Das Judentum
Das Judentum wird mit Recht unter
die Weltreligionen eingereiht. Es gibt Juden in allen Erdteilen und in den
meisten Ländern der Erde. Mit insgesamt 14 Mill. Angehörigen ist es allerdings
die zahlenmäßig kleinste unter den großen Religionen.
Geschichte der Juden im
Überblick
Die Anfänge:
In der Bronzezeit (ca 3100 bis 1600
v.Chr.) lebten die Vorfahren Abrahams als Nomaden in Mesopotanien. Abraham zog
nach Kanaan, doch ohne sich dort niederzulassen. Gegen Ende dieser Zeit
spielten sich der Aufenthalt in Ägypten, der Auszug und die Geschehnisse am
Sinai ab.
Die Sesshaftwerdung:
Erst gegen Ende der jüngeren
Bronzezeit (ca. 1600 bis 1200 v.Chr.) ließen sich nomadische Stämme, zu denen
auch die israelitischen gehörten, im Bergland von Palästina nieder.
Die Staatenbildung:
Um das Jahr 100 v. Chr. gelang es
den Israeliten unter der Führung ihres Königs David (1005-965), im syrisch-
palästinensischen Raum einen Staat zu errichten, der die im Norden und im Süden
des Landes lebenden Stämme in sich vereinigte mit Jerusalem als Hauptstadt.
Diese staatliche Einheit konnte Salomo (965- 926) noch erhalten, nach seinem
Tod aber zerfiel das reich schnell in das Nordreich Israel und in das Südreich
Juda. Zwischen ihnen kam es bis zu der Eroberung des Nordreiches durch Assyrien
(721) immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen.
Die babylonische Gefangenschaft:
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gewannen religiöse Handlungen (wie z.B. Beschneidungen, Sabatruhe und
Speisevorschriften) eine neue Bedeutung. Es entwickelte sich auch eine neue Art
des Gottesdienstes, der unabhängig von bestimmten heiligen orten überall
abgehalten werden konnte.
Die Heimkehr:
Nach dem Untergang des
babylonischen Großreiches ermöglichte der neue persische Herrscher Kyros den
Juden die Rückkehr nach Jerusalem.
Unter hellenistischen Einfluss:
Der Sieg Alexanders des Großen
(333) setzte den gesamten vorderen Orient einem hellenistischen Einfluss aus,
dem sich vor allem die Juden in der Diaspora nicht entziehen konnten: sie
nahmen die allgemein gültige griechische Umgangssprache an und übersetzten die
hebräischen Schriften in diese. In Juda konnten zwar zunächst noch die
religiösen Praxen ausgeübt werden, doch als später die völlige Hellenisierung
durchgesetzt wurde, kam es zu Plünderungen der Tempelschätze und der
zwangsweisen Einführung des hellenistischen Staatskultes und dem Verbot alter
jüdischer Traditionen.
Die Makkabäerzeit:
In den Jahren 166- 160 v. Chr.
führte Judas Makkabäus den jüdischen Kampf gegen die hellenistischen Syrer und
164 gelang ihm die Einnahme Jerusalems. Nach seinem Tod setzten strenggläubige
Juden unter der Anleitung der Brüder des Judas den Widerstand fort. Unter dem
Hohepriester Simon erlangte Juda für kurze Zeit seine Unabhängigkeit wieder. Er
begründete die Dynastie der Makkabäer, bzw. Hasmonäer.
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-
die Pharisäer, die für eine strikte Befolgung der Tora eintraten
und zahlreiche Regeln aufstellten, damit die Vorschriften der Tora auch
eingehalten werden konnten
-
die Essener, die von stark apokalyptischen und messianischen
Erwartungen geprägt waren und die u.a. in Qumran ein eigenes religiöses
Gemeinschaftsleben führten
-
die Sadduzäer, die Partei der Priester und Mitglieder
wohlhabender Familien, die nach politischem und religiösem Einfluss ihrer
Gruppe strebten.
Unter römischer Herrschaft:
Die Eroberung Jerusalems 63 v. Chr.
durch Pompejus bedeutete das Ende des makkabäischen hohenpriesterlichen
Königtums und eine wachsende Abhängigkeit aller jüdischen Herrscher von Rom.
Zur Amtszeit des Pontius Pilatus
(26- 36 n. Chr.) wirkte Jesus von Nazareth. Im Jahre 66 n. Chr. kam es zum
Aufstand der Juden gegen die Römer. Letztendlich eroberte der römische Feldherr
Titus 70 n. Chr. Jerusalem, ließ die Stadt und den Tempel zerstören und nahm
den Juden damit ihre geographische und religiöse Mitte. Jerusalem wurde römische
Kolonie und es wurde Juden verboten, die Stadt zu betreten.
Verstreut unter den Völkern:
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Islam wurden die Juden als Minderheit geduldet und das babylonische und
nordafrikanische Judentum konnten sich behaupten. In Spanien erlebte das
Judentum unter islamischer Herrschaft sogar eine Blütezeit von 900- 1140. Auch
in Frankreich lebten Juden nahezu ungehindert, bis zur Zeit der Kreuzzüge, als
Juden im gesamten westlichen Europa verfolgt und vertrieben wurden. Das
Schicksal der Juden in Ost- und Westeuropa blieb immer von dem Herrscher
abhängig, in deren land sie lebten. In Westeuropa kam es zur Zeit der
französischen Revolution zu einer Verbesserung ihrer Lage, während sie in
Osteuropa weiterhin keine Gleichberechtigung erhielten und Verfolgung und
Pogromen ausgesetzt waren.
Katastrophe und Neuanfang:
Gerade unter den bedrückenden
Verhältnissen in Osteuropa entwickelten sich im 19. Jahrhundert erste Ideen
eines modernen jüdischen Nationalismus. Unter dem immer stärker werdenden Druck
des Antisemitismus gewann der Gedanke des Zionismus immer mehr an Bedeutung
Während der Zeit des
Nationalsozialismus in Deutschland kam es zu großen Auswanderungswellen. Etwa 6
Millionen Juden wurden in dieser Zeit umgebracht. Mit der Proklamierung des
unabhängigen Staates Jerusalem wurde ein Neuanfang in der Geschichte der Juden
gesetzt.
Israel- nicht nur ein Staat
Das Wort „Israel“ begegnet heute
meist als Name eines Staates. Es wird aber auch in anderen Zusammenhängen
verwendet:
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Staat ist errichtet in dem Land, in welchem sich die Geschichte des
Gottesvolkes Israel ereignete, wie es das AT überliefert. Trotz des Lebens
vieler Juden in der Diaspora blieb die Verbindung zum Berg Zion, zum Land der
Väter und der dort lebenden Minderheit bestehen. Der erste Anstoß zur
Staatsgründung ging von dem Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Zionismus
aus, dessen bekanntester Verfechter Theodor Herz war. Der Staat Palästina hat
sich in den Formen einer parlamentarischen Demokratie organisiert. Obwohl sich
der Staat im starken Maße als jüdischer Staat versteht, gehören zu ihm auch
christliche und muslimische Araber und andere, die dort seit Jahrhunderten
ansässig sind. Sowohl Juden, als auch Araber haben ein lebensrecht in diesem
Lande. Der Staat Israel kann sich nicht mit dem jüdischen Volk gleichsetzten,
da dort nur 4,5 Millionen von insgesamt 14 Millionen Juden leben.
-
Israel- ein Volk: Israel ist der Name des Gottesvolkes im AT. Es
leitet sich her von dem Erzvater Jakob, der von Gott selbst den Namen Israel
erhielt (1. Mose 25). Es setzte sich zusammen aus zwölf Stämmen, die nach
biblischem Zeugnis die Namen seiner Söhne tragen. Außer durch die hebräische
Sprache wurde dieses Volk zusammengeschlossen durch das Bekenntnis zu dem einen
Gott, der das Volk aus der Knechtschaft in Ägypten in das land der Verheißung
geführt, am Sinai mit ihm den Bund geschlossen und ihm als Lebensordnung die
Tora gegeben
hat.
(nach
der Vernichtung des Nordreiches blieb das Südreich Juda übrig. Seitdem bürgerte
sich die Bezeichnung Juden anstelle von Israeliten ein)
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