Charakterisierung
Oliver Zurek
Oliver Zurek ist eine der
Hauptpersonen in dem Roman In seiner frühen Kindheit ein Garten von Christoph
Hein aus dem Jahre 2005. Da Oliver Zurek während einer Auseinandersetzung mit
der Grenzpolizei getötet wurde, gibt es über ihn ausschließlich subjektive
Beschreibungen und Eindrücke von anderen Personen, wie Freunde und Familie.
Oliver Zurek ist Mitte 20 und der
Sohn von Richard Zurek, einem pensioniertem Lehrer und seiner Frau Friederike Zurek.
Des Weiteren hat er eine ältere Schwester, Christine und einen jüngeren Bruder,
Heiner.
Seine Kindheit verbrachte Oliver in
einem Reihenhaus mit einem Garten, in welchem er fortwährend die unmöglichsten
Dinge vergrub (S.89, Z.1 ff.), da er glaubte diese wachsen lassen und vermehren
zu können. Dieses Verhalten spiegelt seinen Glauben bzw. seine Vorstellung,
dass sich alles und jeder frei entfalten kann, wieder. Hierbei symbolisiert der
Garten den Staat. Darüber hinaus gibt es in einem Garten einen Gärtner, welcher
die Kontrolle über den Garten hat und entscheiden kann, was wachsen kann und
was nicht. Dieser entspricht der Regierung und den Staatsorganen, welche die
Macht in einem Staat haben.
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Oliver besitzt eine große
Wahrheitsliebe und ein unabdingbares Rechtsgefühl (S.120, Z.21 ff).
Außerdem kann er auch keine Ungerechtigkeiten hinnehmen und beschäftigt sich
mit der gebrechlichen und unvollkommen Welt (S.120 Z. 26 f).
Grundlage dieser
Einstellung bzw. Gedanken ist seine Gefängnisstrafe auf Grund von Waffenhandel,
zu welcher er unschuldig verurteilt wurde. Dieses Ereignis ändert seine
Einstellung gegenüber dem Staat und sein Weltbild. Er verliert das Vertrauen in
den Staat und seine Rechtsorgane. Da Oliver sich in Dingen, die ihn bewegen,
engagiert und handeln möchte, wird er Anhänger einer links-radikalen
extremistischen Gruppierung. Dies steht allerdings im Widerspruch zu der Tatsache,
dass Oliver ein Einzelgänger ist (S.69 Z.17), was zeigt das er zum Erreichen
seiner Interessen seine grundsätzliche Einstellung überwindet.
Während seiner Zeit in dieser
Gruppierung muss Oliver untertauchen, zusammen mit seiner Freundin Katharina
B., mit welcher er Kinder haben wollte. Sie beschreibt ihn als Mann mit Moral,
Kraft und Disziplin (S.166 , Z. 20). Außerdem sei er ein sehr schöner Mann,
dem man vertrauen konnte (S.166, Z. 29 f).
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Neben großem Engagement besitzt
Oliver auch viel Fantasie (S.166 Z. 34) und künstlerisches Talent (S.68, Z. 8
ff).
Olivers Ansichten bzw. Einstellung
und sein Schicksal haben großen Einfluss auf die anderen Charaktere des Romans
und beeinflussen diese stark. Seine Schwester zum Beispiel wendet sich von ihm
ab und es gibt eine Entfremdung zwischen ihr und Oliver, da sie seine
Aktivitäten verurteilt und er ihn ihren Augen ein Terrorist ist. Das Oliver
diese Entwicklung geschehen lässt zeigt noch einmal wie wichtig ihm seine
politischen Interessen sind.
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