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Nationalstaatlich begrenzte Steuerungs-instrumente
greifen hier nicht mehr, sodass der Ruf nach transnationalen
Bearbeitungsansätzen laut wurde und in Form von Governance, Global Governance,
Risiko Governance usw. erhört wurde. Diese Ausarbeitung möchte unter Bezugnahme
auf den Ansatz des Risiko-Governance Ansatzes klären, welche Unterschiede
bezüglich nationaler politischer Steuerungsinstrumente und den
Governance-Ansätzen bestehen, wie unterschiedliche Governance-Ansätze definiert
und umgesetzt werden, aber auch welche Chancen aber auch Grenzen sich daraus
ergeben.
In
einem zweiten Schritt wird insbesondere der Ansatz des Risiko-Governance
betrachtet und auf realistische Umsetzbarkeit und Schwierigkeiten bei der
Erhebung, Bewertung, Analyse, Management sowie Kommunikation hin untersucht.
Die Begrifflichkeit des Risikos und ihre Einflussnahme auf Instrumente wie die
Risikobewertung unter Berücksichtigung von Verteilungskonflikten
unterschiedlicher Interessensgruppen und Akteure wird ebenfalls analysiert.
In
einem letzten Arbeitsschritt wird in einer Schlussbetrachtung unter Bezugnahme
auf die Figurationstheorie von Norbert Elias ein Versuch zur Erklärung
wachsender und komplexer werdender Risiken in der Wahrnehmung von
Öffentlichkeit und Staaten und die daraus resultierenden möglichen Folgen sowie
ein Ausblick auf einen Ansatz effektiver Risiko-Governance Strategien
unternommen.
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Die
Bundeszentrale für politische Aufklärung betont in ihrer Definition der
politischen Steuerung, dass sie ein Sammelbegriff ist, unter dem politische
Theorien, Forschungsgegenstände untergeordnet werden, die sich „mit der zielgerichteten und zweckorientierten (absichtsvollen)
Gestaltung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher (Rahmen-)Bedingungen
befassen.“ (Schubert und Klein 2006). Hiermit beschäftigen sich zumeist Regierungen und die staatlichen
Verwaltungsinstanzen.
3. Definition
Governance
Governance meint nach Mayntz (2004)„das
Gesamt aller nebeneinander bestehenden Formen der kollektiven Regelung
gesellschaftlicher Sachverhalte: von der institutiona-lisierten zivilgesellschaftlichen
Selbstregelung über verschiedene Formen des Zusammenwirkens staatlicher und privater
Akteure bis hin zu hoheitlichem Handeln staatlicher Akteure.“
Die
Wurzeln des Governance-Ansatzes stammen laut Franzius von der Ökonomik aufgrund
des Fokus auf strukturelle Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Selbstorgani-sation.
Über die politische Steuerung hinaus entsteht eine
Vernetzung auf einem Mehrebenensystem, an dem unterschiedliche Akteure wie z.B.
auch Non-Govermental-Organisations (NGOs) partizipieren.
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Diese
Governance-Ansätze scheinen zurzeit jedoch noch sehr heterogen und auf einige
wenige Hauptziele ausgerichtet zu sein. So
nimmt laut Mayntz (2004) die aktuelle
Governance-Struktur stark die
Sicherheit/Wirtschaftswachstum/Wettbewerbsfähigkeit in den Fokus, der
Nachhaltigkeitsgedanke kommt beispielsweise nur rudimentär vor.
Doch gerade
hier existieren wichtige Anknüpfungspunkte für den Governance-Gedanken, das
Leitbild der Nachhaltigkeit entstammt der Umweltpolitik, es bündelt multiple
Ziele (Umweltschutz, sozioökonomischer Fortschritt in Entwicklungsländern,
Widerstand gegen globalen Kapitalismus usw.).
So
zeigt z.B. der Kreislauf der Verschuldung von Entwicklungsländern, dass
Governance-Konzepte auf globaler Ebene alleine auch aufgrund humanitärer Gründe
zwingend notwendig sind.
Ein globales Politiknetzwerk, dass unterschiedliche
Interessensgruppen und Akteure einbezieht, ist für eine erfolgreiche Nachhaltigkeits-Governance
am geeignetsten. Aus dieser erkannten Notwendigkeit heraus entwickelte sich der
Ansatz der Global Governance.
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Infolge
von Globalisierung entstehen in großem Maße auch globale Risiken, die mit
national begrenzten politischen Steuerungsinstrumenten nicht mehr bearbeitet
werden können, sondern einen transnationalen Arbeitsansatz benötigen. Organisationen
wie z.B. das International Risk Governance Council (IRGC) arbeiten selbständig
an Risikomanagement-Konzepten zur Bearbeitung globaler Problemlagen.
Den Ansatz
des Risiko-Governance definiert der IRGC (2009)
“as the
identification, assessment, management and communication of risks in a broad
context.
It includes the totality of actors, rules, conventions, processes and
mechanisms concerned with how relevant risk information is collected, analysed
and communicated, and how and by whom management decisions are taken and
implemented.”
Das Risiko-Management bezieht sich unter anderem auf
Problemlagen wie z.B. Bioenergie,
kritische
Infrastrukturen, Klimawandel usw. und beschäftigt sich mit ökologischen,
wirtschaftlichen und physisch/psychischen Folgen der betroffenen Akteure
(ebd.).
Es versucht, neben den teilweise nicht mehr greifenden Top-Down
Ansätzen innerhalb von Nationalstaaten einen grenzübergreifenden und effektiven
Weg zum Umgang mit Risiken zu gestalten (vgl. Lidskog et.al. 2010: xii).