Kapitel 8 - Das Hormonsystem
(endokrines System)
·
Neben dem Nerven- & Immunsystem das wichtigste Kommunikations-
& Regulationssystem.
·
Wechselwirkung mit psychischen Funktionen wie
Stimmung, generelles Aktivierungsniveau, Aufmerksamkeitsprozesse, Antrieb etc.
·
3 Systeme im Zusammenspiel
·
Psychoneuroendokronologie: Wechselwirkung psychische Funktionen ↔ im NS wirksame Hormone
·
Psychoneuroimmunologie:
Wechselwirkung NS ↔ Immunsystem
·
Hormone werden in spezifischen Zellen synthetisiert
und von dort ins Blut sezerniert
·
Werden von Zielzellen im Blutkreislauf abgefangen (
Hormon bindet an Oberflächenrezeptoren)
·
Wirkung des Hormons steigt mit
·
Der Konzentration im Blut
·
Der Größe der Kontaktfläche der Zielzelle zum Blut
·
Der Rezeptordichte an der Zelloberfläche
è Hormonkonzentration sinkt mit Entfernung zur Ausschüttungszelle
·
Gleicher Botenstoff für Informationsübertragung an
unterschiedlichen Zellen verwendet à dasselbe Hormon kann an unterschiedlichen
Organen Unterschiedliches bewirken (Bsp. Nebenwirkungen, z.B.
Wassereinlagerungen bei Östrogenabgabe)
·
Botenstoff setzt chemische Prozesse an der
Empfängerzelle in Gang, um ein Signal von Senderzelle zu einer anderen zu
transportieren
·
2 unterschiedliche Interaktionswege:
1.
Direkte Interaktion durch lipophile Hormone
2.
Indirekte Interaktion durch hydrophile
Hormone
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z.B. Stresshormon
Kortisol, Sexualhormone, Schilddrüsenhormone, ..
Botenstoffe lagern sich
mithilfe eines “Rezeptors” an bestimmten DNA-Abschnitt im Zellkern an à fördern oder
hemmen Transkription.
Besonders für die Wirkung von
Stoffen, die auf dem Blutweg in die Nervenzellen des Gehirns transportiert
werden, ist die Lipophilie eine wichtige Eigenschaft.
2. Hydrophile Überträgerstoffe = wasserlösliche,
geladene Moleküle à können nicht direkt in die Zelle gelangen. Binden an der Außenseite
der Membran an Rezeptor und modifizieren sie strukturell.
„Schlüssel-Schloss-Prinzip“ = nur bestimmte Proteine binden aufgrund ihrer Struktur an bestimmte
Stoffe
·
Second-Messenger-Prozesse: Stoffe, die ein hormonelles Signal in Stoffwechseländerungen der
Zielzelle umsetzen à erfolgt oft unter Zwischenschaltung der G-Proteine
Deaktivieren oder regen
Enzyme an, die bestimmte Proteinsynthesen katalysieren à völlig verschiedene
Wirkungen (auch gegenläufige) können auf die gleiche oder auf verschiedene
Zellen ausgelöst werden.
·
Durch Folgereaktionen in der Zelle könne auch
Transkriptionsfaktoren aktiviert werden à z.B. Einfluss auf Produktion von neuen
Rezeptorproteinen, Enzymen, Botenstoffen, ...
Hormonelle Übertragungswege
·
Endokrine Kommunikation zwischen den Zellen:
Senderzelle, die Botenstoff aussendet.
o
Empfängerzelle, an der Botenstoffe Wirkung
auslösen.
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·
Parakrine Signalübertragung: Botenstoff wirkt auf Nachbarzelle (desselben Organs) der
ausschüttenden Zelle
·
Endokrine Signalübertragung: „klassischer Weg“ – Botenstoff wirkt auf die Zellen eines anderen
Organs
·
Neuroendokrine Signalübertragung: Verzahnung des endokrinen Systems und Nervensystems. Senderorgane:
endokrine Drüsen, Empfänger sind Neuronen. Lipophile Hormone der Blutbahn
wirken auch auf Neuronen im Gehirn à z.B. an Rezeptoren für Glukokortikoide (aus
Nebennierenrinde): Einfluss auf Lernen/Gedächtnis
·
Neurokrine Signalübertragung: Informationsübertragung von Nervenzellen als Sender mittels
Neurotransmittern oder Neuropeptiden. Senderzelle ist ein Neuron, Botenstoff
ist Neurotransmitter.
Je nach Empfängerzelle neuro-, glandulo- oder
myomodulatorische Übertragung (Nerven-, Drüsen- oder Muskelzelle)
Grafiken wurden automatisiert entfernt Hormonklassen
·
Chemische Klasse:
·
Peptidhormone
·
Aminosäurederivate
·
Steroide
·
Fettsäurederivate
·
Peptidhormone:
(häufigster Hormontyp), Sequenz von Aminosäuren. Synthese der Peptidhormone
=Proteinsynthese.
o
Hydrophil à wirken an Membranprotein der Zielzelle
o
Z.B. Bauchspeicheldrüse: Insulin & Glukagon à bedeutende Rolle
beim Stoffwechsel
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·
Aminosäurederivate:
o
Kleine Moleküle, durch geringe Modifikationen aus
AS hergestellt, z.B. Schilddrüsenhormon Thyroxin (lipophil)
o
Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin werden am
Tyrosinmolekül synthetisiert à
o
Grafiken wurden automatisiert entfernt Aus AS Tryptophan à Serotonin (u.a. aus der Darmwand) und Melatonin (aus der Zirbeldrüse)
·
Steroide:
o
Abkömmlinge des Cholesterins (lipophil)
o
Unmittelbar nach Produktion ins Blut, keine
Speicherung in produzierenden Organen
o
Steroide= Nebennierenhormone (z.B. Stresshormon
Glukokortikoide, Mineralokortikoide à regulieren Wasser- und Elektrolythaushalt in
der Niere)
Steroide
= Sexualhormone (Eierstöcke, Hoden, Nebennierenrinde)
·
Fettsäurederivate:
o
Vor allem Gewebehormone, z.B. Prostaglandine,
Thromboxane & Leukotriene à Eikosanoide (hergestellt aus Arachidonsäure)
o
Fördern Blutgerinnung
o
Fördern lokale Entzündungsprozesse
o
Schmerzentstehung
o Aspirin
wirkt z.B. durch Synthese von Prostalglandinen auf diese 3 Prozesse
Hormonklassifikation nach Bildungsort
·
Glanduläre Hormone:
o
Werden in Hormondrüsen hergestellt à von dort ins Blut
o
Produkte der endokrinen Drüsen: z.B. Schilddrüse,
Nebenniere, Bauchspeicheldrüse, Keimdrüse, Adenohypophyse
·
Aglanduläre (extraglanduläre) Hormone:
o
Vor allem Gewebehormone, in spezialisierten
hormonproduzierenden Zellen hergestellt, nicht in eigenen Drüsen
o
Z.B. Eikosanoide, viele Hormone des
Magen-Darm-Trakts (Sekretin, Gastrin)
o Produktionsort
gleich oder nahe beim Wirkort (bis hin zu autokriner oder parakriner Wirkung)
Regulation der hormonellen Aktivität
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o
Menge/Aktivität von Syntheseenzymen, die eine
Ausgangssubstanz normalerweise zum Hormon modifizieren
·
Transport, Bindung und Abbau von Hormonen:
o
Fertige Hormone werden gespeichert oder wandern zum
Wirkort
o
können an Speicher- oder Transportproteine gebunden
werden: inaktiv
o
Regulation auch über Konzentration der Speicher-
und Transportproteine (z.B. beim Schilddrüsenhormon)
o
Enzymatische Regulation der Abspaltung dieser
Proteine
o
Aktivierung/Hemmung von Abbauproteinen von Hormonen
è
Vielfaches Ineinandergreifen der
Regulationsmechanismen
Grafiken wurden automatisiert entfernt Hormonproduzierende Organe
·
Hypothalamus-Hypophysen-System:
o
Steuerung zahlreicher endokriner/vegetativer
Prozesse
o
Hypothalamus verrechnet
Botschaften der inneren Organe mit neuronaler Info aus unterschiedlichen
Bereichen des peripheren Nervensystems/Gehirn
o
Steuert viele Körperfunktionen (z.B.
Wachstum, Energiehaushalt, Sexualfunktionen), mentale Leistungen (Aufmerksamkeit,
Lernen, etc.)
o
Steuert Hypophyse als Ausführungsorgan des
Hypothalamus nach Bedarf und nach Rhythmen (z.B. zirkadianer Rhythmus,
Menstruationszyklus)
o
Unterstützung der Regulation durch negative
Rückkopplung à Konzentration im Blut eines Hormons wird vom Hypothalamus registriert à weitere Produktion
wird reduziert
·
Grafiken wurden automatisiert entfernt Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)
o
Wichtigste Steuereinheit des
hormonelle Systems
o
Ist über den Hypophysenstiel mit Hypothalamus
verbunden
o
Bildet und speichert Hormone
o Hypothalamus
löst Ausschüttung aus
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