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Das Judentum .doc

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Social Science
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Religious Studies
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Universität Hamburg
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2008
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Das Judentum

Das Judentum wird mit Recht unter die Weltreligionen eingereiht. Es gibt Juden in allen Erdteilen und in den meisten Ländern der Erde. Mit insgesamt 14 Mill. Angehörigen ist es allerdings die zahlenmäßig kleinste unter den großen Religionen.

Geschichte der Juden im Überblick

Die Anfänge:

In der Bronzezeit (ca 3100 bis 1600 v.Chr.) lebten die Vorfahren Abrahams als Nomaden in Mesopotanien. Abraham zog nach Kanaan, doch ohne sich dort niederzulassen. Gegen Ende dieser Zeit spielten sich der Aufenthalt in Ägypten, der Auszug und die Geschehnisse am Sinai ab.

Die Sesshaftwerdung:

Erst gegen Ende der jüngeren Bronzezeit (ca. 1600 bis 1200 v.Chr.) ließen sich nomadische Stämme, zu denen auch die israelitischen gehörten, im Bergland von Palästina nieder.

Die Staatenbildung:

Um das Jahr 100 v. Chr. gelang es den Israeliten unter der Führung ihres Königs David (1005-965), im syrisch- palästinensischen Raum einen Staat zu errichten, der die im Norden und im Süden des Landes lebenden Stämme in sich vereinigte mit Jerusalem als Hauptstadt. Diese staatliche Einheit konnte Salomo (965- 926) noch erhalten, nach seinem Tod aber zerfiel das reich schnell in das Nordreich Israel und in das Südreich Juda.

Zwischen ihnen kam es bis zu der Eroberung des Nordreiches durch Assyrien (721) immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

Die babylonische Gefangenschaft:

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Durch den Verlust ihrer religiösen Mitte, des Tempels, gewannen religiöse Handlungen (wie z.B. Beschneidungen, Sabatruhe und Speisevorschriften) eine neue Bedeutung. Es entwickelte sich auch eine neue Art des Gottesdienstes, der unabhängig von bestimmten heiligen orten überall abgehalten werden konnte.

Die Heimkehr:

Nach dem Untergang des babylonischen Großreiches ermöglichte der neue persische Herrscher Kyros den Juden die Rückkehr nach Jerusalem.

Unter hellenistischen Einfluss:

Der Sieg Alexanders des Großen (333) setzte den gesamten vorderen Orient einem hellenistischen Einfluss aus, dem sich vor allem die Juden in der Diaspora nicht entziehen konnten: sie nahmen die allgemein gültige griechische Umgangssprache an und übersetzten die hebräischen Schriften in diese.

In Juda konnten zwar zunächst noch die religiösen Praxen ausgeübt werden, doch als später die völlige Hellenisierung durchgesetzt wurde, kam es zu Plünderungen der Tempelschätze und der zwangsweisen Einführung des hellenistischen Staatskultes und dem Verbot alter jüdischer Traditionen.

Die Makkabäerzeit:

In den Jahren 166- 160 v. Chr. führte Judas Makkabäus den jüdischen Kampf gegen die hellenistischen Syrer und 164 gelang ihm die Einnahme Jerusalems. Nach seinem Tod setzten strenggläubige Juden unter der Anleitung der Brüder des Judas den Widerstand fort. Unter dem Hohepriester Simon erlangte Juda für kurze Zeit seine Unabhängigkeit wieder.

Er begründete die Dynastie der Makkabäer, bzw. Hasmonäer.

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-          die Pharisäer, die für eine strikte Befolgung der Tora eintraten und zahlreiche Regeln aufstellten, damit die Vorschriften der Tora auch eingehalten werden konnten

-          die Essener, die von stark apokalyptischen und messianischen Erwartungen geprägt waren und die u.a. in Qumran ein eigenes religiöses Gemeinschaftsleben führten

-          die Sadduzäer, die Partei der Priester und Mitglieder wohlhabender Familien, die nach politischem und religiösem Einfluss ihrer Gruppe strebten.

Unter römischer Herrschaft:

Die Eroberung Jerusalems 63 v. Chr. durch Pompejus bedeutete das Ende des makkabäischen hohenpriesterlichen Königtums und eine wachsende Abhängigkeit aller jüdischen Herrscher von Rom.

Zur Amtszeit des Pontius Pilatus (26- 36 n. Chr.) wirkte Jesus von Nazareth. Im Jahre 66 n. Chr. kam es zum Aufstand der Juden gegen die Römer. Letztendlich eroberte der römische Feldherr Titus 70 n. Chr. Jerusalem, ließ die Stadt und den Tempel zerstören und nahm den Juden damit ihre geographische und religiöse Mitte.

Jerusalem wurde römische Kolonie und es wurde Juden verboten, die Stadt zu betreten.

Verstreut unter den Völkern:

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Unter dem Islam wurden die Juden als Minderheit geduldet und das babylonische und nordafrikanische Judentum konnten sich behaupten. In Spanien erlebte das Judentum unter islamischer Herrschaft sogar eine Blütezeit von 900- 1140. Auch in Frankreich lebten Juden nahezu ungehindert, bis zur Zeit der Kreuzzüge, als Juden im gesamten westlichen Europa verfolgt und vertrieben wurden.

Das Schicksal der Juden in Ost- und Westeuropa blieb immer von dem Herrscher abhängig, in deren land sie lebten. In Westeuropa kam es zur Zeit der französischen Revolution zu einer Verbesserung ihrer Lage, während sie in Osteuropa weiterhin keine Gleichberechtigung erhielten und Verfolgung und Pogromen ausgesetzt waren.

Katastrophe und Neuanfang:

Gerade unter den bedrückenden Verhältnissen in Osteuropa entwickelten sich im 19. Jahrhundert erste Ideen eines modernen jüdischen Nationalismus. Unter dem immer stärker werdenden Druck des Antisemitismus gewann der Gedanke des Zionismus immer mehr an Bedeutung

Während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland kam es zu großen Auswanderungswellen. Etwa 6 Millionen Juden wurden in dieser Zeit umgebracht. Mit der Proklamierung des unabhängigen Staates Jerusalem wurde ein Neuanfang in der Geschichte der Juden gesetzt.

 

 

Israel- nicht nur ein Staat

Das Wort „Israel“ begegnet heute meist als Name eines Staates. Es wird aber auch in anderen Zusammenhängen verwendet:

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Dieser Staat ist errichtet in dem Land, in welchem sich die Geschichte des Gottesvolkes Israel ereignete, wie es das AT überliefert. Trotz des Lebens vieler Juden in der Diaspora blieb die Verbindung zum Berg Zion, zum Land der Väter und der dort lebenden Minderheit bestehen. Der erste Anstoß zur Staatsgründung ging von dem Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Zionismus aus, dessen bekanntester Verfechter Theodor Herz war.

Der Staat Palästina hat sich in den Formen einer parlamentarischen Demokratie organisiert. Obwohl sich der Staat im starken Maße als jüdischer Staat versteht, gehören zu ihm auch christliche und muslimische Araber und andere, die dort seit Jahrhunderten ansässig sind. Sowohl Juden, als auch Araber haben ein lebensrecht in diesem Lande.

Der Staat Israel kann sich nicht mit dem jüdischen Volk gleichsetzten, da dort nur 4,5 Millionen von insgesamt 14 Millionen Juden leben.

-          Israel- ein Volk: Israel ist der Name des Gottesvolkes im AT. Es leitet sich her von dem Erzvater Jakob, der von Gott selbst den Namen Israel erhielt (1. Mose 25).

Es setzte sich zusammen aus zwölf Stämmen, die nach biblischem Zeugnis die Namen seiner Söhne tragen. Außer durch die hebräische Sprache wurde dieses Volk zusammengeschlossen durch das Bekenntnis zu dem einen Gott, der das Volk aus der Knechtschaft in Ägypten in das land der Verheißung geführt, am Sinai mit ihm den Bund geschlossen und ihm als Lebensordnung die Tora gegeben hat. (nach der Vernichtung des Nordreiches blieb das Südreich Juda übrig.

Seitdem bürgerte sich die Bezeichnung Juden anstelle von Israeliten ein)


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