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Das idealisierende anthropologische Modell von Las Casas .doc

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Social Science
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Cultural Studies
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Universität Paderborn
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2008
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Das idealisierende anthropologische Modell

von

Las Casas

Hausarbeit

Eingereicht von:

 

Tomasz Zdunek

Elilandstr. 2

91547 München

Matrikel-Nr.: 6023303

 

München, 11. Nov. 2008

Eingereicht bei:

 

PD Dr. Annegret Thiem

Fakultät f. Kulturwissenschaften

Institut für Humanistik

Universität Paderborn

Inhaltsverzeichnis

 

Inhaltsverzeichnis. II

1 Einleitung. 3

2 Begriffliche und historische Grundlagen. 4

2.1 Der Begriff der Kulturanthropologie. 4

2.2 Kurzer geschichtlicher Überblick. 4

2.3 Las Casas’ Leben. 5

3 Anthropologische Modelle des 16. Jahrhunderts. 11

3.1 Das legitimatorische Modell nach Fernández de Oviedo. 11

3.2 Das idealisierende Modell nach Bartolomé de las Casas. 14

3.3 Das verstehende Modell nach Bernardino de Sahagún. 16

4 Fazit 18

Literaturverzeichnis. 19


1         Einleitung

Das Thema der folgenden Hausarbeit ist die historische Figur Bartolomé de las Casas und sein idealisierendes Bild der amerikanischer Ureinwohner.

Las Casas spielte eine entscheidende Rolle in der aufgekommenen Diskussion nach der veränderten Weltsicht seit der Eroberung Amerikas und der damit zusammenhängenden Conquista. Anfangs noch auf der Seite der Conquistadoren als Profiteur der spanischen Eroberungen, veränderte Las Casas zunächst seine und später zum Teil auch die allgemeine Sicht auf die einheimischen Völker Amerikas.

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Zunächst soll der Begriff „Kulturanthropologie“ kurz skizziert werden, um eine theoretische Grundlage für das Verständnis der Arbeit zu schaffen. Im Folgenden wird das geschichtliche Umfeld Las Casas’ beleuchtet, um in einem nächsten Schritt seine Vita anhand einiger wichtiger Lebensdaten darzustellen.

Bereits der biographische Teil liefert Hinweise auf sein idealisierendes Bild der Indios.

Anschließend soll Las Casas’ Modell genauer erklärt werden. In diesem Zusammenhang werden ebenso die Modelle von Fernández de Oviedo und Bernardino de Sahagún erläutert.

In einem abschließenden Fazit wird Las Casas’ Modell kritisch hinterfragt und bewertet.


2         Begriffliche und historische Grundlagen

2.1       Der Begriff der Kulturanthropologie

„Kulturanthropologie befasst sich mit dem kulturalen Sein der Menschen. Das kulturale Sein der Menschen, die Kultur, umfasst alle menschlichen Vorstellungen, Verhaltensweisen und deren Produkte, soweit sie veränderbar sind. Gehören sie im Vergleich dazu zur eher unveränderlichen Grundausstattung, sind sie Gegenstand bioantropologischer Forschung.

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Der kulturanthropologische Kulturbegriff umfasst sowohl die soziale Verflechtungen, Sitten und Bräuche der Menschen, als auch deren Erzeugung von (technischen) Hilfsmitteln. Kultur bezeichnet daher die Gesamtheit der menschlichen Umgebung.

Kulturanthropologen verstehen sich als Wissenschaftler, deren Ziel die Entwicklung übergreifender theoretischer Fragestellungen und Begriffe ist. Die wissenschaftliche kulturanthropologische Arbeit soll empirisch und problemorientiert sein.

2.2       Kurzer geschichtlicher Überblick

Ende des 15. Jahrhunderts bzw. Anfang des 16. Jahrhunderts kam es zu Ereignissen, die globale Veränderungen nach sich zogen. So eroberten im Jahre 1453 die Osmanen Konstantinopel und beendeten damit das byzantinische Reich. Im Jahr 1492 erreichte Kolumbus Amerika - im selben Jahr endete die mit der Eroberung Granadas die Reconquista auf der Iberischen Halbinsel. 1517 schließlich begann Luthers Reformation, die zur Spaltung der römisch-katholischen Kirche führte.

Diese Ereignisse markierten den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Gleichzeitig begann für die Europäer das Zeitalter des Kolonialismus. Die Ausbreitung des europäischen Machteinflusses auf das Gebiet der „Neuen Welt“ - 1516 eroberte Cortez das Aztekenreich und Pizarro 1532 das Inkareich -, betraf auch die Kultur und die Religion der Einheimischen.

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Vor diesem historischen Hintergrund ist Las Casas´ Leben und Wirken zu sehen. Dabei soll bereits an dieser Stelle erwähnt werden, dass er im Kontext der Rechmäßigkeit des Herrschaftsanspruchs, der Versklavung und gewaltsamen Christianisierung der Indios eine der zentralen meinungsbildenden Personen der damaligen Zeit darstellt.

2.3       Las Casas’ Leben

Bartolomé de Las Casas wurde als Sohn eines Kaufmannes einer Konquistadorenfamilie 1484 in der spanischen Hafenstadt Sevilla geboren.

Es wird angenommen, dass Las Casas 1497 als Soldat nach Granada ging, um im Jahr 1500 auf Seiten des spanischen Heeres gegen die Morisken zu kämpfen. Danach nahm er ein Lateinstudium in Sevilla und ein kurzes Jura- und Theologiestudium an der Universität von Salamanca auf. Sein Jurastudium sollte später einen großen Einfluss für seine Entwicklung und die Erarbeitung seiner Theorie haben.[2]

Dadurch dass bereits sein Vater mit Kolumbus gereist war, bekam er 1502 die Möglichkeit, als Conquistador die Ländereien in den Kolonien zu erwerben. Las Casas reiste in diesem Jahr nach La Española, einer Karibikinsel, die heute die Staaten Dominikanische Republik und Haiti beheimatet.

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1506 erwarb er das Lizenziat der Rechtswissenschaften und wurde im selben Jahr in Rom zum Priester geweiht. Zunächst führte er das Leben eines Großgrundbesitzers und teilte das Leben der Conquistadores. Er beschäftigte sich mit der Verwaltung und Vermehrung seines Besitzes und arbeitete zudem als Priester.[4]

Im Jahre 1510 kamen die ersten Dominikaner nach La Española, die missionarisch tätig waren und als erste auf die unmenschlichen Bedingungen des Encomienda-Systems reagierten. So war es schließlich eine Predigt des Dominikaners Montesinos, die Las Casas nachhaltig prägte.

In seiner Predigt zum Johannes-Evangelium forderte der Dominikaner ein Verbot der Versklavung der Indios und die Aufhebung des Encomienda-Systems.[5] Diese Predigt beschäftigte Las Casas in zweierlei Hinsicht - einerseits den befreiungstheologischen Gehalt betreffend, andererseits unter dem juristischen Aspekt.

Nüchtern resümierte Las Casas später die Reaktionen der Zuhörer: „Viele waren sprachlos, einige wie von Sinnen, die anderen verstockt, manche sogar zerknirscht, aber keiner bekehrt“.[6]

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