Das Ozonloch und seine Dynamik in den letzten Jahrzehnten
Einleitung
Ozon (O3) ist die dreiatomige Form von Sauerstoff
(O2). Es wurde im Jahre 1840 von Christian Friedrich Schönbein
entdeckt und wegen seinem Geruch mit dem griechischen Wort für „riechen“ –
ozein – benannt.
Als die Erde vor etwa viereinhalb
Milliarden Jahren entstanden ist, betrug die Temperatur auf der Oberfläche 800°
C. Die Erdatmosphäre war undurchsichtig und bestand hauptsächlich aus Methan,
Kohlendioxid und Wasserdampf. Die Entfernung zur Sonne führte schließlich dazu,
dass die Erde so weit abkühlen konnte um Wasser kondensieren zu lassen und
somit die Atmosphäre heller werden konnte. Eine Milliarde Jahre später rangen
Sonnenstrahlen bis zur Oberfläche vor, die noch von einem Ozean bedeckt war. Im
Wasser konnten die ersten Organismen entstehen, da sie da vor der
Sonnenstrahlung geschützt waren. Unter der Wirkung der UV-Strahlung wurden
Wassermoleküle zerbrochen ebenso wie das Kohlendioxid.
Auf diese Weise wurden
Sauerstoffatome freigesetzt, welche sich zu O2 und O3
bilden konnten. Dadurch veränderte sich die Atmosphäre, denn das Ozon
absorbierte die UV-Strahlung, woraufhin nicht mehr so viel auf die
Erdoberfläche vordringen konnte. Durch diesen Schutz vor der Strahlung begann
sich das Leben auch auf dem Land zu verbreiten.
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Für unser Seminar ist allerdings nur das stratosphärische
Ozon von Bedeutung.
Das Ozon ist nicht gleichmäßig in der Atmosphäre verteilt,
90% davon befinden sich in der Stratosphäre und nur 10% in der Troposphäre. Das
Maximum der Konzentration an Ozon liegt in einer Höhe zwischen 15 und 30 km.
Seit Beginn der achtziger hat die Konzentration von
Ozon in der Stratosphäre bedenklich abgenommen.
Besonders deutlich ist die Ozonabnahme in der Antarktis vor
allem im Südfrühjahr. Temporär nimmt dort die natürliche Ozonkonzentration in
der Stratosphäre fast um die Hälfte ab. Dieser Schwund über der Antarktis wird
als Ozonloch bezeichnet. Auf die Gründe der Abnahme kommen wir später noch zu
sprechen.
Fragen und Hypothesen:
Sind FCKWs wirklich Ozonzerstörer? Wenn ja, gibt es noch
andere?
Der Ozonabbau ist überwiegend im Frühjahr (Okt. Nov.).
Gibt es Nord-Süd-Unterschied, wenn ja warum?
UV-Strahlung erhöht sich auf der Erdoberfläche. Was sind die
Konsequenzen?
1.
Ozonchemie:
Das Ozon ist ein Gas, welches auf photochemischen Weg
erzeugt wird, dies bedeutet, dass es durch die Bestrahlung von Sauerstoff mit
kurzwelligem Licht entsteht.
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bezeichnet, dabei handelt es sich um N2 (Stickstoff) oder O2 (Sauerstoff).
Bei der Strahlungsabsorption entsteht Wärme, die zur Erwärmung der Stratosphäre
führt.
Da die Verbindung zwischen dem Sauerstoffmolekül und dem
dritten Sauerstoffatom nicht allzu fest ist und durch chemische Reaktionen in
der Atmosphäre wieder getrennt werden kann, entsteht ein Sauerstoffmolekül und
ein Sauerstoffatom, wobei das Sauerstoffatom mit einem O3 reagiert und zwei
Sauerstoffmoleküle bildet.
Dieser Zerfall ist der natürliche und sorgt für ein
relatives Gleichgewicht der Ozonkonzentration in der Stratosphäre.
Chapman’s Theorie, welche in Abb.2 ersichtlich ist, hat sich
in der Praxis als nicht richtig herausgestellt, da seine Berechnungen nicht mit
den gemessenen Profilen übereinstimmten. Der Grund hierfür waren Katalysatoren,
welche im nächsten Kapitel beschrieben werden.
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2.
Katalytischer Abbau des Stratosphärischen Ozon:
Im Gegensatz zum natürlichen Zerfall gibt es auch einen
Abbau des Ozon, der aufgrund von Katalysatoren- das ist ein Stoff, der
Reaktionen beschleunigt oder ermöglicht, ohne selbst dabei verbraucht zu
werden- zustande kommt. Hierfür geeignete Katalysatoren, auch Radikale genannt,
da sie eine besondere Reaktionsbereitschaft aufweisen, sind vor allem Chlor und
Stickoxide (wobei diese auch Ozon erzeugend wirken können).
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Nun zu der Reaktionsgleichung.
Bezeichnet man die Radikale mit X, so ergibt sich die Gleichung:
X + O3 à XO + O2
XO
+ O à X +O2
Daraus folgt
O3
+ O à O2 + O2
Anhand der Gleichung kann man erkennen, dass die Radikale
nicht in der Reaktion gebunden werden und immer weiter O3 abbauen
können. Diese Radikale entstehen in der Troposphäre und gehen dort keine
Verbindungen ein. Erst in der Stratosphäre, wo sie durch UV-Strahlung gespalten
werden, können sie mit anderen reagieren.
Werden Radikale dann schließlich gebunden, so gelangen sie
entweder in dieser Verbindung in die Troposphäre zurück, wo sie vom
Niederschlag ausgewaschen werden, oder nach einer gewissen Aufenthaltszeit
wieder als Radikal das Ozon angreifen.
FCKWs
Wie bereits angesprochen, hat der Mensch das Gleichgewicht
des Ozons in der Stratosphäre gestört. Verantwortlich hierfür sind vor allem
die FCKWs, Flourchlorkohlenwasserstoffe, die vor etwa 80 Jahren erfunden und
aufgrund ihrer Fähigkeit, keine Verbindungen mit anderen Stoffen einzugehen
sowie der Tatsache, dass sie ungiftig sind, in Spraydosen, Kühlschränken und
Schaumstoffen verwendet wurden.
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Abb.
3: Jährliche globale Injektionsraten von FCKWs
Diese Abbildung zeigt die
Zunahme der FCKWs seit den 1920ern, zusammengezählt sind diese über 2 Mio.
Tonnen pro Jahr. Da diese alle anthropogener Herkunft sind, stiegen die Anteile
an Cl und Br in der Atmosphäre deutlich an. (Fabian, 1995)
Um die Ausdehnung des Ozonloches zu stoppen wurde 1987 das
Protokoll von Montreal beschlossen und 1989 in Kraft getreten. Damals beschloss
man die Produktion der gefährlichen FCKWs ab 1996 zu verbieten. Inzwischen
wurde der Vertrag in 191 Ländern ratifiziert. Es existieren allerdings noch
etliche Altlasten. Alte Kühlschränke und Klimaanlagen dünsten nach wie vor
FCKWs aus. Bis die Chemikalien zerfallen, werden Jahrzehnte vergehen.
3.
Die Wirkung des Ozon:
Die Strahlung der Sonne, welche
vom Ozon absorbiert wird, besteht aus drei Bereichen, dem langwelligen
Infrarot, dem sichtbaren Licht zwischen 400 bis 600 nm und dem kurzwelligen
Ultraviolett. Den Boden können nur Strahlen über 290 nm erreichen, darunter
wird alles von der Atmosphäre abgeschirmt. Dieser Bereich ist das UV-C und
schädlich für die Umwelt. Weiters wird die UV-Strahlung noch in UV-B im Bereich
von 280-315 nm und UV-A (315-400 nm) eingeteilt. Diese ist wesentlich
energiereicher als das sichtbare Licht, daher begünstigt es viele Reaktionen,
wie eben die Ozonerzeugung. (Riederer,
2004, S 15-18)
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