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Der Einfluss auf das Gelingen von Identität der jungen Alten durch deren freiwillige Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen (Page 19).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Social Pedagogy
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Diploma thesis
University, School
Katholische Stiftungsfachhochschule in München
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2007
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Zudem wird versucht, sich flexibel an die Kommunikations- und Interaktionskodizes, sowie den Mitteilungsbedürfnissen der befragten Personen anzupassen. Gegenüber den Äußerungen der Befragten wird eine anteilnehmende, aber reservierte Haltung eingenommen, um Interviewerinnen-Effekte und somit Verzerrungen der Ergebnisse so weit wie möglich zu reduzieren (vgl.

Schaffer 2002: 91 ff.). Der Interviewleitfaden (vgl. Anhang 1: 177 f.) ist aufgrund der hohen Komplexität der Forschungsfrage vergleichsweise stark strukturiert. Um jedoch einer „Leitfadenbürokratie“ (Flick 1996: 113; kursiv im Original) entgegenzuwirken, wird die Abfolge der Fragen an den Gesprächsverlauf weitestgehend angepasst und Akzentverschiebungen der Befragten in den Gesprächen bewusst zugelassen.

Eine genaue Kenntnis der Themenkomplexe und Fragestellungen, sowie ein gezieltes Interviewtraining sind im Vorfeld der Befragung daher zwingend notwendig.

Im Vorfeld der Feldphase wurde ein Pretest durchgeführt, um den Interviewleitfaden evaluieren und ggf. optimieren zu können. Durch den Pretest hat sich gezeigt, dass die Fragen einen hohen Anspruch an das Reflexionsvermögen haben, da die Fragen von den Interviewpartnerinnen als relativ abstrakt empfunden wurden.

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5.1.3       Operationalisierung

In der vorliegenden qualitativen Untersuchung wird sich dem Forschungsfeld auf der Grundlage eines theoretischen Vorverständnisses in Form der Identitätstheorie von Heiner Keupp u.a. (vgl. Kapitel 4.4.2) genähert. Dieses theoretische Wissen kann im Verlauf des Forschungsprozesses jedoch differenziert, erweitert oder auch revidiert werden.

Daher erfolgt, methodologisch betrachtet, „eine Kombination von Induktion und Deduktion mit der Chance auf eine Modifikation der zuvor konstruierten theoretischen Konzepte“ (Schaffer 2002: 115). Zunächst ist es notwendig, die an den Untersuchungsgegenstand herangetragene Theorie zu operationalisieren, d.h. sie vom Abstrakten ins Konkrete zu transformieren und somit interpretierbar zu machen.

Mit Hilfe von Operationen kann schließlich entschieden werden, ob die von den befragten Personen gemachten Aussagen mit den theoretischen Begriffen übereinstimmen (vgl. Lamnek 1995: 397). Im Folgenden werden aus dem theoretischen Material die im Rahmen dieser Untersuchung fokussierten Schlüsselqualifikationen für das Gelingen von Identität, nämlich die „Gerechtigkeitskompetenz“, sowie die „historische Kompetenz“ als Begriffe definiert (vgl.

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Auf dieser Grundlage wird es möglich, Ausprägungen der einzelnen Begriffe nachvollziehbar und begründend zu formulieren (s.u.). Diese Ausprägungen bilden den Rahmen der Befragung, da durch sie die abstrakte Theorie konkret und somit auf den Gegenstand anwendbar wird. Ein genaues Regelsystem, welches darüber Auskunft gibt, wann Aussagen der befragten Personen in eine der Ausprägungen miteinbezogen werden, wird durch den Kodierleitfaden (vgl. Anhang 3: 180 ff.) festgelegt.

Die „Gerechtigkeitskompetenz“, als eine der fokussierten Schlüsselqualifikationen, setzt sich aus der „kritischen Wahrnehmungsfähigkeit“, sowie dem „souveränen Engagement“ zusammen (Keupp u.a. 2006). Die Gerechtigkeitskompetenz wird somit über die Definition dieser beiden Begriffe bestimmt.

Wird der Begriff der kritischen Wahrnehmungsfähigkeit in seine Wortbestandteile zergliedert, so ergeben sich die Wörter Kritik, Wahrnehmung und Fähigkeit. Die Kritik wird als „die Fähigkeit zur Beurteilung eines Gegenstandes und ihre Ausführung“ verstanden, durch welche sich das Subjekt „vor Irrtum und Täuschung“ bewahrt (Der Brockhaus Psychologie 2001: 323). Die Fähigkeit umfasst dabei die „Gesamtheit aller individuellen Kompetenzen und Talente, um auf einem bestimmten Gebiet Leistungen höheren Grades zu erbringen ..

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Der zweite zu der Gerechtigkeitskompetenz gehörende Begriff ist der des „souveränen Engagements“. „Souverän [meint; P.Z.] .. (aufgrund von Fähigkeiten) sicher und überlegen“ zu sein (Brockhaus 2006d: 568) und entsprechend aufzutreten und zu handeln (Müller 1985: 593).

Unter Engagement versteht man das „Interesse und die innere Verpflichtung, in einer Situation Stellung zu beziehen“ (F.A. Brockhaus 2006a: 68). Sich zu engagieren meint zudem, „sich zu etwas bekennen und sich dafür einsetzen“ (Müller 1985: 593; kursiv im Original).

Zusammenfassend lässt sich der Begriff „souveränes Engagement“ wie folgt definieren: Souveränes Engagement bedeutet, aus eigener Motivation heraus sich für etwas einzusetzen und in diesem Bereich aufgrund von (erweiterbaren) Kompetenzen sicher zu handeln.

Die Gerechtigkeitskompetenz wird von Keupp u.a. (2006) mit einer „Sensibilität für Enteignungsverfahren“ (ebd. 282) gleichgesetzt und bildet eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen von Identität. Hintergrund für die Notwendigkeit dieser Kompetenz ist die schleichende Enteignung des Subjektes von dessen Fähigkeiten und die Vertreibung aus den gewohnten Umgebungen durch die hochkomplexen Anlagen und Maschinen spätmoderner Gesellschaften:

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Die „historische Kompetenz“ ist eine weitere Schlüsselqualifikation für eine gelingende Identität. Eine historische Kompetenz kann nach Keupp u.a. (2006) dadurch erlangt werden, dass die Erfahrungen der „eigenen Lebensgeschichte in eine historische Perspektive“ zu stellen versucht werden (ebd. 284).

Die historische Kompetenz wird somit über die Definition des Begriffskomplexes ‚Erfahrungen der eigenen Lebensgeschichte in eine historische Perspektive stellen’ bestimmt.

Zur Definition werden die zentralen Wörter Erfahrung, Lebensgeschichte und historische Perspektive näher erläutert. Erfahrung ist eine „Sammelbezeichnung für die im Lauf des Lebens durch Anschauung, Wahrnehmung, Empfindung und praktischer Erprobung gewonnenen Kenntnis, Verhaltensweisen und Einsicht“ (Brockhaus Psychologie 2001: 140).

Die Lebensgeschichte beinhaltet das gesamte Wissen eines Menschen, welches er vor dem Hintergrund seiner persönlichen und sozialen Erfahrungen deutet und weitererzählt (Klingenberger 2003: 28). Die Wortzusammensetzung ‚historische Perspektive’ lässt sich wiederum in die Worte historisch und Perspektive teilen.


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