Musikvermittlung
in didaktischen und medialen
Kontexten
Dr. B. Weber
SS 2006
Thema: Radioarbeit – Das
Radio-Feature
Anna Friebe
Das Radio-Feature
und seine Dramaturgie
Inhalt
I.
Definition und kurze Geschichte S.2
II.
Dramaturgie – Kunst des Gestaltens S.3
III.
Die Rolle der Musik S.6
IV.
Transfer in die Schule und
Vermittlungsziele S.7
des Radio-Features
V.
Quellenverzeichnis S.9
I. Definition und kurze Geschichte:
Beim Radio-Feature handelt es sich um ein Sendeformat, bei dem eine
eindeutige Definition nicht möglich ist. Vielmehr lässt sich das Feature mit
verschiedenen anderen Formen vergleichen, um es zu beschreiben.
Es kann nicht klar abgegrenzt werden zur Dokumentation (in der ehemaligen
DDR bis ca. 1963 Funkdokumentation genannt), zum Bericht oder zur Reportage,
soll aber in seinem Charakter, seiner Funktion und seiner Machart mehr
unterhalten, den Hörer fesseln und die Bedeutung, die Wichtigkeit des
jeweiligen Themas unterstützen.
Ebenso vergleichbar ist das Feature mit dem Hörspiel, das auch eine Art
„Montage-Kunst“ ist, aber weniger informell und deutlich künstlerischer. Eine
weitere Gemeinsamkeit ist die wichtige Rolle der Originalton-Aufnahme und des
Geräuschs, sowie die zurückgehende Bedeutung des gesprochenen Wortes.
Innerhalb der Radiostationen sind oft dieselben Mitarbeiter für Feature
und Hörspiel verantwortlich.
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ging es um eine reelle Situation, die im Studio durch Verteilung mehrerer
Sprechrollen und von Musik/Geräuschen aus dem Archiv versucht wurde
nachzustellen, wobei ganz klar der Bezug zum Theater deutlich wurde.
Das Nachkriegsfeature entstand durch ein Gründerteam von Axel Eggebrecht,
Peter von Zahn, Ernst Schnabel und Alfred Andersch, die Features erstellten, in
denen es darum ging, Hintergründe der jeweiligen Themen, meist Aufklärung von
Kriegsmissständen etc., zu erläutern und besondere Aufmerksamkeit zu erzielen.
Anfang 1947 wurden die Features aufwendiger, mit ersten dramaturgischen
Elementen, steigender Bedeutung von Form, Stil und der Verbindung der Ebenen
der Literatur und des puren Journalismus. Dieser Entwicklung lag das Formprinzip
der Montage zugrunde.
In der zweiten Hälfte der 50er Jahre brachten das neue deutsche
Rundfunkgesetz, das Aufkommen des Fernsehens und der hohe Kosten- und
Zeitaufwand der Featureproduktion die Entwicklung des Sendeformats zum Stehen.
Das nun kontrollierte, öffentlich-rechtliche Radio grenzte die Möglichkeiten
des Features erheblich ein.
Allerdings brachte Peter Leonhard Braun durch die Entdeckung der
Stereophonie Ende der 60er Jahre eine völlig neue Dimension und einen neuen
Anstoß für die Entwicklung des Radio-Features. Die O-Ton-Aufnahme wurde einer
der wichtigsten Gestaltungsformen durch das tragbare Tonbandgerät, und das
Geräusch erlangte Gleichberechtigung gegenüber dem gesprochenen Wort.
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Auch der Produktionsablauf wurde durch diese Möglichkeiten beeinflusst,
indem nun nicht mehr das Manuskript als erstes stand und dann mit akustischen
Mitteln verschönert und gestaltet wurde, sondern der O-Ton aufgenommen, geordnet
und bearbeitet und anschließend das Manuskript erstellt wurde, das so die
Aufnahme unterstützen sollte.
Mit sich immer weiter entwickelnder Technologie sind ab diesem Zeitpunkt
auch der Entwicklung des Radio-Features keine Grenzen mehr gesetzt.
II. Dramaturgie – Die Kunst des
Gestaltens:
Die Dramaturgie ist es, die das Feature zum Feature macht und von den
bereits genannten ähnlichen Sendeformaten wie Dokumentation oder Bericht
deutlich unterscheidet.
Mit der Dramaturgie soll der Hörer gefesselt, gehalten werden. Sie soll
dem Hörer die Wichtigkeit und Eindringlichkeit des Themas unterhaltend
vermitteln.
Die dramaturgische Gestaltung bringt dem zu vermittelnden Inhalt den
entscheidenden Spannungsbogen, der erst ein Interesse für das Thema wecken und
anschließend diese Spannung, das Interesse die ganze Sendung über erhalten
soll.
Dieser Bogen ist das dramaturgische Gerüst, das der Autor noch vor seinen
Recherchen in seiner Vorstellung konstruiert, von dem er sich aber
währenddessen nicht abhängig machen, also variabel bleiben soll.
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den Fluss der kompletten Sendung ausmachen, sondern auch bezüglich einzelner
Kapitel oder sogar abschnittweise verlaufen.
Fehler, die das genaue Konzept nicht mehr beinhalten sollte, sind
meistens solche, die die Spannung abreißen lassen, wie zum Beispiel zu viele
Wiederholungen oder auf der anderen Seite eine zu verwirrende, weil zu
komplizierte Handlungsabfolge. Vielmehr sollte eine gewisse inhaltliche Ordnung
herrschen, zum Beispiel durch sinnvolle Kapitelsetzung. Ein einheitlicher Stil
trägt ebenso zur Ordnung bei. Auch soll das Verhältnis zwischen Klang aller Art
(Musik, Geräusche, etc) und Textbeiträgen ausgewogen sein und beide Elemente dürfen
sich nicht gegenseitig stören.
Insgesamt ist diese schwierige Aufgabe also mit vielen verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten
und ihrem richtigen, sinnvollen Einsatz zu bewältigen.
Gestaltungsmittel für eine dramaturgische Spannung sind der angewendete Erzählstil
und die Rolle, die der Erzähler, der Autor einnimmt, das Tempo des
Features, also Wechsel der Situationen, Schnitte, etc., die Dynamik, was
die Lautstärkenverhältnisse innerhalb eines Features meint und der Umgang mit Musik,
Geräuschen, O-Ton - auch im Verhältnis zum Wort . Ganz am
Anfang der Arbeit steht jedoch der formale Aufbau der Sendung.
Es gibt sieben verschiedene Reinformen des Aufbaus, die aber oft
als Mischformen angewendet werden:
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2. Die chronologische Erzählung: ein ununterbrochener
chronologischer Zeitablauf
mit Ziel und
Ende
3. Die umgekehrte Chronologie: Die Geschichte
wird hier vom Ende aus erzählt, aber ohne Sprünge und
Unterbrechung. Die Auflösung ist hier der Anfang der Erzählung.
4. Getrennte Handlungsstränge: viele verschiedene Geschichten, die
erst
nebeneinander
herlaufen und im Laufe der
Sendung immer
weiter ineinander laufen und zu
einer
Geschichte werden
5. Beschreibung und Analyse gegeneinander montiert: entspricht in der
Musik der
Form der Oper mit der Handlungsebene (Rezitativ) und der
Gefühlsebene (Arie). Hier der Wechsel von Reportage und Deutung.
6. Die Aufteilung in Szenen: Abschnitte, die in
sich schlüssig sind, werden
aufeinander
aufbauend erzählt
7. Die Rahmenhandlung: Aufteilung
in mehrere Kapitel oder Umrahmung der Geschichte
III. Die Rolle der Musik
Die Bedeutung der Musik hat sich nicht nur innerhalb des Features durch
seine Entwicklung verändert, sondern hat im Medium Radio allgemein eine andere
Funktion erhalten. Sie ist nicht mehr nur Lückenfüller, unbedeutender
Alltagsbegleiter oder bloße Berieselung aus dem Hintergrund. Für das
Radioprogramm ist diese Funktion
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