Als Informationsgrundlage, so fährt er fort,
dienen vorwiegend Zeitungen und Magazine, des weiteren die Teilnahme an
zahlreichen Diskussionen. Er sei auch in die entsprechende Literatur
„eingetaucht“ um die Gewissheit zu erlangen, dass das Buch den Kriterien
fachlicher Forschung entsprechen würde. Bereits an dieser Stelle räumt er
jedoch ein, dass dies nicht vollkommen gelingen konnte. Abgesehen von den bereits
erwähnten „persönlichen Urteilen“ erhält man als kritischer Leser doch den
Eindruck von seriöser Wissenschaftlichkeit. Hobsbawm nimmt auf demographische
Statistiken Bezug und zieht Berichte der UN, der OECD oder anderen namhaften
Organisationen als Quellen heran.
Er bedient sich
der Methodik von zahlreichen wissenschaftlichen Nachbarsdisziplinen und bietet
so einen umfassenden Einblick in das „Kurze 20. Jahrhundert“. Ob er auf die
psychologischen Hintergründe radikaler Anhänger der Studentenbewegung eingeht
oder die Wirksamkeit der „Neuen Ökonomischen Politik“ Lenins analysiert- Eric
Hobsbawm gelingt es beinahe durchwegs die verschiedensten Komponenten zu einem
sinnergebenden Bild zusammenzufügen.
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Was die
Darstellung betrifft, so schreibt Hobsbawm im Vorwort, dass sich sein Buch an
den nichtakademischen aber grundlegend interessierten Leser richtet. Ich
glaube, dass es ein wenig mehr als Interesse an der modernen Welt bedarf um
„Das Zeitalter der Extreme“ problemlos zu verstehen. Der Autor nimmt auf
Ereignisse und Entwicklungen Bezug, die meiner Ansicht nach nicht in den
Bereich Allgemeinwissen fallen. Ich denke, dass er besonders in der Kategorie
Wirtschaftsgeschichte Wissen voraussetzt, über das der durchschnittliche Leser
nicht verfügt.
Eine Tatsache,
die mich persönlich teilweise etwas überfordert hat, ist die unglaubliche
Dichte seiner Ausführungen. Es bedarf wirklich großer Konzentration das Buch zu
lesen und alle übermittelten Informationen zu erfassen. In gewisser Weise gibt
Hobsbawm seiner Leserschaft kleine Hilfestellungen in Form von
Zusammenfassungen am Ende mancher Absätze. Teilweise ist dies recht amüsant, da
er schwer verständliche pompöse Ausführungen von mehrseitigem Ausmaß in Form
von „Kurzum“ plötzlich in wenigen Sätzen verpackt.
Einstweilen hat
man jedoch auch den Eindruck, dass Hobsbawm seine historische Erkenntnis in
Form von endlosen Assoziationen aneinander reiht. Die Frage, die er dabei zu
beantworten versucht, bleibt für den Leser teilweise unklar und somit auch
einige Ergebnisse, zu denen der Autor kommt.
„Die von anderen
zubereiteten Erkenntnisse schmecken uns allenfalls dann, wenn wir dieselben
Fragen haben, auf die sie eine Antwort geben.“
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Was man um zu
einer Conclusio zu gelangen auf jeden Fall berücksichtigen sollte, ist, dass
das Buch in Form einer Übersetzung aus dem Englischen vorliegt. Dies trägt
gewiss dazu bei, dass die Sprache teilweise hölzern wirkt und manche Ideen
nicht richtig übermittelt werden. Im großen und ganzen ist „Das Zeitalter der
Extreme“ aber sicherlich empfehlenswert. Besonders für jene, die sich gerne
längere Zeit und intensiv mit Texten beschäftigen. Es bietet einen
interessanten und großteils in sich schlüssigen Überblick über die Weltgeschichte
des 20. Jahrhunderts und öffnet Perspektiven die es sich lohnt einzunehmen.
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