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Das Drama .doc

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Human Science
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German
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2005
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DAS DRAMA

 

Das Drama (griech. Drama = Handlung) als literarische Form wurde in der Antike Griechenlands erstmals formell entwickelt; wobei Aristoteles in seiner Poetik das Drama in Tragödie und die Komödie einteilte.

In Europa folgte erst seit dem Mittelalter eine Weiterentwicklung des klassischen Dramas. Seither sind Bezeichnungen wie Schauspiel, Lustspiel, Tragikkomödie, Bürgerliches Trauerspiel und Charakterstück mit überlappender Bedeutung in Gebrauch. Ältere Dramen sind meist in Versen gefasst; in neuerer Zeit überwiegt freie Prosa. Musikalisch dargeboten berührt die Dramatik Darstellungsformen wie Oper, Operette und Musical.

Das Hauptkennzeichen des Dramas ist die Darstellung der Handlung durch Dialoge. Dramen sind dafür geschrieben, durch Schauspieler im Theater aufgeführt zu werden. Oft enthalten sie daher neben den Dialogtexten auch Anweisungen für die Schauspieler und den Regisseur. Das Lesedrama ist eine spezielle Form des Dramas, die nicht in erster Linie aufgeführt, sondern wie ein Roman gelesen werden soll.

Inhaltlich werden Dramen in drei Hauptgattungen eingeteilt: die Tragödie, die Komödie und die Tragikkomödie. Die Handlung eines Dramas ist häufig in Akte und diese wiederum in Szenen oder Auftritte gegliedert. Das klassische Drama gliedert sich in fünf Akte. Die Form des Einakters ist besonders bei modernen Stücken beliebt. Die Schlussszene der einzelnen Akte wird als Finale bezeichnet.

 

DRAMENTHEORIE

 

Der Begriff Drama wurde theoretisch eingeführt in Aristoteles’ Poetik. Die Ableitung dramatourgia bezeichnet die Hervorbringung von Dramen.

 

1.)    Aristoteles’ Poetik und die Folgen:

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Aristoteles’ Poetik ist gegen die Abwertung der Künste und der Literatur und beruht auf Texten und Quellen.

Der Begriff Drama fungiert als Oberbegriff für Tragödie und Komödie. Inhaltlich bezeichnet man das Handeln im sozialen und ethnischen Kontext. Die Handlung ist zielgerichtet mit Wende- und Höhepunkten und besteht aus Dialog und Monolog.

Mimesis steht für die Lust an der Nachahmung.

Aristoteles schloss das Musikalische und das Optische aus und vernachlässigte die körperlich-performative Präsenz der Rollenträger gegenüber der Plot-Spannung. Daher musste das antike Theater um 1600, wo man es bühnenmäßig wiederbeleben will, neu erfunden werden.

2.)    Von der Erneuerung der Poetik in der Renaissance bis zur Aufklärung:

In der Renaissance fand eine Wiederanknüpfung an die Antike statt. Die aristotelischen Grundkategorien von Poetik und Drama wurden inhaltlich einseitig fixiert: die Einheit der Handlung wird um die von Zeit und Ort zu den drei Einheiten erweitert.

Die Mimesis wird auf Naturnachahmung verengt. Es gibt zahlreiche Anweisungen zum körperlichen, gestischen und stimmlichen Ausdruck.

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In Deutschland breitete sich die Barockpoetik aus.

In der elisabethanischen Theaterkultur Englands und im spanischen Theater setzte sich weder die Gattungspolarisierung Tragödie/Komödie noch die Regularisierung von Handlung und Stil. Es treten mehrsträngige Handlungsgestaltung, Ortswechsel und Zeitsprünge auf.

Im 18. Jh. führte die Aufklärung in Frankreich und Deutschland zur Ausbildung von Mischgattungen.

3.)    Verschiebungen seit 1750:

Die bei Lessing selbst kaum erkennbare Absetzung von Aristoteles verschärft sich in der Generation der Stürmer und Dränger.

Dem Drama wurde der Status der höchsten Poesie zugewiesen, weil es seiner Inhalte wie seiner Form nach sich zur vollendetsten Totalität ausbildet.

Die an den europäischen Repräsentationstheatern herrschende Festlegung auf die literarische Dramatik führte ab 1830/40 zu einer peniblen Textbindung in Deutschland.

Unterhaltungsbühnen waren weitgehend die Grundlage der europäischen Theaterkultur des Jahrhunderts.

Gegen Ende des 19 Jh. wurde der Begriff Drama kulturell so aufgewertet, dass er metaphorisch auch in wissenschaftliche Begriffssysteme Eingang findet, in Psychologie und Psychoanalyse sowie Ethnologie und Soziologie.

Im 20. Jh. entstand das „soziale Drama“ (wissenschaftliche Beschreibung sozialer Vorgänge).

4.)    Dramatik der Moderne vom Ende des 19. Jh.s bis zum theatralisierten Theater seit den 1970er Jahren:

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Die Dramaturgie entstand als Berufsfeld.

Die zweite Hälfte des 20. Jh.s wurde durch die Verlagerung vom verbindlichen dramatischen Text zum „Theater als Experiment mit Texten, mit dem Schauspieler, mit allen akustischen, visuellen und Bewegung verkörpernden Möglichkeiten der Bühne“ gekennzeichnet.

Seit der europäischen Neuzeit war der Einschluss von Nebentexten zur Regel geworden. Inwieweit der Nebentext dann zum Drama als literarischem Werk gehörte, ist strittig.

Im 20. Jh. reduzierten Autoren die Rollentexte aufgrund der Retheatralisierung. So ergaben sich Stücktexte ohne Rollentexte; dafür wurde aber vermehrt auf szenische, musikalische und schauspielerische Techniken zurückgegriffen.

Das Drama vollzog sich in reiner Zwischenmenschlichkeit. Das Subjekt trat als Entscheidungs- und Handlungsträger auf. Der Dialog war der Austrag der Ich-Du-Spannung.

In den 1950er Jahren trat das absurde Theater in Erscheinung. Es hob die Alltagserfahrung der Raum- und Zeitordnung aus den Angeln.

Später gab es auch noch das postdramatische Theater.


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