Schöpfung (Schelling), Wiedererinnerung an Geschautes vor allem Weltsein
(Plato);
fünftens
in dem Bewusstsein der Unsterblichkeit.
a) Die
Spaltungen der Weisen des Umgreifenden.
Das
Umgreifende, das ich bin, ist in jeder Gestalt eine Polarität von Subjekt und
Objekt:
Ich bin als Dasein:
Inwelt und Umwelt,
als
Bewusstsein überhaupt: Bewusstsein und Gegenstand ,
als
Geist: die Idee in mir und die aus den Dingen entgegenkommende objektive
Idee,
als
Existenz: Existenz und Transzendenz.
Das
Umgreifende, das ich bin, umgreift gleichsam das Umgreifende, das das Sein
selber ist, und wird zugleich von diesem umgriffen. Dieses Sein heißt 'Welt' in
den ersten drei Polaritäten und ist hier als Umwelt, als Gegenständlichkeit des
Wissbaren, als Idee. Es heißt in der vierten Polarität 'Transzendenz'.
Sofern wir
Bewusstsein überhaupt sind, denken wir das zwingend Richtige, sofern wir Dasein
sind, das Fördernde und Bedrohende, sofern wir Geist sind, das Ganzheit
Bewirkende. Existenz erscheint im Bewusstsein überhaupt, in Dasein und Geist,
deren Weisen sie sich gegenüberstellen kann.
b) Dasein
und Existenz.
Wenn Dasein sich dem Dasein als bloßes Naturgeschehen
überlässt, so versinkt es in sich selbst in einer dumpfen bewusstlosen
Vitalität. Existenz beseelt dieses Dasein und nimmt alles Leiden und Glück auf
sich. Jaspers sagt, wir können nicht wissen warum. Obwohl Existenz nur durch
andere Existenz und inneres Handeln sich den Raum der Freiheit schaffen kann,
fällt sie immer wieder der Täuschung zum Opfer, indem sie sich aus
Daseinssituationen ableitet.
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c) Bewusstsein
überhaupt und Existenz
Bewusstsein überhaupt ist als einzelnes der vertretbare
Punkt eines Allgemeinen, Existenz die unvertretbare Geschichtlichkeit eines
einmaligen Ursprungs.
Das
Umgreifende, das wir sind, ist hell nur durch Bezug auf ein Anderes. Wie ich
Bewusstsein nur bin, indem ich das Andere des gegenständlichen Seins erblicke,
mit dem ich umgehe, so bin ich Existenz nur in eins mit dem Wissen um
Transzendenz als die Macht, durch die ich eigentlich ich selbst bin. Das Andere
ist entweder das Sein in der Welt, das dem Bewusstsein überhaupt sich zeigt -
oder es ist die Transzendenz, die der Existenz sich zeigt.
d) Geist
und Existenz.
Jaspers unterscheidet zwischen Ganzwerdenwollen (Geist) u.
Eigentlichseinwollen (Existenz).
Der Geist
erfüllt sich in ständiger Bewegung, vollendet sich in immer Neuem, dringt
weiter in ständig kreisender Geschlossenheit. Existenz dringt in ihren Grund
durch ausschließende Entscheidung, bricht durch jede Geschlossenheit
hindurch, will nichts als die Gewissheit der Transzendenz.
Hier wird eine
Unterscheidung durch ein gemeinsames Moment des Wollensgemacht. Sowohl Geist
als auch Existenz sind von einem Willen durchwoben. Das Ziel dieses Willens ist
ein je verschiedenes, einmal das Ganz werden und einmal das Eigentliche sein.
Sowohl dieses 'werden' als auch dieses 'sein' kann vom Menschen niemals ganzheitlich
oder adäquat eingeholt werden.
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e) Geist
und Vernunft
Geist, Wille,
Vernunft scheinen sehr ähnliches zum Ausdruck zu bringen. Nahezu ist man
versucht, sie alle als ein und dasselbe zu sehen. Aber Jaspers weiß zu
unterscheiden. Trotzdem möchte ich behaupten, dass die Unterscheidung hier sehr
subtil ist und der Sprung, der eine unerklärbare Kluft zwischen allen Weisen
der Umgreifenden bedeutet, hier am kleinsten ist. Vielleicht ist gerade deshalb
hier besondere Nachsicht geboten, und das Unterscheidende genau hervorzuheben.
Der Unterschied zwischen Geist und Vernunft ist nicht zuletzt deshalb leicht zu
übersehen, weil Geist zwar durchgehend verständlich ist, und bis in seinen letzten
Grund, soweit er in ihm liegt, erhellbar ist, eben weil er eine immanente Weise
des Umgreifenden ist und so an bestimmten Erscheinungen sich objektivieren
lässt, die Vernunft sich jedoch nur im Medium des Geistes (oder anderen Weisen
des Umgreifenden, das wir sind) ausdrücken kann. Einmal ist also Geist ein
eigenständig erscheinendes Sein, einmal ist er Medium der Vernunft oder auch
möglicher Existenz. Jaspers unterscheidet wie folgt: Die Idee des Geistes, als
letzte Wahrheit, würde die Verabsolutierung des Geistes zum eigentlichen Sein
bedeuten. Die Bewegung des Geistes, sofern sie dazu neigt, in sich Genüge zu
finden, will nichts Anderes und nichts Neues; sie klärt nur in bewegender
Wiederherstellung das Wahre, ihr Wahres.
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f) Existenz
und Transzendenz
Das Sein tritt uns entgegen als Welt, wenn wir Dasein,
Bewusstsein überhaupt und Geist sind. Transzendenz ist allein für uns als Existenz.
Nur für Existenz wird Transzendenz erfahrbar und nur ihr zeigt sich
Transzendenz. Wo ich eigentlich ich selbst bin, bin ich es nicht durch mich
selbst. Ich habe mich nicht selbst geschaffen. Wo ich eigentlich ich selbst
bin, weiß ich, dass ich mir geschenkt werde. Je entschiedener meine Freiheit
mir bewusst wird, desto entschiedener zugleich auch die Transzendenz, durch die
ich bin....Denn frei bin ich nur dann, wenn ich in
mir eine Unabhängigkeit von allem Weltsein und von meinem eigenen Dasein erreiche,
d.h. wenn ich gegenüber allem Dasein, Bewußtsein, Geist, vor der Transzendenz
als dem eigentlich Seienden stehe.
Im Existentiellen ist der Mensch er selbst nur, wenn er im Selbstsein sich geschenkt wird.
Freiheit ist ein sichgegebenwerden aus der Transzendenz. Die Transzendenz also,
die aus der Welt nicht begriffen werden kann, sondern die etwas ist, was auch
die Welt nicht begreifen läßt, sondern was das ist,
wodurch ich mir meiner Freiheit bewusst werde, das ist es, von dem wir reden
möchten.
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in der Transzendenz dadurch hell, daß diese ihr im Reichtum des Mythos der
Offenbarung, der Metyphysik zur Erscheinung in der Subjekt-Objekt-Spaltung
kommt. Aber selbst diese Erscheinung ist verschwindend und nur wirklich durch
den Vollzug der ursprünglichen Liebe, durch das Alleswagen, durch die Unbedingtheit,
und nur für diese. Die Transzendenz der Gottheit ist für mögliche Existenz und
nur für diese, nicht für Bewußtsein überhaupt oder Dasein. Da aber unser
Bewußtsein alles, was wir umgreifend sind, in eins zusaramentreffen läßt,
spricht die Objektivität der Transzendenz zur Existenz nur im Medium des
Denkens des Bewußtseins überhaupt und dem der Sinnlichkeit des Daseins, ohne
damit diese selber zu werden.
E. Die gegenseitigen Bezüge der Weisen des Umgreifenden
Das
Umgreifende, in welcher Weise wir es uns auch erhellen, ist jedes Mal in einem
Sinne alles. .... Z.B.: Wir sehen uns um, was an Umgreifenden außer dem Dasein
im Dasein gegenwärtig ist. Zum Dasein als solchem gehört Leben, Seele,
Bewusstsein. Im Dasein erscheint ein anderes Umgreifendes, das Bewusstsein
überhaupt und der Geist. Durch alle offenbart sich aus der Tiefe die Existenz
und bewegt die Vernunft. Das Sein zeigt sich im Dasein und durch die anderen im
Dasein anzutreffenden Weisen des Umgreifenden als Welt und Transzendenz. Nach
Jaspers ist es nicht möglich ein Umgreifendes aus einem anderen abzuleiten.
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