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Anschließend soll Las Casas’ Modell genauer erklärt werden. In
diesem Zusammenhang werden ebenso die Modelle von Fernández de Oviedo und
Bernardino de Sahagún erläutert.
In einem abschließenden Fazit wird Las Casas’ Modell kritisch
hinterfragt und bewertet.
„Kulturanthropologie befasst sich mit dem kulturalen Sein der
Menschen. Das kulturale Sein der Menschen, die Kultur, umfasst alle
menschlichen Vorstellungen, Verhaltensweisen und deren Produkte, soweit sie
veränderbar sind. Gehören sie im Vergleich dazu zur eher unveränderlichen
Grundausstattung, sind sie Gegenstand bioantropologischer Forschung.
Diese zwei Forschungsfelder sind jedoch nicht eindeutig
voneinander zu trennen, sondern nach kulturwissenschaftlicher oder
naturwissenschaftlicher Vorstellungen und Methoden unterschiedlicher
Schwerpunkte im Erfassen dessen, was Mensch ist. Denn keine menschliche
Handlung ist nur natural oder nur kultural“ [1]
Der kulturanthropologische Kulturbegriff umfasst sowohl die
soziale Verflechtungen, Sitten und Bräuche der Menschen, als auch deren
Erzeugung von (technischen) Hilfsmitteln. Kultur bezeichnet daher die
Gesamtheit der menschlichen Umgebung.
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Ende des 15. Jahrhunderts bzw. Anfang des 16. Jahrhunderts kam
es zu Ereignissen, die globale Veränderungen nach sich zogen. So eroberten im
Jahre 1453 die Osmanen Konstantinopel und beendeten damit das byzantinische
Reich. Im Jahr 1492 erreichte Kolumbus Amerika - im selben Jahr endete die mit
der Eroberung Granadas die Reconquista auf der Iberischen Halbinsel. 1517
schließlich begann Luthers Reformation, die zur Spaltung der
römisch-katholischen Kirche führte.
Diese Ereignisse markierten den Übergang vom Mittelalter zur
Neuzeit. Gleichzeitig begann für die Europäer das Zeitalter des Kolonialismus.
Die Ausbreitung des europäischen Machteinflusses auf das Gebiet der „Neuen
Welt“ - 1516 eroberte Cortez das Aztekenreich und Pizarro 1532 das Inkareich -,
betraf auch die Kultur und die Religion der Einheimischen. Einhergehend mit der
Conquista, der Eroberung des neu entdeckten Kontinentes, stellte sich die Frage
nach der Vorgehensweise im Umgang mit der angetroffenen Bevölkerung und nach
derer Legitimation.
Vor diesem historischen Hintergrund ist Las Casas´ Leben und
Wirken zu sehen. Dabei soll bereits an dieser Stelle erwähnt werden, dass er im
Kontext der Rechmäßigkeit des Herrschaftsanspruchs, der Versklavung und
gewaltsamen Christianisierung der Indios eine der zentralen meinungsbildenden
Personen der damaligen Zeit darstellt.
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Es wird angenommen, dass Las Casas 1497 als Soldat nach
Granada ging, um im Jahr 1500 auf Seiten des spanischen Heeres gegen die
Morisken zu kämpfen. Danach nahm er ein Lateinstudium in Sevilla und ein kurzes
Jura- und Theologiestudium an der Universität von Salamanca auf. Sein
Jurastudium sollte später einen großen Einfluss für seine Entwicklung und die
Erarbeitung seiner Theorie haben.[2]
Dadurch dass bereits sein Vater mit Kolumbus gereist war,
bekam er 1502 die Möglichkeit, als Conquistador die Ländereien in den Kolonien
zu erwerben. Las Casas reiste in diesem Jahr nach La Española, einer
Karibikinsel, die heute die Staaten Dominikanische Republik und Haiti
beheimatet. Bereits nach kurzer Zeit wurde er zum Berater des Gouverneurs
Nicolás de Ovando ernannt und bekam nach mehreren erfolgreichen Teilnahmen an
militärischen Aktionen eine Encomienda, das heißt Landgüter sowie die dort
lebenden Indios zur Ausbeutung ihrer Arbeitskraft, zugeteilt.[3]
1506 erwarb er das Lizenziat der Rechtswissenschaften und
wurde im selben Jahr in Rom zum Priester geweiht. Zunächst führte er das Leben
eines Großgrundbesitzers und teilte das Leben der Conquistadores. Er
beschäftigte sich mit der Verwaltung und Vermehrung seines Besitzes und
arbeitete zudem als Priester.[4]
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waren sprachlos, einige wie von Sinnen, die anderen verstockt, manche sogar
zerknirscht, aber keiner bekehrt“.[6]
Zunächst jedoch zog auch Las Casas keine konkreten
Konsequenzen aus der Predigt und nahm in den Jahren 1512 und 1513 als
Feldkaplan an der blutigen Eroberung Kubas unter Diego de Velazquez teil und
wurde Zeuge von Massakern. Für die erfolgreiche Teilnahme an den Eroberungen
erhielt er ein großes Dorf mit Goldminen und Indios. Dennoch wurde sein
Verhältnis zum Vorgehen der Conquistadores zunehmend kritischer.[7]
Während der Vorbereitung einer Predigt zum Pfingstfest im
Jahre 1514 stieß Las Casas auf eine Stelle im alten Testament, die ihn
schließlich das Ausmaß der ethischen Schuld erkennen ließ, die er und seine
Landsleute an den Verbrechen trugen, die die Indios erleiden mussten. Er zog
schließlich die Konsequenzen aus seiner Erkenntnis und schenkte den für ihn
arbeitenden Indios Land und Freiheit. In seiner darauf folgenden Predigt
kritisierte er die Taten der Spanier und verurteilte diese als großes Unrecht
und schwerste Sünde. Zudem forderte er seine Landsleute auf, seinem Beispiel zu
folgen und einzusehen, welches Leid sie den Indianern zugefügt haben. An dem
Punkt begann sein Kampf gegen die Conquista und die Unterjochung der fremden
Völker.[8]
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