Liebe wird hier in eins genommen mit
der Existenz, ja gleichsam als das Erfüllende für diesen Begriff ausgezeichnet.
Und weiter: "Liebe ist nie ein Partikulares, sondern immer das
Umgreifende. Sie ist in jeder Weise des Umgreifenden die Gegenwärtigkeit des
Umgreifenden... Sie fällt zusammen mit Vernunft. Sie ist die Seele der
Vernunft"
Möglich, dass uns der Verstand, wenn wir ihn vollständig
entwickeln, zur Liebe führt, weil er nichts anderes möchte als seine Leere mit
der grenzenlosen Fülle der Liebe zu tränken. Vielleicht ist die philosophische
Grundoperation in diesem Sinne zu deuten, dass unser allezeit auf Gegenstände
angewiesenes Bewusstsein in seiner radikalen Umwendung von seinen Objekten über
das Objekt hinaus jenen Akt vollzieht, der ihn zur Liebe führt.
In diesem Sinne
ließe sich dann sagen, dass sich alle verstandesmäßige Gesetzlichkeit in ihren
endlosen Be- und Vollzügen auflösen oder besser erfüllen würde durch das, was
wir mit Liebe andeuten. Diese Erfüllung der Leere unseres verstandesmäßigen
Bewusstseins durch die Liebe drückt sich gleichsam in dem Wort Philosophie aus.
Er erhellt Liebe nicht nur allgemein, sondern wendet diesen Begriff auf die
verschiedenen Weisen des Umgreifenden an und deutet ihn hinein bis ins
Geschlechtliche,
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! In
der geschlechtlichen Liebe unterscheidet er zwischen vitaler (sexueller),
exotischer, ehelicher und metaphysischer Liebe mit dem ständigen Hinweis
darauf, dass es auf ein Zusammenspiel aller vier Weisen ankäme,
Liebe zum
Sein, das nicht wir sind: "Was ich liebe als das Sein, das sind
erstens
Gestalten in der Welt, ist das jeweils Einzelne - ist
zweitens,
durch alle hindurch, die Welt - ist
drittens,
die Welt transzendierend, der Grund, Gott. "
Schlussbemerkungen
Immer wieder
ist Karl Jaspers kritisiert worden. Einerseits wurde grundlegend seine Position
als Philosoph in Frage gestellt, andererseits wurden Teile seiner Arbeit der
Kritik unterworfen. Obwohl sich Jaspers immer wieder als der Philosoph der Kommunikation
bezeichnet, ist es ihm scheinbar nicht gelungen, mit einem seiner großen
Zeitgenossen in einen fruchtbringenden Dialog zu treten. Von den marxistischen
Philosophen wird Jaspers als Epigone des profaschistischen Nihilismus bezeichnet
oder dem parasitären Subjektivismus einer präfaschistischen Ideologie
zugeorndet. Von S. Bloch wird Jaspers zwar als der würdigste aller heutigen
Geisteshirten bezeichnet, der jedoch als ein Reaktionär, der weich vor allem Irrationalen
steht und es als
Transzendenz bejaht nicht ernst genommen wird.
Einstein nannte
Jaspers' Philosophie im Vergleich mit Hegel das Gefasel eines Trunkenen.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Au diesen
wenigen Beispielen--kann man Jaspers' einsamen, aber konsequenten Weg, den er
trotz seiner Bekanntheit ging, nachfühlen. In einer vorbildlichen Redlichkeit
und Vornehmheit reagierte er selbst auf die polemischsten Angriffe, wenn auch
oft deutlich wurde, dass sie ihn tief betroffen haben.
Wenden wir uns
nun der Kritik an seiner Philosophie des Umgreifenden zu, so ist gleich
vorwegzunehmen, dass jene Kritik immer eine sehr grundlegende Kritik sein muß,
die gleichsam die Basis und das Zusammenhaltende der ganzen Jaspers'schen
Philosophie in Frage stellt. Ganz grundlegend etwa ist der folgende Vorwurf:
Der Versuch, das Ungegenständliche - wenn auch am Leitfaden von
Gegenständlichkeiten - zu erreichen, bedeute eine Unmöglichkeit. Damit würde
die Denkbarkeit aufgehoben, etwas Absurdes zu tun gefordert, nämlich zu denken
ohne zu denken. Man kann eben nicht über seinen eigenen Schatten springen.
Collins hebt
die von Jaspers gemachte Unterscheidung von Wissenschaft und Philosophie im
Wesentlichen auf, weil er nur zwei Seiten der letzthin einen, stets gegens
tändlichen Seinserkenntnis anerkennt. Er vergleicht diese Unterscheidung mit
Maritains Unterscheidung der empiriologischen und ontologischen Erkenntnis.
Jene trifft die sensiblen Dinge, soweit sie beobachtbar und messbar sind, diese
die Welt im Ganzen, das Selbst und Gott.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Knauss
kritisiert schließlich nicht den Grundgedanken, sondern dessen systematische
Darstellung. Er richtet sich gegen die Siebenzahl der Weisen des Umgreifenden
und bezeichnet Jaspers Hinweis auf die Philosophiegeschichte, in der diese
Weisen immer wieder gedacht wurden, als gewagte Rückprojektion des eigenen
Denkens. Und ich glaube die Philosopie des Umgreifenden nicht falsch zu
verstehen, wenn ich meine, dass auf die Frage nach dem Rechtfertigungsgrund
dieses Denkens auf letzte Grunderfahrungon verwiesen würde. Dass- diese
reflektierend in das Philosophieren aufgenommen werden und dass das
Philosophieren von sich aus auf solche Seinserfahrungen hindrängt, gehört zur
Idee der Philosophie. Aber in ihren: Faktum sind sie vielleicht doch eine
Grenze. Wo sie im Anderen fehlen, wird die Verständigung unmöglich.
Die Forderung
nach einer umgreifenden, nicht mehr inhaltlichen Logik bedeutet innerhalb des
Jaspers'schen Denkens ein Zur-Geltung-Kommen des Bewusstseins überhaupt in
allen Weisen des Umgreifenden. Und vielleicht ist die Kritik berechtigt, dass
Jaspers hierin letztlich unklar bleibt.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Was ich meine, ist der Unterschied, der von Jaspers immer
wieder drastisch gezeigt wird, wenn er vom Mystiker spricht, der eine alle Welt
und Subjekt transzendierende Erfahrung der Einheit macht, die dann in
Ermangelung aller Weltlichkeit nicht mehr kommunizierbar ist und meist dem
Schwärmertuni oder Fanatismus erliegt, und der philosophischen Erhellung, die
gleichsam immer nur Annäherung an das Ziel bleibt, das der Mystiker nach
Jaspers unbestreitbar erfahrt.
Mit einem EBild kann ich vielleicht andeuten, was ich sagen
möchte. Der Mystiker springt in den Ozean (des Seins) hinein und kommt
erfrischt heraus. Er wird niemanden seine Erfahrung adäquat mitteilen können,
er kann nur auffordern auch hineinzuspringen.
Der Philosoph steht am Strand und schaut und genießt,
vielleicht baut er sich sogar ein Boot um damit über den Ozean zu segeln. Er
kann nun den anderen mitteilen, was er sieht, er kann ihn auf eine Bootsfahrt
mitnehmen und ihm den unendlichen Ozean zeigen und vielleicht sogar davon
erzählen, dass es Leute gab, die hineingesprungen sind und ganz begeistert
davon waren, sodass sie zeitlebens nur mehr von dieser Erfahrung sprachen, aber
er springt nicht hinein.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils!
Schließen möchte ich mit einem Bild, das seine Schülerin
sehr treffend zeichnet. "Die Jaspers' sche Philosophie ist einem Bau im
gotischen Stil vergleichbar. So wie jede Linie dieser Architektur, zieht bei
Jaspers jede Idee und jeder Bruch den Blick auf eine höhere Linie. Wie der
gotische Schwung nach Überwindung der Schwere des Steins bis zur Verneinung von
deren Wirklichkeit strebt, überwindet und verwirft dieses Denken unaufhörlich
sein formales Rüstzeug, seine Ergebnisse, sein Material. Und so wie die gotische
Kirche - in immer zunehmender Verfeinerung schließlich gerade durch ihr
Unvermögen, noch weiter sich-zu erheben - auf etwas verweist, was jenseits von
ihr ist, so wird die Jaspers'sche Philosophie, von Stufe zu Stufe, von einem
Scheitern zum andern, schließlich nur ein Zeichen, das dahin auftragt, wo sie
selbst nicht; mehr hingelangen kann.
J’s Ph. = umgrenzt von den 5 Fragen:
- Eas
ist Wissenschaft.
- Wie ist Kommunikation möglich?
- Wie wird uns Wahjrheit zugänglich?
- Was ist der Mensch?
- Wie wird man sich der Transzendenz bewusst?
|