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Der Blinde - Bert Brecht (Page 2).doc

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Human Science
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Literature
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Literatursoziologie
L i t e r a t u r s o z i o l o g i e 1. VO FEHLT 2. VO, 19.10.09 Kritik der Kritik Am Beginn des 20. Jhs. wurde die Zeitschrift -Kritik der Kritik- gegründet mit dem Anspruch einer kritischen

Er wollte dem ungerechten Gott nie verzeihen.

Gott in der Geschichte

Gott wird oft erwähnt. Er spielt eine wichtige Rolle im Leben des Blinden. Jedoch wird Gott kaum als etwas Gutes dargestellt, man merkt, der Blinde lässt kein gutes Haar an ihm. Jedes Mal wenn er von Gott spricht, sieht er ihn als unfairer, unmoralischer Gott der straft aber nicht belohnt. Aus einigen Textstellen kann man klar herauslesen, Gott ist der Sündenbock und die Wurzel zu allem Bösen.

„Gott wollte, dass er nichts von Musik verstehen wollte.“

„Dort sind mehr Leute wie ich, dachte er, solche, die sich mit ihrem Elend abgefunden haben, solche, die es besser tragen; dort werden wir versucht, Gott zu verzeihen, dort gehe ich nicht hin.“

„Gott wurde nicht verziehen. Er fand sich nicht ab. Ihm war Unrecht geschehen. Er war blind geworden, unschuldig blind, und dann war er noch in Eis und Schneewind gejagt worden.“

Der Blinde weigert sich bis zum bitteren Ende, Gott zu verzeihen. Auch wenn er dafür seinen Frieden, seine Freunde und seine Familie opfern muss. Er hasst Gott mehr als er sein eigenes Leben liebt. In den Augen des Blinden muss Gott das Tun – Ergehen Prinzip erfüllen, aber da dies in dieser Geschichte nicht passiert fühlt sich der Blinde hintergangen und formt einen Hass auf Gott.

 

Hiob – Die Gemeinsamkeiten

„Hiob war nicht blind. Nie hat irgendjemand Schwereres getragen.“

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So bestraft Gott ihn, nimmt ihm alles weg was ihm lieb ist, Familie, Freunde, ein Zuhause und schlussendlich die Gesundheit. Jedoch bleibt Hiob Gott die ganze Zeit treu und verflucht ihn nicht. Somit wird Hiob fürstlich für seine Treue belohnt. Jedoch wird auch in dieser Geschichte das Tun – Ergehen Prinzip fast gänzlich widerlegt.

Ähnliches passiert auch in der Geschichte des Blinden. Er wird grundlos bestraft, ihm wird alles weggenommen. Jedoch entscheidend ist, der Blinde verzeiht Gott nicht, sondern sieht ihn im die Wurzel aller Übelkeiten und als Sündenbock. Somit wird er am Schluss auch nicht belohnt, sondern ertrinkt in seiner Misere und stirbt.

Hier wird das Tun – Ergehen Prinzip völlig wiederlegt. Wir sehen, die Geschichten sind sich sehr ähnlich. Jedoch sieht der Blinde das so, dass es ihm sogar noch schlechter geht als Hiob, da er zusätzlich auch noch blind wurde.

Der entscheidende Unterschied – Gott

In beiden Geschichten spielt Gott eine zentrale Rolle. In beiden Geschichten bestraft Gott zwei unschuldige Menschen. Klar ist auch, dass Gott in Hiobs Geschichte wirklich existiert. Er ist also ein wahrzunehmender Charakter, der nicht nur in der Fantasie lebt, sondern in der Wirklichkeit und mit verschiedenen Personen reagiert.

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Fakt ist, die Geschichte wird oft aus der Sicht des Blinden erzählt. Wir erfahren viele seiner Gedanken und somit auch wie er über Gott denkt. Gibt es diesen Gott wirklich, oder lebt er bloß in seinen Fantasien?

„Gott wollte, dass er nichts von Musik verstehen sollte.“

Dort sind mehr Leute wie ich, dachte er, solche, die sich mit ihrem Elend abgefunden haben, solche, die es besser tragen; dort werden wir versucht, Gott zu verzeihen, dort gehe ich nicht hin.“

„Gott wurde nicht verziehen. Er fand sich nicht ab. Ihm war Unrecht geschehen. Er war blind geworden, unschuldig blind, und dann war er noch in Eis und Schneewind gejagt worden.“

Immer wenn der Blinde von Gott redet, wird entweder erwähnt dass ihm nicht und niemals verzeiht werden kann, aber auch was er alles dem Blinden schlimmes angetan hat. Er sieht Gott als Sündenbock, er sucht einen Grund, wieso er blind wurde.

Es gibt keine andere mögliche Lösung als Gott, da die Religion immer unbegründet bleibt. Deshalb kann man annehmen, dass Gott nichts weiter als einen verzweifelten Grund darstellt und keine wirklich existierende Figur in der Geschichte ist!

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Er opfert aber lieber seinen Frieden dafür, anstatt Ruhe zu geben, denn er weiß, ihm wurde Unrecht getan! Er glaubt fest an das Tun – Ergehen Prinzip, aber dies wurde in diesem Fall auch widerlegt.

Schlussfolgerung

Da die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht des Blinden erzählt wird, kann man kaum irgendwo mit Sicherheit etwas beweisen. Klar ist aber, die Geschichten von Hiob und dem Blinden haben gewisse Ähnlichkeiten bezüglich Schicksal, jedoch die Enden sind verschieden sowie die Götter auch – Obwohl man dies nur aus dem Text raus interpretieren kann.

Gott in der Hiobsgeschichte existiert wirklich, was bei der Geschichte des Blinden wohl eher nicht der Fall ist. Gott spielt im Leben des Blinden eine wichtige Rolle, nämlich den Sündenbock. Der Blinde schiebt alles schlimme das ihm wiederfährt auf Gott, sei es seine Abneigung zu Musik(!) oder die Erblindung selbst.

Er sucht einen Grund, wieso ihm solche Sachen wiederfahren sind, findet jedoch nur die Religion als möglichen Grund, da diese nicht belegbar ist.


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