Dependenzgrammatik oder auch Valenzgrammatik
bezeichnet eine von Lucien
Tesnière (1893-1954) begründete Form der Grammatik.
Die Valenz
(Wertigkeit) erhielt ihren Namen aufgrund dem Vergleich des Verbs mit einem
Atomkern. Der Atomkern bestimmt, welche Elektronen herangenommen werden bzw.
Verben nehmen eine bestimmte Anzahl von Wörtern an sich.
Die Dependenzgrammatik untersucht die hierarchische Struktur
eines Satzes ausgehend von Abhängigkeiten. Man ordnet Wörter anderen Wörtern
zu, bis man ein Wort gefunden hat, von dem alle anderen Wörter abhängen. Im
Satz steht das Verb im Mittelpunkt, dem alle anderen
Satzglieder zugeordnet werden.
Verben eröffnen Leerstellen (so schon Karl Bühler), wobei sich die Valenz durch die
Anzahl der Wörter bestimmt.
Tesnière sprach von "Aktanten" (heute Komplemente/Ergänzungen
genannt), die für einen syntaktisch wohlgeformten Satz nötig sind. So eröffnet
z.B. „sehen“ 2 Leerstellen und ist somit 2-wertig.
Man unterscheidet zwischen obligatorischen und fakultativen
Ergänzungen.
Obligatorische E.: Satz darf nicht ungrammatisch werden
(darf man nicht weglassen).
Fakultative E.: können unter gewissen Umständen weggelassen
werden.
Valenzangaben sind für den Unterricht Deutsch als
Fremdsprache sehr hilfreich.