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Der Einfluss auf das Gelingen von Identität der jungen Alten durch deren freiwillige Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen (Page 3).doc

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Social Science
Discipline
Social Pedagogy
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Diploma thesis
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Katholische Stiftungsfachhochschule in München
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2007
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Für Beck beginnt bei den sich auflösenden Prämissen der modernen Industriegesellschaft die „Risikogesellschaft“ als Übergang zu einer Epoche der Moderne, die er als eine „noch namenlose“ (ebd. 57) bezeichnet und die sich durch eine „andere gesellschaftliche Gestalt“ (Beck 1986: 14) auszeichnen wird.

Die Risikogesellschaft kennzeichnet sich dabei neben einem veränderten Verhältnis der Gesellschaft zu den von ihr erzeugten Gefährdungen und Problemen vor allem durch die „Entzauberung der kollektiven und gruppenspezifischen Sinnquellen (z.B. Fortschrittsgedanken, Klassenbewußtsein) ...“ (Beck 1993: 38).

Als eine Folge dieser sich auflösenden Prämissen der modernen Industriegesellschaft sieht Beck den „Individualisierungsprozeß“ (ebd. 39; kursiv im Original), der die Menschen aus „der Industriegesellschaft in die Turbulenzen der Weltrisikogesellschaft“ (ebd.) entlässt.

Auf die Frage nach den Ursachen für die Entwicklung hin zu einer Negation des neuzeitlich-modernen Anspruchdenkens, zeigt sich die gemeinsame Schnittstelle der hier verwendeten Erklärungsmodelle an einer radikalen und unkontrollierten Verselbständigung der Modernisierungsfolgen. Die Differenz macht sich bei den beiden Autoren Wolfgang Welsch und Ulrich Beck hinsichtlich der Fokussierung unterschiedlicher Folgen der Moderne und ihren jeweiligen Auswirkungen aus.

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Es bleibt schließlich noch die Frage nach der Verfasstheit und der begrifflichen Zuordnung dieser Entwicklung zu beantworten. Der Begriff „Postmoderne“ wird, wie in dem Kapitel 2.1 bereits angedeutet, von den hier primär verwendeten Autoren lediglich von Wolfgang Welsch und Zymunt Bauman verwendet.

Das aus dem Lateinischen abgeleitete Präfix ‚Post-’ (zeitl.: nachher, später) meint zunächst eine Zeit, „die der Moderne folgt und trotz aller Affinitäten von dieser abweicht“ (Zema 1997: 5). Mehr als diese begriffliche Zuordnung sind jedoch die Inhalte bzw. „Problematiken“ (ebd. 20; kursiv im Original) der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung von Interesse.

Die unterschiedlichen inhaltlichen Ausformulierungen dieser Entwicklung seitens der vier Autoren erklären zugleich deren uneinheitliche Terminologie. Der Begriff „Postmoderne“ wird von Ulrich Beck (1986: 12) abgelehnt, da seiner Meinung nach damit bereits „alles zu verschwimmen“ beginnt. Mit dem Zusatz ‚Post-’ verbindet er eine „Ratlosigkeit, die sich im Modischen verfängt“ (ebd.).

Die „Risikogesellschaft“ bzw. die „reflexive Moderne“ ist für ihn die gegenwärtige Epoche, welche den Übergang bildet in eine „andere“ und „noch namenlose ... zweite Moderne, deren Konturen unscharf sind“ (ebd. 57 ff.). Entgegen des Selbstverständnisses von Beck attestiert Peter Zema (1997) ihm dennoch eine „postmodernistische Krisendiagnose“ (ebd. 46), da seiner Meinung nach das Modell der „Risikogesellschaft“ zu wesentlichen Schlussfolgerungen gelangt, durch welche sich auch postmoderne Modelle ausweisen.

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Im Gegensatz zu Beck sieht Giddens jedoch die Möglichkeit, von der heutigen Zeit der „Hochmoderne“ (ebd. 201) aus die „Umrisse einer [tatsächlichen, P.Z.] postmodernen Ordnung zu ermitteln“ (ebd.). Als ein Befürworter des Begriffs „Postmoderne“ geht Welsch ebenfalls davon aus, dass die Gegenwart noch in der Moderne verankert ist.

Die heutige Zeit zeichnet sich jedoch durch Züge aus, „die man sich als ‚postmodern’ zu etikettieren angewöhnt hat“ und er spricht daher von „unserer postmodernen Moderne“ (1988: 35). Ein zentrales Merkmal in dem Gesellschaftsmodell von Welsch ist, dass seiner Ansicht nach die Entwicklung hin zur Postmoderne eine Fortführung der Moderne ist und somit keinen gegenwärtigen Bruch darstellt (1997: 6).

Die Pluralität der Moderne des 20. Jahrhunderts wird in der Postmoderne radikal und erlangt dadurch eine allgemeine „Grundverfassung“ (ebd. 5), so dass die Postmoderne eine Moderne ist, „die nicht mehr den Auflagen der Neuzeit folgt, sondern die des 20. Jahrhunderts einlöst“ (ebd. 84). Der Soziologe Zygmunt Bauman hingegen sieht die Postmoderne in unserer Gegenwart bereits verwirklicht und sogar „im Augenblick ihres definitiven Triumphes“ (1995: 6).

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Für die Verfasstheit der hier dargestellten gesellschaftlichen Entwicklung sind m.E. drei wesentliche Merkmale kennzeichnend: die Pluralität und Ambivalenz, die Entbettung aus sozialen Milieus und Rollenmuster, sowie das Ende kollektiver Überlieferungen.

Alle drei Merkmale stehen in den Gesellschaftsmodellen der vier Autoren in wechselseitiger Verbindung zueinander und werden im Folgenden lediglich zur Analyse getrennt dargestellt. Die Radikalisierung der Modernisierungsfolgen bedeutete nicht nur eine „Ausdifferenzierung wissenschaftlicher Geltungsansprüche“ (Beck 1986: 256) und „Weltanschauungen“ (Welsch 1988: 25), sondern auch eine Pluralisierung „in den Funktionssystemen der Gesellschaft“, sowie der Lebensphasen, Lebenswelten (ebd. 26 f.) und Sinnwelten (Welsch 1997: 79).

Diese Pluralität wird zu einer globalen „Grundoption“ (ebd.), mit der aber auch jede Eindeutigkeit verloren geht. Das Nebeneinander von Gegensätzen, als „Einheit unvereinbarer Werte wie Gut und Böse, Wahrheit und Lüge“ (Zema 1997: 25) folgt der Pluralität somit auf dem Fuß. Dieses auch als „Ambivalenz“ bezeichnete Phänomen birgt jedoch Widersprüche in sich, welche zur Normalität alltäglichen Lebens werden.

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Die Entbettung aus sozialen Milieus und Rollenmuster ist eine Folge, welche mit der radikalen Pluralisierung einhergeht und von Giddens (1995) als ein wesentlicher Motor der Moderne gesehen wird. Die Entbettung meint für ihn: „das ‚Herausheben’ sozialer Beziehungen aus ortsgebundenen Interaktionszusammenhängen und ihre unbegrenzte Raum-Zeit-Spannen übergreifende Umstrukturierung“ (ebd. 33).

Erst eine funktionale Differenzierung der Gesellschaft ermöglichte den „Schritt von kleinformatigen Systemen zu agrarischen Zivilisationen und von da aus zu modernen Gesellschaften“ (ebd.) und damit auch die Entbettung aus der vorgegebenen sozialen Ordnung. Das Vertrauen in symbolische Zeichen, sowie in Expertensysteme bilden dabei eine wesentliche Grundlage für den Entbettungsprozess: „Jeder, der Geldzeichen benutzt, geht dabei von der Voraussetzung aus, daß andere ... ihren Wert anerkennen“ (ebd. 34 ff.).

Das Vertrauen in symbolische Zeichen sowie in die abstrakten Fähigkeiten eines Expertensystems (z.B. in ein Bauunternehmen) lösen die sozialen Beziehungen aus ihren unmittelbaren Bedingungen. Die im Vertrauen auf die ausdifferenzierten Funktionssysteme erfolgte Entbettung aus den fixen Vorgaben hat jedoch zur Folge, dass das Leben zu einem „Ort ständiger Mobilität und Veränderungen“ (Bauman 1995: 234) wird.


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