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Cola di Rienzo und andere römische Volksaufstände .doc

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Cola di Rienzo und andere römische "Volksaufstände"

-"Was soll man von den Römern sagen? Die Römer getrauen sich nicht, in Frieden zu leben, lieben die Tumulte, sind nicht lenkbar, ungehorsam bis sie niemanden mehr finden, der ihnen widersteht. Sie reißen den Mund auf aber erzielen nur bescheidene Erfolge." - San Bernardo

Das römische Volk im Spiel der Kräfte

Während des gesamten Frühmittelalters und bis hinein ins 12. Jahrhundert besaß das römische Volk keine Institutionen der Selbstverwaltung, die es ihm ermöglichten, seine Interesen gegenüber den beherrschenden Mächten des Adels, des Papstes und des Kaisers wahrzunehmen.

Dennoch nahm das römische Volk an verschiedenen Punkten Einfluß auf die Geschehnisse. Da es für die Kaiserkrönung lange verpflichtend war, nach Rom zu reisen, konnte es sich als Fehler herausstellen, die Gefühle des römischen Volkes zu ignorieren, wie es meistens geschah. Gregorovius spricht sogar von der "unvermeidlichen Krönungsschlacht" (Greg.

VIII,2,1), die die Kaiser seit Otto I. schlagen mußten. Auch das Verhältnis der Römer zu den Päpsten, die häufig Rom fluchtartig verlassen mußten, darf als gestört bezeichnet werden.

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Greg. VI, 5, 2-3). Man suchte Hilfe bei Byzanz und das römische Volk setzte auch einen Byzantiner als Papst Johannes XVI. ein, der aber sonst wenig Anerkennung fand. Nach zwei Jahren fand der Aufstand zwar ohne veränderte Verhältnisse zu hinterlassen sein Ende, doch beginnt damit die Serie römischer Erhebungen, die Rom lange nicht zur Ruhe kommen ließen.

Im Investiturstreit fanden sich die Römer meist auf kaiserlicher Seite wieder, man machte dem Papst auch das Recht auf die Kaiserkrönung streitig. Im 12. Jahrhundert begann man in Rom wie in anderen italienischen Städten Befugnisse der Bürger einzufordern und eine eigene Verwaltung einzurichten. Doch nahm die Entwicklung in Rom als caput mundi, Zentrum der Christenheit und virtuelle Reichshauptstadt einen anderen Verlauf als in den anderen Städten und die Konflikte mit dem Papst und dem Adel führten zu keiner klaren Entscheidung.

Die Wiederherstellung des Senats

Als Papst Innozenz II. 1139 das mit Rom ständig in Konflikt stehende Tivoli eroberte, erwartete das römische Volk, daß die Stadt der römischen Gerichtsbarkeit unterstellt würde, anstattdessen ließ Innozenz Tivoli jedoch durch eigene Beamte verwalten und brüskierte die römischen Ansprüche der Römer auf die Vorherrschaft im Umland, den sogenannten districtus. Dieses Ereignis gilt als einer der Hauptgründe für die Erhebung von 1143 (Vgl.

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Wie sehr man in Rom von der eigenen Bedeutung als Quelle legitimer Macht überzeugt war, zeigt sich in der Aufforderung and Konrad III. (und später Friedrich I, s.u.), die Kaiserkrone aus der Hand des römischen Volkes entgegenzunehmen. 1144 wurde die kaiserliche Präfektur abgeschafft, Paläste und Türme des Adels geplündert und teilweise zerstört.

Zu Weihnachten 1145 kam es zu einem Kompromiß zwischen Eugen III. und dem Senat (Greg. VIII,4,3). Dieser hielt jedoch nicht lange, denn in die Zeit kurz nach der Wiederherstellung des Senats fällt das Erscheinen einer der schillerndsten Gestalten des mittelalterlichen Roms. Arnold von Brescia, ein Schüler des Abaelard war ein Verfechter der gereinigten Kirche nach urchristlichem Vorbild und scharfer Gegner der weltlichen Herrschaft der Päpste.

Arnold predigte zunächst in Frankreich und wurde wegen seiner Reden gebannt. Als er 1146 nach Rom kam wurde er vom Bann gelöst, begann dort aber bald eine Sekte zu schaffen. Arnold nahm zwar nie aktiv an der Politik teil, überzeugte aber den Senat, sich abermals gegen den Papst zu erheben, das Kapitol wieder aufzubauen und einen neuen Ritterstand zu bilden, um sich die Unterstützung des niederen Adels zu sichern.

Durch diese Aktivitäten geriet Arnold bald wieder unter den päpstlichen Bann.

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Friedrich verspottete jedoch die römischen Ansprüche (Siehe dazu: Greg. VIII,5,1), woraufhin sich die Stadt vor ihm verschloß und Friedrich im verschanzten Petersdom gekrönt werden mußte. (Gregorovius sieht darin den endgültigen Verlust des römischen Anspruchs auf die Kaiserwahl, als Gegenbeispiel liefert er selbst jedoch die Entgegennahme der Krone durch Ludwig den Bayern (Greg.

XI,3,4)) Beim Abzug Friedrichs wagte das Volk einen Ausfall, der nicht zuletzt auch die Befreiung Arnolds zum Ziel hatte. Es gelang Friedrich nur unter Mühen, sie zu überwinden und er mußte abziehen, ohne Rom betreten zu haben. Am Rückweg ließ er Arnold töten und seine Leiche verbrennen "damit keine Reliquie bleibe" (Greg.,VIII,5,2) - so stark muß die Anhängerschaft Arnolds in Rom gewesen sein.

Mit Arnolds Tod ist zwar die Periode des völlig unabhängigen Senats zu Ende, doch dessen Existenz konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. In der Folgezeit war es das primäre Ziel der päpstlichen Rompolitik, dauernden Einfluß auf die Bestellung des Senats zu gewinnen. Eine vollständige Beherrschung des Senats gelang aber eigentlich nur Innozenz III. ab 1204.

 

Brancaleone d'Andalò

 

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Greg.,IX,7,1; Storia di Roma 400). Brancaleone ließ zu seiner persönlichen Sicherheit Söhne römischer Adeliger als Geiseln nach Bologna bringen. Er hielt zu Beginn den Schein großen Respekts vor der Kirche aufrecht, ging dann aber bald mit großer Bestimmtheit gegen die Adelsmacht vor, besteuerte den Klerus und scheute sich nicht davor, Kleriker vor Gericht zu bringen.

Die Maßnahmen Brancaleones, auch seine weitreichenden wirtschaftlichen Reformen und diplomatisches Geschick, machten es seinen Gegnern unmöglich, ihn während seiner Amtszeit zu eliminieren. Erst 1255, bei der Rechenschaftsablegung über seine Amtszeit, wurde er von Anklagen überschüttet und schließlich vom Adel unter der Führung der Colonna am Kapitol festgenommen. Aber Brancaleone gelang es im Jahr darauf mit dem Druckmittel der Geiseln seine Freilassung zu erzwingen.

Wieder geriet Rom unter Interdikt, doch in dem Jahrhundert seit dem ersten Interdikt war diese Waffe stumpf geworden und erzielte keinen Erfolg (Greg. IX,7,3).

Der Senat bestellte Brancaleone 1257 erneut, dieser rächte sich am römischen Adel und ließ etwa 140 Adelstürm dem Erdboden gleichmachen. Auch der Bann durch Alexander IV. führte zu keiner Schwächung der Position Brancaleones. Mit dem überraschenden Tod des vielleicht geschicktesten Politikers des mittelalterlichen Rom endete 1258 diese Phase völliger Unabhängigkeit von Adel und Papst, die Senatsmacht blieb jedoch dauerhaft gestärkt.

 

Cola di Rienzo

 


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