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Das litorale System .doc

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Environmental Science
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Geo Sciences
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University, School
Friedrich Alexander Universität Erlangen - Nürnberg - FAU
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2008
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Das litorale System

1. Begriffsklärungen

·   Litorales System: geomorph Prozesse der Küstengestaltung, Gesteinsmaterial, Organismen, Küstenformen

·   Küste (Steil-/Flach-): Grenzsaum Festland – Meer, beeinflussen sich gegenseitig

·   Ufer/Strand: von Uferlinie bis äußerste Brandungswirkung an Land ; mittlerer Wasserstand bestimmt Uferlinie

·   Schorre: von Uferlinie bis Ende der Brandungswirkung am Meersboden

Ø Litorale Serie

·   typische Anordnung der vom Meer geschaffenen Formen

·   Lockermaterialküste:

o Barre: dauernd überfluteter Flachwasserbereich (Sand-, Kiesriff), getrennt durch Priele

o Schorre: zum Strand ansteigende Fläche, Wellen brechen + laufen aus ; Unterwasser-, Gezeiten-, Hochschorre

o Strandwall: oberes Ende der Schorre (Unterwasser- & Gezeiten-): wenige dm hoher Wall

o Dünen mit Sandkliff: oberes Ende der Strandplattform, seewärtiges Ende der Dünen, von Sturmwellen ereicht

·   Fels-Kliffküste

o Kliff: anstehendes Gestein

o Abrasionsplattform: Abtragungsplattform, Wellen brechen + laufen aus

o Kliffhalde: am Fuß des Kliffs, wenn Kliff nicht mehr oft von Brandung erreicht wird

o Brandungshohlkehle: Brandung unterschneidet Kliff, bei widerständigem Gestein

o Meerhalde: meerwärtiges Ende der Abrasionsplattform, Halde oder Felsböschung

 

2. Hauptagenzien der Küstenformung

 

2.1 Wellen, Brandung und ihre geomorphologische Wirkung

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·   Unterschiedliche Erwärmung des Globus à Wind über Wasserfläche à kreisförmige Bewegung der Wasserteilchen

·   lediglich Auf-/Abbewegung, kein horizontaler Transport

·   Wellenhöhe hängt ab von: Windstärke, Wirkdauer & -länge des Windes, Wassertiefe

Ø Brandung

·   Flaches Wasser ( < halbe Wellenlänge) à Reibung, Welle spitzt sich zu + bricht ; Wellenauflauf landwärts + Wellenrücklauf à Translationswellen (nicht auf/ab, sondern vor/zurück) ; Energie in Reibung umgesetzt

·   Brandung an Tiefwasserküsten stärker, da Wellen ihre Energie nur langsam verlieren

·   Wellenauflauf transportiert Sand + Kies zum Strand, Rücklauf nimmt sie teilweise (Versickerung!) wieder mit

·   Brandungszone ist wichtiges geomorphologisches Aktionsfeld der Küste!

·   Dünungswellen akkumulieren, Sturmwellen erodieren den Strand

·   Nächste Welle bremst Rücklauf à Wasserstau à linienhafte Reißströme zurück ins Meer (tiefere Rinnen)

Ø Tsunamis

·   Entstehen durch Schockwelle unterseeischer Erdbeben und Vulkanausbrüche

·   Wellenlänge bis 160km, Geschwindigkeit 800km/h ; in Küstennähe gebremst à erhöht sich (15-30m)

·   Mehrere aufeinanderfolgende Wellen, Meer weicht dazwischen zurück

 

 

 

 

Ø Geomorphologische Wirkung

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·   An Flachküsten

o Barre: Schubkraft der Wellen im flachen Wasser à Akkumulationen (Sand, Kies) quer zur Bewegungsrichtung ; langwellige flache Dünung bringt Material zum Strand ; kurze steile Sturmbrecher erodieren => teils zur Barre

o Strandversetzung: Wellen laufen schräg auf Strand, läuft gemäß Gefälle zurück à längsgerichteter Zick-Zack-Transport von Material

o Stranddellen und –hörner: Konstanter Seegang über mehrere Stunden ; Hohlformen (Dellen, 10-15m breit) und Sporne (Hörner) dazwischen entstehen

o Strandhaken, Nehrung, Haff, Ausgleichsküste: starker strandparalleler Materialtransport + Bucht in Küste länglicher Akkumulationskörper wächst ins Meer (Strandhaken)

à Verbindung zu Insel : Tombolo

à fast/ganz geschlossene Verbindung vor Bucht: Nehrung ; dadurch abgeschnürter Teil: Haff (süßt aus, verlandet)

àBildung von Nehrungen + Abrasion von Küstenvorsprüngen: Ausgleichsküste

o Natürlicher Hafen: bei starker Tidenströmung wird Haff nicht ganz geschlossen

o Nehrungsinsel: starke Brandung kann Barre über Meersspiegel erhöhen à langgestreckte Nehrungsinsel

·   An Steilküsten:

o Entwicklung seit 6000 Jahren (Ende d. postglazialen Wasseranstiegs) Regolith abgetragen, Anstehendes bearbeitet

o Aufprall der Brandung komprimiert Luft in Klüften + lockert Gestein, Rücklauf zieht Blöcke heraus

o Abrasionsplattform: flache Stelle die Wellen bremst; durch Translation + Aufprall der Wellen vergrößert + geglättet

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o Aktives/Ruhekliff: konstantes Meersniveau, Brandung erreicht Kliff nicht mehr à wird normaler Hang, vom aktiven zum Ruhekliff

o Einfluss der Gesteinsstruktur: hartes Gestein (Klüfte wichtig): Kliff; verschiedene Schichten: Treppen; weich: eben durch Klüfte entstehen: Brandungshöhlen, -tore, -gassen (Decke bricht ein), -pfeiler (isoliert)

o Kliffranddüne: weit zurückverlegtes Kliff, Aufwinde lagern Sand ab => Düne

2.2 Gezeiten und ihre geomorphologische Wirkung

Ø Begriffe

·   Gezeiten: periodische Wasserstandschwankungen des Meeres in halb- oder eintägigem Rhythmus

·   Tide: Steigen und Fallen des Wassers ; Hoch/Niedrigwasser: höchster/niedrigster Wasserstand einer Tide ; Tidenhub: Differenz HW-NW

·   Flut (Steigen) in Richtung Gezeitenwelle, Ebbe (Fallen) entgegen Gezeitenwelle

Ø Entstehung

·   Hochwasserberg durch auf mondzugewandter (Anziehung) und -abgewandter Seite (wenig Anziehung, bleibt zurück)

·   Springtide: Erde + Sonne + Mond auf einer Linie ; Nipptide: rechter Winkel, Sonnenanziehung vermindert Gezeiten

·   Erdkörper dreht sich unter den Hochwasserbergen weg ; 2 Wellenberge => Tide dauert 12h25min

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Ø Geomorphologische Bedeutung

·   Ästuare/Ästuarmäander:

o Def.: Flussmündung im Gezeitenbereich mit schlauch-/trichterförmigen Grundriss, Brackwasser

o Flusswasser à Ebbstrom muss mehr Wasser wegtransportieren als Flutstrom bringt ; Flutstrom staut Flusswasser => rascher Wasseranstieg ; Strömungsumkehr = Sedimentation, Gezeitenmarsch

o Hauptströmung bei Ebbe + Flut in verschiedenen Tiefenrinnen à keine parallelen Ufer, eng bei Kreuzung (überlagerte Mäander)

·   Watt: im Rhythmus der Gezeiten überschwemmt

o Entstehung: Gezeiten transportieren im Flachwasser viel Sand, Schluff + Ton ; Kentern der Strömung: Akkumulation, Ebbstrom erst stark wenn höchste Wattflächen schon trocken

o Außenrand: Sandwatten, Erhöhung über mittleres Hochwasser + Dünenbildung: Düneninseln

o Wattkanäle (Priele) münden in immer schiffbare Baljen (größere Kanäle)

o Bei Erhöhung des Schlickwatts (feines Material) über mittleres Hochwasser: Marsch mit Halophyten, evtl Halligen (Marschinseln), mit Deich: Koog/Polder/Groden

3. Deltas

·   Fluss mündet à Geschwindigkeit sinkt, akkumuliert à Dammbildung, Fluss bricht seitlich aus etc. à mehrere Kanäle, halbkreisförmiges Delta

·   Schwebfracht am Meeresboden abgelagert (Bodenschichten) ; Geröllablagerungen als Böschungsschichten vorgebaut

·   Gefälle durch Sedimentation auf die Böschungsschichten und stromauf erhalten

Ø Deltaformen

·   Spitzdelta: ein aktiver Arm; Brechung der Wellen lenkt Sedimente zur Seite (Tiber)


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