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Bohrlochgeophysik und Bohrlochmessungen .doc

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Automotive Engineering
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Bohrlochgeophysik

1.  Bohrlochparameter

1.1.   Kaliberzone

In permeablen Schichten tritt eine Infiltraiton von Bohrspülung in die Formation ein. Dadurch bildet sich ein Filterkuchen, der das Bohrloch verängt. Parameter: Rm=Widerstand der Bohrspülung, Rmc=Widerstand des Filterkuchens, hmc=Höhe des Filterkuchens

1.2.   Infiltrationszone

Zone die durch Filtrat beeinflusst wird. Die Formationsfluide werden beeinflusst, verdünnt oder verdrängt. (Rxo=Widerstand der infiltrierten Zone, Rmf=Widerstand der Porenfüllung der infiltrierten Zone, sxo=Wassersättigung der infiltrierten Zone)

1.3.   Unveränderte Zone

Die unveränderte Zone ist außerhalb des Einflussbereichs der Bohrspülung. Parameter: Rt=Widerstand der unveränderten Formation, Rw=Widerstand des Wassers in der unveränderten Zone, sw=Wassersättigung der unveränderten Zone

2.  Elektrische und elektromagnetische Verfahren

2.1.   Eigenpotentialmessung

Bei der Eigenpotenzialmessung werden natürliche Potenzialunterschiede (mV) zwischen einer Elektrode in der Formation und einer Referenzelektrode an der Oberfläche gemessen. Die Methode gehört zu den passiven elektrischen Methoden. Die Eigenpotenzial ist ein teufenabhängiges Verfahren zwischen einer oberflächlichen Referenzelektrode (N) und einer sich im Bohrloch befindlichen Elektrode (M).

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Das SP-Verfahren dient zur Unterscheidung permeabler (poröser)- bzw. Nicht permeabler (nicht poröser) Schichten.


Das gemessene Potenzial besteht aus den Komponenten:

  • Kinetisches Potenzial (Ek): Dynamische Fließvorgänge zwischen Spülung und Formation
  • Elektrochemisches Potenzial (Ec): Besteht aus Diffusions- und Membranpotenzial. Entsteht durch unterschiedliche Ionen-Konzentration in Spülung und Formation
  • Diffusionspotenzial (Ej): Entsteht wenn zwei salzhaltige Lösungen verschiedener Konzentrationen im Kontakt stehen, dabei diffundieren Ionen von der höher konzentrierten Lösung zu nieder konzentrierten Lösung (Unteres Bild: Höher mobiles Cl- diffundiert am Kontakt zwischen Formationswasser und Invasionszone)
  • Membranpotenzial (Em): Entsteht wenn zwei unterschiedlich konzentrierte Lösungen durch eine Zwischenwand getrennt sind. (Unteres Bild: Na+ diffundiert über darüber liegende Tonschicht ins Bohrloch, da Ton durchlässig ist für Na+ aber nicht für Cl-)



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2.1.1.  Auswerteverfahren

Da rein theoretisch kein exakter SP-Wert (stetiger Stromfluss) gemessen werden kann wird eine SSP-Linie (statisches Eigenpotenzial) mit Hilfe von Korrekturfaktoren ermittlet (in tonigen Sanden hemmen die Tominerale den Kationenfluss, geringere Potenzialdifferenz). Wenn kein Strom fließt spricht man von PSP-Linien (pseudostatisches Potenzial) die dem wahren SP-Wert näher kommen, auch hier müssen konventionen getroffen werden (z.B. müssen in grobkörnigen ölgefüllten Sanden die Kationen längere Wege über die Haftwässer nehmen als feinkörnige Sande, geringere Potenzialdifferenz).

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2.2.   Widerstands- und Leitfähigkeitsmessung

Die Leitfähigkeit (S/m) und der spezifische Widerstand (Ωm) eines Gesteins hängt bedeutend von den in Gesteinsporen und Klüften enthaltenen freien Wasser ab. Je größer der Wassergehalt bzw. Salzgehalt der Wässer desto höher ist die Leitfähigkeit (<spezifischer Widerstand).

Gesteine wie Salz, Anhydrit, oder kohlenwasserstoffführende Speichergesteine habe keine freien Poren- oder Kluftwässer und haben somit eine geringere Leitfähigkeit (>spez. Widerstand). Zur fehlerfreien Interpretation ist die Kenntnis der Werte von Rmc, Rmf und Rm erforderlich.

2.3.   Parameter

Rm....Widerstand der Spülung, Rmc..Widerstand des Filterkuchens, Rxo...Widerstand in der Verdrängungszone (Infiltrationszone), Rmf...Widerstand des Wassers in der Verdrängungszone (Infiltrationszone), Rt......Widerstand in der unveränderten Formation, Rw....Widerstand des Wassers in der Formation, F.Formations-Widerstandsfaktor, Ro.....spezifischer Widerstand

2.3.1.  Klassische Widerstandsmessung

Messkabel

Beim ältest eingestzten Messverfahren wurde ein Kabel als Elektrode in das Bohrloch eingelassen und der elektrische Widerstand als Übergangswiderstand zwischen Gebirge und Kabel als Funktion der Teufe mit Brückenschaltung gemessen.



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Potentialsonden (Normallog)

Die Stromzufuhr erfolgt über eine Elektrode B und die Messung über eine Elektrode M. Bei einem Elektrodenabstand (Spacing L) von 16“ spricht man von einer kleinen Normalen, bei einem Abstand von 64“ von einer großen Normalen. Die Messung mittels Potenzialssonden liefert entsprechend des kugelförmigen Potenzialfeldes symmetrische Ergebnisse, das Verfahren kann nur bei größeren Schichtmächtigkeiten H>5*L eingesetzt werden



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Lateralsonden (Laterolog)

Bei Lateralsonden befindet sich eine Speiseelektrode (A) über zwei Messelektroden (M-N).

Bei dieser Art von Messung wird eine Potenzialdifferenz zwischen M und N gemessen, der Mittelpunkt 0 bildet den eigentlichen Messpunkt. Dieses Verfahren ist sehr gut zur Ermittlung geringmächtiger Schichten geeignet.





Auswerteverfahren

Die Messwerte der Normalanordnung (R2) und der Lateranordnung (R1) weichen in sandigen Horizonten voneinander ab. Unter Kenntinis des Widerstandes des Filterkuchens (Rmc) – kann z.B. am header für die Bohrlochtiefe abgelesen werden und auf die Tiefe des Horizontes umgerechnet werden – kann der Widerstand der infiltrierten Zone (Rxo) bestimmt werden, und daraus in weiterer Folge die Porosität (θ) und der Widerstand der Formation (Rt) über den Formationsfaktor F=Rxo/Rmf.

Hierbei müssen jedoch verschiedene Faktoren berücksichtigt werden (Bohrlochkorrektur, Wassersättigung der infiltrierten Zone usw.)


Die Messung im 4-Elektrodensystem ist vor allem bei geringmächtigen, hochohmigen Schichten fehleranfällig. Bei Erhöhung der Elektrodenzahl wird der Strom fokussiert (siehe Micro-Log), der Strom wird in Form einer Stromplatte in die Formation gezwungen. Die vertikale Auflösung verbessert sich erheblich, die Eindringtiefe kann gesteuert werden.

Der gemessenen Widerstand nähert sich besser den wahren Schichtwiderstand an.

2.3.2.  Gerichtete Widerstandsmessung

7-Elektroden-Laterolog (LL7)

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Zwischen den Kontroll- und Messelektroden (M1-M1 und Elektroden M2-M2) tritt keine Potenzialdifferenz auf, bei einer etwaigen Potenzialdifferenz wird sofort der Steuerstrom nachgeregelt. Somit wird der Messstrom I0 an der Elektrode A0 radial in die Formation gezwungen.


3-Elektroden-Laterolog (LL3)

Beim 3-Elektroden-Laterolog befinden sich oberhalb (A1) und unterhalb (A2) der Messstromelektrode (A0) stabförmige Steuerstromelektroden angebracht an denen keine Potenzialdifferenz auftreten. Für die Messung gilt: U0=U1=U2, dann wird der Strom radial als Platte in die Formation gezwungen.




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Dual-Laterolog

Um radiale Widerstandsänderungen zu messen werden Duallaterologs verwendet. Dadurch kann die Infiltrationstiefe des Spülungsfiltrats bestimmt werden. Dabei werden symmetrisch entlang der Bohrlochachse zwei Laterologs eingebracht, eines mit geringer Eidringtiefe (LLS) und eines mit hoher Eindringtiefe (LLD)

2.3.3.  Mikrolog


Standard-Mikrolog

Mirkologs erlauben das Anpressen der Elektroden direkt an der Bohrlochwand oder des Filterkuchens. Die Elektroden sind in einer gewölbten Gummiplatte fixiert und liegen durch Federkraft an der Bohrlochwand an. Der Abstand der Elektroden ändert sich mit dem Bohrlochradius, dadurch erhält man zusätzlich Information über dessen Kaliberänderungen.


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