Bohrlochgeophysik
In permeablen Schichten tritt eine
Infiltraiton von Bohrspülung in die Formation ein. Dadurch bildet sich ein
Filterkuchen, der das Bohrloch verängt. Parameter: Rm=Widerstand der
Bohrspülung, Rmc=Widerstand des Filterkuchens, hmc=Höhe
des Filterkuchens
Zone die durch Filtrat beeinflusst wird.
Die Formationsfluide werden beeinflusst, verdünnt oder verdrängt. (Rxo=Widerstand
der infiltrierten Zone, Rmf=Widerstand der Porenfüllung der
infiltrierten Zone, sxo=Wassersättigung der infiltrierten Zone)
Die unveränderte Zone ist außerhalb des
Einflussbereichs der Bohrspülung. Parameter: Rt=Widerstand der
unveränderten Formation, Rw=Widerstand des Wassers in der
unveränderten Zone, sw=Wassersättigung der unveränderten Zone
2. Elektrische und elektromagnetische Verfahren
2.1.
Eigenpotentialmessung
Bei der
Eigenpotenzialmessung werden natürliche Potenzialunterschiede (mV) zwischen
einer Elektrode in der Formation und einer Referenzelektrode an der Oberfläche
gemessen. Die Methode gehört zu den passiven elektrischen Methoden. Die Eigenpotenzial ist ein teufenabhängiges Verfahren zwischen einer
oberflächlichen Referenzelektrode (N) und einer sich im Bohrloch befindlichen
Elektrode (M).
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Unterscheidung permeabler (poröser)- bzw. Nicht permeabler (nicht poröser)
Schichten.
Das gemessene Potenzial besteht aus den Komponenten:
- Kinetisches
Potenzial (Ek): Dynamische Fließvorgänge zwischen Spülung und Formation
- Elektrochemisches
Potenzial (Ec): Besteht aus Diffusions- und Membranpotenzial. Entsteht
durch unterschiedliche Ionen-Konzentration in Spülung und Formation
- Diffusionspotenzial
(Ej): Entsteht wenn zwei salzhaltige Lösungen verschiedener
Konzentrationen im Kontakt stehen, dabei diffundieren Ionen von der höher
konzentrierten Lösung zu nieder konzentrierten Lösung (Unteres Bild:
Höher mobiles Cl- diffundiert am Kontakt zwischen Formationswasser
und Invasionszone)
- Membranpotenzial (Em): Entsteht wenn zwei
unterschiedlich konzentrierte Lösungen durch eine Zwischenwand getrennt
sind. (Unteres Bild: Na+ diffundiert über darüber liegende
Tonschicht ins Bohrloch, da Ton durchlässig ist für Na+ aber
nicht für Cl-)
Grafiken wurden automatisiert entfernt
2.1.1. Auswerteverfahren
Da rein theoretisch kein exakter SP-Wert
(stetiger Stromfluss) gemessen werden kann wird eine SSP-Linie (statisches
Eigenpotenzial) mit Hilfe von Korrekturfaktoren ermittlet (in tonigen Sanden hemmen
die Tominerale den Kationenfluss, geringere Potenzialdifferenz). Wenn kein
Strom fließt spricht man von PSP-Linien (pseudostatisches Potenzial) die dem
wahren SP-Wert näher kommen, auch hier müssen konventionen getroffen werden
(z.B. müssen in grobkörnigen ölgefüllten Sanden die Kationen längere Wege über
die Haftwässer nehmen als feinkörnige Sande, geringere Potenzialdifferenz).
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2.2.
Widerstands- und Leitfähigkeitsmessung
Die Leitfähigkeit (S/m) und der spezifische
Widerstand (Ωm) eines
Gesteins hängt bedeutend von den in Gesteinsporen und Klüften enthaltenen
freien Wasser ab. Je größer der Wassergehalt bzw. Salzgehalt der Wässer desto
höher ist die Leitfähigkeit (<spezifischer Widerstand). Gesteine wie Salz,
Anhydrit, oder kohlenwasserstoffführende Speichergesteine habe keine freien
Poren- oder Kluftwässer und haben somit eine geringere Leitfähigkeit (>spez.
Widerstand). Zur fehlerfreien Interpretation ist die Kenntnis der Werte von
Rmc, Rmf und Rm erforderlich.
Rm....Widerstand
der Spülung, Rmc..Widerstand des Filterkuchens, Rxo...Widerstand
in der Verdrängungszone (Infiltrationszone), Rmf...Widerstand des
Wassers in der Verdrängungszone (Infiltrationszone), Rt......Widerstand
in der unveränderten Formation, Rw....Widerstand des Wassers in der
Formation, F.Formations-Widerstandsfaktor, Ro.....spezifischer
Widerstand
2.3.1. Klassische Widerstandsmessung
Messkabel
Beim ältest eingestzten Messverfahren wurde
ein Kabel als Elektrode in das Bohrloch eingelassen und der elektrische
Widerstand als Übergangswiderstand zwischen Gebirge und Kabel als Funktion der
Teufe mit Brückenschaltung gemessen.
Grafiken wurden automatisiert entfernt Potentialsonden
(Normallog)
Die
Stromzufuhr erfolgt über eine Elektrode B und die Messung über eine Elektrode M.
Bei einem Elektrodenabstand (Spacing L) von 16“ spricht man von einer kleinen
Normalen, bei einem Abstand von 64“ von einer großen Normalen. Die Messung
mittels Potenzialssonden liefert entsprechend des kugelförmigen Potenzialfeldes
symmetrische Ergebnisse, das Verfahren kann nur bei größeren
Schichtmächtigkeiten H>5*L eingesetzt werden
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Grafiken wurden automatisiert entfernt Lateralsonden
(Laterolog)
Bei Lateralsonden befindet sich eine
Speiseelektrode (A) über zwei Messelektroden (M-N).
Bei dieser Art von Messung wird eine
Potenzialdifferenz zwischen M und N gemessen, der Mittelpunkt 0 bildet den
eigentlichen Messpunkt. Dieses Verfahren ist sehr gut zur Ermittlung
geringmächtiger Schichten geeignet.
Auswerteverfahren
Die Messwerte der Normalanordnung (R2)
und der Lateranordnung (R1) weichen in sandigen Horizonten
voneinander ab. Unter Kenntinis des Widerstandes des Filterkuchens (Rmc)
– kann z.B. am header für die Bohrlochtiefe abgelesen werden und auf die Tiefe
des Horizontes umgerechnet werden – kann der Widerstand der infiltrierten Zone
(Rxo) bestimmt werden, und daraus in weiterer Folge die Porosität
(θ) und der Widerstand der Formation (Rt) über den
Formationsfaktor F=Rxo/Rmf. Hierbei müssen jedoch
verschiedene Faktoren berücksichtigt werden (Bohrlochkorrektur, Wassersättigung
der infiltrierten Zone usw.)
Die Messung im 4-Elektrodensystem ist vor
allem bei geringmächtigen, hochohmigen Schichten fehleranfällig. Bei Erhöhung
der Elektrodenzahl wird der Strom fokussiert (siehe Micro-Log), der Strom wird
in Form einer Stromplatte in die Formation gezwungen. Die vertikale Auflösung
verbessert sich erheblich, die Eindringtiefe kann gesteuert werden. Der
gemessenen Widerstand nähert sich besser den wahren Schichtwiderstand an.
2.3.2. Gerichtete Widerstandsmessung
7-Elektroden-Laterolog (LL7)
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M2-M2) tritt keine Potenzialdifferenz auf, bei einer
etwaigen Potenzialdifferenz wird sofort der Steuerstrom nachgeregelt. Somit
wird der Messstrom I0 an der Elektrode A0 radial in die
Formation gezwungen.
3-Elektroden-Laterolog (LL3)
Beim 3-Elektroden-Laterolog befinden sich
oberhalb (A1) und unterhalb (A2) der Messstromelektrode
(A0) stabförmige Steuerstromelektroden angebracht an denen keine
Potenzialdifferenz auftreten. Für die Messung gilt: U0=U1=U2,
dann wird der Strom radial als Platte in die Formation gezwungen.
Grafiken wurden automatisiert entfernt
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Dual-Laterolog
Um radiale Widerstandsänderungen zu messen
werden Duallaterologs verwendet. Dadurch kann die Infiltrationstiefe des
Spülungsfiltrats bestimmt werden. Dabei werden symmetrisch entlang der
Bohrlochachse zwei Laterologs eingebracht, eines mit geringer Eidringtiefe
(LLS) und eines mit hoher Eindringtiefe (LLD)
2.3.3. Mikrolog
Standard-Mikrolog
Mirkologs erlauben das Anpressen der
Elektroden direkt an der Bohrlochwand oder des Filterkuchens. Die Elektroden
sind in einer gewölbten Gummiplatte fixiert und liegen durch Federkraft an der
Bohrlochwand an. Der Abstand der Elektroden ändert sich mit dem Bohrlochradius,
dadurch erhält man zusätzlich Information über dessen Kaliberänderungen.
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