DER CHRISTUS
DER MESSIAS
Jesus wurde immer mit seinem Namen Jeschua
bzw. Jeschu angesprochen. Nach seinem Tod nannte man
ihn Christus. Der Titel Christus ist die griechische Bezeichnung für „Messias“,
das heißt „der Gesalbte“.
In den Anfängen Israels war der König der Gesalbte. Doch
später erwarteten sich die Menschen einen Messias, der ein Lehrer wie Mose und Elija sein sollte oder der das Volk aus der
Fremdherrschaft befreit.
Jesus bezeichnete sich selbst nicht als Messias, sondern
andere nannten ihn so.
„Christus Jesus“ ist eine Kombination von Titel und Name
(wie auch “Kaiser Wilhelm“). Die Person Jesu verschmilzt mit seinem Werk,
seiner Sendung.
Der schimpflichen Tod von Jesus
wurde zum Anlass den Messiastitel neu zu bedenken. Alle 4 Evangelien sagen,
dass über dem Gehängten „Jesus von Nazaret, König der Juden“ angeschlagen war.
Dies besage, er sei der Messias der Juden, sagen Theologen. Demnach haben die
Römer ihn als einen politisch verstandenen Messias hingerichtet.
Wahrscheinlich spielte die Messiasfrage bereits bei der
Gerichtsverhandlung eine Rolle. „Bist du der Messias, der Sohn des
Hochgelobten?“, wurde Jesus gefragt. Und dieser antwortete: „Ich bin es!“
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KYRIOS – HERR
Im Altertum war die Anrede „Herr“ herrscherlicher
Macht vorbehalten. „Mein Herr“ nannte man Könige Babylons und Ägyptens, aber
auch die Könige der vorderasiatischen Stadtstaaten. In jenen Völkern galten die
Götter als die eigentlichen Herren des Landes, die ebenfalls mit „Herr“
angerufen wurden: König und Gott konnte daher leicht verschmelzen.
Auch Israel nannte Gott seinen „Herrn“ (adonai).Wenn
wir in der Bibel „Herr“ lesen, steht aber im hebräischen Original „Jahwe“. Da
in Judentum dieser Name aus Ehrfurcht nicht ausgesprochen werden durfte, sagte
man stattdessen den Königstitel „Adonai“; die
griechischen Bibelübersetzungen ersetzen „Jahwe“ fast immer mit „Kyrios“.
Im Lukasevangelium wird Jesus bereits in seinen Erdentagen
mit dem Kyrios-Titel angesprochen.
Man sollte Jesus aber nicht gedankenlos mit Herr anreden! Er ist nur dann „Herr seiner Kirche“, wenn
dort geschieht, was ihm entspricht (Friede, verzeihen,...).
DER „ORT“ GOTTES
Warum wollen wir diesen Mann aus Galiläa überhaupt
verstehen?
Von Jesu Gestalt, seinem Aussehen wissen wir nichts. Die
Evangelien sagen, seine Rede faszinierte: die Kraft der Erzählung, die Nähe zum
Volk. Er nimmt Kinder in seine Arme, isst gemeinsam mit Sündern, bricht das
Brot. Das Brotbrechen ist in der Eucharistie, die Kindersegnung in der Taufe,
das Sündenmahl im Sakrament der Vergebung.
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der Gotteserfahrung, die „schaudern“ ließ. Jesus wurde für manche eine
„Erscheinung“ der Menschenfreundlichkeit Gottes.
Der Tod Jesu am Kreuz wies auf Unverständnis hin, durch die
Auferweckung vom Tod bahnte sich aber der Osterglaube den Weg (neue Hoffnung
entstand).
„LICHT VOM LICHTE“
Seitdem sprechen Christen nicht mehr von Gott, ohne Jesus
als den Ort ihrer Gotteserfahrung zu nennen. Dies ist aber nicht ohne Metaphern
möglich.
Im Johannesevangelium zum Beispiel wird Jesus „das Wort
Gottes“ genannt, weil nirgendwo sonst Gott so menschlich und liebevoll erfahren
werden kann. Darum nannte ihn die Kirche später auch „Licht vom Lichte“.
Das Konzil von Nicäa (325) nannte
ihn sogar „Gott von Gott“, da er ganz auf die Seite Gottes gehört: In der Liebe
Jesu liebt Gott; wer sich darum Jesus zuwendet, wendet sich Gott zu.
Manchmal wird Jesus auch das „Sakrament Gottes“ genannt. In
der Alten Kirche nannte man auch andere Menschen (Abraham, David, Maria,...)
Sakramente. Damit wird gesagt, dass sich in deren Leben göttliches Leben
mitteilte.
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Paulus nennt Jesus „das Ebenbild des unsichtbaren Gotes“.
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