Konkurrenz-, Leistungs- und Kostendruck zwingt die Träger sozialer Dienstleistungen zu betriebswirtschaftlichem Denken.

Neue Konzepte und Methoden müssen daher neben ihrer Fachlichkeit auch dem ökonomischen Imperativ folgen und sich darüber begründen lassen. Dies macht schließlich ein Marketing in eigener Sache immer notwendiger. Mit einem überzeugenden und beharrlichen „Selbstmarketing“ ist es schließlich möglich, das in der vorliegenden Arbeit dargebotene sozialpädagogische Bildungsangebot zur Geltung zu bringen, sowie zur richtigen Zeit, in adäquater Weise, an die dafür geeignete Stelle gewinnbringend zu vermitteln.

Das Fundament dafür bildet jedoch eine fachlich gut begründete Arbeit.


7           Kritische Würdigung

Neben einer Reihe grundlegender inhaltlicher und formaler Kriterien, wie etwa der Untersuchung eines erkennbaren Gegenstandes (Eco 1989: 44) oder der Verwendung eines Quellenverzeichnisses hat eine wissenschaftliche Arbeit m.E. darüber hinaus ein gewisses Maß an Selbstkritik zu üben, möchte sie als seriös gelten.

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Es war Ziel der vorliegenden Arbeit, der Frage nachzugehen, ob und wie der Kontakt der „jungen Alten“ zu den alten und hochbetagten Menschen im abhängigen Alter(n) – und damit im Kontakt zu deren (Lebens-) Geschichten – zu der Lebensbewältigung respektive zu dem Gelingen von Identität der „jungen Alten“ beitragen kann.

Die in der Beantwortung dieser Frage gewonnen Erkenntnisse und Ergebnisse galt es, in einem zweiten Schritt für die soziale Arbeit mit den „jungen Alten“ nutzbar zu machen. In Orientierung an die in Kapitel 1.3 dargelegten Teilfragen war es möglich, sich sowohl auf theoretischer, als auch empirischer Ebene der/den Antwort/en schrittweise zu nähern.

In der empirischen Untersuchung konnte festgestellt werden, dass der Kontakt der „jungen Alten“ zu den alten und hochbetagten Bewohnerinnen eines Alten- und Pflegeheimes zu dem Gelingen der Identität der „jungen Alten“ in Form einer über diesen Kontakt gestiegenen „Gerechtigkeitskompetenz“, sowie „historischen Kompetenz“ deutlich beigetragen hat.

In Verbindung mit der theoretischen Ebene kann somit festgehalten werden, dass die (Lebens-) Geschichten älterer Menschen zwar keine einheitliche und übergreifende Koordinate mehr zur Orientierung für das Leben der nachkommenden Generationen bilden, sich jedoch in dem ‚Geworden-Sein’ des einzelnen älteren Menschen etwas für das eigene gelingendere Leben Bedeutsames, ein „Schatz“ finden lassen kann.


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