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Bolivien - Wirtschaft und Gegensätze Hoch- Tiefland .doc

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Faculty
Environmental Science
Discipline
Geo Sciences
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2009, Prüfungszusammenfassung
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Geo Sciences

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Boliviens Wirtschaft

Wirtschaftssektoren

I

II

III

 

Exportländer

Anteil

 

Anteil Beschäftigte

40%

17%

43%

 

Brasilien

40%%

 

Anteil am BIP

14,5%

30,5%

55%

 

USA

13,9%

 

 

 

 

 

 

Kolumbien

8,7%

 

 

 

 

 

 

Peru

6,3%

 

 

 

 

 

 

Japan

4,5%

 

Alte und neue Rohstoffe

Bolivien ist eines der am wenigsten entwickelten Länder Südamerikas, und das trotz seines Reichtums an Bodenschätzen. Die großen Bergbauunternehmen wurde alle in den fünfziger Jahren unter staatliche Kontrolle gestellt, gleichzeitig fördert die Regierung aber die Entwicklung der privaten Industrie und Investitionen mit ausländischem Kapital aktiv.

Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut.

Ende der 80er Jahre erlitt der Bergbau durch den Preisverfall an den Weltmärkten und die Erschöpfung der Minen einen starken Einbruch. Die Erdöl- und Erdgasförderung im Südosten des Landes gewann daher seit Anfang der siebziger Jahre zunehmend an Bedeutung.

Bolivien verfügt über die zweitgrößte Erdgasreserven Südamerikas, und ist seit Ende der achtziger Jahre von der Einfuhr ausländischem Erdöl und Erdgases nahezu unabhängig.

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Landwirtschaft wird reformiert
In der Landwirtschaft ist etwa die Hälfte der Erwerbstätigen des Landes beschäftigt. Ein besonderes Problem ist hier der illegale Anbau von Kokasträuchern.

Die geringe Produktivität im Agrarsektor ist auf veraltete Bewirtschaftungsmethoden, extreme Witterungsbedingungen und Bodenerosion sowie eine unzureichende Verkehrserschließung zurückzuführen. Nur im tropischen Tiefland im Osten wird die Landwirtschaft dabei einigermaßen modern betrieben, im Altiplano dagegen wird traditionell auf Subsistenz-Basis angebaut.

Die wichtigsten bolivianischen Agrarprodukte sind Kartoffeln, Zuckerrohr, Baumwolle, Kaffee, Mais, Reis, Weizen und Quinoa. Ein Großteil des landwirtschaftlichen Ertrags entstammt dem Anbau und der Verarbeitung des Kokastrauches. Im östlichen Tiefland werden Rinder und Schafe gehalten.
Landreform
Der bolivianische Präsident Evo Morales hat eine Landreform in Gang gesetzt.

Zunächst wurden staatseigene Ländereien im Osten des Landes an Bauernfamilien verteilt, die Reform sieht auch Enteignungen privater Ländereien vor, soweit sie von den Großgrundbesitzern nicht ausreichend bearbeitet werden. Bis 2011 sollen ca. 20 Millionen Hektar an Landlose übereignen.

Nach Regierungsangaben besitzt eine Gruppe von lediglich 50.000 Familien rund 90 Prozent des gesamten Farmlandes in Bolivien.

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Mehr als zwei Drittel der Industriebetriebe befinden sich in La Paz, dem wichtigsten Industriestandort. Als weitere Standorte sind Oruro, Cochabamba, Potosí und Santa Cruz zu nennen. Bolivien hofft, über die industrielle Herstellung von Koka-Nutzprodukten auch die ausländischen Märkte zu erobern.

Bolivien – Aufbruch oder Spaltung?

Tropisches Tiefland – tristes Hochland

Klimatisch wird es wohl kaum stärkere Gegensätze als zwischen dem tropischen Tiefland im Osten Boliviens, und dem Andenhochland im Westen geben. Hier sinken die Jahresdurchschnittswerte von 25 auf 10° Celsius ab, und Niederschlagsbereiche mit 5000mm pro Jahr liegen neben Gebieten von nur mehr knapp 400mm.

Die Vegetation wechselt vom stockwerkartig aufgebauten Regenwald über in eine fast Baumlose Graslandschaft. Dort oben lagen bis vor einigen Jahrzehnten die Reichtümer des Landes, doch so viel Gewinn wie damals werfen die Bergwerke heute nicht mehr ab.

Neue Erdöl und Erdgasquellen im östlichen Tiefland bringen Devisen. Trotzdem lebt gerade hier im Hochland ein Großteil der Bevölkerung, nämlich die Indios, unter ärmlichsten Verhältnissen und ohne Perspektiven. Nur wenige wagen nun langsam den Sprung in das tropische Santa Cruz, eine Metropole zwischen Palmenhainen, mit enormen Wachstumsraten, sowohl in Wirtschaftlicher als auch demographischer Hinsicht.

Bewohnt wird Santa Cruz großteils von spanisch stämmigen Einwanderern.

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Doch mit der Wahl des sozialistischen Präsidenten Evo Morales kamen erstmals große Gegensätze aufeinander. Große Staatsreformen sollten nun kommen um vor allem die indigene Bevölkerung aus ihrer Benachteiligung zu rücken.

·        Ein Zentralstaat mit wenig Autonomie der einzelnen Provinzen

·        Neuverteilung der Ländereien mit teilweiser Enteignung von brachliegenden Flächen

·        Abschaffung der Staatsreligion

·        Schaffung eines plurinationalen Saates (mehrere Völker)

·        Reform der liberalen Wirtschaft, Verstaatlichung von Bodenschätzen, Eisenbahn, Industrie

·         

Vor allem möchte Morales die Ölindustrie verstaatlichen, und die Einnahmen an alle Bevölkerungsgruppen verteilen. Ein Plan der schon daher kaum zu verwirklichen ist, da die Ölindustrie auf ausländische Investoren angewiesen ist. Als ein neues Gesetz verabschiedet wurde welches nur mehr den staatlichen Unternehmen die Belieferung von Tankstellen erlaubt, konnte kurzerhand gar nicht mehr geliefert werden.

Das staatliche Unternehmen Yacimientos Petrolíferos Fiscales de Bolivia hatte überhaupt kein Geld um Treibstoff einzukaufen.

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Nun sind nicht nur Hoch und Tiefland gegeneinander aufgehetzt, auch Nord und Süd beginnen eine Zerreißprobe.

Hochland gegen Tiefland, Arm gegen Reich, Indigene gegen Weiße, neuer Sozialismus gegen Neoliberalismus– das Konfliktpotential ist groß im ärmsten Land Südamerikas. Nach fast Bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Sommer 2008 und Autonomiebestrebungen mehrere Provinzen hat sich die Lage allmählich wieder beruhigt, Morales scheint Zugeständnisse zu machen.

Laut letzten Verhandlungen wird den Provinzen ein Autonomie gewährt die vorsieht, dass Regionen und Gemeinden ihre Autoritäten direkt wählen können und eine weitergehende Mitsprache bei der Verwaltung von Ressourcen und in Verwaltungsfragen erhalten.


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