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Chancen und Grenzen des Risiko-Governance-Ansatzes unter Berücksichtigung der Figurationstheorie von Norbert Elias (Page 6).doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Sociology
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University, School
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel - CAU
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2009
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Chancen und Grenzen des Risiko-Governance-Ansatzes unter Berücksichtigung der „Figurationstheorie“ von Norbert Elias

Dr. Martin Voss

Westring 400

Tel.: 0431 8803465

E-Mail: mvoss@soziologie.uni-kiel.de

Fach Soziologie

Fachsemester 1

Sabine Hering

Tröndelweg 77

24147 Kiel

Sabine.hering@yahoo.de

Abgabedatum 15.03.2010


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung............................................. Seite 3

2.      Definition politische Steuerung..............................Seite 4

3. Definition Governance................................... Seite 5

3.1 Global Governance................................Seite 6

3.2  Risiko Governance................................Seite 7

3.2.1       Schwierigkeiten bei der Umsetzung

des Risiko Governance Ansatz ...................Seite 9

3.2.2 Risikobewertung..............................Seite 11

3.2.3 Chancen und Grenzen des Risiko-Governance

Ansatzes in Bezug auf globale ökologische

Ungleichheit..................................Seite 14

4.      Schlussbetrachtung unter Einbeziehung der Figurationstheorie

nach Norbert Elias und Ausblick ............................Seite 18

5.      Literaturverzeichnis.......................................Seite 23

6.        Erklärung...............................................Seite 25

1.             Einleitung

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Nationalstaatlich begrenzte Steuerungs-instrumente greifen hier nicht mehr, sodass der Ruf nach transnationalen Bearbeitungsansätzen laut wurde und in Form von Governance, Global Governance, Risiko Governance usw. erhört wurde. Diese Ausarbeitung möchte unter Bezugnahme auf den Ansatz des Risiko-Governance Ansatzes klären, welche Unterschiede bezüglich nationaler politischer Steuerungsinstrumente und den Governance-Ansätzen bestehen, wie unterschiedliche Governance-Ansätze definiert und umgesetzt werden, aber auch welche Chancen aber auch Grenzen sich daraus ergeben.

In einem zweiten Schritt wird insbesondere der Ansatz des Risiko-Governance betrachtet und auf realistische Umsetzbarkeit und Schwierigkeiten bei der Erhebung, Bewertung, Analyse, Management sowie Kommunikation hin untersucht. Die Begrifflichkeit des Risikos und ihre Einflussnahme auf Instrumente wie die Risikobewertung unter Berücksichtigung von Verteilungskonflikten unterschiedlicher Interessensgruppen und Akteure wird ebenfalls analysiert.

In einem letzten Arbeitsschritt wird in einer Schlussbetrachtung unter Bezugnahme auf die Figurationstheorie von Norbert Elias ein Versuch zur Erklärung wachsender und komplexer werdender Risiken in der Wahrnehmung von Öffentlichkeit und Staaten und die daraus resultierenden möglichen Folgen sowie ein Ausblick auf einen Ansatz effektiver Risiko-Governance Strategien unternommen.

 



2. Definition politische Steuerung

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- finanzielle Steuerung (z.B. Prämien)

- regulative Steuerung, (z.B. Gesetzgebung) und

- prozedurale Steuerung (Öffentlichkeitsarbeit/ Information)

Die Bundeszentrale für politische Aufklärung betont in ihrer Definition der politischen Steuerung, dass sie ein Sammelbegriff ist, unter dem politische Theorien, Forschungsgegenstände untergeordnet werden, die sich „mit der zielgerichteten und zweckorientierten (absichtsvollen) Gestaltung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher (Rahmen-)Bedingungen befassen.“ (Schubert und Klein 2006). Hiermit beschäftigen sich zumeist Regierungen und die staatlichen Verwaltungsinstanzen.

 


3. Definition Governance

Governance meint nach Mayntz (2004)„das Gesamt aller nebeneinander bestehenden Formen der kollektiven Regelung gesellschaftlicher Sachverhalte: von der institutiona-lisierten zivilgesellschaftlichen Selbstregelung über verschiedene Formen des Zusammenwirkens staatlicher und privater Akteure bis hin zu hoheitlichem Handeln staatlicher Akteure.“

Die Wurzeln des Governance-Ansatzes stammen laut Franzius von der Ökonomik aufgrund des Fokus auf strukturelle Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Selbstorgani-sation. Über die politische Steuerung hinaus entsteht eine Vernetzung auf einem Mehrebenensystem, an dem unterschiedliche Akteure wie z.B. auch Non-Govermental-Organisations (NGOs) partizipieren.

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Diese Governance-Ansätze scheinen zurzeit jedoch noch sehr heterogen und auf einige wenige Hauptziele ausgerichtet zu sein. So nimmt laut Mayntz (2004) die aktuelle Governance-Struktur stark die Sicherheit/Wirtschaftswachstum/Wettbewerbsfähigkeit in den Fokus, der Nachhaltigkeitsgedanke kommt beispielsweise nur rudimentär vor.

Doch gerade hier existieren wichtige Anknüpfungspunkte für den Governance-Gedanken, das Leitbild der Nachhaltigkeit entstammt der Umweltpolitik, es bündelt multiple Ziele (Umweltschutz, sozioökonomischer Fortschritt in Entwicklungsländern, Widerstand gegen globalen Kapitalismus usw.).

So zeigt z.B. der Kreislauf der Verschuldung von Entwicklungsländern, dass Governance-Konzepte auf globaler Ebene alleine auch aufgrund humanitärer Gründe zwingend notwendig sind.

Ein globales Politiknetzwerk, dass unterschiedliche Interessensgruppen und Akteure einbezieht, ist für eine erfolgreiche Nachhaltigkeits-Governance am geeignetsten. Aus dieser erkannten Notwendigkeit heraus entwickelte sich der Ansatz der Global Governance.

3.1 Global Governance


Aufgrund von Globalisierung, steigender Vernetzung und sich wandelnder Anforderungen an Nationen braucht es neue Strukturen der Zusammenarbeit auf transnationaler Ebene. Der Global Governance Ansatz schafft hierfür einen transnationalen Rahmen, indem Regelwerke ausgehandelt und Institutionen geschaffen werden, um globale Problemlagen gemeinsam zu bearbeiten (vgl. teamGlobal
http://www.bpb.de/veranstaltungen/M5L5N5,0,0,Global Governance.html Stand 08.03.2010)

Laut der UN-Commision on Global Governance ist „Governance (..) die Gesamtheit der zahlreichen Wege, auf denen Individuen sowie öffentliche und private Institutionen ihre gemeinsamen Angelegenheiten regeln. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, durch den kontroverse oder unterschiedliche Interessen ausgeglichen werden und kooperatives Handeln initiiert werden kann.“ (teamGlobal http://www.bpb.de/veranstaltungen/M5L5N5,0,0,Global%20Governance.html Stand 08.03.2010).

Akteure sind hierbei formelle Institutionen wie auch informelle Vereinigungen wie z.B. NGOs, Bürgerbewegungen oder große Wirtschaftskonzerne. Eine institutionell geregelte Weltordnung existiert nicht, sodass bei unterschiedlichen Problemlagen unterschiedliche Akteure international miteinander agieren, um Problemlösungsstrategien zu entwickeln. Zurzeit existierende Global Governance Strukturen zeichnen sich somit durch eine hohe Komplexität und Dynamik aus. (vgl.

http://www.bpb.de/veranstaltungen/M5L5N5,0,0,Global_Governance.html

Stand 08.03.2010)

 

 

 

 

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Infolge von Globalisierung entstehen in großem Maße auch globale Risiken, die mit national begrenzten politischen Steuerungsinstrumenten nicht mehr bearbeitet werden können, sondern einen transnationalen Arbeitsansatz benötigen. Organisationen wie z.B. das International Risk Governance Council (IRGC) arbeiten selbständig an Risikomanagement-Konzepten zur Bearbeitung globaler Problemlagen.

Den Ansatz des Risiko-Governance definiert der IRGC (2009)

as the identification, assessment, management and communication of risks in a broad context.

It includes the totality of actors, rules, conventions, processes and mechanisms concerned with how relevant risk information is collected, analysed and communicated, and how and by whom management decisions are taken and implemented.”

Das Risiko-Management bezieht sich unter anderem auf Problemlagen wie z.B. Bioenergie, kritische Infrastrukturen, Klimawandel usw. und beschäftigt sich mit ökologischen, wirtschaftlichen und physisch/psychischen Folgen der betroffenen Akteure (ebd.).

Es versucht, neben den teilweise nicht mehr greifenden Top-Down Ansätzen innerhalb von Nationalstaaten einen grenzübergreifenden und effektiven Weg zum Umgang mit Risiken zu gestalten (vgl. Lidskog et.al. 2010: xii).


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