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Das
Hamburger Notationssystem
Ein
Notationssystem im Sinne Goodmans?
Inhalt
Einleitung. 3
Einführung
in Goodmans Notationssystem... 4
Syntaktische
Erfordernisse. 4
Semantische
Erfordernisse. 6
Das
Hamburger Notationssystem... 8
Aufbau
von HamNoSys. 9
HamNoSys
als Symbolsystem... 11
HamNoSys
versus Goodman. 13
Syntaktische
Erfordernisse. 13
Semantische
Erfordernisse. 14
Vergleich
zur Labanotation. 17
Fazit 19
Literaturverzeichnis. 20
Erklärung
zur Selbstständigkeit 21
Jeden
Tag verwendet man Notationssysteme, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Die
Eindeutigkeit über das fehlende Wissen der Verwendung solcher Systeme findet
sich in den Antworten einiger Kommilitonen und Kommilitoninnen. Obwohl nicht
annähernd repräsentativ war die umfassendste aller Antworten diejenige, dass
ein Notationssystem die Aufgabe besitzt „Informationen in einer Weise
niederzuschreiben“.
Das Langenscheider
Fremdwörterlexikon liefert zum Ausdruck Notation folgende Definition:
„No·ta·ti'on, die; -,-en
1.Darstellung von Information durch Symbole 2. MUSIK Aufzeichnung
von Musik in Notenschrift 3. Aufzeichnung der Züge eines Schachspiels“
Somit
wäre ein Notationssystem ein Regelwerk, welches dazu dient Informationen durch
Symbole darzustellen und festzuhalten.
Ein
einfaches Beispiel für ein Notationssystem wäre ein 8-Bit Binärsystem, welches die
Zahlen 0 bis 256 darstellt.
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Dieser
Frage ist Nelson Goodman in seinem Werk Sprachen der Kunst nachgegangen. Im
Zuge seiner Arbeit hat er Regeln für ein Notationssystem aufgestellt, mit denen
ich in dieser Arbeit überprüfe, ob das Hamburger Notationssystem ein
Notationssystem im Sinne Goodmans ist.
Goodman
hat ein Notationssystem entwickelt, welches dazu dient die Identität eines
Kunstwerkes festzulegen. Er sieht dabei die Identität nicht im dem Sinne, als
dass man den Künstler des Werkes eindeutig identifiziert, sondern ob dieses
Kunstwerk ein Original oder Fälschung ist und wo genau der ästhetische
Unterschied zwischen den Werken liegt (Goodman S. 102).
Um
dies festzumachen unterscheidet er zwischen autographischen und allographischen
Künsten. Autographisch ist ein Kunstwerk, „[..]wenn der Unterschied zwischen dem
Original und einer Fälschung bedeutsam ist; [..]“, andernfalls ist das Kunstwerk
allographisch (Goodman S. 113).
Er
nimmt diese Unterscheidung vor, da andere Arten der Identifizierung eines
Kunstwerkes misslingen können. Das einfache Anschauen ist beispielweise fehlerhaft,
da man es erlernen kann, wie der Restaurator in einem Museum, oder es
kulturspezifisch ist (Goodman S. 102).
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Das
Notationssystem von Goodman basiert auf fünf Eigenschaften die auf ein
Symbolschema angewendet werden. Den Begriff des Symbols begreift er sehr
allgemeingültig und fasst darunter „Buchstaben, Wörter, Texte, Bilder,
Diagramme, Karten, Modelle und mehr“ (Goodman S. 9).
In
dem Beispiel des Binärsystems wäre dann eine solche Folge von Symbolen 101.
Die
Charaktere des Symbolsystems liegen dabei in verschiedenen Inskriptionen vor.
So ist eine Eins durch „1“, „1“, „1“ oder
„1“ darstellbar. Jede Inskription eines Charakters steht als
Repräsentant einer ganzen Klasse von Inskriptionen zur Verfügung und alle stehen
in einer Äquivalenzrelation zueinander. Daraus ableitbar ist dann das erste
Erfordernis an ein Notationssystem, das Prinzip der Disjunktheit (Goodman S. 128).
Jede
Inskription eines Charakters darf nur diesen einen Charakter repräsentieren.
Ein System welches diese Regel missachtet könnte für den Charakter Eins, als
auch für den Charakter Null, die Inskription „1“ anwenden. Die Disjunktheit der
Charaktere wäre nicht mehr gewährleistet (Goodman S. 129). Die Folge davon
wäre, dass durch das System festgehaltene Informationen nicht mehr auslesbar
wären.
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auf das Ergebnis, dass die Folge 101 für die Zahlen 4 und 5 steht. Die
Darstellung der Informationen wäre nicht mehr eindeutig.
Um
das zweite syntaktische Erfordernis zu verstehen schaut man sich die
Symbolfolge „ada“ an. Man wird nicht mit Sicherheit sagen können welche der Inskriptionen
ein a oder ein d darstellt. Man muss also differenzieren können, welche Inskription
gerade angewendet wird. Damit das funktioniert muss nach Goodman eine endliche
Differenzierung der Inskriptionen gegeben sein. Jede Inskription muss also
eindeutig einem Charakter zugewiesen werden können. Wenn dieses Prinzip nicht
vorhanden wäre, würde jeder Leser eines solchen Schemas innerhalb der Inskriptionen
den besten Repräsentanten eines Charakters auswählen. Dies hätte aber wiederrum
zur Folge, dass die im Schema festgehaltenen Informationen von Leser zu Leser oder
sogar innerhalb mehrerer Lesevorgänge eines Lesers variieren und somit die
Eindeutigkeit der Informationen auch nicht gegeben ist.
Wir
haben bisher also die zwei syntaktischen Erfordernisse von Goodman
kennengelernt, das Prinzip der Disjunktheit und das Prinzip der Charakter-Indifferenz.
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Um
aus dem bedeutungslosen notationalen System ein bedeutungsvolles zu machen ist
es notwendig den Charakteren, beziehungsweise einer Folge von Charakteren, eine
Bedeutung zuzuordnen. So wird beispielsweise der Folge 110 der Wert 6
zugeordnet.
Aber
auch diese Bedeutungszuordnung muss nach Goodman bestimmten semantischen Erfordernissen
genügen, um aus dem notationalen System ein Notationssystem zu erzeugen.
Das
erste semantische Erfordernis wurde im Beispiel des Binärsystems bereits
impliziert erfüllt. Die Zuordnung der Inskription „110“ auf den Erfüllungsgegenstand
Wertigkeit 6 ist für viele bereits eindeutig. Trotzdem könnte man auch
gleichzeitig die Inskription „101“ dem Erfüllungsgegenstand Wertigkeit 5
zuordnen. Damit würde man aber einer Inskription mehrere Erfüllungsgegenstände zuweisen,
was zweifelsohne zu Missverständnissen beim Auslesen und Aufschreiben der
Informationen führen würde.
Daher
ist das erste semantische Erfordernis, die der Eindeutigkeit (Goodman S. 144). Die Inskription eines Charakters oder einer Folge von Charakteren muss Eindeutig
einem Erfüllungsgegenstand zuweisbar sein.
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