Inhaltsverzeichnis
Einführung.2
Bildbeschreibung.4
Frage nach der
Provenienz der Bilder.5
Die maltechnische
Untersuchung der Bilder.6
Stilistische
Unterschiede zwischen den beiden Werken.7
Übertragung der
Skizzen ins Gemälde.8
Goldener Schnitt.
Raumgestaltung.8
Winterlandschaft-
ein Gegenstück.10
Inhaltsdeutung
der beiden Bilder.12
Resümee..16
Literaturliste.17
Einführung
„Alles drängt sich zur Landschaft“,- so
charakterisierte Philipp Otto Runge Caspar David Friedrichs Kunst. Aber Runge
wie Friedrich meinen, wenn sie „Landschaft“ sagen, nicht, was man bisher
darunter verstand. Was Friedrich ent-deckt, ist die Topographie der Seele. „Der
Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich
sieht“, ist seine Devise. Friedrichs
Naturbilder, karg an Gegenständen, mit den immer wiederkehren Motiven
irritieren oft den Betrachter.
Das Unbedeutende auf dem Bild wird monumental, das Leere
voll und das Seichte tief. Dieses Verfahren, dessen sich der Künstler bedient,
ist geistig verwandt mit dem Gedankengut der Romantik. Mit Novalis‛ Worten
gesagt, hieße es eine „qualitative Potenzierung“, indem
der Maler jedes Objekt so gestaltet, als berge es eine höhere Bedeutung, indem
die Natur als Unendliche und Göttliche wahrgenommen wird.
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Anfangen möchte ich mit der
Beschreibung der beiden Fassungen der Winterlandschaft mit der Kirche.
Das Bild ist nicht nur wegen des gezeigten Naturerlebnisses Friedrichs berühmt,
sondern auch wegen seiner interessanten, aber bestreitbaren Provenienz.
Die
Frage nach der Herkunft des Bildes, nach der früheren und späteren Fassung soll
von mir im nächsten Punkt erläutert werden. Um zu verdeutlichen, welches Bild
ein Originalwerk Friedrichs ist, unterziehe ich die beiden Gemälde einer
ausführlichen Analyse. Ein Vergleich soll stilistische und maltechnische
Unterschiede zwischen den beiden Versionen aufdecken.
Weiterhin nehme ich vor, auf das Bild
Winterlandschaft eingehen, worauf in den alten Briefen oft verwiesen
wird. Auch dies werde ich gründlich untersuchen.
Eine seltsame Verfahrensweise
Friedrichs ist sein ständiger Bezug auf die eigenen Skizzen. Was er einmal in
der Skizze aufnimmt, überträgt er exakt ins Bild. Dieses Phänomen ist von
großem Belang, besonders was die Frage nach der Provenienz angehet.
Als nächstes versuche ich mögliche
Deutungen für die beiden Bilder vorzustellen. Warum gehören die Beiden
zusammen? Wie verhält sich das Reale mit dem Irrealen im Werk Friedrichs? Mit
welcher Symbolsprache kann man seine Bilder lesen? – Für all diese problematischen
Fragestellungen bemühe ich mich um eine richtige Antwort.
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Meine Aufgabe wäre zu klären, nach
welcher Methode hat Friedrich Winterlandschaft mit der Kirche und Winterlandschaft
gemalt? Das Aufschlüsseln der goldenen Schnitt- Linien verhilft uns
größtenteils bei der richtigen Interpretation.
Die weiteren Punkte, die ich noch
ansprechen werde, sind: Fläche und Raum im Werk Friedrichs, das Problem des
Fragments und das Phänomen der Vision der gotischen Kathedrale.
Bildbeschreibung
Winterlandschaft mit der Kirche ist mit Öl auf Weinwand gemalt. Das
Bild ist 33 mal 45 cm. groß und befindet sich in Dortmund, im Museum für Kunst
und Kulturgeschichte, im Schloß Coppenberg. Auf der Rückseite des Gemäldes, auf
einem Holzstück des alten Keilrahmens ist eine Bezeichnung des Malers
vorhanden: „Friedrich Dresden den 20. Juli 1811“. Was aber
die Eigenhändigkeit der Signatur betrifft, ist bestreitbar und davon wird noch
später die Rede sein.
Das Bild stellt eine Landschaft mit Schnee bedeckt dar. Es
ist Winter, düster, alles erscheint in Nebel gehüllt, so daß man beinah keinen
Horizont mehr wahrnehmen kann. Die Landschaft, die Friedrich zeigt ist sehr
karg und mangelnd an Objekten.
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vor dem sitzenden Mann liegen zwei Krücken auf dem Schnee. Sie markieren den
Weg, den er genommen hat.
Im tiefen Hintergrund erblickt man
eine Kirche, eine gotische Kathedrale. Sie erhebt sich ohne Fundament und als
reine Silhouette über den verschwommenen Horizont.
Auf der linken Seite der
Bildoberfläche gewahrt man noch eine kleinere Fichtengruppe mit den Felsen.
Das andere Bild heißt ebenfalls Winterlandschaft
und gehört dem Bestand der National Gallery London. Die Arbeit ist
mit Öl auf Leinwand ausgeführt und ist 32,5 mal 45 cm. groß.
Wenn man die beiden Bilder erst nur
naiv betrachtet, stellt man fest, daß sie sich einander zum Verwechseln
gleichen. Der Unterschied besteht nur darin, daß das Londoner Bild im Vergleich
zur Dortmunder Winterlandschaft mit der Kirche zwei verschiedene
zusätzliche Elemente besitzt; das Gras im unmittelbaren Vordergrund und
das Tor zum Kirchhof. Aber eben auf diese Details kommt es unter anderem
an, wenn man nach dem Originalwerk Friedrichs, oder besser gesagt nach der
früheren Fassung der beiden Bildern fragt.
Frage nach der Provenienz der Bilder
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erwarb die National Gallery London 1987 auf einer Versteigerung des
Auktionshauses Christie’s in Monaco.
Helmut Börsch-Supan schrieb das neu
gefundene Bild Friedrich zu, und erklärte es als einzig eigenhändige der beiden
Fassungen. Er stufte das Dortmunder Bild als eine Kopie des Malers selbst nach
Londoner Winterlandschaft ein. Daß die beiden Bilder ungefähr um 1811
gemalt sind, ist ohne Zweifel. Nach Meinung von Börsch-Supan ist aber die
Inschrift auf dem Keilrahmen des Dortmunder Bildes, wo das genauere Datum
angegeben ist, nicht die eigene Beschriftung Friedrichs. Er vermutet, ein
Käufer des Bildes habe das Datum des Erwerbs auf dem Keilrahmen notiert.
Die Rätselfrage nach der
eigenhändigen Arbeit Friedrichs hat den Kunsthistorikern große Schwierigkeiten
bereitet. Nach dem Urteil der Experten gehören beide Bilder C. D. Friedrich.
Wenn auch die beiden Bilder von Friedrich gemalt sind, stellt sich nun eine
andere Frage; zwar die Frage nach der früheren und späteren Version, nach der
Erstfassung und der Variante.
Das Dortmunder Museum erwarb die Winterlandschaft
mit Kirche 1942 offiziell von dem Dresdener Kunsthändler Paul Rusch, der es
K. K. Eberleins Angaben in der „Kunst- Rundschau“ zufolge, Anfang 1941 besaß.
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