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Anna-Warburg-Schule
Pädagogik-Psychologie
Klasse S1b
„Charakterisierung“ Karl Moor
Versuch einer Charakterisierung von
Karl Moor, aus Friedrich Schillers „Die Räuber“,
unter Berücksichtigung und
Einbeziehung der historischen Gegebenheiten.
Fach: Deutsch
Vorgelegt von: Steffen Oellermann
Am: 18.10.2010
Karl Moor,.die Hauptperson in Friedrich Schillers Drama.„Die Räuber“ und wahrscheinlich zwischen 20 und 30
Jahren alt, ist der.erstgeborene Sohn des alten
regierenden.Grafen Maximilian von Moor und
damit alleinige Erbe von.Vermögen und Thron.
Sein.Aussehen wird nur indirekt geschildert.
Der Leser.erfährt.einzig,
dass er.schöner sein muss als sein jüngerer.Bruder Franz.
Unter anderem
durch die Umstände, dass Karl Erstgeborener mit Alleinanspruch auf das Vermögen
und den Thron ist und schon immer der.Liebling
des.Vaters war, hasst sein Bruder ihn und will
ihm schaden -durch Verleumdung und Intrigation- da er den Thron.und das Vermögen für sich beansprucht. Karl.studiert seit sechs.Jahren
in Leipzig und führt dort ein.ausschweifendes
Leben. Er hat eine Geliebte, Amalia, die auch von Franz begehrt wird – Ein
weiterer.Grund, warum dieser ihn hasst.
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Lebens wird er aber letztendlich zu einem erklärten Gegner der Traditionen und
Erwartungen seines Vaters.
Karl verkehrt
in Schillers.Stück immer in zwei Welten..Einerseits in der.Welt
des Adels,.dem Hause Moor und andererseits in
der Welt.der Räuber, welche aber am Anfang,
wie Karl selbst, noch Studenten sind. In jeder dieser beiden Welten hat er zwei.Antipoden und
beide wollen.ihn aus dem Weg.schaffen, denn Karl.verwehrt
ihnen ihrer Meinung nach den.Weg zu ihrer
vermeintlich rechtmäßigen.Position. In der
adligen.Welt ist sein Bruder.Franz und in der.Welt
der Räuber sein.anfangs bester.Freund Spiegelberg.sein
Rivale.
Wie
eingangs beschrieben, sind Karls Handeln und seine Persönlichkeit von einer
starken Ambivalenz gekennzeichnet. Einerseits ist er ein gewöhnlicher
Verbrecher -er lässt sich zum Hauptmann einer Räuberbande wählen- und Mörder.
In einem Streitgespräch mit einem Pfarrer gesteht er, dass er für jeden der
vier Ringe, die er an seiner Hand trage, einen Mord begangen habe. Andererseits
ist er ein idealistischer, moralischer, großzügiger und in einer Form auch
altruistischer Mensch, der sich der Gerechtigkeit verschrieben hat und nichts
für sich selbst hortet, sondern lieber bescheiden lebt und andere Menschen
glücklich macht. Karl ist also nicht direkt ein
Bösewicht. Sowohl sein Charakter bzw. seine Person sind vielschichtig, mehrdeutig – Er negiert dadurch auch als fiktive Figur die
vorherrschenden formalen Theaterkonventionen.
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verhaftet, Ankläger, Richter und Henker in einer Person zu sein, will er
Gerechtigkeit schaffen, wenn nötig, mit Gewalt. Ein
Hauptmotiv seines Handelns ist dann eben dieses starke Gerechtigkeitsempfinden.
Denn Karl fühlt sich persönlich ungerecht behandelt „aber wenn Blutliebe zur
Verräterin, wenn Vaterliebe zur Megäre wird, o so fange Feuer, männliche
Gelassenheit, verwilde zum Tiger“ (1. Akt, 2. Szene, Seite 35), hat aber
auch ein höheres Verständnis von (Un)Gerechtigkeit. Ungerechtigkeit ist etwas,
das Karl nicht hinnehmen will und kann; dies duldet er weder in der
Gesellschaft, noch in seiner Bande. So verweist er z.B. Schufterle, der zu
seinem persönlichen Vergnügen mordet und sogar damit prahlt, sofort aus der
Bande ,,Fort Ungeheuer! Lass dich nimmer unter meiner Bande sehen!“ (2. Akt, 3. Szene, Seite 71). Er setzt sich über die
bestehenden weltlichen Gesetze hinweg und übt Selbstjustiz, wo seiner Meinung
nach Ungerechtigkeiten bestehen. So raubt er Personen aus, die ihre.Stellung im.Staat oder in der
Gesellschaft.dazu
missbrauchen, sich einen ungebührlichen.Vorteil verschaffen und.avanciert damit zu einer Art Robin Hood „Er mordet.nicht um des Raubes willen, wie wir – nach dem Geld schien er nicht mehr zu
fragen, sobald er’s vollauf haben konnte, und selbst sein Drittteil an der
Beute, das ihn von Rechts wegen trifft, verschenkt er an Waisenkinder, oder
lässt damit arme Jungen von Hoffnung studieren“ (2.
Akt, 3. Szene, Seite 64).
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affektiv-emotionales Handeln aus einem Gefühl heraus, neigt er ständig zu stark übertriebenem Verhalten und ist
unfähig die Folgen seines Handelns einzuschätzen. So ist z.B. der.Umstand, dass er sich als.Hauptmann
einer Räuberbande.wiederfindet, auch bedingt durch
seine trotzige.Reaktion auf den.Brief seines Bruders, in dem er.erfährt, dass sein Vater ihn verstoßen hat.
Das Handeln von Karl (als auch der Stürmer und Dränger)
ist, wie oben angedeutet, gekennzeichnet von einer Abneigung gegen
bevormundende Institutionen. Sein Hass gilt der bestehenden
Gesellschaftsordnung.mit ihren Zwängen, der sozialen Ungerechtigkeit und den
Traditionen von denen er sich in seiner Genialität und.Schaffenskraft
beeinträchtigt fühlt – Er ist ein Freigeist mit großem Freiheitsdrang „Nein,
ich mag nicht daran denken. Ich soll meinen Leib pressen in eine Schnürbrust
und meinen Willen schnüren in Gesetze. Das Gesetz hat zum Schneckengang
verdorben, was Adlerflug geworden wäre. Das Gesetz hat noch keinen großen Mann
gebildet, aber die Freiheit brütet Kolosse und Extremitäten aus. (...) Siehe,
da fällts wie der Star von meinen Augen! was für ein Tor ich war, daß ich ins
Käficht zurückwollte! – Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit,
(..)“ (1. Akt, 2. Szene, Seite 23 bzw. 1. Akt, 2. Szene, Seite 36).
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hingegen ist wiederum ambivalent. Einerseits ist er ein religiöser und
gottesfürchtiger Mensch „Höre sie nicht, Rächer im Himmel! – Was kann ich
dafür? Was kannst du dafür, wenn deine Pestilenz, deine Teurung, deine
Wasserfluten, den Gerechten mit dem Bösewicht auffressen? (...)„ (2. Akt,
3. Szene, Seite 72), anderseits macht er Gott für sein Schicksal verantwortlich
,,Ich wollte umkehren und zu meinem Vater gehn, aber der im Himmel sprach,
es soll nicht sein.“ (5. Akt, 2. Szene, Seite 146)
Abschließend kann man sagen, dass
Karl der Idealfigur, dem Genie und Kraftkerl, des Sturm und Drang entspricht.
Er übt Kritik an Gesellschaft, Justiz, Kirche und Feudalherrschaft und ist
damit quasi ein Individuum auf einem persönlichen Befreiungsfeldzug – Ist aber
kein Aufklärer. Er setzt sich für seine persönliche Emanzipation ein, ist
kräftig, intelligent und individualistisch - Ein Rächer der moralischen
Weltordnung, der aus dem Bauch heraus handelt. Er vereint männliche Stärke mit
der Fähigkeit zur Emotionalität und ist aufgrund dieser einzigartiges
Konstellation zu etwas Höherem befähigt.
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