Das Bild
Griechenlands in Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der
Malerei und Bildhauerkunst
In "Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in
der Malerei und Bildhauerkunst" wird Griechenland als Quelle des guten
Geschmacks beschrieben. "Der gute Geschmack, welcher sich mehr und mehr
durch die Welt ausbreitet, hat sich angefangen zuerst unter dem griechischen
Himmel zu bilden. Alle Erfindungen fremder Völker kamen gleichsam nur als der
erste Same nach Griechenland und nahmen eine andere Natur und Gestalt an in dem
Lande, welches Minerva, sagt man, vor allen Ländern, wegen der gemäßigten
Jahreszeiten, die sie hier angetroffen, den Griechen zur Wohnung angewiesen,
als ein Land, welches kluge Köpfe hervorbringen würde. Der Geschmack,
den diese Nation ihren Werken gegeben hat, ist ihr eigen geblieben; er hat sich
selten weit von Griechenland entfernt, ohne etwas zu verlieren, und unter
entlegenen Himmelsstrichen ist er spät bekannt geworden."
Um die reinsten Quellen der Kunst zu finden, muss man nach
Athen reisen. Der Autor sieht die Nachahmung der Griechen als einzigen Weg
unnachahmlich zu werden. "Der einzige Weg für uns, groß, ja, wenn es
möglich ist, unnachahmlich zu werden, ist die Nachahmung der Alten, und was
jemand vom Homer sagt, dass derjenige ihn bewundern lernt, der ihn wohl
verstehen gelernt, gilt auch von den Kunstwerken der Alten, sonderlich der
Griechen."
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vielleicht dem schönsten griechischen Körper nicht ähnlicher, als Iphikles dem
Herkules, seinem Bruder, war."
Die olympischen Spiele waren auch ein Ansporn für die Griechen ihre Körper so
schön zu formen. "Die Körper erhielten durch diese Übungen den großen
und männlichen Kontur, welchen die griechischen Meister ihren Bildsäulen
gegeben, ohne Dunst und überflüssigen Ansatz." Die
griechischen Frauen waren sehr leicht bekleidet.
Ihren Hang zur Schönheit
erkennt man auch in ihrem Vorhaben schöne Kinder zu zeugen. "Sie gingen
sogar so weit, dass sie aus blauen Augen schwarze zu machen suchten. Auch zur
Beförderung dieser Absicht errichtete man Wettspiele der Schönheit. Sie wurden
in Elis gehalten; der Preis bestand in Waffen, die in dem Tempel der Minerva
aufgehängt wurden. An gründlichen und gelehrten Richtern konnte es in diesen
Spielen nicht fehlen, da die Griechen, wie Aristoteles berichtet, ihre Kinder
im Zeichnen unterrichten ließen, vornehmlich weil sie glaubten, dass es
geschickter mache, die Schönheit in den Körpern zu betrachten und zu beurteilen." Den
Griechen waren schwere Krankheiten unbekannt.
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der Muskeln, Wendungen des Körpers; man studierte die Umrisse der Körper oder
den Kontur an dem Abdrucke, den die jungen Ringer im Sande gemacht hatten."
Die griechischen Künstler bemühten sich die Personen
ähnlich aber auch schöner zu machen. "Das Gesetz aber, 'die Personen
ähnlich und zu gleicher Zeit schöner zu machen', war allezeit das höchste
Gesetz, welches die griechischen Künstler über sich erkannten, und setzt
notwendig eine Absicht des Meisters auf eine schönere und vollkommenere Natur
voraus."
Die griechischen Meister haben ihre ersten Modelle in Wachs gemacht, später
jedoch haben sie Ton verwendet. In Marmor zu arbeiten, war aber die eigentliche
Art der Griechen.
Griechenland gilt als Ideal in allen Sphären der Kunst.
Griechenland ist die Quelle ständiger Inspiration. Immer wenn die Künstler
nicht mehr weiter wissen, kehren sie zur Antike zurück. Die griechische Kultur
wird in diesem Werk als eine Hochkultur angesehen. Sie wird der römischen
Kultur vorgezogen. Die Griechen werden als rein beschrieben, frei von jedem
Makel. Sie sind schön, gesund und verspielt. Vor allem das Ideal der Schönheit
wird sehr betont. Wie oben schon erwähnt, versuchen die Eltern schöne Kinder zu
zeugen. Die jungen Griechen üben hart um einen schönen Körper zu bekommen.
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Bildung ist in der griechischen Kultur sehr wichtig. Aus
Griechenland kommen einige der größten Denker der Geschichte, wie Sokrates,
Plato uvm. Ihre Architektur ist ihrer Zeit weit voraus. Der beste Architekt
seiner Zeit war Phidias. In der Bildhauerkunst waren sie auch führend. Ihre
Figuren aus Marmor sind heute noch weltberühmt. Die Griechen sind die Gründer
der Demokratie. Sie haben in allen Bereichen eine Vorbildfunktion in ihrer
Zeit. Das Bild Griechenlands in diesem Werk ist das Bild einer Übermacht, einer
vorbildlichen und fortschrittlichen Kultur.
Bibliographie
Johann
Joachim Winckelmann: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der
Malerei und Bildhauerkunst. In:
Zeno.org.
URL: http://www.zeno.org/Philosophie/M/Winckelmann,+
Johann+Joachim/Gedanken+%C3%BCber+die+Nachahmung+der+griechischen+Werke+<br>
in+der+Malerei+und+Bildhauerkunst
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