Das
litorale System
1. Begriffsklärungen
· Litorales
System: geomorph Prozesse der Küstengestaltung,
Gesteinsmaterial, Organismen, Küstenformen
· Küste
(Steil-/Flach-): Grenzsaum Festland Meer, beeinflussen sich gegenseitig
· Ufer/Strand:
von Uferlinie bis äußerste Brandungswirkung an Land ; mittlerer Wasserstand
bestimmt Uferlinie
· Schorre:
von Uferlinie bis Ende der Brandungswirkung am Meersboden
Ø Litorale Serie
· typische
Anordnung der vom Meer geschaffenen Formen
· Lockermaterialküste:
o Barre:
dauernd überfluteter Flachwasserbereich (Sand-, Kiesriff), getrennt durch
Priele
o Schorre:
zum Strand ansteigende Fläche, Wellen brechen + laufen aus ; Unterwasser-,
Gezeiten-, Hochschorre
o Strandwall:
oberes Ende der Schorre (Unterwasser- & Gezeiten-): wenige dm hoher Wall
o Dünen mit Sandkliff:
oberes Ende der Strandplattform, seewärtiges Ende der Dünen, von Sturmwellen
ereicht
· Fels-Kliffküste
o Kliff:
anstehendes Gestein
o Abrasionsplattform:
Abtragungsplattform, Wellen brechen + laufen aus
o Kliffhalde: am
Fuß des Kliffs, wenn Kliff nicht mehr oft von Brandung erreicht wird
o Brandungshohlkehle:
Brandung unterschneidet Kliff, bei widerständigem Gestein
o Meerhalde:
meerwärtiges Ende der Abrasionsplattform, Halde oder Felsböschung
2. Hauptagenzien der
Küstenformung
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2.1 Wellen, Brandung und
ihre geomorphologische Wirkung
Ø Wellen
· Unterschiedliche
Erwärmung des Globus à Wind über Wasserfläche à
kreisförmige Bewegung der Wasserteilchen
· lediglich
Auf-/Abbewegung, kein horizontaler Transport
· Wellenhöhe
hängt ab von: Windstärke, Wirkdauer & -länge des Windes, Wassertiefe
Ø Brandung
· Flaches
Wasser ( < halbe Wellenlänge) à Reibung, Welle spitzt sich
zu + bricht ; Wellenauflauf landwärts + Wellenrücklauf à
Translationswellen (nicht auf/ab, sondern vor/zurück) ; Energie in Reibung
umgesetzt
· Brandung
an Tiefwasserküsten stärker, da Wellen ihre Energie nur langsam verlieren
· Wellenauflauf
transportiert Sand + Kies zum Strand, Rücklauf nimmt sie teilweise
(Versickerung!) wieder mit
· Brandungszone
ist wichtiges geomorphologisches Aktionsfeld der Küste!
· Dünungswellen
akkumulieren, Sturmwellen erodieren den Strand
· Nächste
Welle bremst Rücklauf à Wasserstau à linienhafte
Reißströme zurück ins Meer (tiefere Rinnen)
Ø Tsunamis
· Entstehen
durch Schockwelle unterseeischer Erdbeben und Vulkanausbrüche
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· Mehrere
aufeinanderfolgende Wellen, Meer weicht dazwischen zurück
Ø Geomorphologische
Wirkung
· An Flachküsten
o Barre:
Schubkraft der Wellen im flachen Wasser à Akkumulationen (Sand, Kies)
quer zur Bewegungsrichtung ; langwellige flache Dünung bringt Material zum
Strand ; kurze steile Sturmbrecher erodieren => teils zur Barre
o Strandversetzung:
Wellen laufen schräg auf Strand, läuft gemäß Gefälle zurück à
längsgerichteter Zick-Zack-Transport von Material
o Stranddellen und
hörner: Konstanter Seegang über mehrere Stunden ; Hohlformen (Dellen,
10-15m breit) und Sporne (Hörner) dazwischen entstehen
o Strandhaken, Nehrung,
Haff, Ausgleichsküste: starker strandparalleler Materialtransport + Bucht in
Küste länglicher Akkumulationskörper wächst ins Meer (Strandhaken)
à
Verbindung zu Insel : Tombolo
à
fast/ganz geschlossene Verbindung vor Bucht: Nehrung ; dadurch
abgeschnürter Teil: Haff (süßt aus, verlandet)
àBildung
von Nehrungen + Abrasion von Küstenvorsprüngen: Ausgleichsküste
o Natürlicher Hafen:
bei starker Tidenströmung wird Haff nicht ganz geschlossen
o Nehrungsinsel:
starke Brandung kann Barre über Meersspiegel erhöhen à
langgestreckte Nehrungsinsel
· An Steilküsten:
o Entwicklung seit 6000
Jahren (Ende d. postglazialen Wasseranstiegs) Regolith abgetragen, Anstehendes
bearbeitet
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o Abrasionsplattform:
flache Stelle die Wellen bremst; durch Translation + Aufprall der Wellen
vergrößert + geglättet
o Brandungshohlkehle:
hoher Wellengang, Felswand unterschnitten (widerständiges Gestein) => evtl
Denudation ; Material als Abrasionsmittel oder als Kliffhalde am Fuß des
Kliffes
o Aktives/Ruhekliff:
konstantes Meersniveau, Brandung erreicht Kliff nicht mehr à
wird normaler Hang, vom aktiven zum Ruhekliff
o Einfluss der Gesteinsstruktur:
hartes Gestein (Klüfte wichtig): Kliff; verschiedene Schichten: Treppen; weich:
eben durch Klüfte entstehen: Brandungshöhlen, -tore, -gassen (Decke bricht
ein), -pfeiler (isoliert)
o Kliffranddüne:
weit zurückverlegtes Kliff, Aufwinde lagern Sand ab => Düne
2.2 Gezeiten und ihre
geomorphologische Wirkung
Ø Begriffe
· Gezeiten:
periodische Wasserstandschwankungen des Meeres in halb- oder eintägigem
Rhythmus
· Tide:
Steigen und Fallen des Wassers ; Hoch/Niedrigwasser:
höchster/niedrigster Wasserstand einer Tide ; Tidenhub: Differenz
HW-NW
· Flut
(Steigen) in Richtung Gezeitenwelle, Ebbe (Fallen) entgegen
Gezeitenwelle
Ø Entstehung
· Hochwasserberg
durch auf mondzugewandter (Anziehung) und -abgewandter Seite (wenig Anziehung,
bleibt zurück)
· Springtide:
Erde + Sonne + Mond auf einer Linie ; Nipptide: rechter Winkel, Sonnenanziehung
vermindert Gezeiten
· Erdkörper
dreht sich unter den Hochwasserbergen weg ; 2 Wellenberge => Tide dauert
12h25min
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Ø Geomorphologische
Bedeutung
· Ästuare/Ästuarmäander:
o Def.:
Flussmündung im Gezeitenbereich mit schlauch-/trichterförmigen Grundriss,
Brackwasser
o Flusswasser à
Ebbstrom muss mehr Wasser wegtransportieren als Flutstrom bringt ; Flutstrom
staut Flusswasser => rascher Wasseranstieg ; Strömungsumkehr = Sedimentation,
Gezeitenmarsch
o Hauptströmung bei
Ebbe + Flut in verschiedenen Tiefenrinnen à keine parallelen Ufer, eng
bei Kreuzung (überlagerte Mäander)
· Watt: im
Rhythmus der Gezeiten überschwemmt
o Entstehung:
Gezeiten transportieren im Flachwasser viel Sand, Schluff + Ton ; Kentern der
Strömung: Akkumulation, Ebbstrom erst stark wenn höchste Wattflächen schon
trocken
o Außenrand: Sandwatten,
Erhöhung über mittleres Hochwasser + Dünenbildung: Düneninseln
o Wattkanäle (Priele)
münden in immer schiffbare Baljen (größere Kanäle)
o Bei Erhöhung des Schlickwatts
(feines Material) über mittleres Hochwasser: Marsch mit Halophyten,
evtl Halligen (Marschinseln), mit Deich: Koog/Polder/Groden
3. Deltas
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